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Essay – Überblick 03:50 min

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Transkript Essay – Überblick

Hallo, ich bin Sarah! Ich wünsche dir viel Spaß beim Schauen des Videos. Heute erkläre ich dir die Textsorte Essay und ihre Besonderheiten. Dabei gehe ich auf Charakteristika, Themen, Stil und den Zweck eines Essays ein. Es wäre gut, wenn du schon Vorwissen zur Erörterung hast. Du kannst dir einen Essay als assoziativ-vernetzenden Gedankenspaziergang vorstellen. Das Wort “essayer” heißt “versuchen” auf Französisch.

Diese Übersetzung zeigt, dass es sich bei einem Essay um eine vorläufige, nicht fertige Aussage handelt und du inhaltlich beim Schreiben ein Gedankenexperiment wagst. Es geht nicht darum, eine objektive und allgemeingültige Aussage zu treffen. Subjektivität, also dein eigener Standpunkt, ist wichtig. Oft werden wissenschaftliche, gesellschaftliche oder kulturelle Phänomene beleuchtet. In der Regel geht es darum, etwas bereits Bekanntes aus deinem eigenen Blickwinkel zu betrachten. Zum Beispiel stellt “Grenzen schaffen Frieden” von Ulrich von Alemann einen ausgeklügelten Essay dar. Er schreibt über ein politisch-gesellschaftliches Thema, die Grenze. Das verbindet er mit seinen eigenen subjektiven Erfahrungen. So sehen wir gleich am Anfang “Meine erste Grenzerfahrung ist zugleich der erste datierbare Tag meiner Kindheitserinnerung.” wie er aus seinem Leben berichtet. Außerdem stellt er aber auch eine These auf, die für seinen Essay wichtig ist: “Und doch, ich will hier entgegen den eigenen Erinnerungen die These begründen, daß Grenzen nicht nur Abgrenzungen, Schranken, bedrohliche oder lästige Hindernisse sind.” An ihr sehen wir auch, wie wichtig ein durchdachter Schreibstil für einen Essay ist, was uns zum nächsten Punkt bringt. Ein Essay sollte stilistisch anspruchsvoll gestaltet werden. Dabei gibt es viele Freiheiten im Ausdruck und der Gestaltung, so zum Beispiel auch Raum für Sprachspiele. Jeder Essay ist anders, beim Schreiben musst du deine persönliche Note finden. Du kannst auch Ironie, Zitate oder Redewendungen einfließen lassen, wenn du denkst, dass es den Essay interessanter gestaltet.

Zweck: Generell gehört der Essay zu den erörternden Textsorten bzw. zu den journalistischen Darstellungsformen. Allerdings hat er eine freiere Form und keine so strenge Struktur wie eine Erörterung. Im Gegensatz zu einer Erörterung geht es auch nicht darum, den Leser vollends zu überzeugen, sondern eher darum, ihn zum Nachdenken anzuregen und seine emotionale Zustimmung zu gewinnen.

Zusammenfassend geht es bei einem Essay um einen aufregenden Gedankenspaziergang. Der Zweck soll nicht sein den Leser zu überzeugen, sondern Denkanstöße zu geben. Das können auch kritische Gedanken sein. Wir haben am Beispiel Alemanns gesehen, wie man solch eine These aufstellen kann. Wichtig ist auch, dass du beim Schreiben deinen eigenen Stil findest.

Ich hoffe, das Video hat dir geholfen. Viel Spaß beim Schreiben deines Essays! Tschüss.

5 Kommentare
  1. gut

    Von salih han b., vor etwa 2 Jahren
  2. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Schön, aber z.B für das Abi viel zu wenig. Wie bzw. in welcher Zeitform müssen Abstracts geschrieben sein? Gibt es dazu Tipps? Etwas ausführlichere Beispiele für den Essay wären von Vorteil.

    Von C Valanti K, vor mehr als 2 Jahren
  3. Danke, das Wesen des Essays ist mir jetzt schon viel klarer. Sehr schon erklärt, obwohl ich mir ein paar ausführliche Beispiele gewünscht hätte.

    Von Barbararupp, vor etwa 3 Jahren
  4. Zum Thema Argumentation ,finde ich schade ,dass es nicht Klassenabhängig ist ,die Erklärunge sind z.b zur schwierig ,für einen 7.klässler , da er nur die einfache Version verstehen will , und schade dass es keine dazu speziellen Übungen gibt.

    Von Wojtek B., vor etwa 3 Jahren
  5. Du bist hübsch

    Von Deleted User 206841, vor etwa 5 Jahren

Essay – Überblick Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Essay – Überblick kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne die Kennzeichen eines Essays.

    Tipps

    Der Verfasser/die Verfasserin eines Essays will in erster Linie Denkanstöße geben.

    Lösung

    Folgende Merkmale eines Essays sollten dir bekannt sein:

    • Das Wort Essay stammt vom französischen Verb essayer ab, das übersetzt „versuchen" bedeutet. Ein Essay ist daher immer nur eine vorläufige, nicht fertige Aussage.
    • Bei einem Essay handelt es sich um einen Gedankenspaziergang, d.h. es werden keine allgemeingültigen und objektiven Aussagen getroffen.
    • Der Essay lebt von seiner Subjektivität.
    • Wissenschaftliche, gesellschaftliche, aber auch kulturelle Phänomene werden in einem Essay behandelt.
    • Der Verfasser/die Verfasserin eines Essays genießt Freiheiten in Ausdruck und Gestaltung.
  • Gib den Zweck eines Essays an.

    Tipps

    Insbesondere in Zeitungen findet man häufig Essays. Überlege dir, welches andere Wort es für die Berufsgruppe des Reporters noch gibt und bilde daraus das Adjektiv.

    Kennst du ein anderes Wort, das Fröhlichkeit, Traurigkeit oder Wut allesamt zusammenfasst?

    Lösung

    Folgendes solltest du über den Zweck eines Essays wissen:

    • In einem Essay wird ein Thema erörtert, weswegen er zu einer erörternden Textsorte gehört. Insbesondere in Zeitungen kann man Essays häufig finden.
    • Ein Essay soll die Leserinnen und Leser nicht überzeugen, sondern sie zum Nachdenken anregen. Es nimmt seine Leser daher auf einen aufregenden Gedankenspaziergang mit.
    • Es geht demnach darum, die Leserinnen und Leser emotional zu bewegen und ihre Zustimmung zu erhalten.
  • Bestimme an dem folgenden Text die Merkmale eines Essays.

    Tipps

    Ein Essay zeichnet sich u.a. durch seine Subjektivität aus.

    Lösung

    Der vorliegende Schüleraufsatz ist aufgrund der folgenden Merkmale als Essay einzuschätzen:

    • Das Thema der Freiheit wird aus subjektiver Sicht behandelt, auf scheinbar gesicherte Erkenntnisse wird verzichtet.
    • Eine systematische Analyse des Themas Freiheit liegt nicht vor, vielmehr handelt es sich hierbei um ein Gedankenexperiment.
    • Der Text bietet weniger Resultate, als vielmehr Denkanstöße.
    • Es werden einprägsame und originelle Formulierungen verwendet.
    Quelle des Textes: Einecke, Günther; Nutz, Maximilian (Hrsg.) (2009): deutsch.kompetent. Zielgerichtet zum Abitur. Stuttgart, S. 361.

  • Bestimme die Charakteristika und die Themen eines Essays.

    Tipps

    „Grenzen schaffen Frieden" von Ulrich von Alemann ist ein Beispiel für einen Essay. Hier verbindet er ein politisch-gesellschaftliches Thema mit seinen eigenen Erfahrungen.

    Lösung

    Folgende Charakteristika weist ein Essay auf:

    • Er ist ein „Gedankenspaziergang“, um dem Leser wichtige Denkanstöße zu geben.
    • Er formuliert keine allgemeingültigen und objektiven Aussagen.
    • Der eigene Standpunkt steht im Vordergrund.
    Dabei bedient sich ein Essay wissenschaftlicher, gesellschaftlicher, aber auch kultureller Themen, um diese aus einem ganz neuen, subjektiven Blickwinkel zu betrachten.

