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Renaissance, Humanismus und Reformation 07:48 min

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Transkript Renaissance, Humanismus und Reformation

Hallo liebe Schüler und Schülerinnen, hier ist wieder euer Leo! Heute geht es um gleich drei Themen auf einen Streich: Renaissance, Humanismus und die Reformation. In diesem Video werde ich euch etwas über die Zeit von 1350 bis 1600 erzählen. In dieser Zeit spielt sich nämlich die Renaissance, der Humanismus und die Reformation ab. Es wäre wie immer schön, wenn ihr bereits etwas Vorwissen hättet. Das heißt, es wäre gut wenn Ihr wüsstet, dass es gesellschaftliche Umwälzungen gab und auch technische Neuerungen. Also wenn Ihr wüsstet, dass der Einfluss des Papsttums immer geringer wurde, dass Fürstenhöfe wichtiger wurden und dass Handelsfamilien an Einfluss gewannen. Auch von Martin Luther solltet ihr schon mal gehört haben. Zudem solltet ihr schon mal davon gehört haben, dass 1390 die Papiermühle erfunden wurde und somit die Herstellung von Papier einfacher war, und so Schriften und einfache Bilder in größerer Menge verbreitet werden konnten. Unterstützt wurde dieser Umstand zudem durch die Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg um 1450. Und jetzt gehen wir mal rüber in die Literatur. Aus dem Mittelalter werden die Lyrik und das Epos übernommen. Aber es kommen auch neue literarische Gattungen hinzu. Natürlich gab es vieles davon schon vorher, aber die weitere Verbreitung von Texten und die steigende Bedeutung der Städte hat vieles verändert. So taucht im lyrischen und musikalischen Zusammenhang das Kirchenlied, das Volkslied und der städtische Minnesang als Gegenstück zum höfischen Minnesang auf. In der epischen Form wird die Satire berühmt, das Volksbuch ist neu und Tedenz- und Streitdichtug tauchen aufgrund von steigender Kommunikation zwischen Städten und Universitäten auf. Die Bühne wird als neues Medium entdeckt und das Drama, Schauspiel und das Fastnachtsspiel werden so etwas wie die Frühform des Theaters. Das allerwichtigste Buch im deutschsprachigen Raum für diese Zeit, und daran gibt es keinen Zweifel, ist die Bibel von Martin Luther. Es ist die erste Übertragung der Bibel in deutscher Sprache vom Original. Und durch die rasche Verbreitung sorgt sie vor allem dafür, dass sich ein genormtes Deutsch verbreitet. Das heißt, dass die Luther-Bibel durch ihre Grammatik und Wortwahl so etwas wie einen Konsens herbeigeführt hat, darüber wie man Deutsch schreibt. Also wir reden von drei Bewegungen: der Renaissance, dem Humanismus und der Reformation. Sie bezeichnen historische Bewegungen, die sich überschneiden und bedingen. Der Begriff Renaissance ist französisch, aber eigentlich kommt die Bewegung und das Wort aus Italien und heißt Rinascitta, das heißt Wiedergeburt. Aber Wiedergeburt wovon? Es war eher eine Wiederentdeckung der Antike. Die Schriften der antiken Philosophen und viele antike Kenntnisse wurden wiederentdeckt