sofatutor 30 Tage kostenlos ausprobieren

Videos & Übungen für alle Fächer & Klassenstufen

Wer war Till Eulenspiegel? 04:53 min

Textversion des Videos

Transkript Wer war Till Eulenspiegel?

Hallo, ich bin Martina! Und heute geht es um eine Figur, die du bestimmt schon kennst. Nämlich Till Eulenspiegel. Ich erzähle dir zuerst, wer Till Eulenspiegel war und warum man ihn heute mit Unsinn machen in Verbindung bringt. Anschließend erzähle ich dir noch einen typischen Eulenspiegelstreich. Wer war denn nun eigentlich Till Eulenspiegel? Till Eulenspiegel war ein Narr, also ein Spaßmacher, der die Leute unterhalten hat. Ob es ihn wirklich gab wurde allerdings nie zweifellos nachgewiesen. Auf jeden Fall ist Till Eulenspiegel der Titel eines Volksbuches, in dem das Leben und die Abenteuer Till Eulenspiegels in 96 Geschichten festgehalten wurden. Die älteste Fassung dieses Buches, das unter dem Titel „Ein kurzweilig Lesen von Dil Ulenspiegel“ erschien stammt von 1510 beziehungsweise 1511. Nach diesem Buch wurde Till Eulenspiegel um 1300 in Kneitlingen an der Elm geboren und starb 1350 in Mölln. Till Eulenspiegel wurde nachgesagt, dass er seinen Mitmenschen an Witz und Verstand überlegen war und dass er ihnen gern Streiche spielte. Eine seiner typischen Eigenschaften war es zudem, dass er Redewendungen und Aussagen anderer immer wörtlich nahm, um die Schwächen im Verhalten seiner Mitmenschen bloßzustellen und die Missstände seiner Zeit aufzudecken. Da er alles wörtlich nahm, formte er zum Beispiel als Bäckergeselle Eulen und Meerkatzen aus Brotteig, weil ihm sein Meister im Zorn gesagt hatte, er solle doch Eulen und Meerkatzen backen. Diese Anweisung war zwar ironisch gemeint, aber Till Eulenspiegel folgte ihr wortwörtlich. Heute ist Till Eulenspiegel ein Sinnbild für Spott und Schadenfreude. Und zu seinen bekanntesten Attributen gehört die Narrenkappe, denn er ist ja schließlich ein Narr. Wie Till Eulenspiegel seine Mitmenschen überlistete und ihnen Streiche spielte, zeigte die Geschichte, wie Till ein ganzes Dorf durcheinander wirbelt. Es ist die Fortsetzung der Geschichte „Till will Seiltanzen lernen“, in der er einen erfolglosen Versuch unternimmt über ein Seil zu balancieren. Hier kommt nun die Fortsetzung dieser Geschichte: Eines Tages wieder einmal hatte Till ein Hochseil über das Flüsschen Saal gespannt. Da rief er Nachbarn, Freunden und Verwandten zu, sie sollten einmal mit ihm kommen. Neugierig wie sie nun mal alle waren, folgten sie dem jungen Mann, zu dem Till inzwischen herangewachsen war. Am Hochseil angekommen, bat er sie jeweils den linken Schuh auszuziehen. „Ich will euch ein ganz besonderes Kunststück zeigen“, erklärte er. Die Umstehenden schauten sich an, was hatte das nun wieder zu bedeuten, schienen sie sich zu fragen. „Nun denn“, rief der erste, „dann wollen wir dem Jungen mal den Gefallen tun.“ Er zog den linken Schuh aus und 199 andere taten es ihm gleich. Till freute sich, sammelte die 200 linken Schuhe auf, fädelte sie an einem langen Band zusammen, um sie besser transportieren zu können und kletterte mit seinem Bündel auf das Seil hinauf. Als er die Hälfte seiner Wegstrecke schwer bepackt mit dem Schuhwerk seiner Mitmenschen hoch oben in der Luft zurückgelegt hatte, da grüßte er einmal freundlich nach unten und ließ die Schuhe einen nach dem anderen aus dieser luftigen Höhe herunterfallen. Dort herrschte schiere Aufregung. „Wo ist mein Schuh? Her damit. Das ist meiner.“ Und noch ganz andere Dinge riefen sich die Menschen zu. Jung und Alt purzelten durcheinander und kaum hatte einer einen der 200 Schuhe gefasst, da wurde er ihm glattweg wieder entrissen. Eine Rauferei entstand, über die noch Jahre später in der Stadt berichtet wurde. Als nach Stunden jeder seinen eigenen linken Schuh wieder am Fuß trug, da schwor man sich, es Till Eulenspiegel heimzuzahlen. Doch der war verschwunden und versteckte sich wochenlang in Mutters Stube. Till Eulenspiegel hat also das ganze Dorf, das ihn zuvor verspottet hatte, überlistet. Eulenspiegelei oder Eulenspiegelpossen sagt man übrigens auch, wenn jemand Schabernack treibt oder Unsinn macht. Wir sind jetzt jedenfalls am Ende angekommen und ich hoffe, das Video hat dir gefallen. Bis zum nächsten Mal! Martina.

