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Koevolution 06:17 min

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Transkript Koevolution

Hallo! Heut möchte ich dir den Begriff Koevolution näher bringen. Ein solches Bild hast du wahrscheinlich schon einmal gesehen: Ein Kolibri holt Nektar aus einer röhrenförmigen Blüte. Die Blüte scheint exakt zum Kolibrischnabel mit der langen Zunge zu passen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis langer Entwicklungsprozesse zwischen Lebewesen.

Du solltest bereits sehr gut mit den Begriffen Evolution und Selektion umgehen können. In diesem Film möchte ich dir die Koevolution erklären.

Definition: Koevolution

Koevolution bedeutet, dass es zu einer wechselseitigen Anpassung von zwei Arten kommt. Das bedeutet, dass die Veränderung einer Art auch immer eine Veränderung der anderen Art zur Folge hat. Meist kommt es so nach langer Zeit zu einer Spezialisierung der beiden Arten.

Beispiele Koevolution: Symbiose

Ich möchte dir nun die Koevolution an einigen Beispielen genauer erklären. Ein wichtiges Beispiel ist die Koevolution der Blütenpflanzen und ihrer Bestäuber.

Viele Blütenpflanzen locken Insekten oder eben den Kolibri durch Duft, Farbe und Nektar an. Die Insekten oder der Kolibri nehmen dabei den Pollen der Blüte an ihrem Körper mit und bestäuben so die Narbe der nächsten Blüte.

Die meisten Blüten sind auf bestimmte Insektenarten spezialisiert. Die Insekten sind ebenso nur auf bestimmte Blüten spezialisiert. Auf dem Bild siehst du z.B. wie eine Hummel mit ihrer langen Zunge Nektar aus einer Röhrenblüte holt. Diese ist für viele andere Insekten nicht zugänglich. Ebenso die röhrenförmige Blüte, die der Kolibri auf dem Bild anfliegt.

Im Laufe der Zeit kam es zu Veränderungen der Blüten in folgenden Bereichen: Form, Duft, Farbe und Nektarproduktion. Bei den Insekten haben die Veränderungen der Blüten auch zu Anpassungen vor allem im Bereich der Körperform geführt.

Die Spezialisierung hat für die Pflanze den Vorteil, dass ihre Pollen nicht auf Blüten anderer Arten getragen wird. Die bestäubenden Insekten haben den Vorteil, dass wenig Konkurrenz zu anderen Arten besteht.

Dieses Beispiel der Koevolution stellt eine Symbiose dar. Das bedeutet, dass beide Arten davon profitieren.

Beipiele Koevolution: Parasitismus

Ein weiteres Beispiel für Koevolution sind der Mensch und die Kopflaus. In diesem Fall liegt keine Symbiose vor, sondern Parasitimus. Das bedeutet, dass nur eine Seite von der Beziehung profitiert. In diesem Fall ist es die Kopflaus.

Die Kopflaus kommt fast nur beim Menschen vor. Im Laufe der Evolution hat der Mensch Abwehrstrategien entwickelt. Dazu zählt Kämmen, Waschen, Kratzen und die Schorfbildung. Diese neu entwickelten Abwehrmechanismen haben auch bei der Kopflaus zu Veränderungen geführt. Mit ihren Krallen kann sie sich sehr gut am menschlichen Haar festhalten und auch auf andere Köpfe gelangen. Ihre Farbe macht sie auf dem Kopf fast unsichtbar. Ihre Eier haften fest an den Haaren.

Die Koevolution besteht in diesem Fall also darin, dass die eine Art Strategien zur Abwehr entwickelt. Auf der Seite der Parasiten setzen sich hingegen Merkmale durch, die das Parasitieren trotz der Abwehrmechanismen ermöglichen.

Auch die Beziehung zwischen Räuber und Beute ist das Ergebnis von Koevolution. So sind die Fangorgane von Raubvögeln, wie Krallen oder Schnabel, optimal auf das Beutegreifen, Beuteschlagen und Zerteilen spezialisiert. Die Angepassheit der Beute besteht meist in einer unauffälligen Färbung oder im Nutzen guter Verstecke.