und haben sich bis in die bürgerlichen Schichten verbreitet. Dabei wurde die Autonomie des Menschen von Neuem betont und man wendete sich allmählich von der katholische Kirche ab. In der Regel ist der Begriff Renaissance der Sammelbegriff für diese Zeit. Vor allem in der Kunst handelte es sich dabei um eine wegweisende Epoche. Der Humanismus zeigt das Ziel der Bewegung auf, humanistische Gelehrte bilden sich in den neuen Kulturzentren und die neu entstandenen Universitäten und die gewachsenen Städte heraus und stellten die mittelalterliche Ständeordung und das Bildungsprivileg der kirchlichen Gelehrten infrage. Es war eben die Wiederentdeckung der Antike und die Behandlung der antiken Philosophie, die ihnen klar machte, dass der einzelne Mensch in den Mittelpunkt der Beobachtungen gerückt werden muss. So hat beispielsweise der Gelehrte Johannes von Tepl den Text "Der Ackermann aus Böhmen" geschrieben. Darin beklagt der Ackermann den Tod, nachdem dieser ihm seine Frau nimmt. Es wird die Frage erörtert, was denn der Mensch überhaupt Wert sei und dass der Mensch sehr wohl ein Recht auf ein Leben im Diesseits in Freiheit, Würde, Erkenntnis und mit selbstbestimmtem Handeln verdient hat. In dieser Zeit hat sich das Neulatein als Sprache der Gelehrten durchgesetzt. Der Vorteil davon war, dass die Kommunikation zwischen Gelehrten aus verschiedensten Regionen und Ländern miteinander einfacher war. Ob man in Rotterdam, in Nürnberg oder in Florenz saß, spielte dabei keine Rolle. Die Reformation bezeichnet die kirchliche Neuerungsbewegung im 16. Jahrhundert. Den Boden dafür hat die Renaissance und der Humanismus bereitet. Die tragende Figur ist Martin Luther und der bekannte Thesenanschlag von 1517, der aber eher ins Reich der Legenden gehört. Trotzdem hat Martin Luther zu dieser Zeit seine Thesen über die Erneuerung der Kirche veröffentlicht. Die literarische Leistung Luthers war es, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen und viele neue Kirchenlieder zu schreiben. In der Volksdichtung ist zu dieser Zeit vor allem Hans Sachs zu nennen. Er hat mit seinen Schauspielen und Meisterliedern einen tiefen Eindruck in der deutschen Literatur hinterlassen. Später wurden Goethe und Richard Wagner von ihm und seinen Werken inspiriert. Hauptsächlich geht es bei ihm um bürgerliche Themen, aber er hat so viel geschrieben, dass es schwer ist, ihn auf einen engeren Inhalt festzunageln. Also, um alles etwas kürzer zusammenzufassen. Renaissance heißt die Zeit, Humanismus ist das Ziel und die Reformation entsteht aus der Zeit und dem Ziel. Merkt euch die Namen und Werke: Johannes von Tepl und sein Werk "Der Ackermann aus Böhmen", Hans Sachs als Dichter von zahlreichen Volksbüchern, Schauspielen und Liedern und ganz, ganz wichtig Martin Luther, vor allem wegen der Bibelübersetzung als literarische Leistung und wegen des Thesenanschlags im kulturellen Sinne. Das wars für dieses Mal. Und wie Petrarca sagen würde: Kein anderes Glück empfind ich als zu lernen.

