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Kalendergeschichte – Überblick

Kalendergeschichten sind erzählende Texte, die ursprünglich in Kalendern zu finden waren und später eine eigene literarische Gattung wurden. Sie behandeln meist merkwürdige, witzige oder zum Nachdenken anregende Geschichten aus dem Alltag. Interessiert? Dies und mehr erfährst du im folgenden Text!

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Die Autor*innen
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G Schuster
Kalendergeschichte – Überblick
lernst du in der 6. Klasse - 7. Klasse

Kalendergeschichte – Überblick Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Kalendergeschichte – Überblick kannst du es wiederholen und üben.
  • Erkläre, was Kalendergeschichten sind.

    Tipps

    In Kalendern ist nur begrenzt Platz. Welche Form haben Kalendergeschichten daher?

    Lösung

    Kalendergeschichten sind kurze, epische Texte, die eine merkwürdige oder komische Begebenheit zum Inhalt haben. Viele einfache Menschen des 17. und 18. Jahrhunderts konnten nicht lesen oder hatten nicht viel Freizeit, in der sie sich mit Lesen beschäftigen konnten. Die Geschichten waren daher relativ kurz und standen mit Haushaltstipps und Informationen zum alltäglichen Leben in den Kalendern. Besonders zur Zeit der Aufklärung wurden die Kalendergeschichten genutzt, um die einfache Bevölkerung auf amüsante Art und Weise zum Nachdenken zu bringen und gleichzeitig zu belehren.

  • Gib wieder, durch wen und wann sich die Kalendergeschichten als literarische Gattung etabliert haben.

    Tipps

    Überlege dir, in welcher Zeit die Kalendergeschichten besonders beliebt waren und welcher Autor zu der Zeit lebte.

    Lösung

    Kalendergeschichten waren besonders im 17. und 18. Jahrhundert beliebt. Der deutsche Autor Johann Peter Hebel (1780-1826) machte die Kalendergeschichten als eigene Gattung populär. Mit der Veröffentlichung des Werkes „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“ im Jahr 1811 lösten sich die Kalendergeschichten von ihrer ursprünglichen Erscheinungsform als Begleittexte im Kalender und wurden als eigenständiges Werk publiziert.

    Bertolt Brecht schrieb auch Kalendergeschichten, die allerdings erst im 20. Jahrhundert erschienen, als diese literarische Gattung sich schon längst etabliert hatte.

  • Ermittle die Moral der Kalendergeschichte.

    Tipps

    Kalendergeschichten hatten neben der Unterhaltung auch die Funktion, zu moralisch besserem Verhalten zu erziehen. Wo in dem Text findest du die Lehre der Geschichte?

    Lösung

    Kalendergeschichten dienten vor allem der Unterhaltung der Leser/-innen und hatten amüsante Begebenheiten zum Thema. Insbesondere im Zeitalter der Aufklärung hatten sie aber auch eine erzieherische Funktion und enthielten daher oftmals eine Moral. Die Moral findet man zumeist am Ende einer Geschichte, in der nochmal explizit die Lehre benannt wird, die man aus der Erzählung ziehen kann.

    Die Lehre der Geschichte „Das wohlfeile Mittagessen“ findet man ebenfalls in der letzten Textpassage: So waren im Grunde beide hintergangen, und der dritte hatte den Nutzen davon. Aber der listige Kunde hätte sich noch obendrein einen schönen Dank von beiden verdient, wenn sie eine gute Lehre daraus gezogen und sich miteinander ausgesöhnt hätten. Denn Frieden ernährt, aber Unfrieden verzehrt.

    Quelle: Johann Peter Hebel: Das wohlfeile Mittagessen. URL: https://www.projekt-gutenberg.org/hebel/hausfreu/chap181.html [Abgerufen am 22.06.2020]

  • Deute die Lehre der Geschichte „Gute Geduld“.

    Tipps

    Überlege dir, wodurch der Franzose den Engländer schlägt.

    Lösung

    Kalendergeschichten dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern sollten in der Zeit der Aufklärung auch einen erzieherischen Charakter haben. Die einfachen Bürger/-innen sollten durch diese Geschichten auf ihr eigenen Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden und mit einer amüsanten Geschichte zum Nachdenken angeregt werden.

    Die Moral der Kalendergeschichte „Gute Geduld“ ist, dass Geduld am Ende erfolgreich ist, auch wenn diese Strategie längere Zeit in Anspruch nimmt.

    Johann Peter Hebel: Gute Geduld. URL: http://hausen.pcom.de/jphebel/geschichten/gute_geduld.htm [Abgerufen am 22.06.2020].

  • Gib an, welche Bücher bzw. Texte die meisten Menschen im 17. und 18. Jahrhundert im Haus hatten.

    Tipps

    Welche Bücher waren so wichtig, dass selbst die einfachen Leute sie besaßen?

    Lösung

    Die Bibel sowie Kalender waren meist die einzigen Bücher bzw. Texte, die einfache Leute besaßen. Die Bibel diente der christlichen Erbauung und im Jahreskalender waren oft neben den kirchlichen Festtagen und den Namenstagen der Heiligen praktische Tipps und Lebensweisheiten abgedruckt. Enzyklopädien gibt es zwar bereits seit dem Altertum, allerdings wurden sie vor allem von Gelehrten und Geistlichen gelesen. Die Zeitung wurde erst im 19. Jahrhundert zu einem Massenmedium.

  • Bestimme, ob es sich bei „Die Frage, ob es einen Gott gibt“ um eine Kalendergeschichte handelt.

    Tipps

    Wo liegt der Ursprung der Kalendergeschichten? Welche Form haben sie daher?

    Welchen Zweck sollten die Kalendergeschichten erfüllen?

    Lösung

    „Die Frage, ob es einen Gott gibt“ von Bertolt Brecht ist eine moderne Kalendergeschichte aus den „Geschichten von Herrn Keuner“, die erstmals unter dem Titel „Kalendergeschichten“ 1949 veröffentlicht wurden.

    Brechts Text weist alle Merkmale einer Kalendergeschichte auf. Er ist:

    • einfach in der sprachlichen Gestaltung
    • ein epischer Text
    • von relativ kurzer Länge
    • dient nicht nur der Unterhaltung
    • hat eine Lehre.
    Quelle: Bertolt Brecht: Die Frage, ob es einen Gott gibt. URL: http://www.netslova.ru/perevody/bertolt_brecht.html [abgerufen am 21.09.2015].