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Vaterschaftstest – Blutgruppen 08:12 min

Textversion des Videos

Transkript Vaterschaftstest – Blutgruppen

Hallo. Als 1901 die Blutgruppenallele A, B, und 0 (Null) bestimmt wurden, hielt der Entdecker seine damals ausschließlich männlichen Mitarbeiter dazu an, Blutproben ihrer Kinder und Ehefrauen sowie ihre eigenen für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Er wollte beweisen, dass die Blutgruppen vererbbar sind. Leider widersprachen die Ergebnisse den Erwartungen. Einige Kinder hatten ganz unerwartete Blutgruppen, die sich nicht nach den Mendelschen Vererbungsregeln ergaben. Was war passiert? Im Grunde war es ihm gelungen, die ersten Vaterschaftstests zu kreieren, basierend auf Blutgruppentests zur Klärung der Vaterschaft. Er hatte nicht mit der Möglichkeit der Untreue der Ehefrauen gerechnet. In diesem Video werden wir uns das Grundprinzip der Blutgruppen anschauen, die Kreuzungsschemata der Vererbung, Möglichkeiten und Grenzen des Tests sowie Alternativen zur Feststellung der Vaterschaft. Bleiben wir zunächst bei dem Grundprinzip, auf dem der erste Vaterschaftstest basiert. Jeder Mensch hat zwei von den drei möglichen Allelen A, B und 0, die seine Blutgruppe bestimmen. Sie liegen auf dem Chromosomenpaar Nummer neun. Je ein Allel wird von der Mutter, je eines vom Vater geerbt. Dadurch ergeben sich die vier Blutgruppen A, B, AB und 0. Die Allele A und B sind dabei kodominant, werden also gleich stark vererbt. 0 hingegen ist rezessiv, also untergeordnet. Somit setzt sich die Blutgruppe A bei den Allelkombinationen AA und A0, die Blutgruppe B bei der Kombi BB und B0 durch. 0 ist rezessiv und seltener, da beide Allele 0 sein müssen. Die Gene AA und BB stehen für reinerbig vererbte Blutgruppen, die Gene A0 und B0 für mischerbig vererbte. Was bedeutet das für die Kreuzungsschemata, die theoretische Grundlage für den Test? Gehen wir alle Optionen einmal durch. Haben beide Elternteile AA, BB oder 00 als Allelkombination, können in der Tochtergeneration ebenfalls nur reinerbige A-, B- oder 0-Blutgruppen vorkommen. Ist ein Elternteil reinerbig und eines mischerbig für die Blutgruppe A, ergibt sich folgendes Erbbild: 50 Prozent der Nachkommen sind mischerbige, 50 Prozent reinerbige Träger der Blutgruppe A. Sind beide Eltern mischerbig, zeigen 50 Prozent der Tochtergeneration mischerbige und 25 Prozent reinerbige Merkmale der Blutgruppe A. Während die restlichen 25 Prozent die rezessive Blutgruppe 0 tragen. Diese Wahrscheinlichkeiten gelten genauso für die Vererbung der Blutgruppe B. Sind beide Eltern AB-TrägerInnen, sind 25 Prozent der Nachkommen AA reinerbig, 25 Prozent BB reinerbig und 50 Prozent AB-TrägerInnen. Hat ein Elternteil die Allele A und 0, ein weiteres B und 0, sind je 25 Prozent der Kinder AB-, A0-, B0- und 00-TrägerInnen. Die Verteilung nach Wahrscheinlichkeit ist also für alle vier Blutgruppen gleich groß. Eine weitere Kombinationsmöglichkeit wären die Allele A und 0 bei einem Elternteil mit 0 und 0 bei einem zweiten. Hier wären 50 Prozent der Kinder mischerbige TrägerInnen der Blutgruppe A und 50 Prozent reinerbige TrägerInnen der Blutgruppe 0. Die letzte Möglichkeit wäre ein Kreuzungsschema von A und 0 mit A und B. Hier ist es am wahrscheinlichsten, dass 50 Prozent der Nachkommen die Blutgruppe A besitzen, allerdings 25 Prozent reinerbig und 25 Prozent mischerbig. Weitere 25 Prozent AB-TrägerInnen sind und die verbliebenen 25 Prozent B und 0 als Allele haben, also die Blutgruppe B. Dieses Verfahren hat verschiedene Möglichkeiten und Grenzen. Wie du sicher schon bemerkt hast, kann eine Vaterschaft mit diesem Test ausgeschlossen werden, nicht aber sicher bestätigt. Es bleibt immer eine Restunsicherheit. Vorteile dieses Tests sind, dass er sehr billig oder für Erwachsene sogar kostenlos ist. Die Durchführung ist sehr einfach und auch während der Schwangerschaft für das Kind ungefährlich. Natürlich kann es auch zu Abweichungen von den Vererbungsregeln kommen. Heute gibt es verschiedene Alternativen zum Blutgruppentest. Die sicherste und wohl auch teuerste ist der sogenannte genetische Fingerabdruck. Hier werden bestimmte DNA-Abschnitte auf den Chromosomen zwischen Mutter, Kind und dem vermuteten Vater verglichen. Es werden DNA-Bereiche für den Test herangezogen, die sehr unterschiedlich in der Bevölkerung sind. Das macht den Test aussagekräftiger. Kommen in der Kind-DNA Merkmale vor, die weder von der Mutter noch vom vermuteten Vater vererbt worden sein könnten, kann eine Vaterschaft mit relativer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein serologisches Gutachten, in dem andere Blutbestandteile zwischen Vater, Mutter und Kind abgeglichen werden. Die letzte Option ist ein Gutachten über äußere Merkmale. Hier werden die Vererbungswahrscheinlichkeiten von Augen und Haarfarbe, Körpergröße, Kopfform und Irisstruktur mit einbezogen. Der Test ist jedoch umstritten und unsicher. Fassen wir noch einmal zusammen: Es gibt bei Menschen die vier Blutgruppen A, B, AB und 0, die anhand der kodominanten Allele A und B und des rezessiven Allels0 vererbt werden. A und B können reinerbig als AA und BB oder mischerbig als A0 und B0 weitergegeben werden. Mit Hilfe der Kreuzungsschemata lassen sich die möglichen Kombinationen bestimmen. Sind die Eltern zum Beispiel AB- und 00-TrägerInnen, kann das Kind der Blutgruppe A oder B, nicht aber AB oder 0 angehören. Der Test ist billig und einfach, aber kann eine Vaterschaft nicht bestätigen, sondern nur ausschließen. Alternativ gibt es die DNA-Analyse sowie das serologische Gutachten und den Vergleich äußerer Merkmale. Ich hoffe, du hast viel gelernt. Tschüss!

