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Blutzucker – Bedeutung und Regulation im Körper 06:45 min

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Transkript Blutzucker – Bedeutung und Regulation im Körper

Hallo. Hast du schon einmal bemerkt, dass dir schummerig wurde, wenn du lange nichts gegessen oder Sport getrieben hast? Oder, dass du energiegeladen warst, nachdem du eine zuckerreiche Mahlzeit zu dir genommen hast? Beides ist auf den Blutzuckerspiegel in deinem Blut zurückzuführen. Dieser wird von deinem Körper strikt reguliert. Wie und an welchen Stellen in deinem Körper das geschieht, zeigt dir dieses Video. Schau es dir einfach an!

Was ist der Blutzuckerspiegel?

Zunächst solltest Du verstehen, was Blutzucker überhaupt heißt. Blutzucker ist die Menge an Glucose, einem Zucker, im Blut. Glucose ist ein Energielieferant und wird von allen Zellen im Körper gebraucht. Alle Körperzellen benötigen Glucose, um ihre Funktion zu erfüllen. Das kann zum Beispiel die Übertragung eines Nervenimpulses im Gehirn sein, die Herstellung und Ausschüttung eines bestimmten Stoffes wie zum Beispiel eines Hormons oder auch die Kontraktion einer Muskelzelle. Bestimmt fallen dir auch noch viele weitere Vorgänge im Körper ein, die Energie - also Glucose - verbrauchen.

Damit ist auch verständlich, dass unser Körper nicht etwa nur Energie verbraucht, wenn er körperlich aktiv ist, wenn sich also Muskelzellen kontrahieren. Auch ein ruhender Mensch verbraucht Energie, weil alle Körperfunktionen aufrecht erhalten werden. Dann verbraucht zum Beispiel dein Gehirn Energie. Auch dein Herz muss weiterschlagen und deine Lunge verbraucht Energie bei der Atmung. Die Energiemenge, die hierbei, also ohne körperliche Arbeit, verbraucht wird, bezeichnet man als Grundumsatz.

Blutzucker-Regelkreis

Der Blutzuckerspiegel im Blut wird laufend durch bestimmte Zellen, die Rezeptoren für Glucose tragen, gemessen. Diese Zellen können Glucosemoleküle im Blut identifizieren und messen wieviele dieser Molekül aktuell vorhanden sind. Dies ist der Glucose-Istwert. Werden dabei Abweichungen zum Sollwert an Glucose im Blut festgestellt, wird der Blutzuckerspiegel mittels eines feinabgestimmten Regelkreises wieder auf den Sollwert gebracht.

Sollwert meint hier den benötigten Energiebedarf des Körpers, also wieviel Glucose der Körper im Moment benötigt. In diesem Regelkreis sind verschiedene Organe an der Einstellung des Blutzuckerspiegels beteiligt. Die Hypophyse, die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse und die Nebennieren sorgen durch die von ihnen gebildeten Hormone Insulin bzw. Glucagon, Thyrosin und Adrenalin dafür, dass der Sollwert an Glucose im Blut wieder erreicht wird.

Nahrungsaufnahme oder Muskelarbeit wie Sport beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Wie genau, das siehst du gleich.

Muskelarbeit & Blutzuckerspiegel

Was passiert mit dem Blutzuckerspiegel im Blut, wenn Du Sport machst? Deine Muskelzellen verbrauchen Energie, also Glucose, aus dem Blut und dein Blutzuckerspiegel sinkt. Das wird von den Glucose-Rezeptoren gemessen und über das Nervensystem an das Zwischenhirn und die Hypophyse weitergegeben.

Über Nervenverbindungen und Hormone wird an die Bauchspeicheldrüse, die Nebenniere und die Schilddrüse gemeldet, dass der Blutzuckerspiegel ansteigen soll.

Von der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Glucagon abgegeben. Glucagon führt dazu, dass in der Leber gespeichertes Glycogen zu Glucose abgebaut und ins Blut abgegeben wird. Der Blutzuckerspiegel steigt an.

Die Nebenniere gibt zudem Adrenalin ab und die Schilddrüse schüttet Thyrosin aus. Beide Hormone sorgen ebenfalls für einen Abbau von Glycogen in der Leber. Der Blutzuckerspiegel steigt also auch durch diese beiden Hormone vermittelt an. Du ahnst es sicher schon, Glycogen ist also ein Speicherstoff für Glucose. Er besteht aus vielen kleinen Glucose-Molekülen und wartet nur auf das Signal wieder in seine Bestandteile zu zerfallen, eben zu Glucose.

