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Moore im Naturhaushalt 04:02 min

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Transkript Moore im Naturhaushalt

Intakte Moore sind permanent mit Wasser gesättigte Lebensräume. Ihr Untergrund besteht aus einer mindestens 30 Zentimeter dicken Torfschicht. Torf entsteht durch abgestorbene Pflanzen, die durch den ständig nassen Boden nicht abgebaut werden. Moore bedecken weltweit nur etwa 3 Prozent der Landfläche, doch ihr Torf speichert 20 Prozent des gesamten in Böden festgelegten Kohlenstoffs. Entwässert man Moore, gelangt Sauerstoff in tiefere Bodenschichten. Der Torf wird allmählich zersetzt. Die Umwandlung in Weiden und Äcker verwandelt das Moor von einem Kohlenstoffspeicher zu einer Kohlendioxidquelle. Kohlendioxid, ein Treibhausgas, gilt als einer der Hauptverursacher des Klimawandels. Welch wichtige Rolle Moore als natürliche Kohlenstoff- und Wasserspeicher spielen, weiß man erst seit wenigen Jahren. Selbst wie Moore entstehen, war lange Zeit ein Rätsel. Die Moorbildung beginnt vor etwa 10.000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit. Mit dem Abschmelzen der Eispanzer werden ungeheure Mengen Wasser freigesetzt. Die Niederschläge nehmen ebenfalls zu. Zahlreiche Täler, Senken und Niederungen werden überflutet, Seen, Bäche und Flüsse bilden sich. Nährstoffreichtum und Wasserüberfluss bieten günstige Bedingungen für Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben und Binsen. Von den Ufern wächst das Gewässer langsam zu, die Wasserfläche schrumpft. Schließlich verlandet es vollständig. Dort, wo ein permanent hoher Grundwasserspiegel herrscht, können sich Niedermoore bilden. Abgestorbene Pflanzen zersetzen sich unter Wassersättigung wegen Sauerstoffmangels sehr langsam, es bildet sich eine Torfschicht, die allmählich in die Höhe wächst. Neben der Schwertlilie, die gerne im Wasser wächst, sind die typischen Pflanzen der Niedermoore Seggen und Röhrichte. Sie bilden zum Teil ausgedehnte Bestände, die selbst großen Tieren wie dem Rothirsch, Deckung bieten. In einer Birke am Rande des Moores baut ein Beutelmeisenmännchen sein Nest. Dazu benutzt es Pflanzenfasern und die Samenwolle von Weiden. Das Männchen baut mehrere Nester der flauschigen Beutel, das Weibchen sucht sich anschließend das Beste aus. Im März erfüllt ein vielfaches Blubbern die Gewässer der Niedermoore. Es ist der Gesang der Moorfroschmännchen. Normalerweise sind die braungefärbten Amphibien im dunklen Moorwasser kaum auszumachen, doch während der Laichzeit leuchten viele Männchen für kurze Zeit intensiv blau.