30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Erbgänge – dominant, rezessiv, intermediär und kodominant 09:24 min

Textversion des Videos

Transkript Erbgänge – dominant, rezessiv, intermediär und kodominant

Hallo, willkommen zum Video zum Thema intermediärer Erbgang. Zuerst wiederholen wir die Grundbegriffe der klassischen Genetik: Allel, dominant und rezessiv. Danach besprechen wir die drei Arten von Erbgängen. Schließlich kommen wir zum Kreuzungsschema bei intermediären Erbgängen. Kommen wir nun zu den wichtigen Grundbegriffen. Wie du bereits weißt, versteht man unter dem Begriff "Allel" eine Variante eines Gens, die für die Ausprägung einer bestimmten Merkmalsform zuständig ist. Manche Allele können sich gegenüber anderen durchsetzen, man spricht dann von dominanten Allelen. Dominante Allele setzen sich also allein im Erscheinungsbild, also im Phänotypen durch. Man symbolisiert diese dominanten Allele mit einem Großbuchstaben. Rezessive Allele werden hingegen von den dominanten Allelen unterdrückt und kommen im Phänotypen nicht zum Vorschein. Sie werden mit dem Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Man unterscheidet drei Arten von Erbgängen: dominant-rezessiver Erbgang, intermediärer Erbgang und kodominanter Erbgang. Besprechen wir als Erstes als Wiederholung den dominant-rezessiven Erbgang. Dieser müsste dir bereits aus dem Unterricht und den vorhergehenden Videos bekannt sein. Nehmen wir als Beispiel die von Mendel benutzte Erbsenpflanze. Wie du bereits weißt, ist das Allel Groß-A für die purpurfarbene Farbe zuständig. Das Allel ist dominant. Erbsenpflanzen mit weißen Blüten sind homozygot für das Allel Kein-a. Dieses Allel ist rezessiv. Kreuzt man beide Pflanzen miteinander, so erhält man heterozygote Nachkommen in der F1-Generation. Diese haben den Genotypen Groß-A-Klein-a und haben purpurfarbene Blüten. Das dominante Allel A setzt sich also im Phänotypen durch. Kommen wir jetzt zum intermediären Erbgang. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort intermedius, was "der Dazwischenliegende" bedeutet. Bei heterozygoten Organismen kommt es beim intermediären Erbgang zu einer gemischten Merkmalsausprägung. Nehmen wir zum Verständnis das Beispiel der Wunderblume. Es existieren zwei Allele, nämlich Groß-R für die Ausprägung einer roten Blütenfarbe, und Groß-W für die Ausprägung der weißen Blütenfarbe. Kreuzt man also rote Blüten mit dem Genotypen Groß-R-Groß-R und Pflanzen mit weißen Blüten mit dem Genotypen Groß-W-Groß-W erhält man Nachkommen, die rosane Blüten tragen. Sie haben den Genotyp RW. Im Gegensatz zu dominant-rezessiven Erbgängen, setzt sich hier aber kein Allel durch, sondern es entsteht eine Mischform - in diesem Fall eine Mischfarbe, also rosa. Die rote Färbung kann sich nicht vollständig durchsetzen, da das Protein für den Farbstoff bei heterozygoten Nachkommen nur von einem der beiden Allele hergestellt wird. Deshalb ist bei heterozygoten Pflanzen nur halb so viel vom Farbstoff da und die Blume erscheint zartrosa statt rot. Wir erstellen jetzt zum intermediären Erbgang ein Kreuzungsschema. Wir haben in der Parentalgeneration, also phänotypisch rote Blüten mit dem Genotypen RR und die weiße Blüte hat den Genotyp WW. Die möglichen Keimzellen sind bei den roten Blüten also R und bei weißen Blüten W. Daraus ergibt sich, dass alle Nachkommen in der F1-Generation den Genotypen RW haben. Somit sind alle Nachkommen rosa. Wir kreuzen jetzt die Nachkommen der F1-Generation untereinander. Die Pflanzen der Wunderblume mit den rosanen Blüten können die Keimzellen R oder W herstellen. Um herauszufinden, welche möglichen Allelkombinationen in der F2-Generation vorkommen, zeichnen wir uns ein Rekombinationsquadrat. Daraus ergibt sich, dass ein Viertel aller Blumen Groß-R-Groß-R als Genotypen tragen, die Hälfte trägt den Genotypen RW und ein Viertel trägt den Genotypen WW. Wir haben also ein Viertel rote Blumen, die Hälfte sind rosa und ein Viertel sind weiß. Tragen wir das nun in das Kreuzungsschema ein. Rote Blüten mit RR, rosane Blüten mit RW und weiße Blüten mit WW. Es kommt also in der F2-Generation zu einer Aufspaltung der Phänotypen 1:2:1. Das entspricht der Spaltungsregel bei intermediären Erbgängen. Der intermediäre Erbgang darf nicht mit dem kodominanten Erbgang verwechselt werden. Gehen wir also jetzt auf den kodominanten Erbgang ein. In diesem Fall kommt es in heterozygoten Organismen nicht zu einer Mischform. Beide Merkmale werden unabhängig voneinander ausgebildet. Nehmen wir als Beispiel die gepunkteten Blüten. Wir haben Blüten mit blauer Farbe und den Genotypen Groß-B-Groß-B. Außerdem haben wir weiße Blüten mit dem Genotypen WW. Kreuzt man nun die Pflanzen mit den blauen Blüten und den weißen Blüten, so entsteht in der F1-Generation eine Blume, die blau-weiß gepunktet ist. Hätte es sich um einen intermediären Erbgang gehandelt, dann wäre sie zartblau und nicht gepunktet. Damit du den kodominanten Erbgang besser verstehst, nehmen wir noch ein zweites Beispiel. Kreuzt man eine schwarze Katze und eine graue Katze miteinander, bei denen die Allele für die Ausprägung der Fellfarbe kodominant sind, so würde der Nachkomme nicht etwa hellgrau oder dunkelgrau sein, sondern hat ein geflecktes Fell. Ein Beispiel für die Kodominanz ist die Vererbung der Blutgruppe AB, des AB0-Systems. Menschen mit der Blutgruppe AB tragen sowohl ein Allel für die Blutgruppe A als auch ein Allel für die Blutgruppe B. So weisen die roten Blutkörperchen die blutgruppenspezifischen Antigene für A und die Antigene für B auf. Es werden folglich gegen beide Blutgruppen keine Antikörper gebildet. Im Gegensatz dazu setzen sich A und B jeweils gegenüber dem Allel für 0 durch. A und B sind gegenüber 0 also dominant. Menschen mit der Blutgruppe 0 haben keine Antigene A und B auf ihren Blutkörperchen, dafür aber die Antikörper gegen A und gegen B. Wiederholen wir also jetzt, was wir in diesem Video gelernt haben. Wir haben die wichtigen Begriffe Allel, dominant und rezessiv wiederholt. Danach sind wir auf die drei Arten von Erbgängen eingegangen: Dominant-rezessiv, intermediär und kodominant. Als Letztes haben wir ein Kreuzungsschema zum intermediären Erbgang erstellt. Dabei hast du gelernt, was der Unterschied ist zwischen einem intermediären und einem kodominanten Erbgang. Danke für deine Aufmerksamkeit. Bis zum nächsten Video. Tschüss.