  • Erkläre die einzelnen Arbeitsschritte zum Schreiben eines Essays.

    Tipps

    Schlüsselbegriffe sind wichtige Ausdrücke, die im Zusammenhang zu einem Thema stehen. Vor dem Schreiben empfiehlt es sich, sich über die Schlüsselbegriffe klar zu werden, um das gesammelte Material zum Thema entsprechend strukturieren zu können.

    Unter Lesefluss versteht man gemeinhin die einzelnen Übergänge zu neuen Textpassagen.

    Lösung

    Da es gemeinhin keine verbindlichen Normen für die Gestaltung eines Essays gibt, sind deiner Kreativität zwar keine Grenzen gesetzt, doch können sich daraus für ungeübte Schreiber durchaus Schwierigkeiten ergeben. Die folgende Handlungsanweisung soll dir dabei Leitschritte an die Hand geben, die dir zur Orientierung dienen.

    Generell gilt jedoch, dass ein Essay durch seine sprachliche Originalität lebendig wird. Aufgrund seiner Offenheit in Inhalt und Form kannst du eigene Erfahrungen, aber auch Wertevorstellungen in deinen Essay einfließen lassen.

  • Arbeite am Beispiel von Umberto Ecos „Vom Nützen des Mobiltelefons" den Stil eines Essays heraus.

    Tipps

    Ein anspruchsvoller Stil kann sich sprachlich zum Beispiel durch die Verwendung von Fremdwörtern bemerkbar machen.

    Sprachspiele haben meist eine doppelte Bedeutung und können sich auf zwei Sachverhalte beziehen.

    Lösung

    Der Textauszug von Umberto Eco stammt aus dem Jahr 1991 und beleuchtet das Phänomen des Mobiltelefons, das 1990 aufkam, aus einer ironischen Sicht. Es wird deutlich, dass er den Sinn darin nur für einige wenige ausmachen kann, welche er in Kategorien unterteilt. Aus sprachlicher Sicht wird dabei Folgendes deutlich:

    • Die Ausführung: „Zuerst kommen die Behinderten, [...]" kann in ironischer Weise aufgefasst werden, da damit zum einen nicht nur die körperliche Beeinträchtigung gemeint ist, sondern auch die des Mobiltelefons. Das Mobiltelefon wird in dem Sinne zum Handicap. Dieser Gedankengang wird sodann mit der Redewendung: „Gelobt sei ..." abgeschlossen. Dass jedoch die Technik gelobt werden sollte, wird durch den ironischen Nachsatz: „ein so nützliches Gerät" dahingestellt.
    • Der Ausdruck Benutzung auf eigene Gefahr ist eine Redewendung wie sie zum Beispiel von Baustellenschildern bekannt ist. Hier heißt es dann jedoch: Betreten statt Benutzen. Eco hat diese Redewendung also für seinen Zweck umgewandelt und verleiht ihr durch den Zusatz: „und nicht nur auf unsere" eine gewisse Ironie, da auch die Mitmenschen durch die Benutzung des Mobiltelefons in Mitleidenschaft gezogen werden.
    • In dem Satz: „Anerkennen wir sie als unsere leidenden Nächsten und leihen wir Ihnen auch das andere Ohr." ist ein Sprachspiel versteckt. Statt dem Nächsten ein Ohr zu leihen, kann man dem Nächsten auch die andere Wange hinhalten. Eco hat diese Redewendung entsprechend umgewandelt. Redet der Nächste also bereits per Mobiltelefon mit jemandem, leihen wir ihm auch unser anderes Ohr, damit er auch mit uns kommuniziert.
    Quelle des Textauszugs: Bialkowski, Brigitte (u.a.) (2002): Facetten. Lese- und Arbeitsbuch Deutsch für die Oberstufe. Stuttgart, S. 504.