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Das Ökosystem Wiese 06:11 min

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Transkript Das Ökosystem Wiese

Hallo! Eine Wiese scheint auf den ersten Blick nicht mehr als eine Ansammlung von Blumen und Gräsern. Wenn man aber genauer hinsieht, erkennt man, dass es in und unter einer Wiese nur so von Leben wimmelt. In diesem Video wollen wir uns das Ökosystem Wiese näher ansehen. Dabei beleuchten wir die Entstehung von Wiesen, die einzelnen Schichten und deren Bewohner sowie den Zyklus der Mahd.

Entstehung und Wiesenarten

Die allermeisten Wiesen in unseren Breiten sind Kulturlandschaften: Sie wurden von Menschen geschaffen und werden auch von ihnen erhalten. Die ersten Wiesen entstanden, als der Mensch begann, Vieh zu halten. Auf abgeholzten Waldflächen wuchsen Kräuter, die das Weidevieh genüsslich abgraste. Junge aufkeimende Sträucher und Bäume wurden gefressen noch bevor sie sich entwickeln konnten. Das Ergebnis waren Gras-und Kraut-Landschaften, die Wiesen.

Spezielle Wiesen sind etwa Feuchtwiesen. Das sind Wiesen, deren Bodenschicht entweder stark vom Grundwasser beeinflusst ist oder regelmäßig überschwemmt wird. Man findet Feuchtwiesen häufig in der Nähe von Seen, Flusstälern oder Senken.

Als Fettwiesen bezeichnet man Wiesen, die stark landwirtschaftlich genutzt und daher stark gedüngt werden. Fettwiesen sind besonders nährstoffreich.

Salzwiesen werden regelmäßig vom Meer überschwemmt. Sie bilden den natürlichen Übergang zwischen Meer und Land. Salzwiesen sind also natürliche Wiesen.

Auch Almwiesen sind natürliche Wiesen. Aufgrund der widrigen Bedingungen können Bäume in großer Seehöhe - also über der Baumgrenze - nicht mehr wachsen, sehrwohl aber Kräuter. Salzwiesen, Almwiesen und auch Steppen sind natürliche Wiesen. In unseren Breiten sind die meisten Wiesen jedoch Kulturlandschaften.

Schichten und Bewohner

Unter der Oberfläche liegt die Bodenschicht. Im Erdreich finden die Pflanzen Halt, außerdem versorgt es die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. In der Bodenschicht lebt etwa der Regenwurm. Er ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenresten und durchlüftet durch seine Gänge und Löcher den Boden. In einem Kubikmeter Erde können sich hunderte Regenwürmer befinden. Das lockt natürlich Jäger an.

Der Maulwurf etwa oder die Feldspitzmaus haben Regenwürmer zum Fressen gern. Die Wühlmaus lebt auch in der Bodenschicht. Sie hat es aber eher auf Pflanzenwurzeln abgesehen. Direkt über dem Boden liegt die Streuschicht. Dort leben etwa Wiesenameisen, Asseln, Schnecken, Grillen, Käfer und Tausendfüssler. Tiere, die sich von Gräsern, Kräutern und Pollen - den Produzenten - ernähren, nennt man Konsumenten 1. Ordnung. Laufkäfer sind Jäger und ernähren sich von Insektenlarven, Schnecken und Würmern. Sie sind damit Konsumenten 2. Ordnung.

Über der Streuschicht liegt die Blatt- und Stängelschicht. Sie ist das mittlere Stockwerk einer Wiese. Hier findet man etwa Blattläuse, die den Stängel von Blumen anbohren, um an den nährstoffreichen Pflanzensaft zu kommen. Das süße Ausscheidungsprodukt der Blattläuse nennt man Honigtau. Ameisen lieben Honigtau. Wenn sie die Blattläuse ein wenig kitzeln, sondern sie Honigtau ab, den die Ameisen dann schlürfen. Als Gegenleistung für die süßen Tropfen verteidigen die Ameisen die Blattläuse gegenüber Fressfeinden wie dem Marienkäfer.

