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Grundzüge des Absolutismus am Beispiel Frankreichs

Frankreich war Vorbild und Vormacht der absolutistischen Herrschaftsformen, die im 17. Jahrhundert entstanden und sich bald in Europa verbreiteten.

Die Anfänge des Absolutismus

Der Reformation unter Martin Luther folgten in ganz Europa zahlreiche religiöse Auseinandersetzungen. Als Beispiel kannst du dir die Bauernkriege von 1524 - 1526 oder die acht Religionskriege von 1562 - 1598 im religiös gespaltenen Frankreich merken. Mit dem Edikt von Nantes wurde der Dualismus der Konfessionen im Jahr 1598 zwar rechtlich geregelt, trotzdem herrschten immer noch Unruhen im Land. Die Gesellschaft sehnte sich nach Ruhe. Philosophen wie beispielsweise Thomas Hobbes sprachen sich dafür aus, dass es einen alleinigen und souveränen König als verantwortlichen Herrscher geben sollte, auf den die gesamte Macht vereinigt ist. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Absolutismus.

Absolutismus

Die Merkmale des französischen Absolutismus

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts war der Absolutismus in Europa nach dem Vorbild Frankreichs vorherrschend. Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen legibus absolutus ab und kann mit von den Gesetzen losgelöst übersetzt werden. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zentrierten sich auf eine Person, den absolutistischen Herrscher. Demzufolge wurde die Macht des Adels eingeschränkt, denn der König erließ beispielsweise Gesetze, ohne auf die Interessen oder Meinungen anderer Adeliger zu achten. Aus diesem Grund spricht man von einer absoluten Monarchie, also der Alleinherrschaft eines einzelnen Adeligen, der losgelöst und unabhängig von den Gesetzen herrschte. Der berühmteste König des französischen Absolutismus war Ludwig XIV, der auch „Sonnenkönig“ genannt wurde.

Fünf Merkmale kannst du dir für den französischen Absolutismus merken:

Die Gesellschaft war in Stände unterteilt, wobei der Klerus (also die Geistlichen) den ersten, die Adeligen den zweiten und die restlichen Bürger und Bauern den dritten Stand stellten. Man ging davon aus, dass diese gesellschaftliche Organisation von Gott gewollt und durch Geburt bestimmt und unveränderbar war. Der dritte Stand bildete mit über 90% die größte Gruppe. Nur Mitglieder des dritten Standes mussten Steuern zahlen, wodurch die Bürger und Bauern das oft luxuriöse Leben der Adeligen am Hof finanzierten. Außerdem ernannte der König die wichtigsten Fachleute zu seinen Beamten, die dem Staat – also dem Herrscher – dienten.

Daneben gab es in Frankreich ein gut organisiertes Heer, das stets kriegsbereit und im Einsatz war. Auch diese Menschen dienten voll und ganz dem absolutistischen Staat.

Die Wirtschaft des französischen Absolutismus war vom sogenannten Merkantilismus geprägt. Billige Rohstoffe wurden importiert, innerhalb der eigenen Manufakturen verarbeitet und teurer exportiert. Allgemein sollten sonstige Importe durch Zölle reduziert werden. Der Merkantilismus war letztendlich nicht erfolgreich, da auch er die hohen Ausgaben des Königs nicht ausgleichen konnte. Der Absolutismus endete in einer Staatsverschuldung.

Innerhalb der Justiz war der Alleinherrscher losgelöst und frei von Gesetzen, denn er erließ diese.

Staatsreligion war der Katholizismus. Religion und Politik waren also verschmolzen, es herrschte die „von Gott gewollte“ Ordnung. Das absolutistische Oberhaupt herrschte „von Gottes Gnaden“, sein Handeln und Herrschen war durch göttliches Recht legitimiert.

Ludwig XIV

Ludwig XIV.

„Leben wie Gott in Frankreich“ – Hast du diese Redewendung schon einmal gehört? Der Ursprung der Redewendung ist nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass sie etwa zur Zeit der Französischen Revolution oder kurz davor entstanden ist. Die Redewendung bedeutet so viel wie ein sorgloses Leben im Überfluss führen, womit möglicherweise die luxuriöse Lebensweise Ludwigs XIV. in seinem Schloss Versailles in der Nähe von Paris gemeint ist. Schon mit vier Jahren kam er nach dem frühen Tod seines Vaters Ludwig XIII. auf den Thron und herrschte von 1643 bis 1715. Seine Herrschaft zeichnete sich durch prunkvolle Feste am Hofe aus. Versailles galt als politisches und gesellschaftliches Zentrum.

Ludwig XIV. verkörperte den französischen Leitsatz des Absolutismus l’état c’est moi, was übersetzt Der Staat bin ich bedeutet. Er sah sich selbst als Zentrum des Staates, so wie die Sonne Zentrum unseres Sonnensystems ist. Aus diesem Grund erhielt er den Beinamen, unter dem dir Ludwig XIV. womöglich heute eher bekannt ist: le roi soleil – der Sonnenkönig. In diesem zentralen Begriff vereinen sich alle Merkmale des französischen Absolutismus, an dessen Spitze und über allen Gesetzen der König stand.

Das Ende des Absolutismus

Letztendlich waren die Politik und Wirtschaft des Absolutismus nicht erfolgreich. Der Merkantilismus konnte die zunehmende Staatsverschuldung nicht verhindern und die gesellschaftlichen Schichten, allen voran der dritte Stand, wurden zunehmend unzufriedener. Das Zeitalter der Revolutionen, ein gesamteuropäisches Phänomen, begann. Auch hier fungierte Frankreich als Vorreiter. Mit der Französischen Revolution 1789 und dem Sturm auf die Bastille, bei dem das Volk zu den Waffen griff und Rechte einforderte, endete die Herrschaftsform des Absolutismus in Frankreich. Der damalige absolutistische Herrscher Ludwig XVI., ein Nachfolger Ludwigs XIV., und seine Frau Marie Antoinette versuchten, vor den Revolutionären zu fliehen. Leider endete diese Flucht nicht mit einem Happy End: Die beiden wurden gefasst und im Januar 1793 schließlich mit der Guillotine enthauptet.

Guillotine

Es folgten zwei Jahre, die als La Grande Terreur – die Schreckensherrschaft – in die Geschichte eingehen sollten. Sie bezeichnet die Zeit von 1793 bis 1794, in der die brutale Unterdrückung aller Personen, die verdächtigt wurden, Gegner der Revolution zu sein, an der Tagesordnung war. Angeführt wurde dieses Komitee von zwölf Männern, zuerst von Georges Danton und später von Maximilien de Robespierre, die letztendlich ebenfalls mit der Guillotine öffentlich hingerichtet wurden. Daher stammt auch der berühmte Satz: „Die Revolution frisst ihre Kinder.“

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