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Bedingungen Deutscher Bund 04:37 min

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Transkript Bedingungen Deutscher Bund

Hallo liebe Freunde! Hier ist wieder eine neue Folge von Käpten Geschi. Heute erzähle ich Euch von den Bedingungsfaktoren des Deutschen Bundes. In diesem Video lernt Ihr etwas über die Hintergründe seiner Entstehung und über die unterschiedlichen Meinungen von Bürgern und Fürsten über den Deutschen Bund. Doch zunächst zu den Hintergründen der Entstehung des Deutschen Bundes. Durch Säkularisierung und Mediatisierung und durch die Eroberungen von Napoleon hatten sich die territorialen Verhältnisse und die Herrschaftsverhältnisse in Deutschland sehr verändert. Säkularisierung bedeutet übrigens, dass die Besitztümer der Kirchen, also deren Land oder Vermögen, an die weltlichen Hoheitsträger übergingen. Und Mediatisierung bedeutet, dass viele kleine Reichsstände unter die Herrschaft eines einzigen Fürsten gestellt wurden, dass also aus vielen kleinen Ländern wenige große Länder wurden. So sind zum Beispiel Baden und Bayern zu mittelgroßen Staaten aufgestiegen. Die 2. Bedingung zur Entstehung des Deutschen Bundes war die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Jahre 1806. 3. , die Bundesakte. Das Grundgesetz des Deutschen Bundes besagte, dass alle deutschen Bundesstaaten demokratische Züge zu beinhalten hatten. Der 4. Hintergrund für die Entstehung des Deutschen Bundes war eine damals ganz neue Idee, die bis heute die extremsten Auswirkungen auf die Politik in Ländern rund um die Welt hat- der Nationalismus. Ich will Euch nun kurz noch erzählen, wie dieser Nationalismus in Deutschland entstanden sein soll. 1. , die deutschen Nationalisten haben sich von den Franzosen inspirieren lassen, die ab 1789 ihre eigene grand nation hatten und eine eigene Nationalversammlung. 2. , die Erleidung der Herrschaft Napoleons über deutsche Gebiete und die darauf folgenden Befreiungskriege verursachten ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Deutschen. 3. , Kunst schaffende der deutschen Romantik glorifizierten die deutschen Kaiser des Mittelalters. Mit Gedichten wie ''Kaiser Rotbart Lobesang '', gemeint ist Barbarossa, beflügelten sie den aufkeimenden Nationalismus in Deutschland. Die nationalistisch gesinnten Bürger wollten ein einig deutsches Vaterland. Einen solchen Nationalstaat mit einem starken Kaiser als Zentralregierung wollten die Fürsten aber nicht. Diese Herrscher von Gottes Gnaden sahen dadurch nämlich ihre Souveränität bedroht. Und auch die europäischen Großmächte wollten das nicht. Durch einen einheitlichen deutschen Nationalstaat sahen sie das Mächtegleichgewicht in Europa gestört. So entstand auf dem Wiener Kongress 1815 durch die Bundesakte, sozusagen als Kompromiss, der Deutsche Bund. Der Deutsche Bund bedeutete eine gewisse Einheit unter den einzelnen deutschen Staaten. Das Mächtegleichgewicht in Europa wurde aber dadurch aufrecht erhalten, dass der Deutsche Bund keine Zentralregierung hatte. Die Fürsten der einzelnen deutschen Staaten behielten weitgehend die Oberhand über deren Geschicke. So waren die nationalistisch gesinnten Bürger enttäuscht, weil es immer noch kein einig deutsches Vaterland gab. Und die liberal und die konstitutionalistisch gesinnten Bürger waren vom Deutschem Bund enttäuscht, weil keine Volksvertretung entstand, die die Macht der Fürsten wirklich beschränkt hätte. Und Näheres dazu erfahrt ihr in dem Video ''Die Beschaffenheit des Deutschen Bundes''. So liebe Freunde, jetzt wisst ihr Bescheid und bis zum nächsten Mal haltet die Ohren steif. Euer Käpten Geschi.

Bedingungen Deutscher Bund Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Bedingungen Deutscher Bund kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib die passende Antwort zu der gestellten Frage an.

