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Menstruation – der weibliche Zyklus (Vertiefungswissen) 06:56 min

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Transkript Menstruation – der weibliche Zyklus (Vertiefungswissen)

Hallo! Was Hormone im menschlichen Körper machen können, weißt du bestimmt schon: Sie spielen bei der Einstellung des Blutzuckerspiegels eine Rolle, wie z.B. das Insulin; oder sie werden bei Stress gebildet, wie z.B. das Adrenalin. Oft wirken Hormone in einem komplexen Zusammenspiel mit anderen Hormonen.

Und ein solches Zusammenwirken mehrerer Hormone möchte ich dir in diesem Video erklären. Das findet man nämlich beim weiblichen Menstruationszyklus und in der Schwangerschaft.

Zyklus allgemein

Im Verlauf des weiblichen Zyklus kommt es zur Reifung eines Follikels im Eierstock und zum gleichzeitigen Aufbau der Gebärmutter- oder Uterusschleimhaut. Die Eizelle wird aus dem Follikel in den Eileiter entlassen und wandert in Richtung Gebärmutter. Findet in diesem Zeitraum keine Befruchtung statt, kommt es zur Abstoßung der Uterusschleimhaut, was wir als Menstruation oder Monatsblutung bezeichnen. Danach beginnt der Zyklus von neuem. Die Zeitspanne vom Beginn einer Mensturation bis zur nächsten beträgt in der Regel etwa 28 Tage.

Hormonelle Ebene

Aber was passiert dabei eigentlich auf hormoneller Ebene im weiblichen Körper? Hier findet man ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Hormonen. Wusstest du, dass dabei auch zwei Hormone des Gehirns eine Rolle spielen?

Das follikelstimulierende Hormon FSH und das luteinisierende Hormon LH sind Hormone, die von der Hypophyse gebildet werden. Der Hypothalamus vermittelt durch Freisetzungshormone die Bildung von FSH und LH. Zudem spielen die Hormone des Eierstocks Östradiol und Progesteron eine Rolle. Und wie diese Hormone sich gegenseitig beeinflussen, siehst du jetzt.

Nach der Menstruation reift im Eierstock eine Eizelle heran. Den bläschenartigen Raum, in dem das Ei heranwächst, nennt man Follikel. Die Reifung des Follikels wird durch das eben schon erwähnte Hypophysenhormon FSH verursacht. Die Produktion von FSH steigt während dieser Phase des Zyklus.

Durch das Wachstum des Follikels wird das Ovar dazu bewegt, Östradiol zu produzieren, so dass auch dessen Konzentration ansteigt. Hier liegt eine positive Rückkopplung zwischen Östradiol und FSH statt; es kommt zu einem starken Anstieg der Östradiolkonzentration. Die Konzentration von FSH sinkt damit wieder ab. Der Östradiolanstieg löst außerdem die Produktion des Hypophysenhormons LH aus.

Durch LH erfolgt schließlich der Follikelsprung, oder auch Eisprung genannt, d.h. die reife Eizelle verlässt den Follikel und wird in den Eileiter entlassen. Der zurückbleibende Follikel wird zum so genannten Gelbkörper, indem lipidhaltige Zellen einwachsen. Der Gelbkörper bildet das Hormon Progesteron, sodass dessen Konzentration stark ansteigt.

Progesteron hemmt die Ausschüttung der beiden Hypophysenhormone FSH und LH; ihre Konzentration sinkt also. Auf diese Weise wird gleichzeitig auch verhindert, dass ein weiteres Ei reift. Unter dem Einfluss von Östradiol und Progestereon ist auch die Uterusschleimhaut herangewachsen.

Durch den weiteren Progesteroneinfluss wird die Uterusschleimhaut dann auf die Aufnahme eines befruchteten Eies vorbereitet. Meist erfolgt aber keine Befruchtung, die Eizelle stirbt innerhalb weniger Stunden ab und der Gelbkörper verkümmert. Die Produktion von Progesteron wird damit eingestellt. Auf diese Weise wird die Uterusschleimhaut schwächer durchblutet und abgestoßen - die Menstruation setzt ein.

