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Die Voraussetzungen für die Industrielle Revolution in Deutschland 05:41 min

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Transkript Die Voraussetzungen für die Industrielle Revolution in Deutschland

Guten Tag, mein Name ist Lasse. Heute erzähle ich euch von einigen Faktoren, die als Voraussetzungen für die industrielle Revolution in Deutschland gelten. Um dieses Video richtig zu verstehen, solltet ihr am besten über die Gründe für die wirtschaftliche Rückständigkeit Deutschlands zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bescheid wissen. 1806 verlor Preußen gegen Napoleon. Der Staat war hoch verschuldet und konnte diese Schulden nicht mehr bedienen, weil seine Wirtschaft am Boden lag. Die preußische absolutistische Regierung sah sich außerdem mit einem Bevölkerungswachstum, einem erstarkendem Bürgertum und den neuen Ideen der Aufklärung konfrontiert. Die leitenden Minister Freiherr vom Stein und Fürst von Hardenberg führten daher ab 1807 "Revolution von oben" durch. Die Kernstücke dieser Reformen waren die Bauernbefreiung und die Einführung der Gewerbefreiheit. Die Bauern befanden sich bis zu jenem Zeitpunkt in einem feudalistischen Abhängigkeitsverhältnis. Das bedeutete, der Großgrundbesitzer von dem ein Bauer sein Land pachtete, hatte sehr große Macht über diesen Bauern. So hatte der Großgrundbesitzer die Polizeigewalt über den Bauern, er konnte von ihm Handdienste und Naturalleistungen verlangen. Der Bauer war an das Gebiet gebunden, das er pachtete, er musste sich sogar seine Heirat vom Großgrundbesitzer genehmigen lassen und hatte kaum Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Bauernbefreiung sorgte nun dafür, dass der Bauer von der persönlichen Bindung an den Großgrundbesitzer gelöst wurde. Die Naturalleistungen und Handdienste wurden in Geld- und Sachleistungen umgewandelt. Der Bauer bekam Eigentumsrechte an seinem Land und an dem Inventar. Die Bauern waren frei von ihren Großgrundbesitzern. Aber die Kehrseite der Medaille war, dass sie nun auch die Risiken ihres Wirtschaftens selber zu tragen hatten. Missernten und Tierseuchen führten oft dazu, dass ganze Bauernfamilien verarmten und besitzlos wurden. Die verarmten und besitzlosen Bauern bildeten ein Arbeitskräftepotenzial für die neu entstehenden Industrien. Durch die Einführung der Gewerbefreiheit konnte jeder das Handwerk ausüben, das er wollte. Unabhängig von Stand, Rang und Ausbildung. Doch auch diese Reform hatte Vor- und Nachteile. Dank der Gewerbefreiheit lohnten sich wirtschaftliche Eigeninitiative und Unternehmergeist. Aber der Wettbewerb unter den Handwerken stieg dramatisch an. Nicht jeder hielt diesem Konkurrenzkampf stand. Die Verlierer dieses freien wirtschaftlichen Wettbewerbs verarmten. Eine der Faktoren für die wirtschaftliche Rückständigkeit Deutschlands war die Kleinstaaterei mit ihren vielen Zöllen und Handelsbeschränkungen. Die Vorreiterrolle bei der Abschaffung dieses nachteiligen Faktors übernahm Preußen. 1815 wurden alle Zölle oder anderweitigen Handelsbeschränkungen in diesem Staat aufgehoben.

1828 wurden drei weitere große Zollvereine geschaffen. Nun gab es zwischen Preußen und Hessen, in Mitteldeutschland und Süddeutschland große Regionen, in denen frei gehandelt werden konnte. Auf Initiative des schwedischen Ökonoms Friedrich List wurde am 1. Januar 1834 der Deutsche Zollverein gegründet. Der Deutsche Zollverein zeigte sich gleich in mehrfacher Hinsicht als Glücksgriff der Politik für die deutsche Wirtschaft. So ermöglichte er Deutschland eine einheitliche Wirtschaftspolitik nach außen zu verwirklichen und es entstand ein großer deutscher Binnenmarkt. Der Deutsche Zollverein bewirkte den Aufschwung der großen Industriegebiete an Rhein und Ruhr. Jetzt habt ihr die Grundvoraussetzungen für die industrielle Revolution in Deutschland kennengelernt. Anfang des 19. Jahrhunderts lag Deutschland politisch und wirtschaftlich am Boden. Um einer eventuellen Revolution der Bevölkerung, wie etwa in Frankreich 1789, zuvor zu kommen, beschloss die preußische Regierung umfangreiche Reformen durchzuführen. Die Revolution von oben. Deren Kernpunkte waren die Bauernbefreiung und die Gewerbefreiheit. Diese Reformen brachten den Menschen mehr Freiheiten, was der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zugutekam. Gleichzeitig mussten die Menschen aber auch mit den damit verbundenen Risiken klarkommen. Viele schafften das nicht. Die Folge war die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten. Nachdem Preußen 1815 in seinen Gebieten die Zollfreiheit einführte, folgten 1828 die drei großen Zollvereine Preußen-Hessen, Mitteldeutschland und Süddeutschland. Schließlich wurde 1834 der Deutsche Zollverein gegründet, dem nur Österreich nicht angehörte. So liebe Freunde, jetzt wisst ihr Bescheid und bis zum nächsten Mal, haltet die Ohren steif. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit