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Was passiert bei Stress? - Fight-or-Flight-Syndrom: Ein Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem 06:42 min

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Transkript Was passiert bei Stress? - Fight-or-Flight-Syndrom: Ein Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem

Das Fight-or-Flight-Syndrom - Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem

Hallo! Du kennst das bestimmt: Du sitzt in der Klasse, jeden Augenblick wird der Lehrer herein kommen und die Aufgabenzettel für die Klassenarbeit austeilen. Du bist angespannt, dein Herz schlägt schneller als sonst, deine Handflächen sind etwas feucht. Du bist in einer Stresssituation.

Warum reagiert dein Körper auf diese Weise auf Stress? Hatte auch ein Urzeitmensch Stress? Wie wirken Nerven- und Hormonsystem bei Stress zusammen und was ist das Fight-or-Flight-Syndrom? In diesem Video wollen wir diesen Fragen auf den Grund gehen.

Stell dir einen Urzeitmenschen vor, der mit seinem Speer in freiem Gelände unterwegs ist. Er ahnt nichts böses. Plötzlich steht ein wolfartiges Wesen vor ihm, er erstarrt. Innerhalb weniger Augenblicke steht der Urzeitmensch unter Hochspannung - Stress. In diesem Zustand muss er eine Entscheidung treffen: Kämpfen oder Fliehen? Fight or Flight? Das ist der Ursprung der Bezeichnung Fight-or-Flight-Syndrom für akute Stresssituationen.

Wenn du einem stressauslösenden Reiz ausgesetzt bist, einem sogenannten Stressor - wenn etwa plötzlich ein wilder Hund vor dir steht -, dann steht dein Körper innerhalb kürzester Zeit unter Hochspannung. Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass diese Anspannung noch eine ganze Weile anhält, obwohl die Gefahrensituation schon längst vorbei ist.

Der scheinbar gefährliche Hund hat sich längst getrollt und ist gar nicht mehr zu sehen. Warum schlägt dein Herz dann immer noch schnell? Der äußere Reiz -der Hund- ist ja längst weg...

Das hängt damit zusammen, dass im menschlichen Körper zwei verschiedene Systeme Hand in Hand laufen: Das Nervensystem und das Hormonsystem. Das Hormonsystem ist etwas träger als das Nervensystem und wirkt daher länger nach. Aber wie genau funktioniert das? Was läuft im Körper ab, wenn eine Stresssituation eintritt?

Ein äußerer Reiz wird -etwa über das Auge- wahrgenommen und über Nervenbahnen an das Gehirn gesendet. Das Gehirn erfasst die Situation und aktiviert den sogenannten Sympathicus, der zum vegetativen Nervensystem gehört. Über elektrische Impulse wird die Nebennierenrinde zur Produktion von Adrenalin und Cortisol angeregt. Gleichzeitig wird in der Hypophyse ein Hormon produziert.

Hormone sind Botenstoffe, die in sehr kleinen Dosen ins Blut ausgeschüttet werden und -wenn sie in bestimmten Zellen auf entsprechende Andockstationen, sogenannte Rezeptoren, treffen- bestimmte Reaktionen auslösen.

In Stresssituationen wird in der Hypophyse das Hormon ACTH produziert und gelangt über die Blutbahn ebenfalls in die Nebennierenrinde. So wird gleichzeitig über das Hormonsystem und das Nervensystem die Produktion der Hormone Adrenalin und Cortisol angeregt.

Die beiden Botenstoffe erreichen über das Blutsystem den ganzen Körper und lösen verschiedene Reaktionen aus: Die Atmung wird beschleunigt, die Aterien weiten sich, der Blutdruck nimmt zu, der Herzschlag wird schneller. So kann mehr Blut aufgenommen und transportiert werden, die Zellen erhalten also mehr Sauerstoff, wodurch Muskeln und Hirn können mehr Arbeit leisten können. In der Leber werden gleichzeitig eingelagerte Kohlenhydrate in Glucose umgewandelt und über das Blut im Körper verteilt. Glucose ist Traubenzucker und der Kraftstoff der Zellen.

Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel können Muskeln und Hirn nun Höchstleistungen vollbringen. Das ausgeschüttete Cortisol wiederum hemmt unter anderem die Verdauung - dadurch wird eine Menge Energie eingespart, die nun Hirn und Muskeln zusätzlich zur Verfügung steht. Stress ist also insgesamt eine sinnvolle, keineswegs ungesunde Reaktion des Körpers, die in „Gefahrensituationen“ die Leistungsfähigkeit enorm erhöht. Ist die Stresssituation vorüber wird der Parasympathicus aktiv.

Die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol wird eingestellt, der Stoffwechsel normalisiert sich wieder. Dass dieser Vorgang des Abklingens oft länger dauern kann, liegt daran, dass es eine Zeit dauert, bis die Konzentration der entsprechenden Hormone im Blut wieder sinkt. Gefährlich ist Stress nur dann, wenn er zu Dauerstress wird.

Wenn ein Mensch -z.b. in seiner Arbeit- permanent unter Druck steht, fährt sein Körper die ganze Zeit über den Modus der Gefahrensituation. Der erhöhte Blutdruck schädigt die Gefäße, Herzinfarkt kann die Folge sein, die Verdauung wird durch die andauernd hohe Konzentration von Cortisol im Blut gelähmt, Darmgeschüre werden begünstigt. Da Cortisol auch das Immunsystem schwächt, steigt die Anfälligkeit für Infenktionskrankheiten.

In der Stresssituation arbeiten Nerven- und Hormonsystem Hand in Hand und lösen bestimmte Reaktionen im menschlichen Körper aus, um eine höhere Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Verdauung wird gehemmt und dein Gehirn und deine Muskeln werden mit zusätzlichem Traubenzucker versorgt. Die geweiteten Gefäße ermöglichen eine bessere Durchblutung. Das ist eine sinnvolle Einrichtung, um Gefahrensituationen besser meistern zu können. Wird Stress allerdings zum Dauerstress, wirkt er gesundheitsschädigend. Tschüss!

3 Kommentare
  1. Hallo, das Video ist fehlerhaft! Ne Überarbeitung wäre sehr gut und dringend notwendig.

    Die Fehler wurden bereits ins den vorherigen Beiträgen genannt.

    Von Katharina Rapp88, vor etwa 2 Jahren
  2. Hallo,
    Cortisol und Adrenalin wirken unterschiedlich auf den Herz-Kreislauf, den Stoffwechsel, die Hypophyse, dem Immunsystem und die Verdauung. Beispielswiese unterstützt Cortisol die Wirkung von Adrenalin auf den Herz-Kreislauf, steigert den Fettsäuregehalt im Blut und fördert den Muskelproteinabbau zur Energiegewinnung.

    Bezogen aus Immunsystem reagieren sie auch unterschiedlich. Während Adrenalin eine kurzfristige Aktivierung der Abwehrreaktionen bewirkt, unterdrückt Cortisol Entzündungsprozesse und Abwehrreaktionen. usw. :)

    Ich hoffe, das hilft dir weiter!
    LG

    Von Serpil Kilic, vor etwa 4 Jahren
  3. Richtig gute Darstellung!
    Anmerkung: Cortisol wird nicht als Sympathikusreaktion ausgeschüttet. Sympathikus wirkt nur aktivierend auf das Nebennierenmark (Adrenalin). Cortisol wird durch Hormone der Hypothalamus-Hypophysenachse von der Nebennierenrinde gebildet.
    Frage: Wie unterscheiden sich die Wirkungen von Adrenalin und Cortisol?

    Von Yellahh, vor etwa 4 Jahren

Was passiert bei Stress? - Fight-or-Flight-Syndrom: Ein Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Was passiert bei Stress? - Fight-or-Flight-Syndrom: Ein Zusammenwirken von Nerven- und Hormonsystem kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere den Begriff Hormon.

    Tipps

    Hormone sind Botenstoffe. Wie der Postbote überbringen sie Informationen („Signale“).

    Die vier Begriffe lauten:
    Blut, Botenstoffe, Reaktion, Rezeptoren.

    Lösung

    Das Wort Hormon stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie antreiben oder erregen. Sie sind Botenstoffe, die von speziellen Zellen produziert werden. Hormone werden in kleinen Mengen ins Blut abgegeben und docken an spezifische Rezeptoren an. So lösen sie bestimmte Reaktionen aus. Die Hormonproduktion findet an vielen Orten im Körper statt, unter anderem im Gehirn, in den Nebennieren oder in der Schilddrüse.