28 Kommentare
  1. schlecht

    Von Phw0924, vor 14 Tagen
  2. Das war ein sehr gutes Video 👍👍😆

    Von Lena S., vor 4 Monaten
  3. Hallo Vin,
    unter der Überschrift (hier: Wer war Till Eulenspiegel?) kannst du auf das Feld 'Die Übung' klicken. Dann öffnet sich die interaktive Übung. Viel Spaß beim Bearbeiten!
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 5 Monaten
  4. *n

    Von Vin L., vor 5 Monaten
  5. mir wurde keine aufgabe nach den Video agezeigt sonder eine Umfrage ???!!!

    Von Vin L., vor 5 Monaten
Mehr Kommentare

Wer war Till Eulenspiegel? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Wer war Till Eulenspiegel? kannst du es wiederholen und üben.

  • Erkläre, wer Till Eulenspiegel war.

    Tipps

    Till Eulenspiegel ist eine Figur aus dem Mittelalter. Das Mittelalter erstreckt sich von 500 n. Chr. bis etwa 1500.

    Eulenspiegelei bedeutet, dass jemand einen Schabernack treibt.

    Lösung

    Till Eulenspiegel ist eine Figur, die man vor allem mit Unsinn machen in Verbindung bringt. Als Narr unterhielt er die Leute, seine tatsächliche Existenz ist aber nicht bewiesen. In einem Volksbuch werden das Leben und die Abenteuer in 96 Geschichten festgehalten. Die älteste Fassung ist aus dem Jahr 1510/11. Darin wird auch erwähnt, dass Till Eulenspiegel 1300 in Kneitlingen an der Elm geboren wurde und 1350 in Mölln verstarb.

    Till Eulenspiegel spielte seinen Mitmenschen viele Streiche und nahm Redewendungen stets wörtlich. Dies tat er vor allem, um Missstände aufzudecken. Er ist ein Sinnbild für Spott und Schadenfreude und eines seiner Attribute ist die Narrenkappe.

  • Beschreibe den Verlauf der Geschichte „Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander bringt”.

    Tipps

    Überlege dir, ob du bestimmte Wörter findest, die zum Beispiel auf den Anfang oder das Ende hinweisen.

    • Es war einmal...
    • Es war zu der Zeit...
    • Es beginnt...

    Eine Geschichte besteht in der Regel aus einem Anfang, einem Hauptteil und einem Ende.

    Lösung

    Die Geschichte „Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander bringt” ist eine Fortsetzung der Geschichte „Till will Seiltanzen lernen”. Dafür spannt Till ein Seil über einen Fluss. Das gesamte Dorf versammelt sich dort, um zu sehen, was Till mal wieder vor hat. Till verlangt von den Leuten, sie sollen alle ihren linken Schuh ausziehen. Die Leute sind zuerst zurückhaltend bis ein Mann seinen Schuh auszieht und ihn Till gibt. Daraufhin folgen die anderen 199 Leute und tun es dem Mann gleich. Till nimmt die 200 Schuhe, fädelt sie zusammen und tänzelt mit ihnen über das Hochseil. Dann lässt er einen Schuh nach dem anderen fallen. Die Leute versuchen, ihren Schuh wieder zu bekommen, es kommt zu einer großen Rauferei. Erst nach Stunden haben alle Schuhe zurück zu ihrem Besitzer gefunden. Sie schwören, es Till Eulenspiegel heimzuzahlen. Doch nachdem er ein ganzes Dorf überlisten konnte, ist Till verschwunden.

  • Erläutere den Missstand, der in der Geschichte „Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander bringt” aufgezeigt wird.

    Tipps

    Die Geschichte „Till will Seiltanzen lernen” liefert den Grund für den Streich aus der Geschichte „Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander bringt”.

    Der Streich, den Till den Leuten spielt, soll ihnen ihr Verhalten bewusst machen.

