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Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil

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Team Digital
Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil

Nach dem Schauen dieses Videos wirst du in der Lage sein, den Hauptteil einer Gedichtinterpretation zu schreiben.

Zunächst lernst du, was du in der Vorarbeit mit einem Gedicht bereits erledigt haben solltest. Schaue dir dazu auch unser Video “Gedichtinterpretation Schritt für Schritt” an. Anschließend erklären wir dir, was im Hauptteil einer Gedichtinterpretation geschrieben werden sollte. Abschließend zeigen wir dir an Beispielen, wie du den Inhalt, den formalen Aufbau und die sprachlichen Gestaltungsmittel analysierst.

Lerne, wie du den Hauptteil einer Gedichtinterpretation schreibst, indem du Ira bei seiner Therapiesitzung mit einem Panther besuchst. Die UPSI-Therapie soll wahre Wunder bewirken.

Das Video beinhaltet Schlüsselbegriffe, Bezeichnungen und Fachbegriffe wie Gedichtinterpretation, Gedicht, Rilke, Inhaltsangabe, formaler Aufbau, sprachliche Gestaltungsmittel, Metrum, Vers, Strophe.

Bevor du dieses Video schaust, solltest du bereits wissen, wie man die Einleitung einer Gedichtinterpretation schreibt und wie man ein Gedicht untersucht und es auf eine schriftliche Interpretation vorbereitet.

Nach diesem Video wirst du darauf vorbereitet sein, den Schluss einer Gedichtinterpretation zu schreiben.

