30 Tage risikofrei testen

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte im Basis- oder Premium-Paket.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

30 Tage risikofrei testen

Die Ursachen der Französischen Revolution 08:00 min

Textversion des Videos

Transkript Die Ursachen der Französischen Revolution

Guten Tag, mein Name ist Lasse Sibbert. In diesem Video werden die Ursachen der Französischen Revolution vorgestellt. Um dieses Video am besten zu verstehen, sollten sie möglichst über folgende Vorkenntnisse verfügen: Was war der Absolutismus und wie sah der absolutistische Modellstaat von Ludwig dem XIV. aus? Was bedeutet Aufklärung und welche neuen Vorstellungen von Staat, Herrschaft und Gesellschaft entwickelten die Philosophen der Aufklärung? Was ist eine Revolution? Dieses Video ist in sechs Teile gegliedert: 1. Der Machtkampf zwischen dem absolutistischen Königtum und dem Adel. 2. Außenpolitische und militärische Misserfolge, 3. die ungerechte Ständegesellschaft, 4. Staatsverschuldung und Sozialkrise. 5. Die Ideen der Aufklärung und schließlich 6. eine Zusammenfassung. 1. Der Machtkampf zwischen dem absolutistischen Königtum und dem Adel. Ludwig XIV. hatte den Adel entmachtet. Nach seinem Tode im Jahr 1715, versuchte der Adel seine frühere Bedeutung wieder zu erlangen und es kam zu einem permanenten Machtkampf zwischen Adel und absolutistischen Königtum, der den Staat schwächte. Außenpolitische und militärische Misserfolge verschärften diese permanente Krisenstimmung. Frankreich konnte sich im siebenjährigen Krieg von 1756-1763, der in Europa, Nord- und Mittelamerika und auf den Weltmeeren ausgetragen wurde, nicht gegen Großbritannien durchsetzen. Es verlor Große Teile seines Kolonialreiches und der Französische Staat verschuldete sich stark. Eine weitere Ursache der Französischen Revolution war die ungerechte Ständegesellschaft. Die alte Gesellschaftsordnung, das Ancien Regime, hatte drei Stände: der erste Stand, die Geistlichkeit, umfasste nur 0,5% der 26 000 000 Franzosen. Er hatte zahlreiche Privilegien. Er war von allen Steuern und vom Militärdienst befreit und besaß eine eigene Gerichtsbarkeit. Circa 10% des gesamten französischen Grundbesitzes gehörten der Kirche und hohe Geistliche hatten wichtige Staatsämter inne. Der zweite Stand, der Adel, umfasste circa 1,5% der Bevölkerung. Auch er hatte zahlreiche Privilegien.  Er war größtenteils von den Steuern befreit, hatte viele Ehren- und Sonderrechte bei der Vergabe von hohen Kirchen-, Staats-, und Militärämtern. Dem dritten Stand, hier mit Krückstock zu sehen, gehörten 98% der Franzosen an. Sie allein zahlten Steuern und finanzierten fast ausschließlich, den Staat, die Kirche und den Adel. Trotzdem waren sie von der politischen Macht völlig ausgeschlossen. Diese ungerechte gesellschaftliche Situation, kritisierte der Dichter Beaumarchais in einem Theaterstück 1778 folgendermaßen: "Weil Sie ein hoher Herr sind, bilden Sie sich auch ein ein großer Geist zu sein. Was taten Sie denn mein Herr Graf, um so viele Vorzüge zu verdienen? Sie gaben sie die Mühe, auf die Welt zu kommen. Das war die einzige Arbeit ihres ganzen Lebens." 4. Staatsverschuldung und Sozialkrise. Unter der Herrschaft des schwachen Ludwig XVI verdreifachten sich die Staatsschulden, die schon sein Vorgänger durch zahlreiche Kriege und eine verschwenderische Hofhaltung angehäuft hatte. Die Königsfamilie und mit ihr der ganze königliche Hof, galten dem Bürgertum aufgrund ihres prungvollen Lebens als Symbol einer verkommenen Adelsgesellschaft. Die reichen Bürger weigerten sich dem König weitere Kredite zu geben . 1788 betrugen die Staatseinahmen 500 Millionen Livre, die Staatsschulden das Zehnfache. Von den 500 Millionen Livre Staatseinnahmen, mussten allein 318 Millionen für den Zins und die Tilgung der Staatsschulden ausgegeben werden. Frankreich stand unmittelbar vor dem Staatsbankrott. Diese Situation bewirkte einen rasanten Anstieg der Lebenshaltungskosten. Diese stiegen in den vier Jahren vor  Ausbruch der Revolution um 62% an und zusätzlich führten verheerende Missernten dazu, dass Millionen von Franzosen, vor allem Bauern und Handwerker, tagtäglich ums nackte Überleben kämpften. Eine weitere Ursache der Französischen Revolution waren die Ideen der Aufklärung. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts hatten vor allem englische, französische und deutsche Philosophen und Staatsrechtler, grundlegende gesellschaftliche und politische Ideen entwickelt. Die wichtigsten dieser Ideen waren: Freiheit des Einzelnen, Gleichheit aller vor dem Gesetz, angeborene unveräußerliche Grundrechte, Volkssouveränität und Gewaltenteilung. Diese Ideen hatten eine große Bedeutung für die Französische Revolution. Das gebildete Bürgertum diskutierte diese für den Adel revolutionären Ideen und verbreitete sie. Allein im Frühjahr 1789 prangerten ca. 3000 kritische Karikaturen, Flugblätter und Holzschnitte in Frankreich  die bestehenden Verhältnisse an und forderten einen grundlegen gesellschaftlichen und politischen Wandel. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Revolution hatte fünf wesentliche Ursachen: 1.: der Machtkampf zwischen Königtum und Adel, 2. außenpolitische und militärische Misserfolge, 3. die ungerechte Ständegesellschaft, 4. die Staatsverschuldung und die Sozialkrise und 5. die Aufklärung.