16 Kommentare
  1. Hallo Lisa,
    es tut uns leid, dass dir dieses Video nicht gefallen hat. Je genauer du beschreibst, was nicht verständlich war bzw. was dir bei der Erklärung gefehlt hat, desto besser können wir darauf in Zukunft eingehen.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 5 Monaten
  2. Schlecht

    Von Lisa L, vor 5 Monaten
  3. Cool

    Von Melanietuechler, vor 12 Monaten
  4. Cool

    Von Tiefbaufehre, vor etwa einem Jahr
  5. Man konnte es so schlecht verstehen: von wem stammt der Ausspruch genau??? (Kein anderes Glück empfinde ich, als zu lernen.)

    Von Juliane Viola D., vor mehr als 4 Jahren
  1. Vielen Dank für euer Feedback. Wir freuen uns, dass euch das Video gefällt.

    Beste Grüße
    Eure Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als 4 Jahren
  2. Wer sagte: "Kein anderes Glück empfinde ich, als zu lernen"?

    (Toller Wahlspruch).

    Danke.

    Von Juliane Viola D., vor mehr als 4 Jahren
  3. gut

    Von Ewaldderr, vor fast 5 Jahren
  4. sehr klar
    danke

    Von Sadiamahroug, vor mehr als 5 Jahren
  5. super Video :-)

    Von Kyh, vor mehr als 5 Jahren
  6. Sehr gut :))

    Von Nadinessc, vor mehr als 6 Jahren
  7. klasse Video , kurz ,kompakt und alle wichtigen Infos drin , Danke :-) !

    Von Jessicace, vor etwa 7 Jahren
  8. danke bringt voll was ;))

    Von Paul B., vor mehr als 7 Jahren
  9. Toll!Vielen Dank!

    Von Bernadette W., vor mehr als 7 Jahren
  10. hat mir sehr gut gefallen.
    cyrus

    Von Cyrus, vor fast 8 Jahren
  11. Sehr gutes :)

    Von Donny K., vor fast 8 Jahren
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Renaissance, Humanismus und Reformation Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Renaissance, Humanismus und Reformation kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne neue Gattungen, die nach 1350 entstanden sind.

    Tipps

    Der höfische Minnesang existiert bereits im Mittelalter.

    Lösung

    Ab 1350 entstehen neue literarische Gattungen, bzw. die vorhandenen literarischen Gattungen verändern sich und werden ergänzt. Im Bereich der Lyrik und der Musik sind dies beispielsweise:

    • das Kirchenlied,
    • das Volkslied oder der
    • städtische Minnesang.
    In der Epik verbreiten sich
    • die Satire,
    • das Volksbuch und
    • Tendenz- und Streitdichtungen.
    Auf der Bühne entstehen Frühformen des Theaters. Es entwickelt sich
    • das Drama,
    • das Schauspiel sowie
    • das Fastnachtsspiel.

  • Gib Namen und Werke an, die für die Zeit der Renaissance wichtig waren.

    Tipps

    Richard Wagner agierte erst im 19. Jahrhundert.

    Lösung

    Zur Zeit der Renaissance wirkten folgende wichtige Autoren:

    • Johannes von Tepl (1350-1415) war ein deutscher Dichter, Stadtschreiber und Notar. Wichtig ist sein Werk: „Der Ackermann aus Böhmen“. In diesem findet ein Streitgespräch zwischen einem Ackermann und dem Tod statt. Erstmals in der Literatur lehnt sich hier ein Mensch gegen die Allmacht Gottes auf und stellt seine Entscheidungen, den Tod seiner Ehefrau, in Frage. Des Weiteren wird hier erstmals die Ehe als Liebesgemeinschaft und nicht als Zweckgemeinschaft thematisiert.
    • Martin Luther (1483-1546) ist eine der zentralen Figuren der deutschen Reformation. Neben der Übersetzung der Bibel, die die deutsche Sprache vereinheitlichte, sind auch Luthers Thesen, die eine Debatte über die Praktiken der katholischen Kirche auslösten, von größter Wichtigkeit für die Geschichte der Reformation.
    • Hans Sachs (1494-1576) war ein Schuhmacher, Meistersinger, Spruchdichter und Dramatiker aus Nürnberg. Er schrieb zahlreiche Lieder, Volksbücher und Schauspiele. Er diente Wagner und Goethe als Inspiration.
  • Nenne Schlagworte zur Renaissance, zum Humanismus und zur Reformation.

    Tipps

    Die Humanisten wollten Freiheit und Selbstbestimmung für die Menschen.

    Lösung

    Die Renaissance, der Humanismus sowie die Reformation hängen eng zusammen.

    • Die Renaissance ist eine italienische Strömung, die sich auf ganz Europa ausbreitete und die Wiederentdeckung der Antike im Sinn hatte.
    • Der Humanismus ist eine geistige Strömung und hat die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen zum Ziel. Bildung und Erkenntnis sind zentrale Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.
    • Die Reformation ist eine kirchliche Neuerungsbewegung, die ihren Anstoß durch Martin Luthers Thesenanschlag erhielt.
  • Erläutere mithilfe des Textes den historischen Hintergrund der Reformation.