Melden die Glucose-Rezeptoren, dass der Glucose-Istwert und der Glucose-Sollwert gleich sind, werden die Hormone nicht mehr ausgeschüttet und der Blutzuckerspiegel steigt nicht weiter an.

Nahrungsaufnahme & Blutzuckerspiegel

Das Gegenteil passiert, wenn du etwas zuckerhaltiges isst oder trinkst, wie zum Beispiel einen Schokoriegel oder eine zuckerhaltige Limonade. Diese Lebensmittel enthalten große Mengen an Glucose und lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen.

Die Glucose-Rezeptoren melden dem Zwischenhirn und der Hypophyse, dass der Blutzuckerspiegel über dem Sollwert liegt. Das führt dazu, dass von der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet wird. Insulin sorgt wiederum dafür, dass in der Leber Glycogen aufgebaut wird. Dazu wird Glucose aus dem Blut verwendet. Der Blutzuckerspiegel sinkt also wieder. Wenn der Glucose-Sollwert wieder erreicht ist, wird kein Insulin mehr ausgeschüttet und somit auch keine weitere Glucose für den Aufbau von Glycogen in der Leber verwendet.

Zusammenfassung

Du siehst also, dass dein Blutzuckerspiegel fein reguliert wird. Verschiedene Organe und Hormone im ganzen Körper sorgen dafür, dass deinen Muskelzellen beim Sport genügend Energie im Blut zur Verfügung steht. Und sie sorgen außerdem dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme nicht zu stark ansteigt und stattdessen die überschüssige Energie in Form von Glycogen in der Leber gespeichert wird.

So wird dein Blutzuckerspiegel immer konstant gehalten, so dass jede deiner Körperzellen immer mit der richtigen Menge an Glucose versorgt ist und zuverlässig arbeiten kann. Jetzt weißt du auch, was du tun musst, damit dein Blutzuckerspiegel wieder ansteigt, wenn du lange nichts gegessen hast und dir schummerig geworden ist. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

7 Kommentare
  1. super erklärt! Gewappnet für den nächsten Test... danke!!!

    Von Steffi Behrmann, vor 3 Monaten
  2. sehr gut

    Von Johan V., vor 7 Monaten
  3. Sehr gut und schön gemacht !! DANKE ;)

    Von Der Mü, vor fast 3 Jahren
  4. Ich habe es begriffen, (Endlich) :)

    Von Mysteragirl, vor mehr als 3 Jahren
  5. sehr gut erklärt !

    Von Peter Rothenberger, vor etwa 5 Jahren
  1. Dankeschön. Ist ein super Video :)

    Von Dompol, vor mehr als 5 Jahren
  2. Perfekt erklärt^^

    Von devran d., vor etwa 6 Jahren
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Blutzucker – Bedeutung und Regulation im Körper Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Blutzucker – Bedeutung und Regulation im Körper kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere den Begriff „Grundumsatz“.

    Tipps

    Neben dem Grundumsatz definiert man in der Biologie noch den Leistungsumsatz. Beide Energieumsätze bilden den Gesamtumsatz.

    Lösung

    Der Gesamtumsatz des Menschen setzt sich zusammen aus dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz. Dabei stellt der Grundumsatz jene Energie dar, die ein Mensch bei völliger Ruhe verbraucht. Er setzt sich zusammen aus der Energie, die die unwillkürliche Muskulatur der Organe, also Herz, Lunge und Darm, sowie das Gehirn verbrauchen. Daneben gibt es den Leistungsumsatz, der die Energie beinhaltet, die durch die Skelettmuskulatur verbraucht wird. Dies sind alle körperlichen Tätigkeiten.

  • Nenne Bestandteile des Regelkreises zur Blutzuckerregulation.

    Tipps

    Der Istwert wird von Zellen in der Bauchspeicheldrüse gemessen. Dieser Istwert wird mit dem Sollwert verglichen.

    Lösung

    Die Regulation des Blutzuckerspiegels läuft in einem Regelkreis ab. Dabei registrieren Glucose-Rezeptoren den Gehalt an Glucose im Blut. Dieser Istwert wird im Zwischenhirn mit dem Sollwert abgeglichen. Falls notwendig, werden nun über Stellglieder, wie die Bauchspeicheldrüse, Hormone produziert, die ins Blut abgegeben werden. Das Hormon Glucagon bewirkt, dass in der Leber Glycogen zu Glucose abgebaut wird und ins Blut gelangt. Das Hormon Insulin wirkt als Gegenspieler. Es bedingt, dass Glucose aus dem Blut in der Leber zwischengespeichert wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Störgrößen können auf den Blutzuckerspiegel (Regelgröße) einwirken. Dies können z.B. Arbeit oder Nahrung sein.

