30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Französische Revolution bis 1794

Die Französische Revolution (1789 - 1799) war eines der folgenreichsten Ereignisse der europäischen Geschichte. Wie es dazu kam, welche Folgen sie hatte und welche Rolle dabei der Revolutionär und Rechtsanwalt Maximilien Robespierre spielte, erfährst du hier.

Ursachen für die Französische Revolution

Durch die Französische Revolution hat sich viel verändert. Sie war ein erster Schritt zur politischer Mitsprache. Doch was ist die Französische Revolution und wie konnte es überhaupt dazu kommen?

Wie so oft in der Geschichte der Menschheit gibt es auch für die Französische Revolution nicht nur einen einzelnen Auslöser, sondern viele Komponenten, die zur Zuspitzung der Lage führten. Im 18. Jahrhundert herrschte in Frankreich der Absolutismus. Der damalige König Ludwig XVI. hatte die alleinige Macht inne. Die Gesellschaft war in Stände aufgeteilt:

  • 1. Stand: Klerus
  • 2. Stand: Adel
  • 3. Stand: alle anderen, also vorrangig Bauern, Bürger und Händler

Während der 1. und 2. Stand im Überfluss lebten, musste der 3. Stand hohe Steuern und Abgaben zahlen, um das Luxusleben der oberen Stände zu finanzieren. Durch das Leben im Überfluss des Adels und des absolutistischen Herrschers geriet der Staat in eine hohe Verschuldung und Sozialkrise. Missernten verschlimmerten die Lage zusätzlich, was ebenfalls als Ursache für die Französischen Revolution zu bewerten ist.

Ursache für die Französischen Revolution

Die soziale Krise und die Hungersnot führten dazu, dass die Bürger sehr unzufrieden mit der Regierung waren. Das waren die Menschen damals auch. Einige Bürger wollten die Königsherrschaft ganz abschaffen, anderen genügte es bereits, mehr Mitspracherecht zu haben. Ludwig XVI. versuchte sich an Reformen zur Verbesserung der Lage, die allerdings keinen Erfolg zeigten. Im Mai 1789 rief er schließlich die sogenannten Generalstände aus, eine Versammlung, bei der alle Stände vertreten waren und diskutieren sollten. Jeder Stand hatte dabei insgesamt eine Stimme.

Da der 3. Stand allerdings viel mehr Leute umfasste als die anderen Stände, war das Stimmgewicht sehr unausgeglichen. Zusätzlich wechselten einige Kleriker aus dem 1. zum 3. Stand, um ihre Unzufriedenheit auszudrücken. Gemeinsam bildeten sie die Nationalversammlung. Sie schworen sich, nicht eher aufzugeben, bevor sie eine Lösung gefunden hatten (Ballhausschwur). Trotz all dieser Maßnahmen verbesserte sich die soziale und politische Lage nicht. Im Gegenteil, die Bürger waren noch unzufriedener und nun auch bereit, die Situation mit Gewalt und lautere Aufstände zu ändern.

Phase 1: Sturm auf die Bastille 1789 bis 1791

Am Vorabend der Französischen Revolution herrschte in gesamt Frankreich und besonders in der Stadt Paris Chaos. Ein Höhepunkt und auch der endgültige Ausbruch der Revolution war der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789. Ähnliche Aufstände gibt es noch heute, wenn Menschen bei Demonstrationen ihrem Unmut Luft machen wollen. Die Aufständischen drückten also auf diese Weise ihre Unzufriedenheit aus und suchten nach Waffen und Nahrung. Ziel war es, eine konstitutionelle Monarchie, also eine durch Gesetze geregelte Königsherrschaft, zu erreichen.

Bastille während der Revolution

Die Revolution war zunächst erfolgreich: Schnell wurden etwa Menschenrechte verfasst oder Gesetze verabschiedet, die den Adel - zumindest in Teilen - entmachteten. König Ludwig XVI. und seine Frau Marie Antoinette flohen, wurden jedoch aufgehalten und später durch die Guillotine enthauptet. Als Ergebnis der ersten Phase der Revolution steht ein erster, großer Erfolg: Die neue Verfassung, die im September 1791 verabschiedet wurde. Ein wichtiges Motto der Revolution war liberté, égalité, fraternité, auf Deutsch Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Phase 2: Die Schreckensherrschaft 1792-1794

Die Revolution war geprägt von der Gefahr durch andere europäische Länder, die die Revolution verhindern und den Absolutismus erhalten wollten. Gleichzeitig bedrohte das innere Chaos, das in Frankreich herrschte, die Revolution. Mit der Zeit bildeten sich verschiedene Gruppierungen, darunter die gemäßigteren Girondisten und die radikalen Jakobiner. Im Jahr 1793 kam es zum Aufstand der Arbeiter, der Sansculotten. Trotz erster Erfolge spitzte sich also die Revolution immer mehr zu. Letzen Endes war es der Revolutionär und Rechtsanwalt Maximilien de Robespierre - auch der Unbestechliche oder Blutrichter genannt - der immer mehr an Einfluss gewann und eine diktaturähnliche, zentrale Regierung bildete.

Robespierre

Robespierre war es am Ende auch, der die Revolution in seine blutigste Phase führte und auch der Grund, warum sie scheiterte. Unter ihm wurden alle Gegner der Revolution und seiner Politik gnadenlos ermordet. Auch Befürworter der Revolution aus eigenen Reihen ließ er kaltblütig hinrichten, wenn sie auch nur in einem Punkt von seinen Vorstellungen abwichen. Seine immer radikaler werdenden Forderungen wie die eingeforderte Notstandsdiktatur zur Rettung der Republik führten am Ende dazu, dass Robespierre und seine Anhänger beseitigt werden sollten. Seine kurze Herrschaft begann im Juni 1793 und endet mit seiner Verhaftung und Ermordung im Juli 1794. Mit dem Ende der Schreckensherrschaft unter Robespierre endete die zweite Phase der Revolution.

Guillotine