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Prosawerk - Roman 08:03 min

Textversion des Videos

Transkript Prosawerk - Roman

Hallo, ich bin Martina und in diesem Video geht es um den Roman. Damit du alles verstehst, solltest du dir das Video „Kennzeichen epischer Texte“ ansehen, denn der Roman gehört zu den epischen Texten. Und in dem Video dazu lernst du schon mal die wichtigsten Merkmale epischer Texte kennen. In diesem Video lernst du, was den Roman von anderen epischen Texten unterscheidet und was seine Besonderheiten sind. Außerdem erzähle ich dir etwas zur Entstehung des Romans und wir sehen uns einige Untergattungen an. Ich wünsche dir mit dem Video viel Spaß. Der Begriff „Roman“ kommt von dem altfranzösischen Wort „roman“ oder dem spanischen „romance“ und bedeutet „in romanischer Volkssprache verfasst“. Der Roman ist die größte Form der erzählenden Literatur. Sie unterscheidet sich in ihrem Umfang von den anderen kleinen Formen, zum Beispiel der Kurzgeschichte oder der Novelle. Im Gegensatz zur Kurzgeschichte zum Beispiel hat der Roman häufig eine mehrsträngige Handlung, die oft auch viel komplexer ist als in den Kurzformen der erzählenden Literatur. Der Roman hat außerdem ein zahlreiches Figurenensemble, das auch oft ausführlicher charakterisiert wird als in den Kurzgeschichten. Im Gegensatz zum Epos, das in Versform verfasst ist, sind Romane in Prosa geschrieben. Der Roman ist die vielseitigste Form epischer Texte, weil er kaum durch Regelwerke eingeschränkt ist. Gerade in modernen Romanen werden immer wieder neue Formen der Zeit- und Raumgestaltung ausprobiert. Und somit bietet der Roman den Autoren die größte Möglichkeit die sich ständig verändernde Welt in literarischer Form wiederzugeben. Der Roman bildete sich seit Ende des 13.Jahrhunderts als eigenständige Form heraus. Er existierte zuerst neben dem bis dahin üblichen Epos und löste dieses allmählich ab. Die ersten Romane waren in Prosa verfasste höfische Versepen, die vor allem die höfische Oberschicht unterhielten. Für die unteren Schichten entstanden Volksbücher, wie zum Beispiel „Till Eulenspiegel“ von 1515 oder der französische Schäferroman „L’Astrée“, der von Honoré d’Urfé zwischen 1607 und 1627 geschrieben wurde. Einen weitaus bekannteren Roman schrieb der Spanier Miguel de Cervantes mit „Don Quijote“. Dieser Roman parodierte die bisher üblichen Epen und ritterlichen Romanzen und rechnete mit dieser epischen Tradition ab. In England leitete Daniel Defoe 1719 mit seinem Roman „Robinson Crusoe“ eine Trendwende in der Erzähltradition ein. Und fortan übernimmt der Roman in Struktur und Inhalt den Stellenwert des Epos und wurde zu einer der produktivsten Gattungen der modernen Literatur. Eine Untergattung des Romans ist der Schelmenroman. Der Schelmenroman erzählt von den Erfahrungen eines umherziehenden Schelms, der für gewöhnlich mit den Normen der Gesellschaft in Konflikt gerät. Dieser Romantyp hat eine episodische Struktur und versucht durch Satire Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft bloßzustellen. Ein typischer Vertreter des Schelmenromans ist „Tom Jones“ von Henry Fielding. Ein ähnlich episodisches Bauprinzip wie der Schelmenroman hat der Entwicklungs- bzw. Bildungsroman. Er zeigt meist die Entwicklung des Protagonisten von seiner Kindheit bis ins hohe Alter. Daher kommt auch der Name „Entwicklungsroman“. Ein junger Mensch wird durch seine Erfahrungen in den verschiedenen Phasen seines Lebens geprägt und findet am Ende seinen Platz in der Gesellschaft. Im 19.Jahrhundert war der Bildungsroman der vorherrschende Romantyp der deutschsprachigen Literatur. Zu seinen Vertretern gehören zum Beispiel „Heinrich von Ofterdingen“ von Novalis und Gottfried Kellers „Der grüne Heinrich“. Eine weitere Form des frühen Romans ist der Briefroman. Erfundene Briefwechsel dienen als Medium für den Ich-Erzähler. Weltliterarischen Rang erreichte Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Eine