Transkript Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil

„Mon dieu... diese ganze Gefühle machen misch ganz malade! Sacre bleu!! Isch fühle misch wie in eine Käfig...“ „Gut, dass wir bei Schritt 2 meiner bewährter UPSI-Therapie angelangt sind: „P“ wie „Pommes essen“!“ „Denn ein sensibles Gedicht braucht jetzt ein frittiertes Kartoffelgericht!“ Ob Iras Ansatz Früchte trägt? Wir schauen uns lieber mal eine klassische Methode an und lernen, ... wie man den Hauptteil einer Gedichtinterpretation schreibt. Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dich bereits ausführlich mit dem zu interpretierenden Gedicht auseinandergesetzt haben. Falls du das noch nicht gemacht hast, schau dir unser Video „Gedichtinterpretation Schritt für Schritt“ an! Wir haben uns das Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke etwas genauer angeschaut. Auch eine Einleitung haben wir bereits verfasst. Im anschließenden Hauptteil der Gedichtinterpretation geht es nun darum, die wichtigsten Ergebnisse deiner zuvor vorgenommenen Analyse in einer geordneten Reihenfolge zusammenzufassen. Nimm dir dafür deine Notizen zur Hand, die du während der Vorarbeit mit dem Text gemacht hast. Dort hast du dir vielleicht auch schon Stichpunkte zum Inhalt gemacht. Die können jetzt nützlich werden! Du beginnst den Hauptteil mit einer kurzen Inhaltsangabe. Gehe dabei am besten strophenweise vor. Eine Inhaltsangabe könnte z.B. so lauten: In der ersten Strophe des Gedichts beschreibt die sprechende Person den müden Blick des Panthers, der in seinem Käfig gefangen ist. Hinter den Gitterstäben kann das Tier kaum noch etwas wahrnehmen. In der zweiten Strophe wird der geschmeidige Gang des gefangenen Tieres beschrieben. Obwohl der Panther eigentlich ein starkes Tier ist, wird seine Willenskraft durch die Enge des Käfigs so betäubt, dass er nichts anderes mehr tun kann, als im Kreis zu gehen. Die dritte Strophe widmet sich dem Innenleben des Tieres. Durch die Gefangenschaft ist der Panther träge geworden und er nimmt kaum noch etwas von der Außenwelt wahr. Beschreibe anschließend den formalen Aufbau des Gedichts. Gehe dabei auf Strophen, Verse, Reimform und Metrum ein. Aufgepasst! Erläutere die Funktion und Wirkung der formalen Merkmale und stelle immer wieder einen Bezug zum Inhalt und zur Aussage des Gedichts her! Nenne also nicht einfach nur Merkmale, wie z.B. das Versmaß, sondern interpretiere und deute, warum genau dieses Versmaß verwendet wurde. Für Rilkes Gedicht könnte dazu auszugsweise Folgendes interpretiert werden: „Der Panther“ besteht aus drei Strophen mit jeweils vier Verszeilen. Insgesamt erstrecken sich die zwölf Verszeilen ... über fünf Sätze. Das Versmaß des Gedichts ist ein fünfhebiger Jambus. Eine Ausnahme bildet der letzte Vers, der nur aus einem vierhebigen Jambus besteht. Dadurch wird das beschriebene Bild des resignierten Panthers verstärkt. So wie das vorher regelmäßige Versmaß aufhört, so verschwindet auch der Sinneseindruck des Tieres. Die Abfolge von unbetonten und betonten Silben unterstreicht die konstante Bewegung des Hin-und Hergehens des Panthers im Käfig. Auch der durchgehende Kreuzreim (abab, cdcd, efef) unterstreicht die Schritte des Tieres. Solltest du in deiner Gedichtinterpretation auch auf die Kadenz - also das Ende eines Verses - eingehen, merke dir Folgendes: Endet ein Vers auf einer Betonten Silbe, spricht man von einer „männlichen Kadenz“. Manchmal sagt man dann auch „stumpfer Reim“. Stumpfe Reime sind einsilbige Reime, wie z.B. „hält-Welt“. Endet der Vers auf einer Unbetonten Silbe, ist die Kadenz „weiblich“. Das wird auch „klingender Reim“ genannt. Klingende Reime sind zweisilbige Reime, wie z.B. „Stäbe-gäbe.“ In „Der Panther“ unterstreicht also auch die Kadenz, die abwechselnd stumpf und klingend ist, die unablässige Bewegung des Tieres in seinem Gefängnis. Als nächstes solltest du etwas über die sprachlichen Gestaltungsmittel schreiben. Dazu zählen neben sprachlichen Bildern auch das lyrische Ich, die Wortwahl und der Satzbau. Die Sprache eines Gedichts soll bei den Lesenden bestimmte Gefühle, Vorstellungen und Stimmungen auslösen. Hast du schon herausgefunden, ob es in deinem vorliegenden Gedicht ein lyrisches Ich gibt? Gibt es vielleicht sogar mehrere Sprecher oder Sprecherinnen? Wird ein fiktives „Du“ angesprochen? Aus welcher räumlichen und zeitlichen Perspektive betrachtet er oder sie das Thema des Gedichts? Warum glaubst du, hat der Autor oder die Autorin sich für diese bestimmte Art des lyrischen Ichs entschieden? In „Der Panther“ tritt das lyrische Ich z. B. völlig in den Hintergrund, um die objektive Beschreibung des Tieres in den Vordergrund zu stellen. Vielleicht hast du während der Vorarbeit mit dem Gedicht bereits ein paar Stilmittel entdeckt und dir dazu Notizen gemacht. Häufig verwendete Stilmittel sind z.B. Vergleiche, Personifikationen und Metaphern. Versuche jetzt zu interpretieren, Warum diese Stilmittel verwendet wurden und wie sie den Inhalt bzw. das Thema des Gedichts beeinflussen. Das könnte auszugsweise z.B. so lauten: „Der Vorhang der Pupille” (Vers 9) ist eine Metapher für das Augenlid, die die Abgestumpftheit und das fehlende Bewusstsein des Panthers verdeutlicht. Durch die Augen werden Eindrücke wahrgenommen, doch die Pupillen des Tieres sind durch einen Vorhang verhängt. Dieser Vorhang macht es für den Panther unmöglich, hinauszublicken und seine Umwelt wahrzunehmen. Allerdings macht es der Vorhang auch schwierig für die Betrachtenden, in die Augen des Panthers zu blicken und das Innenleben des Tieres zu ergründen. Achte immer auf Textbelege durch Versverweise! Viele Autoren und Autorinnen schaffen es durch sorgfältig ausgewählte Worte, mit Sprache zu „malen“ und Stimmungen zu erzeugen. Zur Wortwahl in Rilkes „Der Panther“ könnte man z.B. Folgendes interpretieren: Auffallend ist, dass das Wort „Panther“ nur in der Überschrift auftaucht. Im Laufe des Gedichts werden dann nur noch Pronomen oder Beschreibungen des Tieres („Sein Blick“ Vers 1; „Ihm ist“ Vers 3) verwendet. Die dreimalige Wiederholung von „Stäbe” (Vers 1, 3 und 4) verstärkt außerdem den Eindruck der Eintönigkeit der Gefangenschaft des Panthers. Rilke verwendet in Vers drei den Binnenreim „Stäbe gäbe”. Das unterstreicht die Monotonie des Kreisens und wirkt fast wie eine Wiederholung. In Vers fünf „Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte”, sorgt die Alliteration von „Gang” und „geschmeidig” für einen verstärkten Kontrast. Die elegante Bewegung des Panthers steht im Kontrast zur Gefangenschaft im beengten Käfig. Auf diese Art und Weise analysierst und interpretierst du nun alles, was dir an deinem vorliegenden Gedicht auffällt. Im Anschluss an den Hauptteil folgt der Schluss deiner Gedichtinterpretation, indem du die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst oder Stellung zum Gedicht beziehst. Aber bevor wir dir das zeigen, schauen wir mal, wie Iras Therapie so läuft. „Jetzt fühlen Sie sich doch bestimmt schon viel besser!“ „Non.“ Ob der nächste Schritt der UPSI-Therapie besser funktioniert, zeigen wir dir im nächsten Video zum Schluss der Gedichtinterpretation.

