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Hormonsystem des Menschen 07:27 min

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Transkript Hormonsystem des Menschen

In diesem Video gebe ich Dir einen Überblick über unser Hormonsystem. Am Ende des Videos weißt Du, wo unsere wichtigsten Hormondrüsen liegen und welche Prozesse durch die von den Drüsen ausgeschütteten Hormonen gesteuert werden. Zum Verständnis des Themas ist dieses Mal kein besonderes Vorwissen nötig. Doch ist es sicherlich hilfreich, wenn Du bereits die Wirkungsweise von Hormonen kennst.

Beginnen wir damit zu klären, was das Hormonsystem in unserem Körper überhaupt ist. Ebenso wie unser Nervensystem, ist es ein Nachrichtensystem. Die Hormone sind in diesem System die Botenstoffe, das heißt, sie übermitteln die Informationen an entsprechende Zielorte im Körper und steuern dadurch wichtige Lebensprozesse. Anders jedoch als beim Nervensystem werden im Hormonsystem die Informationen von den Hormonen über das Blut weitergeleitet. Weil diese Art der Übermittlung von Informationen aber viel länger dauert, als zum Beispiel diejenige im Nerv, bezeichnet man das Hormonsystem auch als ein träges System.

Unser Hormonsystem besteht aus verschiedenen Hormondrüsen, die über unseren ganzen Körper verteilt sind. In diesen Drüsen werden Hormone, also sozusagen die Informationen gebildet und direkt ins Blut abgegeben. Wie schon gesagt, sind Hormone sehr wichtig, denn mit ihren Informationen steuern sie lebenswichtige Prozesse in unserem Körper. Da kannst Du Dir sicher denken, dass die Fehlfunktion einer Hormondrüse schwerwiegende gesundheitliche Folgen hat. Unsere Lebensprozesse funktionieren nur dann reibungslos, wenn die richtigen Informationen, in genau der richtigen Dosierung, ihre Zielorte im Körper erreichen. Ein Zuviel oder Zuwenig oder auch falsche Informationen stören den Ablauf erheblich.

Kommen wir nun zur Lage der Hormondrüsen. Die Hormondrüsen sind über unseren ganzen Körper verteilt. Da sie ein System bilden, beeinflussen sie sich natürlich zum Teil auch gegenseitig. Welches sind nun die Hormondrüsen? Da ist zunächst die Hirnanhangdrüse oder auch Hypophyse. Sie ist sehr klein, nur etwa erbsengroß und 1/2 Gramm schwer und liegt direkt unter dem Hypothalamus, dem unteren Teil des Zwischenhirns.

Die Schilddrüse mit den Nebenschilddrüsen liegt an der Luftröhre, im Bereich des Halses. Außerdem gehören zum Hormonsystem die Thymusdrüse, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren und die Keimdrüsen, beim Mann also die Hoden und bei der Frau die Eierstöcke. Da es hier zu weit führen würde, alle im menschlichen Körper vorkommenden Hormone aufzuzählen, werde ich Dir im Folgenden die Wirkung einiger, ausgewählter Hormone erklären. Du siehst anhand der Abbildung, welche Drüse das jeweilige Hormon produziert und abgibt.

Die Hirnanhangdrüse, oder auch Hypophyse, spielt im Hormonsystem eine übergeordnete Rolle, denn sie produziert zum Beispiel Wachstumshormone, also Hormone, die direkt Prozesse im Körper auslösen. Außerdem gibt sie aber auch Hormone ab, die die Tätigkeit anderer Hormondrüsen, zum Beispiel der Schilddrüse, der Nebennieren oder der Keimdrüsen anregen. Die Schilddrüse produziert unter anderem das Hormon Thyroxin. Thyroxin benötigt unser Körper zur Steuerung des Stoff- und Energiewechsels. Es regelt zum Beispiel unseren Grundumsatz. Das heißt, von der Türoxinkonzentration im Blut ist der Energieumsatz unseres Körpers im Ruhezustand abhängig. In der Thymusdrüse wird das Hormon Thymosin produziert. Dieses Hormon wirkt beim Aufbau und der Beeinflussung unseres Immunsystems mit. Die Bauchspeicheldrüse schüttet die beiden sehr wichtigen Hormone Insulin und Glykagon aus. Beide Hormone sind entscheidend für die Regulierung unseres Blutzuckerspiegels. Dabei bewirkt das Hormon Insulin eine Senkung des Blutzuckerspiegels und das Hormon Glykagon eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels. In den Nebennieren wird im Nierenmark das Adrenalin, das sogenannte Stresshormon produziert. In der Nierenrinde wird Cortisol gebildet. Dieses Hormon wirkt unter anderem entzündungshemmend und antiallergisch. In den Keimdrüsen der Frau, in den Eierstöcken, werden Östrogene und Progesteron gebildet. Diese Hormone sind unter anderem für die Regelung des Menstruationszyklus wichtig. In den Keimdrüsen des Mannes, in den Hoden, wird unter anderem das Hormon Testosteron gebildet. Testosteron löst das Muskelwachstum und die Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale aus.

