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Kalisalz 02:15 min

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Transkript Kalisalz

Es gehört zu den meist exportierten Bodenschätzen Deutschlands, „Kalisalz“, die Grundlage für Dünger. Die Preise für diesen Rohstoff, dessen Bedeutung kaum jemand kennt, haben sich in den vergangen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Abgebaut wird er unter anderem in Deutschland, in einem der größten Bergwerke der Welt. Das Kali-Werk im Werratal erstreckt sich unter Tage auf einer Fläche, die so groß ist wie München. Es ist eine Unterwelt, die vor 250 Millionen Jahren ein Urmeer war. Meerwasser enthält viele Salze, darunter Kali. Vor Millionen Jahren brachte die Sonne das Wasser des Binnenmeeres zwischen dem heutigen Hessen und Thüringen zum Verdunsten. Eine hochkonzentrierte Salzlösung blieb zurück. Entsprechend ihrer Löslichkeit setzten sich verschiedene Salzarten nacheinander auf dem Meeresboden ab. Je mehr Wasser verdunstete, desto konzentrierter wurde die Salzlösung, bis schließlich die leicht löslichen Kalisalze ausfielen. Über den Salzflötsen lagerten sich im Laufe der Jahrmillionen dicke Gesteinsschichten ab. Wo sogenannte Verwerfungsschichten entstanden, quollen die Salzgesteine wie eine zähe Flüssigkeit wieder nach oben. Diese Salzlagerstätten werden seit über 100 Jahren abgebaut. Die Förderung des weißen Goldes erfordert Spezialwissen. Ziel ist es, so wenig taubes, also kaliarmes, Gestein wie möglich aus dem Berg zu holen. Circa 70000 Tonnen Kalisalz werden hier, im Kali-Werk Wintershall, an der Werra pro Tag abgesprengt. Vor einigen Jahrzenten wurden Salzbergwerke eher geschlossen als ausgebaut. Heute werden stillgelegte Bergwerke wieder reaktiviert, denn Salz ist fast wieder so wertvoll wie im Mittelalter. Kalisalz ist nicht nur als Dünger für ausgelaugte Böden gefragt. Hochreines Kali etwa ist ein wichtiger Bestandteil von Infusionslösungen. Zudem ist das Mineral ein begehrter Rohstoff für die Pharma- und Kosmetikindustrie.