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Lamarck – Theorie über die Veränderung der Arten 06:46 min

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Transkript Lamarck – Theorie über die Veränderung der Arten

Hallo! Heute ist für uns der Begriff Evolution selbstverständlich: Wir nehmen an, dass sich Tier- und Pflanzenarten im Laufe der Evolution verändert haben. Ähnlichkeiten im Körperbau lassen auf Verwandtschaften schließen. Aber wie dachten die Menschen früher, als z.B. die kirchliche Schöpfungsgeschichte noch weit verbreitet war und moderne molekulare Untersuchungsmethoden noch nicht zur Verfügung standen?

In diesem Video werde ich dir den französischen Zoologen Jean Baptiste Lamarck vorstellen. Er war nämlich der Begründer der Evolutionstheorie. Dabei wirst du auch sehen, wie sich sein Evolutionsgedanke von der Darwin’schen Theorie unterscheidet.

Jean Baptiste Lamarck

Der französische Zoologe Jean Baptiste Lamarck lebte von 1744 bis 1829. Er war in den naturhistorischen Sammlungen von Paris tätig und untersuchte dort unter anderem Fossilien. Im Jahr 1809 veröffentlichte er sein Werk „Philosophie Zoologique“. Er stellte erstmals die Theorie auf, dass sich Arten aufgrund ihrer Umwelt verändern und nicht konstant sind.

Lamarck glaubte, dass sich einfache Organismen zu komplizierten entwickeln: unsere heutigen Arten stammen also von früheren ausgestorbenen Arten ab. Nach Lamarck entstanden durch Urzeugung Urwesen, die sich an ihre Umwelt anpassten und immer komplexer wurden, da alle Lebewesen einen Drang zur Vervollkommnung hätten.

Niedere Organismen entstehen immer wieder im Zuge einer Spontanzeugung, was auch das Vorkommen weniger komplexer Organismen auf der Erde erklärt. Damit vertrat Lamarck als Erster eine Stammesentwicklung der Organismen und war sozusagen der Begründer der Evolutionstheorie. Auch erste Stammbäume wurden von Lamarck entworfen. Aber wie sah eine Anpassung von Organismen an ihre Umwelt aus?

Anpassung an die Umwelt - Theorie

Lamarck war der Überzeugung, dass verschiedene Organe von Tieren unterschiedlich stark oder häufig benutzt und daher als Anpassung an die Umwelt verändert werden. Häufiger Gebrauch führt zu einer deutlicheren Ausbildung der Organe. Lamarck gab hierfür das Beispiel eines Giraffenhalses.

Beispiel Giraffenhals

Stell dir dafür eine Giraffe in den trockenen Regionen Afrikas vor. Diese Giraffe muss sich nach den Blättern verschiedener Bäume strecken, um Nahrung zu finden. Nach Lamarck führte dieses Strecken, also der häufige Gebrauch des Halses, dazu, dass der Hals von Generation zu Generation immer länger wurde.

Auf der anderen Seite führt nach Lamarck ein Nicht-Benutzen zum Verkümmern dieser Organe. Die Rückbildung von Augen verschiedener Höhlentiere ist ein Beispiel dafür.

Vererbung an die Nachkommen

Als treibende Kraft für die Veränderung von Merkmalen nannte Lamarck ein inneres Bedürfnis, also einen psychischen Trieb, oder auch Gewohnheiten. Lamarck ging also von einer aktiven Veränderung von Organismen aufgrund von Umweltbedingungen aus. Aber wie wurden die gewonnenen Fähigkeiten an die Nachkommenschaft weitergegeben?

Lamarck ging davon aus, dass die neuen Merkmale eines Organismus durch Vererbung auf die Nachkommen übertragen wurden und diese dann auch diese veränderten Eigenschaften trugen.

Nach heutigem Wissenstand sprechen viele Erkenntnisse gegen die Theorien von Lamarck. Heute wissen wir, dass die Organismen innerhalb einer Art variieren. Diese zufällige Variation ist bei wechselnden Umweltbedingungen ein Vor- oder ein Nachteil für ein bestimmtes Merkmal.

Nur die Organismen mit vorteilhaften Merkmalen, also z.B. Giraffen mit besonders langen Hälsen, können sich besonders häufig fortpflanzen. Es findet also eine passive Anpassung an Umweltbedingungen statt und nicht, wie von Lamarck postuliert, eine aktive Anpassung. Diese Evolutionstheorie stammt, wie du sicher weißt, von Charles Darwin.

Auch die Weitergabe von neu gewonnenen Fähigkeiten an die Nachkommenschaft konnte bis heute nicht gezeigt werden. Merkmale, die sich aufgrund von Umwelteinflüssen ausgebildet haben, werden nicht weiter vererbt. So wurde Lamarcks Theorie also auch hinsichtlich der Vererbung von Merkmalen widerlegt. Lamarcks Evolutionstheorie hat heute demnach nur noch historische Bedeutung.

