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Erbwort, Lehnwort, Fremdwort 05:46 min

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Transkript Erbwort, Lehnwort, Fremdwort

Hast du dich auch schon einmal gefragt, woher bestimmte Dinge ihren Namen haben? Warum heißt die Pfütze eigentlich Pfütze? Und welche Worte sind schon länger in unserer Sprache vorhanden: Netz oder Kiste? Krieg oder Abenteuer? Palast oder extrem?

Die Antwort auf diese Fragen erfährst du, wenn du dich mit der Entwicklung einer Sprache und dem Einfluss anderer Sprachen genauer beschäftigst. Wie Wörter und die Grammatik sich verändern oder neue Wörter auftauchen und alte wegfallen, hängt unter anderem von den Lebensumständen der Menschen ab. Aber ich schaue mir das jetzt einmal genauer an! Unsere ältesten Wörter haben wir von den Germanen geerbt. Deswegen nennt man diese Wörter auch Erbwörter. Erbwörter gehören schon seit über 5000 Jahren zum Wortschatz der germanischen Sprachen. Sie verraten viel über das Leben der Menschen damals. Damit du es dir besser vorstellen kannst, stelle ich dir Hauke vor.

Hauke lebte mit seiner Familie in einem Haus. Die Menschen lebten hier gemeinsam mit ihren Haustieren, wie zum Beispiel einer Kuh, einer Ziege, einem Hund und Hühnern. Haukes Frau achtete darauf, dass das Herdfeuer in der Mitte des Hauses niemals ausgeht. Sie war auch diejenige, die das Essen darauf kochte. Der Rauch konnte durch das Windauge abziehen. Am liebsten aß Hauke einen Brei aus Gerste. Natürlich hatte er die Gerste selbst gesäht und später mit einem Pflug geerntet.

Im Laufe weiterer Generationen, von ca 2000 v.Chr. bis 500 n.Chr., änderte sich einiges im Leben der Menschen. Durch die Völkerwanderung, Lebensgewohnheiten und Kriege kamen neue Wörter in unsere Sprache.

Haukes Ururururenkel hätten dann ihr Fleisch auf dem Herd gebraten und dazu Brot mit Salz gegessen oder sie wären am Strand entlanggelaufen, um in einem Hafen die Fischer beim Auswerfen ihrer Netze zu beobachten oder sie hätten in einem weniger friedlichen Moment ihre Waffen im Krieg geschwungen.

Jetzt hast du schon einige Wörter gehört, die zu den Erbwörtern zählen. Ist dir dabei etwas aufgefallen? Genau! Keiner von uns würde ein Fenster heute noch als Windauge bezeichnen. Keiner außer den Engländern. In ihrem window steckt das Windauge noch drin.

Warum haben die Engländer das Windauge, window, behalten, während wir dazu Fenster sagen? Ganz einfach: die Latein sprechenden Römer haben in den ersten Jahrhunderten nach Christus große Teile des europäischen Kontinents besetzt. Dadurch kamen neue Gegenstände und Bezeichnungen in Umlauf. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen übernahmen dabei verschiedene Wörter. Im Gegensatz zu den Engländern haben wir nicht das Windauge behalten, sondern das lateinische finistra in unser Fenster verwandelt. Das Wort Fenster gehört damit zu den sogenannten Lehnwörtern.

Diese wurden aus einer anderen Sprache entlehnt, dabei aber in ihrer Aussprache, Schreibung und Flexion so sehr an die deutsche Sprache angepasst, dass du sie heute nicht mehr mit einer fremden Sprache in Verbindung bringen würdest.

Siehst du dir das Haus der Römerin Laura an, kannst du mehrere heute als Lehnwörter vorhandene Begriffe entdecken. Lauras Haus hatte feste Mauern und mehrere Kammern. Wenn Laura Gäste bekam, holte sie Wein aus einer Kiste und bereitete in der Küche einen mit Pfeffer gewürzten Fasan zu. Zum Glück brachten die Gäste oft frische Früchte, wie Feigen, vom Markt mit. Und manchmal, wenn es zu stark geregnet hat, mussten die Gäste auf dem Weg über große Pfützen springen.

Hier kommt unsere Pfütze. Die hat sich nämlich aus dem lateinischen Wort puteus, das ursprünglich Brunnen bedeutet, entwickelt. Auch später wurden immer wieder Wörter aus anderen Sprachen entlehnt. Im 12./13. Jahrhundert hatte die französische Kultur des Rittertums großen Einfluss auf die deutsche Sprache. Aus dieser Zeit stammen zum Beispiel die Wörter Palast, Preis, Abenteuer und Tanz.

Erbwörter und Lehnwörter sind jetzt klar. Und was sind Fremdwörter?

Auch diese Wörter sind so alltäglich, dass sie dir nicht mehr fremd vorkommen. Im Unterschied zu den Lehnwörtern wurden aber Aussprache und Schreibweise nicht dem Deutschen angepasst. Um Fremdwörter zu finden, reicht es, wenn du dich umsiehst.

Du sitzt an einem Computer, der hoffentlich extrem schnell ist, checkst deine Mails und wer weiß, vielleicht wirst du später einmal einen großen Betrieb managen. Alternativ könntest du auch der Star im Leichtathletikteam deiner Schule werden.

Klar ist, dass auch Fremdwörter durch neue Produkte, Erfindungen aus Wissenschaft und Technik oder Dingen des täglichen Lebens in unsere Sprache kommen. Heute müssen dafür keine Völker mehr wandern. Wenn du nur oft genug im Internet googelst um die neuesten Trends zu entdecken, genügt das.

Na, wie wärs, willst du vielleicht selbst mal deine Sprache verändern und ein neues Wort einführen? Die Möglichkeit dazu hast du!

1 Kommentar
  1. Default

    Sehr tolles Video !!!!!!!!!

    Von Adrian Sutter, vor mehr als einem Jahr