Zwischen den Stängeln der Kräuter spannen auch Spinnen ihre Netze und hoffen, dass andere Insekten sich darin verfangen. Schmetterlinge nutzen die Verstecke der Blatt- und Stängelschicht als Schlafplatz für die Nacht. Das oberste Stockwerk von Wiesen heißt Blütenschicht. Die Blüten locken Bienen und Hummeln an. Sie kriechen in jede Blüte und sammeln Nektar und Pollen. Ganz nebenbei tragen sie so den Blütenstaub von Blüte zu Blüte und sorgen damit für die Befruchtung der Pflanzen.

Da die Blütenschicht von der Sonneneinstrahlung am meisten profitiert, nutzen Schmetterlinge Blüten, um ihren Körper dort morgens auf „Betriebstemperatur” zu bringen bevor sie sich in die Lüfte erheben. Die vielen Insekten der Wiese stellen eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Vogelarten dar.

Mahd

Da die meisten Wiesen bei uns Kulturlandschaften sind, brauchen sie die regelmäßige Mahd, um nicht zu verbuschen und schließlich zu verwalden. Im Frühjahr sind es Gänseblümchen und Löwenzahn, die die ersten Sonnenstrahlen ausnutzen. Aber schon bald werden sie durch höher wachsende Blumen vom Licht abgeschnitten. Jetzt blühen Glockenblumen und Wiesenkerbel.

Diese Änderung des Erscheinungsbildes der Wiese nennt man Aspektwechsel. Dieser findet mehrere male im Jahr statt. Die Mahd liefert den Bauern Futter für ihr Vieh und ändert immer wieder die Gestalt einer Wiese.

Zusammenfassung

Die meisten Wiesen gehören zur von Menschen geschaffenen Kulturlandschaft, es gibt aber auch natürliche Wiesen wie die Almwiesen oder die Salzwiesen. Alle Wiesen bilden jedoch ein kompaktes und artenreiches Ökosystem von verschiedenen Pflanzen und Tieren. Tschüss!

1 Kommentar
  1. Super gemacht !!!

    Von Adrian Sutter, vor mehr als 3 Jahren

Das Ökosystem Wiese Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Ökosystem Wiese kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe verschiedene Arten von Wiesen.

    Tipps

    Eine Alm ist immer hoch gelegen. Die Höhe beeinflusst das Höhenwachstum der Pflanzen.

    Lösung

    Wir unterscheiden verschiedene Arten von Wiesen:

    • Feuchtwiesen sind entweder stark vom Grundwasser beeinflusst oder werden regelmäßig überschwemmt. Sie liegen an Seen oder im Bereich von Flusstälern.
    • Fettwiesen werden durch ihre landwirtschaftliche Nutzung stark gedüngt und sind deshalb besonders nährstoffreich. Diese Wiesen würden ohne landwirtschaftliche Nutzung verschwinden.
    • Salzwiesen sind natürliche Wiesen. Sie bilden den Übergang zwischen Meer und Land und werden unregelmäßig überflutet.
    • Auch Almwiesen sind natürliche Wiesen. Da ab einer bestimmten Höhe keine Bäume mehr wachsen, findet man auf Almwiesen nur Kräuter.

  • Ordne die Lebewesen den Schichten des Ökosystems Wiese zu, in denen sie leben.

    Tipps

    Zwischen den Stängeln von Blumen und Kräutern können Spinnen besonders gut ihre Netze spinnen.

    Die Streuschicht ist die oberste Bodenschicht, auf der Laub und Nadeln zu finden sind.

    Lösung

    In der Bodenschicht sind zahlreiche Regenwürmer zu finden. Diese Bewohner der Bodenschicht locken Jäger an. So frisst der Maulwurf sehr gerne Regenwürmer und ist deshalb auch in dieser Schicht zu finden. In der Streuschicht sind die Wiesenameise und die Assel zu finden. Die Blatt- und Stängelschicht wird von den Blattläusen bewohnt. Außerdem wird diese Schicht von den Spinnen genutzt, um Netze zu spannen.

  • Bestimme die Anpassungen von Lebewesen, die Lebensräume mit einem hohen Salzgehalt bewohnen.