    Lösung

    In seinen Geschichten spielt Till Eulenspiegel den Leuten Streiche oder nimmt Redewendungen stets wörtlich. Dies macht er aus einem bestimmten Grund. Er versucht damit Missstände oder unangebrachtes Verhalten aufzuzeigen. Bei dem Streich aus der Geschichte „Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander bringt” will er den Leuten deutlich machen, dass man sich nicht über andere lustig machen sollte, da man schnell selber überlistet und ausgelacht werden kann.

  • Analysiere die Redewendungen und ihre Bedeutungen.

    Tipps

    Überlege dir, welche Redewendung du vielleicht schon einmal benutzt hast und was du damit ausdrücken wolltest.

    Redewendungen sind mit bestimmten Situationen verknüpft und rufen im Kopf Bilder hervor.

    Lösung

    Redewendungen werden sehr häufig genutzt. Dabei ist die genaue Bedeutung bzw. die Herkunft der Redewendung meist nicht ganz klar.

    • Blau machen bedeutet heute, dass man die Schule oder die Arbeit schwänzt. Die Herkunft dieser Redewendung bezieht sich auf den blauen Montag, der bei den Färbern ein freier Tag war, da sie die gefärbte Wolle am Montag zum Trocknen aufhingen. Die Farbe reagierte mit der Luft und wurde blau.
    • Sich aus dem Staub machen bedeutet, heimlich und unbemerkt zu verschwinden. Diese Redewendung stammt aus den früheren militärischen Schlachten. Die Soldaten wirbelten bei ihren Kämpfen jede Menge Staub auf, sodass einige der Soldaten unbemerkt verschwinden konnten.
    • Alte Zöpfe abschneiden meint, dass es dringend notwendig ist, Veränderungen durchzuführen. Diese Redensart stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die langen Zöpfe der Männer und offizielle Haartracht der Soldaten, die von Friedrich Wilhelm I. von Preußen als Mode eingeführt wurde, schaffte sein Nachfolger Friedrich II. wieder ab.
    • Etwas hinter die Ohren schreiben muss man sich, wenn man etwas bloß nicht vergessen soll. Ursprünglich kommt diese Redewendung daher, dass früher Eltern ihre Kinder mit zu wichtigen Anlässen nahmen, damit diese als Zeugen der Nachwelt davon erzählen konnten. Da sich die meisten Kinder aber nicht dafür interessierten, wurden sie von ihren an den Ohren gezogen oder sie bekamen eine Ohrfeige, damit sich die Kinder noch lange an diese Ereignisse erinnerten.
    • Ein Sturm im Wasserglas bedeutet, dass jemand große Aufregung um einen kleinen Anlass macht. Diese Redewendung geht auf einen französischen Schriftsteller zurück. Montesquieu beschrieb die politischen Unruhen im Kleinstaat San Marino aus der Erzählung „Der Pfarrer von Tours” von Honoré de Balzac im 18. Jhd. als einen „Sturm im Wasserglas”.
  • Beschreibe, was Till Eulenspiegel mit seinen Streichen bezweckte.

    Tipps

    Literarische Figuren oder das Verhalten von Figuren haben oft den Zweck, die Leser zu erziehen.

    Lösung

    Till Eulenspiegel ist eine literarische Figur, deren Existenz nicht eindeutig bewiesen ist. In den Geschichten spielt Till seinen Mitmenschen viele Streiche, Redewendungen nimmt er stets wörtlich. Dadurch versucht er vor allem, auf Missstände aufmerksam zu machen, also auf Dinge, die in der Gesellschaft nicht gut funktionieren.

  • Ermittle, welche Geschichten von Till Eulenspiegel handeln.

    Tipps

    Überlege dir, welche Geschichten du von Till Eulenspiegel bereits kennst.

    In den Geschichten von Till Eulenspiegel geht es oft darum, dass Till Redewendungen wörtlich nimmt.

    Lösung

    Das Volksbuch erzählt 96 Geschichten über das Leben und die Abenteuer von Till Eulenspiegel. Darin stehen die Geschichten wie Till Eulenspiegel:

    • Bäckersknecht wurde und Eulen und Meerkatzen backte, weil der Bäcker es ihm gesagt hatte.
    • seinem Pferd goldene Hufe beschlagen ließ und der König von Dänemark diese zahlen musste, weil dieser gesagt hatte, Eulenspiegel dürfe sich für sein Pferd nehmen, was es verdiene.
    • die Kranken eines Spitals gesund machte ohne Arznei zu benutzen.
    • die Schneider lehrte, einen Knoten ans andere Ende des Fadens zu machen, obwohl diese das schon längst wussten.