    Tipps

    Die Bundesakte ist eine Art Regelwerk.

    Säkularisierung bedeutet Verweltlichung.

    Mediatisierung bedeutet Mittelbarmachung.

    Lösung

    Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (HRR)

    • hat nichts, was moderne Staatlichkeit kennzeichnet: keine Rechtsgleichheit, keine Reichsbürgerrechte, kein geschlossenes Territorium, keine systematische schriftliche Verfassung
    • HRR = ein lose integrierter Personen-, Rechts- und Leistungsverband mit einem König bzw. Kaiser als Oberhaupt
    • Basis ist das mittelalterliche Lehnswesen, dadurch ist die Herrschaft der Fürsten legitimiert worden.
    • Die Reichsglieder sind: Kaiser, 100 Territorialherren (Kurfürsten, Fürsten, Grafen, Herren, Prälaten, Ritter) und 50 Reichsstädte.
    Quelle: Stollberg-Rilinger, Barbara (2003): Einführung in die Frühe Neuzeit. URL: https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/recht/reich/unterpunkte/nation.htm. [zuletzt aufgerufen am 12.08.2020]

  • Definiere die Fachbegriffe.

    Tipps

    Versuche in der Definition Schlüsselbegriffe zu finden, die auf den Fachbegriff hindeuten.

    Um dir Fachbegriffe besser dauerhaft einzuprägen, ist es sinnvoll, Karteikarten anzulegen.

    Lösung

    Rund um den Deutschen Bund

    • besteht von 1815–1866
    • Nachfolger des Heiligen Römischen Reichs und des Rheinbundes
    • Bedingungsfaktoren: Säkularisierung, Mediatisierung, Napoleon, Auflösung des Heiligen Römischen Reichs, Bundesakte 1815
    • lockerer Staatenbund unter österreichischer Führung
    • in gewissem Maße ein Vollzugsorgan, das die Legitimität der Monarchen und deren Ordnung sichert
    • Anhänger des Nationalismus und Liberalismus werden mit polizeilichen Mitteln bekämpft
    • Auflösung des Deutschen Bundes nach dem Deutschen Krieg 1866 im Zuge des Prager Frieden
    Quelle: Der Deutsche Bund (Lebendiges Museum Online). URL: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/vormaerz-und-revolution/der-deutsche-bund.html. [zuletzt aufgerufen am 14.08.2020]

  • Stelle die Rolle des Kaiser, der Fürsten und der Bürger gegenüber.

    Tipps

    Die Bürger wollen die Macht der weltlichen Fürsten einschränken.

    Die Fürsten wollen weiterhin die Oberhand in allen Belangen behalten.

    Lösung

    Die Deutsche Bundesakte vom 08. Juni 1815

    „Im Nahmen der allerheiligsten und untheilbaren Dreyeinigkeit. […]“ So beginnt das Grundgesetz des Deutschen Bundes, das aus 20 Artikeln besteht. Die Bundesakte soll die Weiterführung bzw. die Erfüllung des 6. Artikel des Pariser Friedens darstellen: Sicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands und Ruhe und Gleichgewicht für Europa wurde hierbei gefordert. Dies soll erreicht werden durch die Vereinigung zu einem beständigen Bund.

    • Art. 1 definiert die äußeren Grenzen des Deutschen Bundes.
    • Art. 2 benennt den Zweck: äußere und innere Sicherheit sowie die Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit der einzelnen Staaten
    • Art. 3 definiert die Rechte der einzelnen Bundesglieder.
    • Art. 4 benennt die Bundesversammlung als politisches Organ.
    • Art. 5–10 beschreiben die Aufgaben, Befugnisse, Einschränkungen und Örtlichkeit der Bundesversammlung.
    • Art. 11 klärt einen eventuellen Kriegszustand und die dabei auftretenden Pflichten jedes zugehörigen Staates.
    Ab dem 12. Artikel sind besondere Bestimmungen in Bezug auf die einzelnen Staaten getroffen worden: Rechte der Souveränen, der Reichsstädte sowie deren individuellen Freiheiten, christliche Religionsfreiheit und die damit erworbenen Rechte, Umgang mit dem jüdischen Glauben
    • Artikel 18 definiert die Bürgerrechte.
    Deutsche Bundesakte (08.06.1815), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL: http://www.documentArchiv.de/nzjh/dtba.html. [zuletzt aufgerufen am: 12.08.2020]

  • Vervollständige den Dialog zwischen einem Grafen und seinem Bauern.