    Tipps

    Die Thesen veröffentlichte Luther 1517.

    Lösung

    Die Kirche um 1500 war sehr verweltlicht. Die Bischöfe und der Papst lebten prunkvoll wie weltliche Fürsten. Der Handel mit Kirchenämtern sowie mit dem Ablass blühte. Insbesondere der Dominikaner Johann Tetzel betrieb intensiven Ablasshandel. Dessen Wirken war unter anderem der Auslöser für Martin Luthers 95 Thesen, die er 1517 verfasste. Der Anschlag der Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg ist historisch umstritten. Luther hat die Thesen wohl eher an Freunde weitergeben. Darunter waren auch Wilhelm und Konrad Nesen. Diese gaben die Thesen einige Zeit später ohne Luthers Wissen weiter, was schließlich zu einer öffentlichen Diskussion führte. Damit wurde die Reformation eingeläutet.

    Quelle der Thesen: Luther, Martin: Die 95 Thesen. URL: http://www.luther.de/leben/anschlag/95thesen.html [26.06.2017]

  • Stelle die Begriffe Renaissance, Humanismus und Reformation gegenüber.

    Tipps

    Der Protestantismus ist eine Glaubensrichtung, die durch die Reformation geprägt ist.

    Lösung

    Bei der Renaissance handelt es sich um eine italienische Bewegung mit einem französischen Namen. Renaissance bedeutet Wiedergeburt. In dieser Zeit wurde die Antike wiederentdeckt. Der Mensch als Individuum rückte in den Blickwinkel. Dies bedeutete im Umkehrschluss auch, dass die Menschen damit begannen, die Vormachtstellung der katholische Kirche infrage zu stellen.

    Der Humanismus ist das Ziel der Renaissance. An Universitäten und in den Städten entstanden neue intellektuelle Zentren. Die bisherige Ständeordnung sowie das Bildungsprivileg, welches bislang die Geistlichen der katholischen Kirche genossen hatten, wurde in Frage gestellt. Durch das Neulatein, welches sich als neue Sprache bei den Gelehrten durchsetzte, wurde wissenschaftlicher Austausch über Landesgrenzen hinaus möglich.

    Die Renaissance sowie der Humanismus bereiteten den Weg für die Reformation. Die Reformation ist eine kirchliche Neuerungsbewegung im 16. Jahrhundert. Mit Martin Luthers Thesenanschlag, der im Jahre 1517 stattgefunden haben soll, wurde eine landesweite Diskussion über die Praktiken der katholischen Kirche ausgelöst. Diese endete in einer von Martin Luther nicht beabsichtigen Spaltung der Kirche.

  • Erläutere die Bedeutung von Luthers Bibelübersetzung.

    Tipps

    Die Apokryphen sind Texte, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden.

    Lösung

    Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche. Das Neue Testament übersetzte Luther in lediglich vier Monaten, für das Alte Testament brauchte er zwölf Jahre. 1534 lag die vollständige Übersetzung vor. Philipp Melanchthon, ein Professor der griechischen Sprache, Humanist und Freund Luthers, las die Bibelübersetzung vor dem Druck.

    Die Bibel war nach der Übersetzung nun für Menschen zugänglich, die keine hohe Bildung genossen hatten. Kenntnisse des Altgriechischen, Althebräischen oder Lateinischen waren nicht mehr nötig, um die Bibel lesen zu können. Damit verlor die katholische Kirche die Deutungshoheit über die Texte der Bibel. Nun hatte auch das einfache Volk Zugang zu den Inhalten der Bibel und die Interpretation der Texte konnte auch abseits der Kirchen geschehen. Durch die Niederschrift der Bibel ins Deutsche sowie die Festlegung Luthers auf eine bestimmte Wortwahl und Grammatik schuf er den Grundstein für eine genormte deutsche Sprache, das Hochdeutsche.