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Brückentiere – Belege der Evolution 05:07 min

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Transkript Brückentiere – Belege der Evolution

Woran denkst du, wenn du das Wort “Brückentier” hörst? Vielleicht an diese Figuren, die man häufig an alten Brücken findet? Um die soll es in diesem Film aber nicht gehen.

Brückentiere sind Tiere, die Merkmale von zwei Tiergruppen aufweisen, in etwa wie eine Meerjungfrau, die menschliche Merkmale und Merkmale der Fische aufweist. Meerjungfrauen gibt und gab es aber nicht. Echte Brückentiere schon. Sie sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung.

So zum Beispiel, wenn es um das Verstehen und Belegen der Evolution geht.

In diesem Film wirst du einige bekannte Brückentiere und ihre Bedeutung für die Wissenschaft kennenlernen. Zunächst werde ich dir aber noch genauer erklären, was ein Brückentier überhaupt ist.

Tiergruppen

Du weißt natürlich, dass es verschiedene Tiergruppen gibt: zum Beispiel Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Sie haben sich im Laufe der Evolution herausgebildet. Die Wissenschaft geht, vereinfacht gesagt, davon aus, dass die Amphibien aus den Fischen entstanden sind, die Reptilien aus den Amphibien und die Vögel und Säugetiere aus den Reptilien. Aber wie kann sich die Wissenschaft da so sicher sein?

Es gibt verschiedene Belege dafür. Ein wichtiger Beleg sind Brückentiere. Was sind nun also genau Brückentiere?

Brückentiere werden auch als Mosaikformen bezeichnet. Sie sind Übergangsformen zwischen zwei Tiergruppen und weisen Merkmale beider Tiergruppen auf. Das können zum Beispiel Merkmale von Säugetieren und Reptilien sein. Sie bilden also die Brücke zwischen zwei Gruppen und sind ein Beleg dafür, dass eine Tiergruppe aus einer anderen Tiergruppe entstanden ist.

Es gibt fossile Brückentiere. Diese sind bereits ausgestorben. Es gibt aber auch heute lebende Brückentiere. Sie werden auch als rezente Brückentiere oder lebende Fossilien bezeichnet.

Beispiel Archaeopteryx

Nun komme ich aber endlich zu den Beispielen. Ein sehr bekanntes Brückentier ist der Archaeopteryx. Er ist bereits ausgestorben und liegt der Wissenschaft nur als Fossil vor.

Der Archaeopteryx, auch als Urvogel bezeichnet, vereint Merkmale der Vögel und der Reptilien in sich. Er gilt als Übergangsform zwischen den Reptilien und Vögeln. Gleichzeitig ist er damit auch ein Beleg dafür, dass die Vögel aus den Reptilien entstanden sind.

Der Urvogel weist Reptilienmerkmale auf, denn er hat Zähne, einen sehr langen Schwanz mit Wirbeln und viele weitere Merkmale des Reptilienskeletts. Als Vogelmerkmale weist er zum Beispiel Federn und einen Schnabel auf.

Der Archaeopteryx war das erste Fossil eines Brückentiers, das gefunden worden ist. Das war zwei Jahre nachdem Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlicht hatte. Der Archaeopteryx war damit ein erstes Indiz für die Richtigkeit der aufgestellten Hypothesen, dass die Arten veränderlich seien und von gemeinsamen Vorfahren abstammten.

Beispiel Ichthyostega

Auch für den Übergang von den Fischen zu den Amphibien beweisen Fossilien von Brückentieren diese Entwicklung. Ein Tier, das Merkmale von diesen beiden Tiergruppen aufweist, ist der Urlurch namens Ichthyostega.

Er hatte Schuppen, eine große Schwanzflosse und ein Seitenlinienorgan wie die Fische. Er war auch stromlinienförmig gebaut. Allerdings hatte er auch Beine, wie die späteren Amphibien. Er lebte teilweise an Land und konnte dort auch mit einer sehr einfachen Form der Lunge atmen.

Beispiel Schnabeltier

Kennst du dieses Tier? Genau, ein Schnabeltier. Schnabeltiere sind rezente, also heute noch lebende, Brückentiere. Sie weisen Merkmale der Reptilien und Merkmale der Säugetiere auf.

Schnabeltiere haben ein Fell und säugen ihre Nachkommen. Deshalb zählen sie zu den Säugetieren. Sie weisen aber auch Reptilienmerkmale auf: einen Schwanz und ein Skelett mit vielen Reptilienmerkmalen. Weiterhin legen sie weichschalige Eier. Das Schnabeltier ist also eine Übergangsform zwischen Reptilien und Säugetieren. Es belegt, dass die Säugetiere aus den Reptilien entstanden sind.

Zusammenfassung

In diesem Film hast du gelernt, dass Brückentiere keine Steinfiguren an Brücken und auch keine Fabelwesen wie zum Beispiel Meerjungfrauen sind. Brückentiere weisen Merkmale von zwei Tiergruppen auf. Sie können ausgestorben sein oder heute noch leben.

Brückentiere sind Belege dafür, dass Tiergruppen verwandt und auseinander hervorgegangen sind. Bekannte Brückentiere sind der Archaeopteryx, Ichthyostega und das heute noch lebende Schnabeltier. Tschüss!

3 Kommentare
  1. war gut

    Von Collin B., vor mehr als 2 Jahren
  2. Hallo Tom,
    ja, das stimmt. Rezente Brückentiere und lebende Fossilien können nicht immer synonymisch verwendet werden, aber meistens schon. Rezente Brückentiere bezeichnen Brückentiere, die heute noch leben. Lebende Fossilien bezeichnen Arten, die sich in ihrem Körperbau über eine sehr lange Zeit hinweg nicht verändert haben. Da diese Eigenschaft auf die viele Brückentiere zutrifft, kann man vorsichtig behaupten, dass rezente Brückentiere in der Regel auch lebende Fossilien sind.
    LG

    Von Serpil Kilic, vor fast 4 Jahren
  3. da ist ein Fehler im Video: rezente Brückentiere sind keine lebende Fossilien; lebende Fossilien sind Lebewesen, sie sich in einer sehr langen Zeit kaum verändert haben.