Kommen wir zum Schluss, wie immer, zur Zusammenfassung. Du hast heute gelernt, dass das Hormonsystem ein Nachrichtensystem unseres Körpers ist. Verschiedene Hormondrüsen sind über den ganzen Körper verteilt. Die Informationsübertragung erfolgt durch Hormone über das Blut. Die wichtigsten Hormondrüsen sind: - die Hirnanhangdrüse, oder auch Hypophyse - die Schilddrüse - die Thymusdrüse - die Bauchspeicheldrüse - die Nebennieren - die Keimdrüsen bei Mann und Frau, die Hoden und die Eierstöcke Über das Hormonsystem erfolgt eine eher langsame Informationsübertragung, die dafür aber eine sehr lang anhaltende Wirkung hat.

Damit sind wir für heute am Ende. Tschüss, bis zum nächsten Mal.

7 Kommentare
  1. Hallo Dianaklingenberg, 

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wir haben die schlechte Tonqualität dieses Videos vermerkt und arbeiten an einer Verbesserung. Vielleicht hilft dir dieses Video weiter: https://www.sofatutor.com/biologie/videos/hormone-und-ihre-wirkungsweise?topic=2561
    Beste Grüße aus der Redaktion

    Von Johannes Jagemann, vor 3 Monaten
  2. bitte die audio verbessern!!!!

    Von Dianaklingenberg, vor 3 Monaten
  3. Sehr Gutes video aber "tschüss" wird glaube ich mit ss geschrieben LG

    Von Danielabloss602, vor fast 2 Jahren
  4. Hallo,
    vielen Dank für deine Anmerkungen! Welche Hormondrüsen vermisst du denn in diesem Video? Schau dir doch mal folgendes Video zum Thema Hormone an. In diesem Video wird detaillierter auf die Funktionsweise des Hormonsystems und auch die Funktion des Hypothalamus eingegangen.
    https://www.sofatutor.com/biologie/videos/hormone-bedeutung-und-funktion
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 2 Jahren
  5. leider nur 6 von 11 Hormondrüsen, die Bio verlangt.

    Von K M Kirchhoff, vor mehr als 2 Jahren
  1. Die Erklärung des Hormonsystems ist immer sehr schwierig Thema, aber Sie haben das sehr gut und genau erklärt. Vielen Dank

    Von Mandeep B., vor fast 5 Jahren
  2. Danke, sehr gut Erklärt. :)

    Von Dominic F., vor fast 6 Jahren
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Hormonsystem des Menschen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Hormonsystem des Menschen kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die Lage der Hormondrüsen im menschlichen Körper.

    Tipps

    Die Hypophyse wird auch Hirnanhangdrüse genannt.

    Die Keimdrüsen unterscheiden sich bei Männern und Frauen im Aussehen. Sie werden bei den beiden Geschlechtern auch jeweils unterschiedlich benannt.

    Lösung

    Die Hypophyse ist nur etwa erbsengroß und ein halbes Gramm schwer. Sie liegt ganz nah am Gehirn.

    Die Schilddrüse mit den Nebenschilddrüsen liegt im Halsbereich an der Luftröhre.

    Die Thymusdrüse befindet sich beim Menschen im Brustbereich.

    Die Bauchspeicheldrüse liegt in der Nähe von Magen und Darm und wiegt zwischen 40 und 120 Gramm.

    Die zwei Nebennieren sitzen auf den oberen Seiten der beiden Nieren und wiegen jeweils nur wenige Gramm.

    Beim Mann werden die Keimdrüsen als Hoden bezeichnet. Bei Frauen heißen die Keimdrüsen Eierstöcke.

  • Zeige auf, welche Aussagen zum menschlichen Hormonsystem stimmen.

    Tipps

    Die Informationsübermittlung über das Blut wird auch als „träges System“ bezeichnet. Kannst du dir vorstellen, warum das so ist?

    Lösung

    Richtig:

    Das Hormonsystem ist ein Nachrichtensystem des Körpers.

    Die Hormone dienen als Botenstoffe, die wichtige Informationen übermitteln.

    Unsere Hormondrüsen verteilen sich über den ganzen Körper.

    Falsch:

    Die Informationsübermittlung über das Blut läuft viel schneller ab als die Übermittlung über das Nervensystem. (Richtig ist: Die Informationsübermittlung über das Blut läuft viel langsamer ab als die Informationsübermittlung über das Nervensystem. Deshalb wird es auch als träges System bezeichnet.)

    Die Fehlfunktion einer Hormondrüse kann problemlos von den anderen Hormondrüsen im Körper ausgeglichen werden. (Richtig ist: Jede Hormondrüse im Körper stellt bestimmte Hormone her, die die anderen Hormondrüsen nicht herstellen können. Wenn also eine Hormondrüse eine Fehlfunktion aufweist, kann dies nicht durch die anderen Hormondrüsen ausgeglichen werden.)

  • Schildere, wie ausgewählte Hormone in unserem Körper wirken.

    Tipps

    Bei Diabetes Typ I denkt die körpereigene Abwehr, dass die Insulin bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse gefährlich sind. Das Immunsystem zerstört deshalb diese Zellen. Dadurch kann kein Insulin mehr gebildet werden.

    Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird kein oder zu wenig Thyroxin gebildet. Dies hat zur Folge, dass sich Betroffene oftmals müde und schlapp fühlen. Das fehlende Thyroxin kann dem Körper aber über Tabletten zugeführt werden.

    Lösung

    Die Hypophyse produziert Wachstumshormone und gibt Hormone ab, die andere Hormondrüsen anregen.

    Die Schilddrüse produziert Thyroxin, das unseren Stoff- und Energiewechsel steuert.

    Die Thymusdrüse produziert Thymosin, das beim Aufbau und der Beeinflussung des Immunsystems mitwirkt. Sie spielt in der Kindheit eine wichtige Rolle für das körpereigene Abwehrsystem. In der Pubertät verliert diese Drüse aber an Bedeutung.

    Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin und Glykagon, die unseren Blutzuckerspiegel regulieren. Außerdem spielt die Bauchspeicheldrüse eine wichtige Rolle bei der Verdauung.

    In den Nebennieren sind eigentlich zwei Drüsen zu finden. Im Nierenmark werden Stresshormone wie zum Beispiel das Adrenalin, in der Nierenrinde das entzündungshemmende Cortisol gebildet.

    Die Keimdrüsen produzieren Geschlechtshormone, die u.a. bei der Frau den Menstruationszyklus regeln und beim Mann das Muskelwachstum anregen. Außerdem sind sie für die Bereitstellung der Keimzellen zuständig. Bei Frauen sind dies die Eizellen, bei Männern die Samenzellen.

  • Zeige, welche Symptome bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse auftreten können.

    Tipps

    Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse arbeitet der Stoffwechsel nur sehr langsam. Betroffene haben weniger Energie und fühlen sich häufig ausgelaugt.

    Bei Menschen mit einer Überfunktion der Schilddrüse ist der Stoffwechsel beschleunigt. Sie fühlen sich oft hibbelig und leiden unter Nervosität.

    Lösung

    Gewichtszunahme, depressive Stimmungen, Antriebslosigkeit und Müdigkeit können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen. Deshalb sollte bei einem Verdacht auf eine Depression immer auch die Schilddrüse kontrolliert werden.