Da kein Progesteron mehr bebildet wird, liegt auch keine Hemmung der Ausschüttung der beiden Hypophysenhormone FSH und LH mehr vor. Beide werden wieder gebildet und der Zyklus beginnt von Neuem.

Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille enthalten in der Regel Östradiol und Progesteron oder Substanzen, die chemisch ähnlich aufgebaut sind. Bei der regelmäßigen Einnahme werden die Eireifung und der Eisprung verhindert.

Findet aber eine Befruchtung des Eies durch eine männliche Keimzelle, ein Spermium, statt, ist der Verlauf anders: Das befruchtete Ei wandert vom Eileiter in die Gebärmutter, wo es sich in die Uterusschleimhaut einnistet. Hier werden durch die Einnistung Schwangerschafts-Hormone produziert, die anregend auf den Gelbkörper wirken. Dieser verkümmert dann nicht, sondern er kann weiterhin Progesteron produzieren, das das Abstoßen der Uterusschleimhaut verhindert und auch dafür sorgt, dass keine weiteren Eier heranreifen.

Die Schwangerschaft wird aufrechterhalten. Bei einem Schwangerschaftstest weist man übrigens auch Hormone nach. Und zwar steigt der Gehalt des Humanen Choriongonadotropins, kurz HCG, im Urin einer schwangeren Frau an, wenn sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnistet.

Jetzt weißt, du dass Hormone nicht nur bei der Einstellung des Blutzuckerspiegels oder bei Stress eine Rolle spielen. Beim weiblichen Menstruationszyklus vermitteln die Hypophysenhormone FSH und LH gemeinsam mit den Hormonen des Eierstocks Östradiol und Progesteron die Follikelreifung, den Eisprung und den Aufbau und die Abstoßung der Uterusschleimhaut in einem regelmäßigen Zyklus.

Im Falle einer Befruchtung des Eies setzt eine Schwangerschaft ein. Du hast hier das komplexe Auf und Ab der beteiligten Hormone sowie die Art, wie sie ihre Ausschüttung gegenseitig fördern oder hemmen, kennen gelernt. Tschüss!

Menstruation – der weibliche Zyklus (Vertiefungswissen) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Menstruation – der weibliche Zyklus (Vertiefungswissen) kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe den Ablauf des Menstruationszyklus.

    Tipps

    Vor der Wanderung zur Gebärmutter muss die Eizelle in den Eileiter entlassen werden.

    Wenn es zu einer Befruchtung der Eizelle kommt und diese sich in der Gebärmutter einnisten kann, ist man schwanger.

    Lösung

    Der Menstruationszyklus beginnt mit der Reifung des Follikels im Eierstock. Ist die Reifung abgeschlossen, wird die Eizelle aus dem Follikel in den Eileiter entlassen und wandert in Richtung Gebärmutter. Ist die Eizelle in der Gebärmutter angekommen und wird dort nicht befruchtet, trifft also nicht auf ein reifes Spermium, so wird die Eizelle zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden. Dies nennen wir Menstruation oder Monatsblutung. Im Anschluss beginnt der Zyklus von vorne.

    Wenn die Eizelle befruchtet wird und sich in der Gebärmutter einnisten kann, kommt es zur Schwangerschaft.

  • Beschreibe den Ort, an dem die Hormone gebildet werden.

    Tipps

    Eines dieser Hormone kennst du noch nicht mit Namen. Es ist das Hormon, das die Schwangerschaft aufrechterhält.

    Lösung

    FSH und LH sind Hormone, die in der Hypophyse, also im Gehirn, produziert werden. Östradiol wird in den Eierstöcken und zu einem geringen Teil in der Nebenniere gebildet. Während des weiblichen Zyklus wird Progesteron insbesondere vom Gelbkörper gebildet.

    Die Abkürzung HCG steht für humanes Choriongonadotropin und ist ein wichtiges Hormon, das die Schwangerschaft aufrechterhält. HCG spielt auch bei Schwangerschaftstest eine große Rolle. Sie weisen es im Urin nach.

