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Märchen – Merkmale und Aufbau 05:43 min

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Transkript Märchen – Merkmale und Aufbau

Herzlich Willkommen in der Märchenabteilung. Hier befindet sich die umfassendste Sammlung der- wahaaaargh. Entschuldigt mich, ich habe einen Ausreißer einzufangen! Halt stopp! Du siehst verdächtig nach einem Märchen aus! Woher weiß Eira bloß, dass sich hinter dem Frosch ein Märchen verbirgt? Der Begriff “Märchen“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen Maere, was so viel wie “Erzählung“ oder “das, wovon gern und viel gesprochen wird“ bedeutet. Es handelt sich bei Märchen um eine alte Textgattung, die zur Prosaerzählung gehört. Die vielen unterschiedlichen Arten von Märchen, wie zum Beispiel Kunstmärchen, Volksmärchen, Zaubermärchen oder orientalische Märchen, wurden viele Hundert Jahre lang mündlich überliefert.Du hast bestimmt schon von den Brüdern Wilhelm und Jacob Grimm gehört. Die Brüder Grimm sind die bekanntesten Märchensammler Deutschlands. Bereits im Jahr 1812 veröffentlichten sie die 1. Auflage ihrer Märchensammlung als Buch mit dem Titel “Kinder- und Hausmärchen“. Viele der Märchen wurden weltberühmt, unter anderem Rapunzel, Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Frau Holle, Der gestiefelte Kater, Dornröschen und Schneewittchen. Viele der Märchen, die Jacob und Wilhelm sammelten, sind anfangs eher kurz und schmucklos erzählt worden und wurden später von den Brüdern überarbeitet und teilweise ausgeschmückt. Auch sprachlich glichen die Grimms ihre gesammelten Märchen aneinander an. So entstand zum Beispiel auch die berühmte Eingangsformel „Es war einmal...“. Welche Merkmale sind außerdem typisch für Märchen? Märchen zeichnen sich durch unbestimmte Zeit- und Ortsangaben aus. Man weiß also nicht genau, WANN und WO die Handlung spielt. Das Märchen von Schneewittchen beginnt zum Beispiel so: „Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel...“ Wir wissen zwar, dass die Geschichte “mitten im Winter“ spielt, aber nicht genau in welchem Monat, Jahr oder in welchem Ort. Auch im Märchen Hänsel und Gretel fehlt eine konkrete Angabe des Ortes: "Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker". Der Einstieg zeigt dir auch, dass gar nicht alle Märchen mit “Es war einmal...“ beginnen. Trotzdem ist ein formelhafter Anfang und ein formelhaftes Ende ein häufiges Erkennungsmerkmal von Märchen. Mit „Es war einmal...“ beginnen zum Beispiel auch Rotkäppchen ("Es war einmal eine kleine süße Dirn") und Rapunzel ("Es war einmal ein Mann und eine Frau"). Viele Märchen enden außerdem im Sinne von “Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Zum Beispiel “Allerlei-Rauh“ ("Und sie lebten vergnügt bis an ihren Tod") und “Jorinde und Joringel“ ("... und lebten lange vergnügt zusammen"). Das liegt unter anderem daran, dass die Welt der Märchen meist in Gut und Böse geteilt ist. Das Gute siegt am Ende der Geschichte, das Böse wird meist bestraft. Auch die Personen, die sich im Märchen gegenüberstehen, sind oftmals sehr gegensätzlich. Zum Beispiel das fleißige Aschenputtel und ihre zwei faulen Stiefschwestern. Oder die drei Söhne in “Die goldene Gans“, von denen nur einer dumm war. Auch Zahlensymbolik spielt eine große Rolle in Märchen. Die Zahlen Drei, Sieben und Zwölf sind dabei von Bedeutung. Vielleicht kennst du den Teufel mit den DREI goldenen Haaren oder den Wolf und die SIEBEN jungen Geißlein. Die 12 symbolisiert Vollkommenheit, daher gibt es z.B. das Märchen “Die zwölf Brüder“. Etwas Dreizehntes stört oft die Harmonie, so zum Beispiel die 13. Fee in Dornröschen. Feen sind keine Seltenheit. Denn in den meisten Märchen geschehen viele wundersame Dinge. Es gibt nämlich keine Trennung zwischen Wirklichkeit und Wunderwelt. Neben Feen und Hexen kommen daher auch häufig Riesen, Zwerge, sprechende Tiere und Personen oder Dinge mit übernatürlichen Kräften vor. Meistens haben diese Märchengestalten auch keine tatsächlichen Namen und keine besonderen Charaktereigenschaften. So wird eher allgemein von einem “SCHÖNEN jungen Prinzen“ oder einer “BÖSEN Hexe“ gesprochen. Vergleichst du mehrere Märchen miteinander, wirst du feststellen, dass sie alle einen ähnlichen Aufbau haben. Der Märchenanfang beschreibt meist, wie eine Heldin oder ein Held einem ungerechten Zustand, Armut, einem Unglück oder einer Notsituation ausgesetzt ist. Die eigentliche Märchenhandlung erzählt dann von Hindernissen, schwierigen Aufgaben, Prüfungen, Rätsel oder einem Abenteuer, welche die Heldin oder der Held erlebt. Am Märchenende wird fast immer das Böse bestraft und das Gute belohnt. So, der Froschkönig ist zurück in seinem Buch. Und ihr könnt mich den besten Bibliothekswächter der Welt nennen! Upsi.