9 Kommentare
  1. Hallo Francisca,
    die Großbuchstaben für die Allele bedeuten keine Dominanz. Beim intermediären Erbgang entsteht eine Mischform aus beiden Phänotypen, da das homologe Allel die fehlende Farbstoffbildung nur unvollständig ausgleichen kann.
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 3 Jahren
  2. Bei dem intermediären Erbgang sind doch beide Allele gleich stark?! Also werden sie Kleingeschrieben (r & w), nicht?

    Von Francisca S., vor mehr als 3 Jahren
  3. Hahaha Brot ich habe nichts verstanden na gut ein bisschen schon gehts auch einfacher

    Von Sabine3altenkirch, vor etwa 4 Jahren
  4. Geht klar...

    Von Measy 67, vor fast 6 Jahren
  5. Hallo Oliver,
    wenn diese Pflanze den Genotyp RW hätte, dann würde die Blütenfarbe ja zwischen rot und weiß liegen, also rosa sein. Beim intermediären Erbgang sind nur die jenigen Individien weiß bzw. rot, wenn sie reinerbig bezüglich dieses Merkmals sind. Also weiß:WW und rot:RR. RW wäre dann rosa. Zu Beginn des Videos wird der dominant-rezessive Erbgang wiederholt. Dort würde der Genotyp "Rw" einer Pflanze zu roten Blüten führen, da das Merkmal "rot" gekennzeichnet mit einem großen Buschstaben "R" dominant auftritt und sich so im Phänotyp durchsetzt.

    Von Jan Ruppe, vor fast 6 Jahren
  1. Müsste die Rote Blüte beim intermediären Erbgang nicht den Genotyp Rw haben ?

    Von Oliver Bednarek, vor fast 6 Jahren
  2. Hallo Niek,
    schau dir dazu mal dieses Video an :)

    http://www.sofatutor.com/biologie/videos/grundlagen-der-genetik-und-kreuzungsschema

    Von Marcel Schenke, vor etwa 6 Jahren
  3. In welchem Video werden den begriffe wie heterozygot erklärt? Und in welchem Begriffe wie allel

    Von Niek Haschemi, vor etwa 6 Jahren
  4. i don't understaaaand it .

    Von Bdeurope, vor mehr als 6 Jahren
Mehr Kommentare

Erbgänge – dominant, rezessiv, intermediär und kodominant Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Erbgänge – dominant, rezessiv, intermediär und kodominant kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme den vorliegenden Erbgang.

    Tipps

    Der Begriff intermediär stammt vom lateinischen Begriff intermedius und bedeutet „der Dazwischenliegende“.