  • Erkläre, wann die Konzentrationen der einzelnen Hormone ansteigen.

    Tipps

    Progesteron wird insbesondere vom Gelbkörper produziert.

    FSH ist die Abkürzung für Follikel stimulierendes Hormon.

    Lösung

    Östradiol und FSH stimulieren das Wachstum des Follikels. Nach der Menstruation hat die Produktion von FHS zur Folge, dass auch Östradiol produziert wird. Der Östradiolanstieg sorgt dafür, dass die FSH-Konzentration wieder absinkt. Es bewirkt gleichzeitig den Anstieg des Hormons LH und schließlich den Eisprung.

    Nach dem Eisprung wird der leere Follikel zum Gelbkörper umgebaut, der sehr viel Progesteron produziert und so die Reifung eines weiteren Eis verhindert.

  • Erkläre, wie es zu einer Schwangerschaft kommt.

    Tipps

    Eine Eizelle kann bis zu 24 Stunden überleben. Spermien sogar bis zu mehreren Tagen.

    Lösung

    Damit eine Befruchtung stattfinden kann, muss zunächst der Eisprung der Frau stattfinden. Dies geschieht um den 14. Tag des Menstruationszyklus. Das Ei kann nur wenige Stunden befruchtet werden. In dieser Zeit muss mindestens ein Spermium auf die Eizelle treffen, damit es zu einer Befruchtung kommen kann. Nach dem Eisprung wird das Ei in den Eileiter entlassen. Dort wird es durch Kontraktion und durch die Flimmerhärchen in Richtung Gebärmutter transportiert. Damit die Spermien das Ei finden, sondert es chemische Stoffe aus, welche anlockend wirken. Die Befruchtung findet im oberen Teil des Eileiters statt. Treffen Ei und Samenzelle aufeinander, dringt das Spermium in die Eizelle ein. Dabei verliert es den Schwanz. Die Zellkerne von Ei und Samenzelle verschmelzen. Von nun an spricht man von einer Zygote.

  • Beschreibe die Besonderheiten des weiblichen Zyklus detaillierter.

    Tipps

    Der erste Tag des weiblichen Zyklus ist der erste Tag der Menstruationsblutung.

    Lösung

    Der weibliche Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Menstruationsblutung. In dieser Zeit werden die unbefruchtete Eizelle und die Gebärmutterschleimhaut abgegeben. 3 bis 7 Tage hält die Menstruationsblutung an. Danach wird die Schleimhaut langsam wieder aufgebaut und ein neuer Follikel reift heran. Der Eisprung erfolgt ungefähr um den 14. Tag des Zyklus. Die Eizelle wird vom Eileiter aufgenommen und in Richtung Gebärmutter transportiert. Findet eine Befruchtung der Eizelle statt, bereitet sich der Körper auf eine Schwangerschaft vor. Wird die Eizelle nicht befruchtet, bereitet der Körper eine weitere Periode vor.

  • Beschreibe die Entwicklung von der Befruchtung bis zur Embryonalentwicklung.

    Tipps

    Teilt sich die Zygote, befindet sich der Keim im Zweizellstadium.

    Der Maulbeerkeim ist nach ungefähr vier Tagen entstanden. Er besteht aus 32 Zellen.

    Lösung

    Bei der Befruchtung verschmelzen die Zellkerne von Eizelle und Spermium. Die befruchtete Eizelle wird als Zygote bezeichnet. Nach der ersten Teilung (Furchung) befindet sich der Keim im Zwei-, nach einer weiteren Teilung im Vierzellstadium. Nach vier Tagen ist der Maulbeerkeim (Morula) entstanden, der aus 32 Zellen besteht. Am siebten Tag nistet sich das Keimbläschen (auch Blasenkeim oder Blastozyste) in die Gebärmutterschleimhaut ein. Nach der 2. bis 6. Woche ist der Embryo entstanden, der bereits alle Anlagen der inneren und äußeren Organe enthält.