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Geschichte der Familiennamen 08:20 min

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Transkript Geschichte der Familiennamen

Hallo, wie geht’s dir? In diesem Lehrfilm geht es um die Geschichte der Namen. Heutzutage ist es in fast allen Ländern Vorschrift, wenigstens zwei Namen zu tragen. Einen Rufnamen, auch als Vornamen bekannt und einen Familiennamen, auch Nachname genannt. Jahrtausende aber trug man bei den Germanen und anderen Völkern nur einen Namen. Zum Beispiel „Moses“, „Platon“ oder „Gremhild“. Ich werde diesen Film wie folgt gliedern: Zuerst erzähle ich dir etwas zu der Geschichte der Rufnamen beziehungsweise Vornamen. Danach erkläre ich dir, wie sich die Entwicklung bzw. der Übergang von der Einnamigkeit zur Zweinamigkeit vollzogen hat. Also wie die Familiennamen entstanden sind. Im Punkt drei erkläre ich dir, welche fünf Gruppen es gibt, aus denen die deutschen Familiennamen entstanden sind. Beschäftigen wir uns nun zuerst mit der Geschichte der Rufnamen bzw. Vornamen. Wie ich zu Beginn schon sagte, war es früher gang und gäbe, dass die Leute nur einen Namen trugen. Die ältesten deutschen Vornamen reichen bis in die altgermanische Zeit zurück. Namensforscher geben als die Blütezeit der germanischen Namensbildung das 7. bis 4. Jahrhundert vor Christus an. Die alten germanischen Rufnamen bestehen in der Regel aus zwei Gliedern, die als eine Art Heilwunsch eine Sinneinheit bilden. Das heißt, nach den damaligen Vorstellungen schrieb man einem Namen eine magische Kraft zu. Namensgebungen waren in jener Zeit eine kultische Handlung, wobei man glaubte, dass durch einen Zauber die in den Namensbestandteilen verkörperten Eigenschaften auf das Kind übergingen. So zum Beispiel nannten Eltern ihren Sohn Bernhard, weil sie sich wünschten, dass er so stark wäre, wie ein Bär. Oder sie nannten ihre Tochter zum Beispiel Hedwig, was so viel bedeutet, wie die Kämpferin, da die Endung „wig“ Kampf bedeutet. Aber schon zur Zeit Karl des Großen, also im 8. Jahrhundert, waren Namen nur mehr Bezeichnungen einer Person. Der Sinn für die Bedeutung des Namens war verloren gegangen. Man fügte nun einzelne Namensglieder nicht mehr dem Sinn, sondern dem Klang nach zusammen. Zum Beispiel durch Kreuzung zweier Rufnamen. Hieß der Vater beispielsweise Gerhard und die Mutter Guntlind, so wurde der Sohn zu Gunthard und die Tochter zu Gerlind. Ab der zweiten Hälfte des 8. Jahrhundert kamen auch hebräische, griechische oder lateinische Namen zu uns. Wie zum Beispiel Judith, Andreas oder Konstantin. Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts waren Heiligennamen sehr beliebt. So nannte man seine Kinder zum Beispiel Antonius oder Paulus. Den Höhepunkt der Heiligennamen brachte jedoch die Reformation im 16./17. Jahrhundert. Der Pietismus des 17./18. Jahrhunderts brachte neue zweistämmige religiöse Wunschnamen mit sich. Namen wie Fürchtegott oder Gotthilf waren zu dieser Zeit sehr beliebt. Ab dem 17./18. Jahrhundert kamen auch Namen aus anderen Sprachgebieten hinzu, z.B. französische Namen, wie Annette oder Claire. Im 19. Jahrhundert kamen dann auch englische Namen dazu, z.B. Harry oder Willy, aber auch slawische Namen, wie Kasimir oder Olga und auch nordische Vornamen, wie Knut oder Ingrid. Als aber die Bevölkerungsdichte zunahm, Besitztum häufig wechselte, Fremde sich ansiedelten und viele Bauern in die Stadt zogen, reichte ein Name nicht mehr aus, weil es viele Personen gleichen Namens gab. Mit dem Aufblühen von Handel und Verkehr nahm auch die Zahl der Urkunden und Verträge zu. Man musste die einzelnen Personen genauer kennzeichnen. Dies geschah zum Beispiel durch hinzufügen des Namens des Vaters, beispielsweise bei Petersen, was bedeutet „Peters Sohn“. Oder durch hinzufügen von Berufen. Wenn der Peter zum Beispiel Müller war, hieß er dann Peter Müller. Oder aber auch durch hinzufügen des Wohnsitzes. Dies sieht man bei dem Namen Bachmann, es lebte jemand am Bach. Diese Zusätze, die nach dem eigentlichen Namen stehen, entwickelten sich zu den Familiennamen, bzw. Nachnamen. Diese Nachnamen wurden mit der Zeit auch erblich und zeigten daher an, wer alles zu einer Familie gehörte. So entwickeln sich die heutigen Familiennamen. Kommen wir zu Punkt drei. Es gibt fünf Gruppen, aus denen deutsche Familiennamen geschöpft wurden. Die erste Gruppe sind die Patronyme oder Patronymika. Personen wurden nach dem Rufnamen ihres Vaters benannt. Zum Beispiel hieß der Vater Friedrich, hieß der Sohn dann Karl Friedrich, oder Friedrichs. Zu der ersten Gruppe gehören auch die Metronyme oder Metronymika. Das sind die Personen, die nach dem Rufnamen der Mutter benannt wurden. Von der Mutter abgeleitete Familiennamen sind jedoch eher selten. Beispielsweise der Familienname Meiensohn bedeutet Sohn der Maria. Die zweite Gruppe sind die Herkunftsnamen. Zugezogene wurden nach ihrem Herkunftsort benannt. Zum Beispiel der Name Beyer, diese Person kam aus Bayern. Oder Döring, diese Leute kamen aus Thüringen. Gruppe drei sind die Wohnstädtenamen. Einheimische wurden oft nach der Stätte benannt, in der sie wohnten. Zum Beispiel Familie Berg wohnt am Berg. Oder die Person mit dem Namen Althaus wohnte wahrscheinlich in einem alten Haus. Die vierte Gruppe sind die Berufsnamen. Zum Beispiel der Familienname Müller oder Schreiner. Diese nennt man direkte Berufsnamen, weil sie direkt aus der Berufsbezeichnung abgeleitet wurden. Aber es gibt auch indirekte Berufsnamen. Zum Beispiel Hammer, der vom Schmied abgeleitet ist, oder der Name Hobel, der vom Tischler abgeleitet wurde. Das heißt, indirekte Berufsnamen werden nach einem charakteristischen Werkzeug oder nach einem besonderen Merkmal des Berufes abgeleitet. Die fünfte und letzte Gruppe sind die Übernamen. Der Träger dieses Familiennamens wird nach körperlichen, charakteristischen oder biografischen Eigenheiten benannt. Zum Beispiel der Familienname Dörr, was so viel bedeutet die „der Dürre“. Derjenige war besonders dünn. Aber auch Namen wie Jung oder Fröhlich oder Graf gehören zum Bereich der Übernamen. Nun sind wir auch schon am Ende. Versuch du doch mal herauszufinden, woher dein Familienname stammt. Also dann, Tschüss und bis bald.

2 Kommentare
  1. Default

    interesand

    Von Exhartmann, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Sehr interessant. Super erklärt!

    Von Thaomi N., vor mehr als 2 Jahren