Zusammenfassung

Obwohl natürlich heute der Ablauf der Evolution gut untersucht und z.B. durch molekularbiologische Methoden belegt ist, gab es auch Zeiten, in denen solches Wissen noch nicht verbreitet war. Der französische Zoologe Jean Baptiste Lamarck gilt als Begründer der Evolutionstheorie.

Er postulierte, dass sich Organismen aufgrund von Umweltbedingungen aktiv verändern. So werden bestimmte Organe verstärkt ausgebildet oder verkümmern bei Nicht-Gebrauch. Als Ursache nannte Lamarck einen inneren Drang oder ein Bedürfnis. Die neu erworbenen Fähigkeiten werden dann an die Nachkommen weitergegeben.

Die Lamarck’sche Evolutionstheorie gilt heute allgemein als überholt; allerdings war Lamarck der Erste, der eine Abstammung und Entwicklung von Organismen erkannte. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

5 Kommentare
  1. Hallo Susannah,
    du hast recht damit, dass erworbene Fähigkeiten auf die nächste Generation übertragen werden können, so wie es von Lamarck in seiner Theorie gefordert wird. Du hast auch damit recht, dass dies über epigenetische Mechanismen geschieht. Oft werden die entsprechenden Gene durch Methylierungen der DNA "stummgeschaltet". Diese Methylierungen sind jedoch reversible; ein stummgeschaltetes Gen kann also wieder aktiv werden. Die Veränderung ist also nicht dauerhaft.
    Ich persönlich würde daher die Mechanismen der Epigenetik nicht als eine Triebkraft der Evolution verstehen, sondern eher als eine Form der Genregulation.

    Von Oliverd Sofatutor, vor 4 Monaten
  2. Ein Teil des Gedankens Lamarcks wird heute im Rahmen der Epigenetik wieder aufgenommen. So ganz stimmt der Satz also nicht, dass Lamarck nur historischen Wert hat.

    Von Susannahwinter, vor 4 Monaten
  3. Sehr hilfreich!
    Man kann sich sehr gut auf den Unterricht vorbereiten

    Von Jijibat999, vor 9 Monaten
  4. Sehr toll ,aber bitte ein bisschen lauter sprechen.

    Von Benjamin B., vor fast 3 Jahren
  5. Dieses Videos war wirklich sehr hilfreich,es war genau das was wir in der Schule gelernt haben=D

    Von Sandanr1, vor mehr als 4 Jahren

Lamarck – Theorie über die Veränderung der Arten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Lamarck – Theorie über die Veränderung der Arten kannst du es wiederholen und üben.

  • Fasse die Thesen Lamarcks zusammen.

    Tipps

    Unter Merkmalsausprägung versteht man zum Beispiel die Länge eines Giraffenhalses.

    Lösung

    Lamarck war der erste Wissenschaftler, der an die Weiterentwicklung der Arten glaubte und wird somit als der Begründer der ersten Evolutionstheorie angesehen. Er setzte die Veränderlichkeit der Arten voraus. Anders als Darwin glaubte er jedoch, dass dies innerhalb nur einer Generation möglich sei.

  • Benenne zentrale Aussagen zu den verschiedenen Evolutionstheorien.

    Tipps

    Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass Kinder, die nach den Sommerferien gezeugt wurden, mit gebräunterer Haut zur Welt gekommen sind.

    Lösung

    Lamarck, der Begründer der Evolutionstheorie, ging davon aus, dass sich einfache Urwesen zu komplexeren Arten entwickelt haben; also eine Stammesentwicklung stattfindet bzw. stattfand.

    • Passive Anpassung besagt, dass die zufälligen Variationen innerhalb einer Art dazu führen, dass einige Individuen besser und andere schlechter mit ihrer Umwelt zurechtkommen. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Giraffe mit einem längerem Hals mehr Futter findet als eine mit einem kürzeren Hals und sich öfter fortpflanzt.
    • Wenn sich ein Individuum den Umweltbedingungen anpasst, also zum Beispiel die Haut mehr Pigmente produziert, um sich vor erhöhter UV-Strahlung zu schützen („braun werden"), spricht man von aktiver Anpassung. Darwin glaubte jedoch nicht daran, dass adaptive Vorgänge (die „Merkmalsausprägung durch Umwelteinflüsse") erblich seien.
  • Nenne Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Evolutionstheorien.

    Tipps

    Der Organgebrauch könnte bspw. das wiederholte Strecken eines Halses sein.