Koevolution: Starke Spezialisierung

Bei der Koevolution kommt es häufig zu einer starken Spezialisierung. Eine zu starke Spezialisierung führt aber zu starker Abhängigkeit. Der Koala Australiens ernährt sich ausschließlich von Eukalyptus. Seine Anpassung besteht darin, dass er die Toxine des Euykalyptus verträgt oder alte Blätter mit wenig Toxingehalt frisst. Allerdings kann er nicht auf andere Nahrungsquellen ausweichen. Dies kann seine Existenz gefährden, wenn nicht ausreichend Eukalyptus vorhanden ist.

Zusammenfassung Koevolution

In diesem Film hast du die Koevolution kennen gelernt: Zwei Arten verändern sich wechselseitig, denn sie stehen unter ständigem Mutations-und Selektionsdruck. Der Selektionsdruck wird von der jeweils anderen, sich auch verändernden Art mitbestimmt.

Dies kann zu einer starken Spezialisierung führen. So zeigt es z.B. das Bild von Kolibri und Blüte: Nur die lange schmale Zunge des Kolibris ist so gebaut um an den Nektar dieser länglichen Röhrenblüte zu gelangen. Damit entgeht er der Nahrungskonkurrenz. Die Blüte hat dafür einen sicheren und präzisen Pollenverteiler, ist aber in Sachen Befruchtung auch allein vom Kolibri abhängig. Tschüss und bis zum nächsten mal!

2 Kommentare
  1. super!

    Von Sveamerit, vor mehr als 3 Jahren
  2. Sehr gut erklärt :)
    Danke

    Von Hhuri97, vor mehr als 4 Jahren

Koevolution Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Koevolution kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne Abwehrmechanismen und Anpassungen.

    Tipps

    Bei diesem Beispiel liegt Parasitismus vor.

    Lösung

    Der Mensch und die Kopflaus stellen ein weiteres Beispiel für die Koevolution dar. Bei diesem Beispiel liegt Parasitismus vor, das bedeutet, dass hierbei nur eine Seite profitiert.

    Der Mensch hat verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt, wie z.B. das Kämmen, Waschen, Kratzen und die Schorfbildung.

    Aber die Kopflaus hat sich angepasst. Sie besitzen Krallen zum Festhalten, sind durch ihre Farbe zwischen den Haaren fast unsichtbar und auch die Läuseeier haften fest an den Haaren.

    Die Koevolution besteht darin, dass wir Menschen Strategien zur Abwehr und die Parasiten Durchsetzungsmerkmale entwickelt haben.

  • Definiere den Begriff der Koevolution.

    Tipps

    Koevolution beschreibt die wechselseitige Beeinflussung der Entwicklung zweier Arten im Laufe der Evolution.

    Lösung

    Verändern sich Arten durch Selektion, verändert sich auch die Umwelt der Mitbewohner. Eine solche wechselseitige Beeinflussung zweier Arten bezeichnet man als Koevolution. Sie ist für die Geschichte der Erde von großer Bedeutung und hat auch zur Steigerung der Artenvielfalt beigetragen.

  • Beschreibe die Koevolution von Blütenpflanzen und Bestäubern.

    Tipps

    Auch der Kolibri zeigt eine solche Spezialisierung.

    Lösung

    Im Laufe der Zeit kam es zu Veränderungen der Blüte in Form, Farbe, Duft und Nektarproduktion. Die Insekten haben sich diesen Gegebenheiten angepasst. Einige, wie die Hummel, haben eine besonders lange Zunge und können so sogar den Nektar aus einer Röhrenblüte aufnehmen. Auch bei Vögeln wie dem Kolibri finden wir eine solche Spezialisierung.

  • Bewerte folgende Aussagen zur Koevolution auf ihre Richtigkeit.

    Tipps

    Wenn sich eine Art stark spezialisiert, ist sie nicht mehr sehr flexibel, wenn sich die Umweltbedingungen ändern.

    Lösung

    Bereits Charles Darwin beschrieb die Koevolution anhand der Orchidee „Stern von Madagaskar“. Diese besitzt einen langen Sporn. Im unteren Teil des Sporns befindet sich der Nektar. Um also an den süßen Nektar zu gelangen und gleichzeitig die Orchidee zu befruchten, muss es einen Organismus geben, der einen solch langen Rüssel besitzt. Viele Jahre später entdeckte man einen Falter, der diese Aufgabe erfüllt.