    Tipps

    Wasser und Mineralstoffe benötigen alle Pflanzen und Tiere zum Überleben.

    Vögel, die auf Salzwiesen leben, ernähren sich von sehr salziger Nahrung und scheiden dieses durch ihren Urin wieder aus.

    Lösung

    Die Salzwiesen und Meere stellen aufgrund des hohen Salzgehalts einen extremen Lebensraum dar. Tiere wie die Vögel, die in dieser Umgebung leben, haben Merkmale und Strategien entwickelt, die es ihnen ermöglichen in diesem Lebensraum zu überleben.

    Einige Seevögel, also Vögel, die durch ihre Lebensweise an das Meer gebunden sind, können das Salz über eine Drüse, die sich oberhalb des Auges befindet, ausscheiden. Die Pflanzen der Salzwiesen verfügen außerdem über eine salzundurchlässige Schicht auf ihrer Oberfläche.

  • Benenne eine mögliche Nahrungskette im Ökosystem Wald.

    Tipps

    Eine Nahrungskette funktioniert immer nach dem Prinzip:
    Produzent $\rightarrow$ Konsument 1. Ordnung $\rightarrow$ Konsument 2. Ordnung usw.

    Erinnerst du dich, wodurch sich die unterschiedlichen Trophieebenen auszeichnen?

    Lösung

    Auch im Ökosystem Wald funktionieren die Nahrungsketten nach dem gleichen Prinzip.

    Produzenten, wie hier die Pflanze Brombeere, stellen Biomasse dar, die von Konsumenten 1. Ordnung, wie hier die Assel, gefressen werden. Konsumenten 1. Ordnung ernähren sich von Pflanzen.

    Die Assel wird vom Konsumenten 2. Ordnung, der Schlange, gefressen. Konsumenten 2. Ordnung sind wie die Konsumenten 1. Ordnung nicht in der Lage, ihre Nahrung aus anorganischen Stoffen zu gewinnen.

    Diese kann von einem Konsumenten 3. Ordnung gefressen werden. Zum Beispiel von einem Greifvogel.

  • Erkläre, was die Begriffe Kulturlandschaft und Mahd bedeuten.

    Tipps

    Durch die Mahd werden die Wiesen vor einer Verwaldung geschützt – die Pflanzen werden in dieser Zeit gestutzt.

    Laut einiger Definition werden Stadtlandschaften zu Kulturlandschaften gezählt.

    Lösung

    Die Mahd bezeichnet das Abmähen der Pflanzen, also die Heuernte. Würde dies nicht jedes Jahr geschehen, wäre die Wiese schnell mit einer Strauchschicht und schließlich mit einer Baumschicht bedeckt. Die Mahd schützt also vor Verwaldung.

    Dies zeigt, dass die Wiesen eine Kulturlandschaft, also eine vom Menschen künstlich angelegte Landschaft ist, die auch vom Menschen erhalten wird.

  • Erkläre, wie die Symbiose zwischen Ameisen und Blattläusen funktioniert.

    Tipps

    Sowohl die Blattläuse als auch die Ameisen ziehen einen Vorteil aus ihrem Zusammenleben.

    Die Ausscheidungen der Blattläuse dienen vielen Tieren als Nahrung.

    Lösung

    Ameisen und Blattläuse leben in einer Symbiose. Beide Arten profitieren also von ihrer Lebensweise.

    Die Symbiose sieht folgendermaßen aus: Die Blattläuse produzieren den sogenannten Honigtau, den die Ameisen als Nahrungsquelle nutzen können. Man spricht davon, dass die Ameisen die Blattläuse „melken".

    Die Blattläuse werden als Gegenleistung für die Abgabe ihres Honigtaus von den Ameisen vor anderen Fressfeinden beschützt. Diese Symbiose kann häufig im eigenen Garten beobachtet werden. Ein Hinweis bietet immer eine Ameisenstraße, die an Pflanzen hoch krabbeln. An dieser kannst du dann sehr wahrscheinlich auch Blattläuse entdecken.