    Lösung

    Beide Theorien haben gemeinsam, dass

    • sie von einer Stammesentwicklung ausgehen
    • sich die Arten weiterentwickeln und diese Merkmale vererbt werden.
    Lamarck ging davon aus, dass sich die Arten durch einen inneren Drang aktiv an ihre Umwelt anpassen; zum Beispiel einen längeren Hals entwickeln, indem sie diesen immer wieder strecken (Organbeanspruchung).

    Hier besteht der wesentliche Unterschied zu Darwins Theorie: Während Lamarcks Theorie besagt, dass ein Merkmal wie ein längerer Giraffenhals aktiv erworben und an die Nachkommen weitergegeben wird, glaubte Darwin nicht, dass die Merkmale, welche in nur einer Generation erworben wurden, zu vererben seien. Er glaubte, dass ein Merkmal wie die Länge eines Giraffenhalses unveränderlich, also angeboren, sei.

    Die zufällige Variation dieser Merkmale innerhalb einer Art bedingen lediglich, wie oft sich ein Individuum fortpflanzen könne. Dies klingt zwar zuerst unlogisch, jedoch können beispielsweise Giraffen mit längerem Hals mehr fressen, da sie besser an die Baumwipfel herankommen.

    Dies bedeutet auch, dass diese langhalsigen Giraffen länger leben und sich öfter fortpflanzen können.

  • Vergleiche die unterschiedlichen Mechanismen der Theorien von Lamarck und Darwin.

    Tipps

    Der Mann mit dem Bart ist Charles Darwin.

    Wer länger und gesünder lebt, kann sich auch häufiger und effektiver fortpflanzen.

    Lösung

    Ein ähnliches Beispiel von flügellosen Fliegen gibt es tatsächlich. Natürlich geht man heute von dem von Darwin vorgeschlagenen Mechanismus der passiven Anpassung aus.

    Die Fliegen, welche durch natürliche Variation dem Wind weniger Angriffsfläche geboten haben, lebten länger und pflanzten sich häufiger/ effektiver fort.

    In diesem Zusammenhang sollte Erwähnung finden, dass die Rückbildung der Flügel ebenfalls ein zufällig ausgewähltes Merkmal ist. Es hätten sich genauso gut „Greifhaken" oder ähnliches an den Tarsen entwickeln können.

  • Erläutere die Funktionsweise der Darwinschen Evolutionstheorie.

    Tipps

    Man liegt zwar sehr passiv in der Sonne, dies ist aber dennoch nicht als passive Anpassung, sondern lediglich als phänotypische Anpassung zu bezeichnen. Solche Anpassungen haben keinen Einfluss auf das Erbgut.

    Lösung
    • Nach Charles Darwins Evolutionstheorie ist es nicht möglich, dass Merkmale, welche sich durch Umwelteinflüsse gebildet haben, an die nächste Generation zu vererben sind. Daher wird der Tintenfisch seine Fähigkeit, sich durch die Röhre zu zwängen, nicht vererben können. Dass er dazu in der Lage war, ist wohl am ehesten einem Lerneffekt zuzuschreiben. Dieses Wissen wird ebenfalls nicht vererbt.
    • Auch das hellhäutige Pärchen wird nach anderen Erklärungen für die dunkle Haut ihres Kindes suchen müssen, wie zum Beispiel eine dunklere Haut bei ihren Vorfahren, da es durchaus möglich ist, dass hellhäutige Eltern ein dunkelhäutiges Kind zur Welt bringen.
    • Eine ähnliche Theorie einer solchen japanischen Krabbe gibt es tatsächlich, wird jedoch heute angezweifelt. Die hier vorgestellte Geschichte folgt jedoch den Mechanismen der Darwinschen Evolutionstheorie.
  • Ermittle, welche Thesen sich aus der Evolutionstheorie von Lamarck ableiten lassen.

    Tipps

    Versuche zu erkennen, ob es sich bei der Aussage um eine aktive oder passive Form der Anpassung handelt.

    Lösung

    Auch nach Darwins Argumentation hätte der Strauß seine Flugfähigkeit verloren, wenn die Art sich häufiger durch das Laufen fortbewegt hätte, seine Argumentation wäre jedoch im Detail anders:

    „Die Vögel, die zufällig kleinere Flügel hatten als ihre Artgenossen, waren durch die Energieeinsparungen, die ein kleinerer Flugapparat mit sich bringt, besser an die Umwelt angepasst und konnten mehr Nachkommen zeugen."

    Lamarck hätte sich die Größe des Blauwals wahrscheinlich anders hergeleitet:

    „Um besser vor Räubern geschützt zu sein, strebte der Blauwal nach einem größeren Körper".

    Die Aussage oben bezieht sich auf die zufällige Gegebenheit, dass größere Tiere besser geschützt sind, weshalb diese These eher als passive Anpassung zu bezeichnen ist.