6 Kommentare
  1. geht

    Von Wsadfg, vor 24 Tagen
  2. Danke, ich verwende dieses Video im literaturwissenschaftlichen Unterricht.

    Von Riesakatrina9605, vor etwa einem Monat
  3. danke team digital
    eure videos gefallen mir am meisten

    Von Khaledrabia, vor 2 Monaten
  4. das video war cool

    Von Khaledrabia, vor 2 Monaten
  5. Lustig 😆 😂 🤣

    Von Lillian P., vor 2 Monaten
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Märchen – Merkmale und Aufbau Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Märchen – Merkmale und Aufbau kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne das gesuchte Märchen.

    Tipps

    Ein Märchentitel passt zu keinem Bild.

    Lies dir die Titel genau durch. Findest du auf einem Bild Wörter, die im Titel schon vorkommen, zum Beispiel: Dornröschen, Froschkönig, Rotkäppchen?

    Der vollständige Titel lautet Schneewittchen und die sieben Zwerge.

    Erinnerst du dich auch an die anderen Märchen?

    • Wenn Frau Holle das Bett ausschüttelt, schneit es.
    • Bei Hänsel und Gretel landet die böse Hexe schließlich im Ofen.
    • Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.
    • Aschenputtel ist ein fleißiges Mädchen.
    Lösung

    Die Brüder Grimm sammelten und veröffentlichten schließlich 1812 in ihrer Märchensammlung Kinder-und Hausmärchen viele Volksmärchen, die zuvor viele hundert Jahre lang nur mündlich überliefert wurden.

    Viele der Märchen wurden weltberühmt – auch du kennst daher bestimmt sehr viele Märchen aus der Märchensammlung der Brüder Grimm.

    Viele Märchentitel kannst du zuordnen, indem du den Titel auf Hinweise untersuchst, die sich auch in einem der Bilder wiederfinden lassen: Dornröschen, Der Froschkönig, Rotkäppchen.

    Zu dem Märchen Der gestiefelte Kater gab es kein passendes Bild, das du zuordnen konntest.

  • Zeige auf, welches Märchenmerkmal zu welchem Beispiel passt.

    Tipps

    Viele Märchen beginnen mit „Es ...“
    Erinnerst du dich, welche formelhafte Formulierung hier häufig steht?