    Tipps

    Feudalismus bezeichnet das System eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen einem Herrn und seinem Untertan, das sich durch die Leistung und Abgaben des Untertans und die Sorgfaltspflicht des Herrn kennzeichnet.

    Religion ist ein zentrales Element der sozialen Ordnung in der Geschichte.

    Mit dem Zeitalter der Aufklärung kehrt ein Umbruch im Denken der Menschen ein.

    Lösung

    Steckbrief des Wiener Kongresses

    • Wo? In Wien
    • Wann? September 1814
    • Wer? Vertreter fast aller europäischer Staaten
    • Warum? Neuordnung Europas nach dem Sturz Napoleons
    • Besonderheiten? politisch-territoriale Neugestaltung des deutsch-sprachigen Raums und die Klärung der deutschen Verfassungsfrage
    • Ergebnis? Unterzeichnung der Bundesakte und die Gründung des Deutschen Bunds

  • Bestimme die korrekten Aussagen zu den Bedingungen des Deutschen Bundes.

    Tipps

    Frankreich kann schon sehr früh als Staatsnation gesehen werden.

    Lösung

    Vormärz und Revolution 1815 –1849

    • Patriotische Stimmung entsteht durch das Ende der napoleonischen Herrschaft.
    • Deutscher Bund als Staatenbund, der aus souveränen Fürstentümern und freien Städten besteht
    • Konflikte befeuert durch bürgerlichen Reformwillen, den Nationalstaatgedanken und die Klassengegensätze
    • Die Unzufriedenheit ist die Basis für die revolutionären Umsturzversuche 1848.
    Quelle: Vormärz und Revolution 1815–1849 (Lebendiges Museum Online). https://www.dhm.de/lemo/kapitel/vormaerz-und-revolution.html. [zuletzt aufgerufen am 14.08.2020]

  • Leite die verschiedenen Sichtweisen auf den Nationalismus her.

    Tipps

    Negativ klingende Schlagworte geben einen Hinweis auf deren Zugehörigkeit.

    Der Wortbestandteil National- weist zur Zeit des Deutschen Bundes weder auf eine positive noch negative Einordnung hin.

    Lösung

    Nationalismus vs. Patriotismus

    • Nach dem Historiker Otto Dann ist Patriotismus „... ein gesellschaftlich-politisches Verhalten, bei dem nicht die eigenen oder Gruppeninteressen im Vordergrund […] stehen, […], sondern die Gesellschaft als Ganzes, der Staat, die Umwelt.[…]“
    • Hingegen sieht Ernest Gellner den Nationalismus als eine kulturalistische Ideologie, die gerade in ihrer Wachstumsphase ausgeprägte mystische Züge hatte. Er wurde als Ersatz für Religionen, aufgrund der geschwächten Stellung der Kirche, gesehen, bevor totalitäre Ideologien ihn abgelöst beziehungsweise instrumentalisiert haben.
    • Einfach gesagt, Patriotismus ist die Liebe zum eigenen Land ohne andere Nationalitäten abzuwerten.
    • Nationalismus ist gerade durch die nationalsozialistische Ära mittlerweile negativ konnotiert. Zur Zeit des Deutschen Bundes war dies aber eine Art des Zusammengehörigkeitsgefühls und der einen deutschen Nation, die auf eine jahrhundertelange Tradition (Literatur, Kunst etc.) zurückblicken kann.
    Quelle: Bizeul Yves: Nationalismus, Patriotismus und Loyalität zur offenen Republik. URL: https://www.bpb.de/apuz/30737/nationalismus-patriotismus-und-loyalitaet-zur-offenen-republik. [zuletzt aufgerufen am 14.08.2020]