  • Ordne die Störgrößen danach, ob sie den Blutzucker erhöhen, senken oder keinen Einfluss auf ihn haben.

    Tipps

    Ausschlaggebend dafür, ob der Blutzucker sinkt oder steigt, ist der Verbrauch oder das Nachliefern von Nährstoffen, wie z.B. Glucose.

    Lösung

    Isst du süße Lebensmittel, kann dein Blutzuckerspiegel stark ansteigen. Dann produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, welches den Sollwert wieder einstellt, indem es bewirkt, dass Glucose in Form von Glycogen in der Leber eingelagert wird. Wenn du Tee oder Kaffee mit Süßstoff süßt, dann hat dies keinen Einfluss auf deinen Blutzucker, da im Süßstoff keine Nährstoffe vorhanden sind. Diabetiker, deren Insulinproduktion gestört ist, müssen auf diese Form des Süßens zurückgreifen. Im Wasser befindet sich kein Zucker. Es hat also auch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Körperliche Anstrengungen wie Fahrradfahren oder Wandern führen zu einer Absenkung des Blutzuckerspiegels, da die Nährstoffe zur Energiegewinnung genutzt werden. Auch die inneren Organe, die unwillkürlich arbeiten, verbrauchen Energie. Dies ist der so genannte Grundumsatz.

  • Interpretiere die Befunde des Glucose-Belastungs-Tests.

    Tipps

    Schaue dir vor allem die Anfangs- und Endwerte des Tests an.

    Lösung

    Die Person B ist ein Diabetiker, Person A ist hingegen gesund. Einem plötzlichen Anstieg der Glucose-Konzentration begegnet die Bauchspeicheldrüse mit einer erhöhten Insulinausschüttung. Der Blutzucker wird so gesenkt. Bei Person A wird genug Insulin produziert, um den Sollwert wieder einzustellen (ca. 100 mg pro 100 ml Blut). Bei Person B allerdings kann die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin produzieren. Die Masse an Glucose im Blut ist einfache höher als beim gesunden Menschen und fällt langsamer ab.

  • Bestimme die Hierarchie der Kontrollorgane bei der Blutzuckerregulation.

    Tipps

    Das Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem kann nur dann funktionieren, wenn die elektrische und hormonelle Informationsübertragung Hand in Hand gehen. Überlege, welche Signale von welchem Organ ausgehen.

    Lösung

    Das Zwischenhirn steht in Verbindung mit allen anderen Teilen des Gehirns. So werden die Signale des Großhirns dorthin geleitet. Hier werden Nervenhormone produziert, die in der Hypophyse wiederum die Produktion von Steuerungshormonen hervorrufen. Diese Steuerungshormone aktivieren dann die entsprechenden Hormondrüsen im Körper. Dazu gehören die männlichen oder weiblichen Keimdrüsen, die Bauchspeicheldrüse mit den Langerhansschen Inseln, die Schilddrüse und die Nebennierenrinde. Diese produzieren dann entsprechenden Hormone, die in alle Teile des Körpers gelangen können. Steigt die Konzentration dieser Hormone an, wird dies auch der Hypophyse und dem Zwischenhirn gemeldet. Dieser Vorgang wird Rückkopplung genannt.

  • Entscheide, welche Begriffe zur Regulation des Blutzuckers dem Hormonsystem oder dem Nervensystem zugeordnet werden können.

    Tipps

    Überlege, welche Organe oder Organteile dazu in der Lage sind, Hormone zu produzieren bzw. elektrische Erregungen weiterzuleiten.

    Lösung

    Das Hormonsystem besteht aus zahlreichen Drüsen, den Hormondrüsen. Sie produzieren Hormone, also chemische Botenstoffe, die entweder direkt ins Gewebe oder ins Blut abgegeben werden. Im Nervensystem werden die Informationen auf elektrischem Weg übertragen. Bei der Blutzuckerregulation werden elektrische Impulse vom Großhirn zum Zwischenhirn und von dort zur Hypophyse geleitet. Die Hypophyse produziert drüsenanregende Hormone, die die Zellen der Bauchspeicheldrüse zur Produktion der Hormone anregt. Dabei wird Insulin bei einem hohen Blutzuckerspiegel und Glucagon bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel ausgeschüttet. Obgleich die Hormone ins Blut abgegeben werden, stellt es keinen Teil des Hormonsystems dar. Auch die Leber ist kein Teil des Hormonsystems.