    Lösung

    Hier liegt der kodominante Erbgang vor, weil sich beide Allele in der folgenden Generation gleichweritg durchsetzen. Durch die Ausprägung beider Merkmale erscheint die Blütenfarbe blau-weiß gepunktet. Wenn der intermediäre Erbgang vorliegen würde, wäre der Phänotyp der Blüte in der Folgegeneration hellblau. Hier würde es zu einer Mischform von beiden Merkmalen kommen. Im Falle einer dominant-rezessiven Vererbung würde die Blüte in der Folgegeneration entweder blau oder weiß erscheinen. Ein Allel würde das andere also unterdrücken und allein zum Phänotyp der Pflanze beitragen.

  • Definiere den intermediären Erbgang.

    Tipps

    Beim intermediären Erbgang setzen sich, anders als bei dem dominant-rezessiven Erbgang, beide Allele durch.

    Lösung

    Der intermediäre Erbgang bezeichnet einen Erbgang, bei dem die heterozygoten Individuen eine Mischform der Eltern darstellen. Bei ihnen tragen also beide Allele zum Phänotyp bei. So sind die Blüten der Nachkommen einer weißen und roten Wunderblume nicht weiß oder rot, sondern rosa. Es entsteht in der Folgegeneration also eine Mischform aus beiden Merkmalen.

  • Erläutere den kodominanten Erbgang am Beispiel der Vererbung der Blutgruppen.

    Tipps

    Bei der Blutgruppe AB handelt es sich um zwei Allele A und B.

    Lösung

    Bei dieser Aufgabe ist es sinnvoll, nach dem Ausschlussprinzip zu verfahren. Am einfachsten lässt sich der Säugling mit der Blutgruppe 0 zuordnen. Theoretisch könnten auch zwei Elternteile mit der Blutgruppe A ihrem Kind die Blutgruppe 0 vererben, wenn beide den Genotyp A0 haben und dem Kind zweimal das Allel 0 vererben. Jedoch gibt es in diesem Beispiel ein Elternpaar mit den Blutgruppen 0/0. Dieses Paar trägt kein Allel für eine andere Blutgruppe und muss deswegen das Elternpaar vom Säugling mit der Blutgruppe 0 sein. So lässt sich auch der Säugling mit der Blutgruppe AB zuteilen. Dieses Kind hat sowohl ein Allel A als auch ein Allel B von seinen Eltern geerbt. Das würde dem Elternpaar mit den Blutgruppen A/B entsprechen. Demnach muss der Säugling mit der Blutgruppe B dem Elternpaar mit den Blutgruppen B/B gehören, da dieses Elternpaar für den Säugling mit der Blutgruppe A nicht infrage kommt. Dessen Eltern wäre somit das Paar mit der Blutgruppe AB/0.

  • Definiere den kodominanten Erbgang.

    Tipps

    Beim kodominanten Erbgang entsteht keine Mischform aus zwei Merkmalen.

    Lösung

    Wenn bei einer Vererbung beide Merkmale unabhängig voneinander ausgeprägt werden, spricht man von kodominanter Vererbung. Anders als beim intermediären Erbgang entsteht bei der kodominanten Vererbung keine Mischform. Das beliebteste Beispiel für die kodominante Vererbung ist das Blutgruppensystem AB0. Eine Person mit dem Genotyp AB hat demnach sowohl Antigene für A als auch für B.

  • Bewerte die Entscheidung des Gärtners.

    Tipps

    In der F$_2$-Generation kommt es zu einer phänotypischen Aufspaltung im Verhältnis 1:2:1.

    Lösung

    Der Gärtner hat sich geirrt. Das Kreuzungsschema der Kreuzung von roten und weißen Wunderblumen zeigt, dass sich der Phänotyp der Pflanzen in der F$_2$-Generation 1:2:1 aufspaltet und nur 2 von 4 Pflanzen rosafarbene Blüten haben werden. In der F$_1$-Generation würden aber alle Pflanzen rosafarbene Blüten haben, weil die Nachkommen in dieser Generation uniform sind. Also hätte der Gärtner, um Zeit und Mühe zu sparen, lieber rote Wunderblumen mit weißen kreuzen sollen.

  • Ermittle den Erbgang der vorliegenden Krankheit.

    Tipps

    Autosomal-dominante Erbkrankheiten überspringen selten eine Generation.

    Lösung

    Der vorliegende Stammbaum zeigt männliche und weibliche Familienmitglieder mit allen möglichen Genotypen und hilft dabei, den vorliegenden Erbgang zu identifizieren. Man kann deutlich erkennen, dass bei Personen, die das dominante Allel einmal oder zweimal besitzen, also homozygot dominant oder heterozygot sind, die Erbkrankheit Albinismus nicht auftritt. Da nur noch ein möglicher Genotyp, aa, übrig bleibt, müssen die Erkrankten diesen Genotyp haben. Das würde bedeuten, dass Albinismus autosomal-rezessiv vererbt wird, also zwei defekte Allele vorhanden sein müssen, damit die Krankheit auftritt. Die Heterozygoten Aa sind gesund, aber Träger des defekten Gens und können dieses defekte Allel an ihre Kinder weitervererben.