    Dass Mäuse Pflanzensamen ausspucken, ist auch eine Art der Koevolution. Um Fressfeinde abzuwehren, produziert die Pflanze namens Ochradenus baccatus toxische Substanzen in ihrem Samen. Mäuse in der Wüste fressen die Samen trotzdem. Sie spucken die Kerne einfach aus und essen nur das Fruchtfleisch. Die Pflanzensamen werden so verbreitet.

    Koevolution kann auch ganze Lebensräume prägen. Denke nur an die Graslandschaften in der Savanne. Sie sind mit dem Vorkommen großer Herden grasender Huftiere verbunden. Durch ihren Verbiss verhindern diese, dass sich Gehölze entwickeln können. So bleibt die Landschaft offen und dies erleichtert ihnen die Flucht vor Raubtieren und für die Gräser bleibt dies ein konkurrenzloser Lebensraum.

    Die Koevolution hat aber auch Nachteile. Eine zu starke Spezialisierung führt zur Abhängigkeit. Ändern sich Umweltbedingungen oder stirbt eine Art aus, ist es für die andere Art sehr schwer, dies zu überleben.

  • Beschreibe die Koevolution am Beispiel des Kuckucks.

    Tipps

    Die Eier des Kuckucks sehen aus wie die Eier des Wirtes. Diese Nachahmung nennt man Mimikry.

    Lösung

    Du hast ihn sicher schon im Wald rufen gehört. Sein „Kuckuck, Kuckuck“ ist uns allen bekannt. Doch wusstest du, dass er ein Brutparasit ist?

    Das Weibchen brütet ihre Eier nicht selbst aus, sondern legt ihre Eier in fremde Nester ab und überlässt die Aufzucht ihrem Wirt. Sobald der Kuckuck geschlüpft ist, wirft er seine artfremden Geschwister aus dem Nest, denn die kleinen Singvögel können nur den Kuckuck mit ausreichend Nahrung versorgen.

    Der Wirt hat bestimmte Mechanismen entwickelt, das Kuckucksei zu erkennen. So können die meisten Arten eine Stückzahl von bis zu sieben Eiern gut erfassen. Das Kuckucksweibchen kann also nur ein Ei entfernen und nicht alle. Das würde sonst dem Brutpaar auffallen. Das Kuckucksei sieht fast genauso aus wie die Eier des Wirtes, trotzdem kommt es manchmal zur Ablehnung des fremden Eies. Wenn die Wirte den Kuckuck im Nest entdecken oder der Kuckuck das Ei zu früh hineinlegt, wird das Ei ebenfalls abgelehnt. Daher muss das Kuckucksweibchen das Nest vorher beobachten und darf ihr Ei nur zur Legephase des Wirts ablegen.

  • Erkläre, wobei es sich um Symbiose, Parasitismus und Räuber-Beute-Beziehung handelt.

    Tipps

    Die Symbiose bezeichnet die Vergesellschaftung zweier Organismen. Sie ist für beide Seiten vorteilhaft.

    Beim Parasitismus profitiert nur eine Seite.

    Lösung
    1. Ameise - Blattlaus: Diese Beziehung stellt eine Symbiose dar. Beide Seiten haben hiervon einen Nutzen. Die Ameise erhält Nahrung, die Blattläuse Schutz.
    1. Clownfisch - Seeanemone: Auch hierbei handelt es sich um eine Symbiose. Der Fisch profitiert von der Versteckmöglichkeit und hält Fressfeinde ab.
    1. Mistel - Baum: Hier liegt Parasitismus vor. Nur die Mistel profitiert und entzieht dem Baum Nährstoffe und Wasser.
    1. Mykorrhiza - Baum: Diese beiden Organismen gehen eine Symbiose ein, denn beide haben einen Nutzen von dieser Beziehung.
    1. Bandwürmer - Mensch: Hierbei handelt es sich eindeutig um Parasitismus. Der Bandwurm parasitiert seinen Wirt.
    1. Schneehasen - Polarwölfe: Dies ist eine klassische Räuber-Beute-Beziehung.