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Glaube und Humanität

Der Humanismus ist der Glaube daran, dass der Mensch in der Lage ist, zu einer „besseren“ Existenzform zu reifen. Kein Mensch ist nur seinen natürlichen Trieben ausgeliefert - jeder besitzt die Fähigkeit zu moralischer Reife!

Humanismus – oder der Glaube an die Menschlichkeit

Wenn du im Duden Humanität oder Humanismus nachschlägst, findest du den Begriff der Menschlichkeit. Andere Nachschlagewerke sehen im Humanismus sogar das Streben nach echter Menschlichkeit, nach edlem, menschenwürdigem Leben und Denken. Doch klingt Menschlichkeit nicht etwas zu allgemein und zu selbstverständlich? Sollte nicht jeder Mensch auch die Menschlichkeit in die Wiege gelegt bekommen haben? Nun, wenn man etwas präziser sucht, findet man auch Beschreibungen, die ein Gefühl für Anstand und Sitte mit ins Spiel bringen, die auf ein bestimmtes Miteinander oder gewisse Umgangsformen abzielen oder die die Fähigkeit zur Empathie betonen. Es scheint also, als muss man sich eine humanistische Grundeinstellung selbst verleihen. Angeboren ist sie jedenfalls nicht.

Entstanden ist der Begriff um das 18. Jahrhundert, zu Zeiten der Renaissance, einer Epoche des geistigen Wiedererwachens der Menschheit. Damals fanden die frühen Humanisten, der Mensch solle nach mehr streben, als nur demütig und gottesfürchtig zu sein. Heute heißt es häufig, er solle weniger egoistisch sein und wieder mehr Verständnis für seine Mitmenschen aufbringen. Da der Mensch fähig ist, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen – und hier sind sich alle Humanisten bis heute einig – müsse er auch fähig sein, zu einer besseren Existenzform zu reifen! Der Humanismus versucht nun, den Weg zu dieser besseren Existenzform zu beschreiben.

Dabei gerät er, auch in unserer heutigen Zeit, immer wieder unter Beschuss. Sieh dir nur aktuelle Debatten über Flüchtlings- oder Entwicklungshilfe an. Nicht jeder teilt humanistische Ideen und viele sehen in zu viel Menschlichkeit eher eine Schwäche als eine Stärke. Doch will der Humanismus das nicht glauben. Und vielleicht zeigt er sich sogar dann in seiner reinsten Form, wenn er sich genau gegen diese Widerstände zu behaupten hat! Die größten Humanisten unserer Geschichte jedenfalls, zwei wirst du hier gleich kennenlernen, sind genau diese schwierigen Wege gegangen und haben unbeirrt an ihrem Glauben und humanistischen Grundsätzen festgehalten.

Mutter Teresa

Humanismus im Glauben und in der Religion hat natürlich etwas mit Nächstenliebe zu tun und im Grunde haben beide Begriffe denselben Ursprung. Vor allem für katholische Gläubige war Mutter Teresa dabei das Paradebeispiel für Nächstenliebe. Geboren am 26. August 1910 im heutigen Mazedonien wurde sie durch ihre zahlreichen humanitären Hilfsprojekte bekannt. Als Ordensschwester und Missionarin sah man sie vor allem bei der Arbeit in Armenvierteln und Sterbehäusern, aber auch Kranken und Obdachlosen bot sie ihre Hilfe an. Ihr Eifer und ihre Hingebung machten sie schon bald in aller Welt bekannt.

1979 wurde die „Heilige Teresa von Kalkutta“ mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und im Jahre 2016, was für sie selbst sicher die höchste Anerkennung gewesen wäre, wurde sie postum durch Papst Franziskus heiliggesprochen. Da ihr jedoch immer wieder unterstellt wurde, sie helfe den Sterbenden nur, um sie zum Christentum zu bekehren, gilt sie vor allem in nicht religiösen Kreisen bis heute als umstritten. Dennoch ist Mutter Teresa für Menschen des Glaubens bis heute der Inbegriff der Nächstenliebe.

Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhi oder Mohandas Karamchand Gandhi, wie er tatsächlich hieß, ist wohl das Sinnbild des pazifistischen Freiheitskampfes schlechthin. Er wurde am 2. Oktober 1869 in Indien geboren, zu einer Zeit, als das Land eine Kolonie Großbritanniens war. Gandhi kämpfte zeit seines Lebens gegen diese Unterdrückung und für die Unabhängigkeit seines Landes. Doch der wahre Ruhm seiner Person lag in der Art und Weise dieses Kampfes: Mahatma Gandhis gewaltfreier Widerstand!

Mahatma Gandhi

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich Gandhi in Südafrika gegen die Rassentrennung ein und musste dafür insgesamt ganze 8 Jahre in Gefängnissen verbringen. In seinem indischen Unabhängigkeitskampf forderte er zudem auch Menschenrechte ein, hier speziell für Dalit, also Menschen, die im Kastensystem als ungleich und „unrein“ betrachtet und daher ausgegrenzt werden, und für Frauen. Zudem trat er für die Versöhnung zwischen Hindus und Muslimen ein und wollte Indien ein neues, modernes Wirtschaftssystem verleihen. Sein vehementer Kampf gegen diese rückschrittlichen Strukturen und die koloniale Ausbeutung bezahlte er letzten Endes mit dem Leben. Er wurde Opfer eines Attentates am 30. Januar 1948 in Neu-Delhi. Aus Respekt vor seiner Lebensleistung wurde der Friedensnobelpreis in seinem Todesjahr nicht vergeben. Seine Unabhängigkeitsbewegung bewirkte 1947 das Ende der britischen Kolonialherrschaft.