Vaterschaftstest – Blutgruppen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Vaterschaftstest – Blutgruppen kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe die menschlichen Blutgruppen.

    Tipps

    Jeder Mensch besitzt 2 Allele, die die Blutgruppe bestimmen.

    Du erbst deine Blutgruppe von deinen Eltern.

    Lösung

    Jeder Mensch hat zwei von den drei möglichen Allelen A, B und 0, die seine Blutgruppe bestimmen. Je ein Allel wird von der Mutter, je eines vom Vater geerbt. Dadurch ergeben sich die vier Blutgruppen A, B, AB und 0. Die Blutgruppe A entsteht bei den Allelkombinationen AA und A0, die Blutgruppe B bei der Kombination von BB und B0. Die Blutgruppe 0 entsteht, wenn beide Allele 0 sind.

  • Beschreibe Alternativen zum Blutgruppentest.

    Tipps

    Ein Bestandteil des Blutes ist das Serum.

    DNA spielt bei der Genetik eine wesentliche Rolle.

    Lösung

    Es gibt verschiedene Alternativen zum Blutgruppentest.

    • Der genetische Fingerabdruck: Hier werden bestimmte DNA-Abschnitte auf den Chromosomen zwischen Mutter, Kind und dem vermuteten Vater verglichen.
    • Das serologische Gutachten: Hier werden andere Blutbestandteile zwischen Vater, Mutter und Kind abgeglichen.
    • Ein Gutachten über äußere Merkmale: Hier werden die Vererbungswahrscheinlichkeiten von Augen und Haarfarbe, Körpergröße, Kopfform und Irisstruktur mit einbezogen.

