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Alltag in der Kaiserzeit

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Team Zeitreise
Alltag in der Kaiserzeit
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Alltag in der Kaiserzeit

Dieses Geschichtsvideo bringt dir die Lebensrealität der Kaiserzeit näher. Beleuchtet werden die Wohnsituation und der Alltag der einfachen Arbeiter. Wusstest du, dass ein normaler Arbeitstag zu dieser Zeit oft erst nach 12 oder 14 Stunden beendet war? Viele Kinder und Jugendliche mussten zudem ihre Eltern unterstützen und ebenso arbeiten gehen. So ist es nur allzu verständlich, dass sich zu dieser Zeit die sozialen Spannungen verschärften und die ersten Arbeiterbewegungen entstanden. Komm mit und tauche ein in den harten Arbeitsalltag der Kaiserzeit!

Transkript Alltag in der Kaiserzeit

Während Deutschland in die erste Reihe der Industrienationen aufrückt, steigen die Preise und besonders Wohnraum wird immer teurer. Arbeiterfamilien müssen eng gedrängt in kleinen, oft feuchten und dunklen Stuben wohnen. Die sozialen Spannungen verschärfen sich und die Sozialisten unter August Bebel gewinnen an Bedeutung. Eine Kundgebung zum 1. Mai. Der Staat reagiert mit repressiven Sozialistengesetzen. Mühsam ist der Tag eines Fabrikarbeiters. Um 07:00 Uhr früh ist Arbeitsbeginn. Erst nach 12 oder gar 14 Stunden ist Schluss. Der Arbeiter ist fast rechtlos, es gibt weder Kündigungsschutz noch eine Arbeitslosenversicherung. Nur die Tätigkeit aller Familienmitglieder kann das Existenzminimum sichern. Selbst für Frauen ist Schwerarbeit an der Tagesordnung. Auch viele Kinder müssen schuften. Trotzdem reicht der Lohn gerade zum Leben. Mann der Arbeit aufgewacht und erkenne deine Macht. Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Hatte der Arbeiter Dichter Georg Herwegh gereimt. Im ganzen Reich kommt es zu Streiks und Demonstrationen. Aus dieser Zeit stammt die Begeisterung für den Kieler Matrosenanzug, der bald zum beliebtesten Bekleidungsstück für Kinder und Jugendliche wird. Eine modische Neuheit, der Hosenrock. Das wird sich nie durchsetzen, befindet die Presse. Wenig hält man im wilhelminischen Deutschland von der Emanzipation der Frau. Eine Schwedin, die berühmte Asta Nielsen, als Frauenrechtlerin in einem Stummfilm. Auf der Leinwand mag das ja gut gehen, im wirklichen Leben weniger. Die Herren der Schöpfung wirken bestenfalls peinlich berührt. Sie sind mit ihrem Kaiser einer Meinung, die Frau soll nicht politisieren. Ihr Reich seien die drei K’s: Kinder, Küche, Kirche. Auf dem Volksfest werden die starren Regeln der wilhelminischen Gesellschaft außer Kraft gesetzt. Hier gibt es keine Untertanen. Auf der glatten Bahn verliert man Stand und Dünkel. Eine weitere neue Freizeitbeschäftigung: Vergnügungs- und Bildungsreisen. Moderne Verkehrsmittel machen es möglich. Reiseführer, wie der Baedeker, weisen den Weg. Auch nach Venedig. Der eifrigste Tourist im Reich ist der Kaiser selbst. Die kaiserliche Familie im Heck unter deutscher Flagge auf dem Canale Grande. Auch über den Bosporus lässt sich Wilhelm der Zweite rudern. Ein Alltag, der nicht von allen geteilt werden kann.

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