    Gewichtsverlust, Muskelabbau, Schlafstörungen und schnelles Schwitzen können auf eine Überfunktion der Schilddrüse hinweisen. Betroffene haben oft ein geringes Gewicht, obwohl sie normal essen.

  • Untersuche, wie der Körper sich in der Pubertät durch Hormone verändert.

    Tipps

    Unbefruchtete Eizellen werden bei der Menstruation ausgeschieden.

    Die Vulva besteht aus der Klitoris und den inneren und äußeren Schamlippen.

    Lösung

    Diese Veränderungen treten bei Jungen auf:

    Das Wachstum des Bartes und der Brustbehaarung wird durch männliche Geschlechtshormone gesteuert.

    Geschlechtshormone regen die Produktion der Samenflüssigkeit an und der erste Samenerguss tritt auf.

    Das vermehrte Testosteron und das Wachstum des Kehlkopfes sorgen für den Stimmbruch, der die Stimme tiefer klingen lässt.

    Diese Veränderungen treten bei Mädchen auf:

    Geschlechtshormone regen Eizellen dazu an auszureifen. Die Eizellen sind dann bereit zur Befruchtung.

    Das Wachstum der Vulva ist ebenfalls hormonell bedingt.

    Diese Veränderungen treten bei beiden Geschlechtern auf:

    Wachstumshormone sorgen dafür, dass die Knochen und das Gewebe größer werden. Der Körper erlebt einen Wachstumsschub.

    Das Wachstum der Scham- und Achselbehaarung wird ebenfalls durch Hormone ausgelöst.

  • Skizziere, welche gesundheitlichen Folgen auftreten, wenn das Hormonsystem nicht richtig funktioniert.

    Tipps

    Rezeptoren sind Moleküle an der Zellmembran von Zielzellen, an die andere Moleküle wie zum Beispiel Hormone binden können. Die transportierten Moleküle passen in die Rezeptoren wie ein Schlüssel in das passende Schloss. Viele Krankheiten lassen sich auf defekte oder fehlende Rezeptoren zurückführen. Dann ist zwar der Schlüssel da, aber das passende Schloss fehlt.

    Lösung

    Das Fehlen einer Hormondrüse

    Bei manchen Menschen kann es passieren, dass ihnen von Geburt an eine Hormondrüse fehlt. Hormondrüsen können aber auch durch Tumoren zerstört werden. Wenn der Krebsbefall bereits zu stark ist, muss die Hormondrüse dann operativ entfernt werden.

    Die Zerstörung oder Verdrängung des Drüsengewebes

    Es gibt Krankheiten, die dazu führen, dass Hormondrüsen zerstört werden. Bei Autoimmunerkrankungen greift das eigene Immunsystem das Drüsengewebe oder die Hormone produzierenden Zellen an. Aber auch Durchblutungsstörungen oder Infektionen können das Drüsengewebe beschädigen.

    Die Störung der Hormonbildung:

    Bestimmte Eiweiße helfen dem Körper, Hormone herzustellen. Diese Eiweiße nennt man Enzyme. Bei manchen Menschen fehlen diese Enzyme von Geburt an. Aber auch Erkrankungen können Schuld daran sein, dass diese Enzyme zerstört werden. Es kann aber auch sein, dass die Bausteine fehlen, aus denen die eigentlichen Hormone zusammengesetzt werden. Iod ist zum Beispiel am Hormonaufbau beteiligt. Wenn ein Mensch zu wenig Iod zu sich nimmt, wird die Hormonproduktion dadurch gestört.

    Hormone können nicht an ihren Zielzellen andocken

    Die Zielzellen, zu denen die Hormone transportiert werden, besitzen Rezeptoren, an denen die Hormone binden können. Wenn es zu wenige Rezeptoren gibt oder sie nicht richtig funktionieren, können die Hormone nicht planmäßig wirken. Es kann auch passieren, dass ein Körper keine Rezeptoren für das männliche Geschlechtshormon Testosteron besitzt. Dadurch können sich keine männlichen Geschlechtsorgane ausbilden. Die betroffenen männlichen Neugeborenen sehen dann aus wie Mädchen.