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Klima Archiv im Eis 03:20 min

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Transkript Klima Archiv im Eis

Das Lomonossow-Gletscherfeld umfasst ein Gebiet von etwa 2000 Quadratkilometern. Es ist damit eines der größten Gletschergebiete Spitzbergens. Das Eis ist schätzungsweise 2000 Jahre alt, ein Hotspot für die Klimaforschung. Am Fuße der Gletscherzunge hat sich das Team von Prof. Veijo Pohjola und Dr. Elisabeth Isaksson ein Camp für Feldforschungen eingerichtet. Fünfzig Kilometer entfernt von der nächsten Siedlung wollen sie eine Woche lang Eisproben entnehmen, so hoffen sie, den Geheimnissen der Gletscherschmelze auf die Spur zu kommen. "Die letzten zehn Jahre war es hier außergewöhnlich warm. Es scheint, dass sich im Vergleich zu den letzten 300 Jahren etwas verändert hat." Die Forschungsrouten auf den Gletschern haben ihre Tücken. Je nach Wetterlage sind metertiefe Spalten im Eis fast nicht zu erkennen. Ausgestattet mit Waffen gegen Eisbären, Bohrinstrumenten, modernem Radar und GPS-Technik arbeiten die Forscher bei -30 Grad. Sie wollen anhand von Eisbohrkernen einen Klimakalender des Gletschers erstellen. In den einzelnen Schichten des Eises sind zahlreiche Informationen über die Klima- und Umweltbedingungen der vergangenen erdgeschichtlichen Zeiträume enthalten. Die Forscher können Schmelzphasen bis zu mehreren hundert Jahren mit dieser Technik zurückverfolgen. Die Durchführung vor Ort ist kompliziert und manchmal gefährlich, die Forscher lieben ihren Job trotzdem. "Wir tragen ein kleines Stück zum großen Klimapuzzle bei und das ist genügend Anreiz für mich, weiterzuforschen." Nach sieben Tagen Schwerstarbeit bringen die Forscher die Eiskerne in die Universität von Longyearbyen. Sieben Stunden dauert die Fahrt durch das Eis. Völlig durchgefroren und entkräftet erreichen sie ihr Ziel. Dr. Elisabeth Isaksson will sich zuerst vergewissern, dass die Bohrkerne die Fahrt heil überstanden haben. Die Schichten des Eises sind für die Gletscherforscher vergleichbar mit Jahresringen bei Baumstämmen. "Hier kann man die verschiedenen Schichten des Eises sehen. Die warmen Sommerschichten, wo viel geschmolzen ist, das ist das, was wir erwartet hatten. Viel mehr Schmelzwasser aufgrund der warmen Frühlingsmonate und Sommer in den letzten zehn Jahren." Die Proben der Forscher sprechen eine deutliche Sprache. Das Gletschereis auf Spitzbergen schmilzt und zwar dramatisch. Alles deutet auf eine langfristige Tendenz hin. Sollten Grönlands Eismassen tatsächlich abschmelzen, droht ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu sieben Meter. Ganze Küstengebiete würden weltweit versinken.