    Bekannte Hormone sind Insulin, Endorphine, Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron, Östrogen oder Glucagon. Sie alle werden an verschiedenen Orten gebildet und wirken ganz unterschiedlich.

  • Vereinfache das Wort Stressor.

    Tipps

    Stressoren verursachen Stress. Sie bezeichnen aber nicht die Reaktion auf diesen Stress.

    Lösung

    Stressoren sind Stressfaktoren, die also Stress verursachen. Die Reize, die auf den Organismus einwirken, können als positiv oder negativ eingeschätzt werden.

    Es gibt „guten“ und „schlechten“ Stress. Guter Stress kann z.B. bei einer bevorstehenden Hochzeit oder als Vorfreude auf einen neuen Job auftreten. Schlechter Stress wird als unangenehm, bedrohlich und überfordernd empfunden, z.B. bei Todesfällen oder Existenzängsten.
    Ob eine Stresssituation „gut“ oder „schlecht“ ist, hängt auch von der Einstellung des Individuums gegenüber dieser Situation ab. Eine Klausur kann für einige als Herausforderung, für andere als Belastung angesehen werden.

  • Schildere, warum Stresssymptome auch längere Zeit nach einer Gefahrensituation noch vorhanden sind.

    Tipps

    Hormone werden über das Gefäßsystem verteilt, das hier rot und blau dargestellt ist. Es durchzieht den gesamten Körper und kann so auch Hormone zu allen Organen transportieren.

    Lösung

    Im menschlichen Körper arbeiten das Nervensystem und das Hormonsystem eng miteinander zusammen. Das Nervensystem ist allerdings viel schneller als das Hormonsystem. Im Körper sind Organe verteilt, die Hormone produzieren. Diese werden ins Blut abgegeben und so über das Blutgefäßsystem im ganzen Körper verteilt.

    Das Stresshormon Adrenalin sorgt z.B. dafür, dass die Herz- und Atemfrequenz erhöht wird. Dies ist in einer Leistungs- bzw. Stresssituation durchaus sinnvoll, denn dadurch gelangt mehr Sauerstoff in den Körper und Nährstoffe werden im Körper schneller transportiert. So kannst du dich bei einer Klassenarbeit besser konzentrieren.

    Aber auch nach einer Leistungssituation, die für den Körper stressig und alarmierend ist, kannst du die Stresssymptome (z.B. das schnell schlagende Herz) noch einige Zeit bei dir beobachten. Das liegt daran, dass das Hormonsystem etwas träger ist. Erst wenn die Konzentration von Adrenalin im Blut gering genug ist, ist dein Körper nicht mehr an eine Stresssituation angepasst und kann sich erholen.

  • Untersuche die aktuelle Forschung über das Fight-or-Flight-Syndrom.

    Tipps

    Da viele Wissenschaftler und Forscher ihre Ergebnisse in englischer Sprache verfassen, sind auch diese ganzen Begriffe in dieser Sprache. Deshalb findest du hier eine kleine Übersetzungshilfe:

    • befriend = unterstützen, helfen, anfreunden
    • fight = kämpfen, fechten, streiten
    • flight = Flucht, Flug, (Vogel-)Schwarm
    • freeze = einfrieren, erstarren, stoppen
    • fright = Angst, Furcht, Schrecken
    • tend = pflegen, hüten, tendieren

    Lösung

    Die fight-or-flight-Reaktion wurde 1915 von dem Amerikaner Walter Cannon geprägt. Er erforschte die Abläufe, die im Nervensystem des Körpers ablaufen, vor allem bei Tieren, die in eine bedrohliche Situation geraten sind. So stellte er fest, dass im Gehirn die schlagartige Freisetzung des Stresshormons Adrenalin veranlasst wird. Dieses sorgt u.a. dafür, dass die Herz- und Atemfrequenz beschleunigt werden. Dadurch wird der Körper mit mehr Energie versorgt, um in dieser Stresssituation mit Kampf oder Flucht reagieren zu können.

