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Evolutionstheorien und ihre Indizien

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Entwicklung der Evolutionstheorien

Die Entwicklung der Evolutionstheorien und die Suche nach Indizien für diese nahm ihre Anfänge erst im 19. Jahrhundert. Vorher war die Mehrheit der Menschen überzeugt von der Schöpfungstheorie der Bibel, die besagt, dass alle Arten von Gott erschaffen wurden und unveränderlich sind, also in ihrer endgültigen Form erschaffen worden sind. Diese religiöse Überzeugung wird als Kreationismus bezeichnet. Nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand konnte die Unveränderlichkeit der Arten widerlegt werden.

Zu der Entwicklung des Evolutionsgedanken trugen im 19 Jahrhundert die Entdeckungen der Naturforscher Georges de Cuvier, Jean Baptiste de Lamarck und Charles Darwin einen sehr großen Beitrag. Cuvier formulierte die Katastrophentheorie, die nicht als Evolutionstheorie aufgefasst wird. Sie geht als einzige der Theorien mit dem Kreationismus einher und nimmt die Konstanz der Arten an. Im Gegensatz dazu maßen die Evolutionstheorien von Lamarck und Darwin dem Aspekt der Veränderlichkeit eine sehr große Bedeutung zu und versuchten diese mit Indizien zu belegen.

Evolutionstheorie von Lamarck

Sicher kennst du das Beispiel der Giraffen zur Erklärung der Evolutionstheorie von Lamarck. Die Entwicklung der längeren Vorderbeine und des langen Giraffenhalses erfolgte demnach folgendermaßen: Die Giraffen sind ständig bestrebt aufgrund des wenigen Nahrungsangebots am trockenen Boden, das Laub der Baumkronen zu erreichen. Durch diese Gewohnheit und das Bedürfnis an die Nahrungsquelle heranzukommen, käme es zu der Modifikation von Körperteilen.

Lamarck formulierte also die Theorie, dass sich durch die veränderten Umweltbedingungen die Gewohnheiten der Tiere verändern konnten, wodurch die Intensivität der Nutzung von Körperteilen auch variierte. Das führte dazu, dass sich die öfter genutzten Körperteile stärker entwickelten und diese erworbenen Eigenschaften an die Nachkommen vererbt wurden. Für diese Evolutionstheorie konnten bis heute keine Indizien gefunden werden.

Darwins Evolutionstheorie

Charles Darwin

Nach Darwins Evolutionstheorie, oft auch Selektionstheorie bezeichnet, erfolgte die Entwicklung des Giraffenhalses auf folgende Weise: Die Lebewesen erzeugen eine Überproduktion von Nachkommen – Reproduktion – , wodurch es unter den Individuen einer Population zum Kampf ums Dasein kommt.

Die Nachkommen sind untereinander nicht identisch – Variationen sind vorhanden. Die Individuen, die besser an die bestehenden Umweltbedingungen angepasst sind, überleben und pflanzen sich fort. Die Giraffen mit den längeren Hälsen und den langen Vorderbeinen erreichen demnach die Nahrungsquelle, die die kleineren Giraffen nicht erreichen. Diese würden in Folge dessen sterben.

Die Selektion führt also im Laufe der Evolution durch die Vererbung zu einer Veränderung der Arten. Heute gelten unter anderem Brückentiere wie der Archaeopteryx als wichtiges Indiz für die Evolutionstheorie.

Fossil eines Archaeopteryx

Synthetische Evolutionstheorie

Darwin stützte seine Evolutionstheorie auf die Beobachtungen, die er auf seiner Weltreise gemacht hatte. Wie die Merkmale an die Nachkommen weitergegeben werden konnten, konnte er nicht weiter ausführen. Mit den Erkenntnissen in der Genetik, die Gregor Mendel erlangt hatte, konnten die Merkmalsvariationen durch Reproduktion und Mutation erklärt werden. Die Kombination der Evolutionstheorie von Darwin mit den Erkenntnissen in der Genetik und der Populationsbiologie wird als synthetische Evolutionstheorie bezeichnet.

Homologie und Analogie

Darwins Evolutionstheorie konnte bis heute mit zahlreichen Indizien belegt werden. Lebende Fossilien, Brückentiere, Koevolution, rudimentäre Organe, homologe und analoge Organe stützen die Evolutionstheorie von Darwin.

Koevolution

Als Homologie oder homologe Organe werden Organe bezeichnet, die auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurückzuführen sind. Ein Beispiel dafür sind die Vorderexremitäten der Wirbeltiere. Es wurden drei Homologiekriterien formuliert: Das Kriterium der Lage, das Kriterium der spezifischen Qualität und das Kriterium der Stetigkeit.

Analoge Organe weisen keinen gemeinsamen Grundbauplan auf, stimmen aber in ihrer Funktion überein, wie die Flügel der Vögel und der Insekten. Analoge Organe haben auch keinen gemeinsamen Ursprung, sie sind auf die Anpassung an gleiche Umweltverhältnisse zurückzuführen. Diese Entwicklung wird als Konvergenz bezeichnet.