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Kaiserreich

Reichskanzler Bismarck und Kaiser Wilhelm der II. prägten die wenigen Jahre der deutschen Kaiserzeit bis zu dem Zeitpunkt, als die Monarchie im Zuge der Novemberrevolution von 1918 gestürzt wurde.

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Die Gründung des deutschen Kaiserreichs

Spätestens seit der Revolution 1848/49 war die Deutsche Frage das Gesprächsthema Nummer 1 im deutschsprachigen Raum - doch traute sich niemand wirklich an dieses Pulverfass. Viel diplomatisches Geschick und jede Menge Ausdauer hätte man von der Person erwartet, die versuchen sollte, alle klein - und mitteldeutschen Staaten unter einem Banner zu vereinen. Doch nicht so der preußische Ministerpräsident und Reichskanzler Otto von Bismarck! Blut und Eisen war das Credo seiner Politik. Deutschland sollte durch das Schwert Preußens - nicht durch die Feder der Diplomatie - zusammengeschweißt werden.

Soldaten

Also führte man Krieg: gegen Österreich, gegen Dänemark und letztlich gegen den ewigen Erzfeind aus Frankreich. Und das mit Erfolg! 1871 riefen die hohen Fürsten demonstrativ im Spiegelsaal von Versailles den ersten, deutschen Nationalstaat aus. Ein Obrigkeitsstaat durch und durch, ein Meilenstein der deutschen Geschichte und kaum passender repräsentiert als vom ersten Deutschen Kaiser Wilhelm I..

Gesellschaft zur Kaiserzeit

Die Gesellschaft zur Kaiserzeit war gespalten. Während der Adel sich seinen Status weitgehend erhalten konnte und gute Kontakte zum kaiserlichen Hofe pflegte, machte der Rest der Bevölkerung durch die Industrialisierung gravierende Veränderungen durch. Der zunehmende Wohlstand ließ das neue Bürgertum zwar zu einer bedeutenden gesellschaftlichen Schicht aufsteigen, die arbeitende Bevölkerung jedoch hatte mit den Schattenseiten der industriellen Revolution zu kämpfen. Diese lebte nämlich unter teils katastrophalen Bedingungen am Existenzminimum.

Politik zur Kaiserzeit

Die zunehmenden sozialen Unterschiede prägten die Gesellschaft nachhaltig und es bildeten sich unzählige neue Parteien und politische Bewegungen. Leider sollten diese unter dem strikten Regiment von Kaiser, Adel und Militär bis 1918 keine wirkliche Rolle spielen. Dem Bürgertum mehr Rechte einräumen? Auch Reichskanzler Bismarck stand dem stets kritisch gegenüber. Dennoch wurde unter ihm die erste, umfassende Sozialgesetzgebung verabschiedet. Mit der Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit, dem Abbau von Schutzzöllen und der Vereinheitlichung von Maßen, Gewichten und Währungen konnte er zudem die junge, deutsche Einheit nachhaltig festigen.

Außenpolitik

Bismarcks Ansicht nach war das Deutsche Reich saturiert, was bedeutet, dass es keine Veränderungen nach Außen mehr bedarf. Doch mit Bismarcks Entlassung 1890 und vor allem durch den Auftritt einer neuen, schillernden Persönlichkeit auf der Weltbühne - Kaiser Wilhelm II. - änderte sich diese Herangehensweise drastisch.

Kaiser_Wilhelm.jpg

Der Kaiser begann sich zusehend in die Geschicke der Außenpolitik einzumischen. Deutschland stehe nicht weniger zu als ein „Platz an der Sonne“ und dem sollte endlich Folge geleistet werden. Er baute die Flotte aus, strebte nach Kolonien und stolperte damit in nahezu jeden Konflikt, den man mit anderen Großmächten hätte haben können. Da diese ebenso wenig daran interessiert waren, ihr Machtbestreben einzudämmen, führten diese Spannungen 1914 zum Ausbruch des 1. Weltkrieges.