    Schau dir die Beispiele gut an. Wo werden Zahlen genannt und wo findest du das Wort böse?

    Lösung

    In dieser Aufgabe konntest du verschiedene Merkmale von Märchen, die du im Video kennengelernt hast, wiederholen und solltest sie mit passenden Beispielen verbinden.

    Es gibt viele Märchen, die mit Es war einmal ... beginnen. Das liegt daran, dass Märchen häufig einen formelhaften Anfang und Ende haben. Viele Märchen enden häufig im Sinne von: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

    Typisch für Märchen ist außerdem, dass man nicht genau weiß, wann und wo die Handlung spielt, d. h. man findet nur unbestimmte Zeit- und Ortsangaben.

    Außerdem ist die Welt in Märchen in Gut und Böse eingeteilt. Beispiele dafür sind u. a. die böse Hexe in Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und der böse Wolf oder auch die böse Stiefmutter in Schneewittchen.

    Auch die Zahlensymbolik spielt eine wichtige Rolle. Die Zahlen 3, 7, 12 und 13 werden hier oft verwendet: die sieben Zwerge (Schneewittchen), Der Teufel mit den drei goldenen Haaren oder auch die dreizehnte Fee in Dornröschen.

  • Ermittle, um welchen Teil des Märchens es sich handelt.

    Tipps

    Ein formelhafter Anfang und Ende ist typisch für ein Märchen.

    Märchen beginnen daher häufig mit: Es war einmal ...
    Denke daran, den Titel zuvor noch einzufügen.

    In der Märchenhandlung werden Hindernisse, schwierige Aufgabe(n), Prüfung(en), Rätsel und Abenteuer geschildert. In welchem Abschnitt kannst du etwas davon wiederfinden?

    Am Ende wird meist das Böse bestraft.

    Lösung

    Märchen haben meist einen ähnlichen Aufbau:

    • Märchentitel
    • Märchenanfang (beschreibt meist, wie ein*e Held*in einem ungerechten Zustand, Armut, Unglück oder einer Notsituation ausgesetzt ist)
    • Märchenhandlung (Hindernisse, schwierige Aufgabe, Prüfung, Rätsel, Abenteuer)
    • Märchenende (Bestrafung des Bösen, Belohnung des Guten)
    Quelle: Der Wolf und die sieben jungen Geißlein. URL: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_wolf_und_die_sieben_jungen_geisslein [zuletzt aufgerufen am 22.04.2020].

  • Entscheide, bei welchem Textausschnitt es sich um ein Märchen handelt.

    Tipps

    Rufe dir die Merkmale von Märchen in Erinnerung und überprüfe, in welchen Ausschnitten du diese finden kannst.

    Auch das Wissen über den Aufbau von Märchen kann dir dabei helfen, die korrekten Ausschnitte auszuwählen, z. B. die Belohnung des Guten bzw. Bestrafung des Bösen im Märchenende.

    In einem Märchen findest du nur unbestimmte Zeit- und Ortsangaben. Eine Eisdiele ist keine unbestimmte Ortsangabe.

    Weitere Merkmale von Märchen sind keine tatsächlichen Namen und keine besonderen Charaktereigenschaften der Märchengestalten.

    Lösung

    Um entscheiden zu können, ob es sich bei dem Textausschnitt um ein Märchen handelt, musstest du dich an die Merkmale von Märchen erinnern, die du im Video kennengelernt hast. Diese sind:

    • unbestimmte Zeit- und Ortsangabe : Beispiel 2 ist demnach kein Märchen, da du hier konkrete Zeit- und Ortsangaben findest.
    • formelhafter Anfang ( „Es war einmal...”) und Ende (im Sinne: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.).
    • Die Welt ist in Gut und Böse geteilt und die Personen sind oft sehr gegensätzlich (z. B. böse und gut, schlau und dumm, fleißig und faul): Da stieß das böse Weib... (Beispiel 1: Schneewittchen = gut / böse Stiefmutter = böse).
    • Zahlensymbolik spielt große Rolle (3, 7, 12, 13 = Zahlen von Bedeutung: Schneewittchen und die sieben Zwerge).
    • wundersame Dinge geschehen (z. B. sprechende Tiere): Beispiel 5: Der Müllersohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm die Stiefel anmessen.
    • keine tatsächlichen Namen/ besonderen Charaktereigenschaften der Märchengestalten: Beispiel 4 ist kein Märchen. Dies erkennst du u. a. daran, dass die Charaktere konkrete Namen haben.
    Auch das Wissen über den Aufbau von Märchen (Märchenanfang/-handlung/-ende) konnte dir dabei helfen zu entscheiden, z. B. die Belohnung des Guten (Beispiel 3: Die Sterntaler) und die Bestrafung des Bösen am Ende (Beispiel 1: Schneewittchen).

    Quellen:
    Der gestiefelte Kater. URL: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_gestiefelte_kater [zuletzt aufgerufen am 22.04.2020]
    Die Sterntaler. URL: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/die_sterntaler [zuletzt aufgerufen am 22.04.2020]
    Schneewittchen. URL: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/sneewittchen_schneewittchen [zuletzt aufgerufen am 22.04.2020]
    Der Hase und der Igel. URL: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_hase_und_der_igel {zuletzt aufgerufen am 22.04.2020]

  • Bestimme die verschiedenen Märchenarten.

    Tipps

    Beginne mit dem Großbuchstaben.

    Die Bilder geben dir einen Hinweis, um welche Märchenart es sich handelt.

    Da es sich um Märchenarten handelt, ist bei allen drei Wörtern der zweite Teil des Wortes natürlich ...?

    Lösung

    Der Begriff Märchen stammt aus dem Mittelhochdeutschen Maere und gehört zur Prosaerzählung. Die verschiedenen Arten von Märchen wurden viele Hundert Jahre lang mündlich überliefert. In dieser Aufgabe waren folgende Märchenarten gesucht:

    • Kunstmärchen, z. B. Die kleine Meerjungfrau (Hans Christian Andersen)
    • Volksmärchen z. B. Hänsel und Gretel
    • Zaubermärchen z. B. Aladin und die Wunderlampe aus der Märchensammlung Tausendundeine Nacht
    Hänsel und Gretel oder auch Der Froschkönig sind sowohl Volks- als auch Zaubermärchen.

  • Ermittle typische Merkmale von einem Märchen.

    Tipps

    Man spricht auch häufig von Rotkäppchen und dem ... Wolf. Wer der beiden symbolisiert vermutlich das Böse?

    In Märchen gibt es wundersame Dinge, z. B. Feen, Hexen, Zwerge und sprechende Tiere.

    Lösung

    In dieser Aufgabe musstest du das Märchen Rotkäppchen auf typische Merkmale eines Märchens untersuchen.

    Dazu gehören u. a.:

    • formelhafter Anfang und Ende
    • Welt ist in Gut und Böse unterteilt + gegensätzliche Personen (z. B. gut und böse, arm und reich, fleißig und faul)
    • unbestimmte Zeit- und Ortsangabe
    • wundersame Dinge geschehen (z. B. sprechende Tiere, Feen, Hexen, ...)
    Im Märchen Rotkäppchen findest du den typischen formelhaften Anfang „Es war einmal ...“. Auch die Unterteilung in Gut und Böse findest du hier, denn Rotkäppchen symbolisiert hier das Gute, während der Wolf das Böse darstellt. Auch als Ortsangabe findest du hier nur unbestimmte Angaben: im Wald, bei den drei großen Eichen. Dass der Wolf sprechen und denken kann, gehört zu dem Merkmal, dass wundersame Dinge in Märchen geschehen und daher u. a. Tiere sprechen können.

    Quelle:
    URL:https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/rotkaeppchen [letzter Zugriff am 22.04.2020]