  • Zeige auf, welche Informationen über einen Blutgruppentest zur Klärung der Vaterschaft richtig sind.

    Tipps

    Überlege dir, ob eine Vaterschaft durch einen Blutgruppentest bestätigt oder ausgeschlossen werden kann.

    Lösung

    Blutgruppentests zur Klärung der Vaterschaft

    • ...können eine Vaterschaft ausschließen aber nicht bestätigen.
    • ...sind billig und einfach in der Anwendung.
    • ...können auch während einer Schwangerschaft durchgeführt werden, da sie ungefährlich für das Kind sind.
    • ...sind nicht so genau wie ein DNA-Test.

  • Leite her, welche Blutgruppe die Nachkommen der jeweiligen Eltern haben könnten.

    Tipps

    Ein Kreuzungsschema hilft dir, die möglichen Kombinationen der Nachkommen darzustellen.

    A0 nennt man mischerbig, AA reinerbig.

    Dies wäre das Kreuzungsschema für eine reinerbige Mutter und einen mischerbigen Vater mit der Blutgruppe A.

    Lösung

    Mithilfe eines Kreuzungsschemas lassen sich die möglichen Kombinationen der Nachkommen darstellen.

    • Ist ein Elternteil reinerbig und eines mischerbig für die Blutgruppe A, sind 50% der Nachkommen mischerbige, 50% reinerbige Träger der Blutgruppe A. Dieser Fall wird im dargestellten Kreuzungsschema gezeigt.
    • Wenn beide Elternteile die Allelkombination AA haben, können die Kinder nur die Blutgruppe A besitzen.
    • Wenn beide Eltern mischerbige Träger der Blutgruppe A sind, zeigen 50% der Nachkommen mischerbige und 25% reinerbige Merkmale der Blutgruppe A. 25% haben die Blutgruppe 0.
    • Haben sowohl die Mutter als auch der Vater die Blutgruppe AB, sind 25% der Nachkommen AA reinerbig, 25% BB reinerbig und 50% haben die Blutgruppe AB.
  • Entscheide, welche Allelkombination zu welcher Blutgruppe führt.

    Tipps

    Die Blutgruppen werden von zwei der Allele A, B oder 0 bestimmt.

    Je ein Allel wird von der Mutter, je eines vom Vater geerbt.

    Die Allele A und B sind kodominant, werden also gleich stark vererbt. 0 hingegen ist rezessiv.

    Lösung

    Die vier Blutgruppen A, B, AB und 0 ergeben sich durch folgende Kombinationen:

    • Blutgruppe A: Allele AA oder A0
    • Blutgruppe B: Allele BB oder B0
    • Blutgruppe 0: Allele 00
    Übrigens: Die Gene AA und BB stehen für reinerbig vererbte Blutgruppen, die Gene A0 und B0 für mischerbig vererbte.

  • Ermittle jeweils, ob eine Vaterschaft ausgeschlossen werden kann.

    Tipps

    Überlege dir, wie die Allele der Eltern aussehen könnten.

    Ein Kreuzungsschema hilft dir bei deinen Überlegungen.

    Lösung

    Wie du weißt, erhält das Kind je ein Allel vom Vater und eins von der Mutter. Somit gilt für die drei Fälle:

    • Das Kind könnte die Allele B0 tragen, wenn es von seinem mischerbigen Vater (A0) das Allel 0 erbt und das Allel B von der Mutter. Die Vaterschaft kann also nicht ausgeschlossen werden.
    • Wenn der Vater die Blutgruppe AB und die Mutter die Blutgruppe A hat, kann das Kind nur die Blutgruppe A, B oder AB haben. In diesem Fall kann eine Vaterschaft also ausgeschlossen werden.
    • Da das Kind die Blutgruppe AB und die Mutter die Blutgruppe A hat, müsste das Allel für B vom Vater kommen. Bei der Blutgruppe 0 sind jedoch beide Allele 0, sodass eine Vaterschaft hier ausgeschlossen werden kann.