    Von Tom Matthes, vor etwa 4 Jahren

Brückentiere – Belege der Evolution Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Brückentiere – Belege der Evolution kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere den Begriff Brückentier.

    Tipps

    Es gibt fossile und rezente Brückentiere.

    Lösung

    Brückentiere sind Tiere, die Merkmale von zwei Tiergruppen aufweisen. Daher werden sie auch als Mosaikformen bezeichnet. Brückentiere gelten als Belege für die Evolutionstheorie, weil sie Übergangsformen zwischen zwei Tiergruppen bilden und somit belegen, dass eine Tiergruppe aus der anderen entstanden ist. Es gibt fossile und rezente Brückentiere.

  • Ordne die Merkmale des Schnabeltiers den entsprechenden Tiergruppen zu.

    Tipps

    Überlege dir, wie Reptilien und Säugetiere ihre Jungen gebären und was sie dafür benötigen.

    Lösung

    Schnabeltiere sind rezente Brückentiere, die Merkmale der Tiergruppe Reptilien und der Säugetiere aufweisen. Schnabeltiere sind wie die Säugetiere gleichwarm und besitzen ein Fell. Aber vor allem, weil sie ihre Jungen säugen, werden sie zu den Säugetieren gezählt. Interessanterweise gebärt das Schnabeltier die Jungen nicht, sondern legt Eier. Dieses Merkmal ist typisch für Reptilien.

  • Charakterisiere die Brückentiere.

    Tipps

    Rezent bedeutet in der Biologie gegenwärtig oder noch lebend.

    Lösung

    Der Archaeopteryx ist bereits ausgestorben. Der Urvogel ist das erste Brückentier, das gefunden wurde, und zeigt Merkmale der Reptilien und Vögel. Damit gilt er als ein Beleg dafür, dass Vögel aus Reptilien entstanden sind.

    Auch der Ichthyostega zählt zu den Brückentieren, weil es sowohl Merkmale der Tiergruppe Fische als auch welche der Amphibien aufweist.

    Das Schnabeltier lebt im Gegensatz zu den anderen aufgezählten Brückentieren noch heute und zählt somit zu den lebenden Fossilien. Es weist Merkmale von Reptilien und Säugetieren auf, zählt aber zu den Säugetieren, weil es seine Jungen säugt.

  • Entscheide zwischen den Evolutionsbelegen Rudiment und Atavismus beim Menschen.

    Tipps

    Fehlbildungen des Steißbeins können sich in Form schwanzartiger Anhängsel darstellen.

    Lösung

    Rudimente treten im Gegensatz zu Atavismen bei vielen Individuen auf. Alle Merkmale, die nur unvollständig ausgeprägt sind oder keine Funktion mehr besitzen, werden zu den Rudimenten gezählt. Dazu gehört beim Menschen das Steißbein, das als Rudiment der Schwanzwirbel der Wirbeltiere angesehen wird. Auch die Körperbehaarung der Menschen wird als Rudiment angesehen. Sie ist das, was vom ursprünglichen Fell übrig geblieben ist und erfüllt genau wie die Weisheitszähne und der Wurmfortsatz keine Funktion mehr.

    Atavismen sind anatomische Merkmale, die im Laufe der Evolution schon einmal vorhanden waren, dann aber irgendwann phänotypisch verloren gingen. Sie treten deutlich seltener auf als Rudimente. Hierzu zählen die Merkmale menschlicher Schwanz, die Ganzkörperbehaarung und mehrere Brustwarzen, die auf eine frühere Milchleiste hinweisen.

  • Erkläre den Begriff Lazarus-Effekt.

    Tipps

    In der Biologie beschreibt der Lazarus-Effekt anders als in der biblischen Überlieferung keinen wirklichen Effekt.

    Lösung

    Der Lazarus-Effekt beschreibt in der Biologie den Fund von vorher ausgestorben geglaubten Organismen. Anders als in der biblischen Überlieferung, in der Jesus seinen Freund Lazarus zum Leben erweckt, nachdem er gestorben war, sind die Lebewesen nicht ausgestorben und wieder auferstanden, sondern nur ausgestorben geglaubt. Die Liste der lebenden Fossilien umfasst Organismen, die sich über lange Zeiträume kaum verändert haben. Einige kannte man sogar nur aus fossilen Funden, sie galten daher lange Zeit als ausgestorben, bis man sie später überraschenderweise wieder entdeckte. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der Quastenflosser.

  • Bewerte, inwiefern der Quastenflosser die Eigenschaften eines Brückentieres erfüllt.

    Tipps

    Die meisten Fische haben weiche Brust- und Bauchflossen.

    Lösung

    Der Quastenflosser wird als Brückentier zwischen Fischen und Amphibien angesehen, weil er Eigenschaften beider Tiergruppen besitzt. Als wichtigstes Indiz gelten hier die Flossen des Quastenflossers, die knochenverstärkt sind. Die Ähnlichkeit des Knochenaufbaus der Flossen zu dem der Beine oder Arme der Landwirbeltiere lässt vermuten, dass der Quastenflosser ein Brückentier zwischen den Fischen und den Amphibien darstellt. Außerdem besitzt der Quastenflosser ein fettgefülltes, blasenähnliches Organ, hinter dem eine früher als Lunge genutzte Schwimmblase vermutet wird.