der produktivsten Untergattungen ist der historische Roman. Er basiert auf erfundenen oder wahren Begebenheiten und handelt entweder von realen historischen Figuren oder von authentisch dargestellten fiktiven Figuren. Der Begründer des historischen Romans in Europa war Sir Walter Scott, zum Beispiel mit seinem Roman „Waverley“. Eine beliebte Form des Romans ist außerdem der Schauerroman. Schon die Romantiker hatten sich den dunklen Seiten der menschlichen Seele und der Gesellschaft zugewandt. Einer von ihnen war E.T.A. Hoffmann. Mit seinen Romanen „Das Fräulein von Scuderi“ oder „Die Elixiere des Teufels“ setzte er diese Tradition in der deutschen Literatur fort. Weitere Untergattungen des Romans sind zum Beispiel der Abenteuerroman, der Kriminalroman, der utopische Roman und der Gesellschaftsroman. Die Grenzen zwischen den einzelnen Untergattungen sind nicht immer so ganz eindeutig. Und so kann zum Beispiel auch ein historischer Roman ein Kriminalroman sein und ein utopischer Roman auch ein Abenteuerroman. Der Roman unterlag ständig dem Wandel. Und es bildeten sich immer wieder neue Formen heraus. Gerade zum Ende des 19.Jahrhunderts beziehungsweise Anfang des 20.Jahrhunderts veränderten sich die Erzählmuster rasend schnell. Die bisherigen Erzähltraditionen wie zum Beispiel „die chronologische Reihenfolge“, „der allwissende Erzähler“, „der ruhige harmonische Erzählfluss“ reichte vielen Autoren nicht mehr, um die sich ständig ändernde Wirklichkeit wiederzugeben. Avantgardistische Formen entstanden, die beim Lesepublikum allerdings auf Unverständnis trafen. Das Erzählen selbst, der Umgang mit der Zeit und der Prozess des Kunstschöpfens wurden im Roman zum Thema. Die Möglichkeiten des Romans sind fast unerschöpflich. Und deshalb hat sich der Roman auch zur populärsten literarischen Gattung entwickelt, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Untergattungen und inzwischen auch zwischen anderen Medien wie zum Beispiel dem Film verwischen. So, bevor wir zum Ende des Videos kommen, gibt es noch eine kleine Zusammenfassung: Roman kommt von dem altfranzösischen Wort „roman“ oder dem spanischen „romance“ und bedeutet „in romanischer Sprache verfasst“. Der Roman unterscheidet sich in seinem Umfang von den kleineren Formen. Er hat ein zahlreiches Figurenensemble, das im Gegensatz zur Kurzgeschichte ausführlich charakterisiert wird. Der Roman wird in Prosa verfasst. Er unterliegt kaum Regelwerken. Er bildet sich Ende des 13.Jahrhunderts als eigenständige Form heraus und löst das bis dahin übliche Epos ab. Untergattungen des Romans sind zum Beispiel der Schelmenroman, der Entwicklungs- bzw. Bildungsroman, der Briefroman, der historische Roman und der Schauerroman. In modernen Romanen werden die traditionellen Erzählstrukturen durchbrochen, um dem Autor die Möglichkeit zu geben, die sich ständig ändernde Wirklichkeit darzustellen. Der Roman ist aufgrund seiner Vielseitigkeit die populärste literarische Gattung. In zeitgenössischen Romanen verbindet sich sogar die Literatur mit anderen Medien wie zum Beispiel dem Film. Ich hoffe, dass dir das Video gefallen hat. Bis zum nächsten Mal! Martina

3 Kommentare
  1. 3

    Hallo Stefan,
    danke für deine Frage. Schau doch mal in diese Lektion: https://www.sofatutor.com/deutsch/lesen-literatur-interpretieren-und-analysieren/lyrik-gedichte-analysieren. Hier findest du viele Informationen und Videos rund um das Thema Merkmale von Gedichten, Gedichtinterpretation usw.
    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
    Beste Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa einem Monat
  2. Default

    Hallo wieso finde ich kein Video zu Gedichte Textsorte¿

    Von Pott Stefan, vor etwa einem Monat
  3. Franziska

    Hallo Andreas,
    danke für die Anmerkung. Wir bemühen uns, den Fehler schnell zu beheben.
    Liebe Grüße,
    Franziska

    Von Franziska G., vor mehr als 4 Jahren