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Bioakkumulation in Nahrungsketten 02:58 min

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Transkript Bioakkumulation in Nahrungsketten

Dieser beeindruckende Jäger der Lüfte ist ein Wanderfalke. Als eines der schnellsten Tiere der Welt kann er Geschwindigkeiten von über 200 Kilometer pro Stunde erreichen, wenn er vom Himmel auf seine Beute hinabstürzt. Dieser markante Vogel ist auf jedem Kontinent mit Ausnahme der Antarktis beheimatet. Nun sieht er sich aber der Bedrohung durch einen heimlichen, unsichtbaren Killer gegenüber. Zoologen haben einen massiven Rückgang der Population von Wanderfalken, die im schwedischen Lappland nisten, festgestellt. Einige Falken waren nicht in der Lage sich zu paaren, und bei denen, die es konnten, waren viele Eier nicht befruchtet. Und manche Eierschalen waren so dünn, dass sie unter dem Gewicht des brütenden Muttertieres zerbrachen. Man untersuchte die Eier und entdeckte, dass sie Flammenschutzmittel enthielten, vom Menschen erzeugte Schadstoffe, die in Millionen Produkten weltweit eingesetzt werden. Diese Population von Falken lebt in einem der abgelegensten Gebiete Europas. Wie sind diese vom Menschen erzeugten Chemikalien also dorthin gelangt? Die Zoologen haben festgestellt, dass der Ursprung der Verschmutzung dieser abgelegenen Lebensräume in Tausende Kilometer entfernten Industrieanlagen liegt. Diese Chemikalien nennt man persistente organische Schadstoffe oder auch langlebige organische Schadstoffe, was bedeutet, dass sie, wenn sie einmal freigesetzt wurden, über lange Zeit die Umwelt verschmutzen, und zwar durch einen Prozess namens Bioakkumulation. Bioakkumulation bedeutet, dass sich Stoffe, zum Beispiel giftige Chemikalien, im Gewebe eines Lebewesens anreichern, was zu Organversagen, reduzierter Fruchtbarkeit oder anderen Krankheiten führen kann. Schadstoffe gelangen auf diese Weise in die Nahrungskette. Sie beginnen oft ganz unten in der Nahrungskette bei den Primärproduzenten wie Pflanzen, können von dort aus aber bis hoch zu den Spitzenprädatoren wandern. Die Pflanze wird von Insekten gefressen, die wiederum zur Beute eines Nagetiers werden, das schließlich in den Klauen eines Falken endet. Auf diese Weise bahnen sich Gifte ihren Weg durch die Nahrungskette. Und da die Konzentration dieser Chemikalien durch die Bioakkumulation ansteigt, können sie ganze Nahrungsketten zerstören und Arten gefährden, so wie es dem Wanderfalken widerfährt, der inzwischen in vielen seiner Lebensräume auf der ganzen Welt bedroht ist.