    Diese beiden Optionen wurden 1988 von Jeffrey A. Gray erweitert. In der ersten Phase, der freeze-Phase, ist der Körper sehr aufmerksam, wach und bewegungslos. Dieses Erstarren geht mit der Hoffnung einher, von dem Raubtier (oder einem anderen Stressor) nicht entdeckt zu werden.
    Gray stellte Cannons Begriff außerdem um, denn die Flucht-Reaktion sei eher zu erwarten als der Kampf (flight-or-fight).
    Wenn diese beiden Möglichkeiten nicht gegeben sind, tritt die fright-Phase ein. Mit der Furcht geht eine Muskellähmung einher, mit dem Ziel sich totzustellen.

    Der Begriff der Tend-and-befriend-Reaktion wurde in den 90er Jahren geprägt. Er stellt heraus, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf eine Stresssituation reagieren. Während für Männer Kampf und Flucht häufig realistische Optionen sind, kommt für Frauen eher in Frage, den Nachwuchs zu beschützen (tend) und Freundschaft anzubieten (befriend).

  • Stelle die Wirkungsweise von Sympathicus und Parasympathicus gegenüber.

    Tipps

    Glykogen ist ein Speicherstoff, der aus vielen Glucoseeinheiten besteht. Glykogen wird auch als Leberstärke bezeichnet. Glucose ist der Energieträger des Körpers und wird vor allem in Stresssituationen vermehrt freigesetzt.

    Der Sympathicus ist vor allem in Gefahrensituationen aktiv. Er sorgt dafür, dass alle Prozesse, die für eine bevorstehende Flucht oder einen bevorstehenden Kampf unwichtig sind, gestoppt werden. Dazu gehört z.B. die Verdauung und die daran beteiligten Organe (z.B. Magen, Speicheldrüsen).

    Lösung

    Das vegetative Nervensystem (VNS) unseres Körpers steuert die inneren Organe, die für die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff und für die Entsorgung von Stoffwechselendprodukten zuständig sind. Da es selbstständig arbeitet, wird das VNS auch als autonomes Nervensystem bezeichnet.

    Bestimmt ist dir aufgefallen, dass Sympathicus und Parasympathicus als Gegenspieler (antagonistisch) auftreten.
    Der Parasympathicus ist besonders in Situationen aktiv, die der Regeneration und der Erholung des Körpers dienen. So verlangsamt er die Herz- und Atemfrequenz, fördert die Speicherung des „Kraftstoffes“ Glucose in den Speicherstoff Glykogen und erhöht die Verdauungsleistung (also den Prozess der Energiegewinnung).
    Der Sympathicus dagegen dient der körperlichen Aktivität. Er beschleunigt die Herzfrequenz, fördert die Atmung, erhöht die Glucosefreisetzung in der Leber und hemmt alle Prozesse, die in einer Leistungs- oder Alarmsituation „unnötigerweise“ Energie verbrauchen (z.B. die Verdauung).

  • Ermittle Stressoren und Stressfolgen.

    Tipps

    Der Körper reagiert auf eine Stresssituation, indem u.a. die Herzfrequenz erhöht, die Atemfrequenz beschleunigt und die Ausschüttung von Hormonen vom Sympathicus angeregt wird.

    Bei Dauerstress können ein Herzinfarkt (hoher Blutdruck), Übergewicht (ungesunde Ernährung) und Krankheiten (geschwächtes Immunsystem) die Folge sein.

    Lösung

    Stress ist in vielen Situationen sinnvoll, denn er erhöht die Leistungsfähigkeit.

    Situationen, die Stress auslösen (Stressoren) gibt es viele. Sie sind z.T. vom Menschen abhängig. Die häufigsten negativen Stressoren sind:

    • Tod eines nahen Familienangehörigen,
    • Scheidung und Trennung,
    • Verlust des Arbeitsplatzes, Geldsorgen und Verschuldung,
    • Krankheit,
    • Konflikt mit dem Gesetz.
    Der Körper reagiert auf kurzfristigen Stress mit der Ausschüttung von Hormonen, einer erhöhten Herz- und Atemfrequenz und erhöhtem Blutdruck.

    Bei Dauerstress erhöht sich das Risiko eines Herzinfarkts, das Gewicht nimmt aufgrund von Zeitmangel meist zu (oder drastisch ab) und das Immunsystem ist geschwächt, sodass häufig Krankheiten resultieren.