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Russische Geschichte

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Russland vom Zarenreich über eine provisorische bürgerliche Regierung und eine kommunistische Räterepublik unter Lenin zu einer Diktatur unter Josef Stalin.

Entwicklung der russischen Geschichte

Am Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte Russland einen extremen Umschwung. Hierunter kannst du dir vorstellen, dass sich das frühere Zarenreich unter Nikolaus II. innerhalb eines kurzen Zeitraums über eine provisorische bürgerliche Regierung und die Räterepublik unter Lenin zu einer Diktatur unter Josef Stalin entwickelte. Doch die Entwicklung vom zaristischen zum kommunistischen Russland kam nicht gänzlich unerwartet. Seit dem Anbruch des neuen Jahrhunderts führte eine Vielzahl von Faktoren zum Erstarken der russischen Kommunisten.

Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Bereits um die Jahrhundertwende gab es in Russland vermehrt Aufstände gegen die Zarenherrschaft. Mitglied einer dieser Bewegungen war der junge georgische Marxist Koba, den du vielleicht besser unter seinem späteren Namen kennst: Josef Stalin. Zusammen mit anderen Aktivisten predigte er die Ideen von Marx und wollte Arbeiter zu Streiks anstacheln. So kam es zu ersten Arbeitskämpfen unter der roten Fahne kommunistischer und marxistischer Ideen. Eine von Koba organisierte Demonstration in Tiflis am 01. Mai 1901 endete in einer Straßenschlacht mit Polizei und Militär, was Koba zur Flucht vor der zaristischen Polizei zwang. Jahrelang tauchte der Aufständische unter und versuchte, von anderen Standorten wie der Hafenstadt Batumi Aktionen gegen die Herrschenden in die Wege zu leiten. Die Zeit im Untergrund und auf der Flucht radikalisierte die Ansichten des späteren Stalin.

Die SDAPR - Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands spaltete sich im Jahr 1903 in zwei unterschiedliche Lager: Die gemäßigte Fraktion – aufgrund der Minderheit an Anhängern Menschewiki – genannt, setzte sich für eine bürgerliche Revolution ein, in der vor dem proletarischen Umschwung das Potenzial des Kapitalismus voll entfaltet werden sollte. Die Mehrheit in der Partei stellten allerdings die Bolschewiki unter der Führung von Wladimir Iljitsch Uljanov, von dem du vielleicht schon als Lenin gehört hast, dar. Diese glaubten an einen direkten Sieg des Proletariats nach Karl Marx‘ Ideen. Auch Stalin stellte sich als großer Bewunderer Lenins auf die Seite der Bolschewiken. Als es allerdings im Jahre 1905 in Russland zu Ausschreitungen kam, ließ Zar Nikolaus II. die Aufstände brutal niederschlagen und die kommunistische Revolution wurde vorerst zurückgedrängt.

Karl Marx

Einen entscheidenden Umschwung brachte der Eintritt Russlands in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1914, der sich als großer Fehler für die Zarenherrschaft herausstellen sollte. Hierbei kannst du dir vorstellen, dass die Armee so schlecht ausgestattet war, dass sich mehrere Soldaten ein Gewehr teilen mussten, und die Verluste daher erheblich waren. Die Verzweiflung und das Elend trieben immer mehr Arbeiter in die Arme der Aufständischen. Es kam zur Februarrevolution 1917. Die Anzahl der Aufstände und Revolutionsunterstützer stieg so rasant an, dass der Umschwung nicht mehr aufzuhalten war und der Zar bereits im März abdanken musste. Eine provisorische bürgerliche Vertretung wurde zunächst eingesetzt, doch parallel dazu entwickelte sich der Petrograder Sowjet, der Rat der Arbeiter und Soldaten, zum zweitmächtigsten Staatsorgan.

Lenin und die „Rote Revolution“

Nach seiner Rückkehr aus dem Schweizer Exil im Anschluss an die Februarrevolution 1917 plante Lenin mit Hilfe der Roten Garde und Teilen des Militärs den Staatsstreich: Die Umsetzung des Kommunismus nach Karl Marx und Friedrich Engels. In seinem Streben wurde er zudem von einer starken Abneigung gegen den Zaren und das prunkvolle Leben der Romanows angetrieben. Auch das Deutsche Kaiserreich profitierte in den Wirren des Ersten Weltkriegs von Lenins Rückkehr nach Russland. Die Regierung hoffte durch das Einschleusen des Aufständischen die innerrussischen Konflikte weiter anheizen und so die Kriegsführung an der Ostfront beenden zu können. Und so sollte es auch kommen: Bei seiner Rückkehr nach Sankt Petersburg sagte Lenin der provisorischen bürgerlichen Regierung den Kampf an. Doch erst der zweite Putschversuch wurde für ihn zum Erfolg. Dieses Ereignis im Herbst 1917 wird als Oktoberrevolution bezeichnet. Lenins Mitstreiter Leo Trotzki organisierte den Umsturz, bei dem es nur zu geringfügigen Ausschreitungen kam. Im Anschluss an die Oktoberrevolution folgte allerdings ein brutaler Bürgerkrieg zwischen den Bolschewiki und Anhängern des alten Zarenregimes, der Terror über ganz Russland brachte. Lenin und seine Anhänger konnten den Konflikt letzten Endes für sich entscheiden.

Friedrich Engels

Stalins Machtübernahme und Stalinistischer Terror

Als enger Vertrauter Lenins konnte auch Josef Stalin im Verlauf der Revolution in seinen Ämtern aufsteigen. 1922 wurde er an die Stelle des gesundheitlich geschwächten Lenins zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion - KPdSU gewählt, kontrollierte hiermit die Partei. Stalin übernahm die Macht im Staat. Bis zu Lenins Tod 1924 besetzte Stalin alle wichtigen Stellen mit Personen, die ihm treu ergeben waren. Lenin äußerte in seinem politischen Testament ernsthafte Bedenken über seinen früheren Anhänger, doch Stalin ließ das Testament verschwinden und sicherte sich so die Macht in Russland. Gegen politische Widersacher reagierte der Diktator mit brutalen Säuberungsaktionen. Auf Stalins Befehl starben mehr Stabsoffiziere als im Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus schätzen Forscher die Gesamtopferzahl der sogenannten Stalinistischen Säuberungen auf mindestens 3 Millionen bis zu weit über 20 Millionen Tote.

Stalinistischer Terror