6 Kommentare

6 Kommentare
  1. ich finde das mit der UPSI Therapie längt zu dolle ab

    Von Amir, vor 6 Monaten
  2. Ps ich meinte übermorgen

    Von amongus, vor 8 Monaten
  3. Ich schreibe morgen eine Klassenarbeit über Gedichte und dieses Video hat mir sehr geholfen Danke

    Von amongus, vor 8 Monaten
  4. Hallo Luzmarina,
    das Video zum Schlussteil ist bereits in der Erstellung und wird ganz bald veröffentlicht. Bitte habe noch etwas Geduld.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 8 Monaten
  5. Wann kommt denn das Video zum Schlussteil?

    Von Luzmarina, vor 8 Monaten
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Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Eine Gedichtinterpretation schreiben – Hauptteil kannst du es wiederholen und üben.
  • Benenne, was im Hauptteil einer Gedichtanalyse untersucht wird.

    Tipps

    Kadenz = Ende eines Verses:

    • betont: männliche Kadenz
    • unbetont: weibliche Kadenz

    Metapher = Vergleich ohne das Vergleichswort wie
    Beispiel: Vorhang der Pupille

    Lösung

    In den drei Bereichen untersuchst du unterschiedliche Aspekte:

    • Inhalt: Inhaltsangabe der Strophen in eigenen Worten
    • Formaler Aufbau: Analyse der formalen Merkmale: Strophen, Verse, Reimart, Metrum, Kadenz
    • Sprachliche Mittel: Untersuchung der sprachlichen Gestaltung: Metapher, Wiederholungen, Alliteration, Vergleich, Personifikation

  • Vervollständige die Untersuchung des formalen Aufbaus.

    Tipps

    Betonter, einsilbiger Reim = männliche Kadenz (stumpfer Reim), z. B.

    • hält – Welt
    Unbetonter, zweisilbiger Reim = weibliche Kadenz (klingender Reim), z. B.
    • Stäbe – gäbe

    Lösung

    Merke dir zur formalen Analyse folgendes Vorgehen:

    In der formalen Analyse des Gedichts listest du nicht nur die formalen Aspekte wie Strophen, Verse, Reimform, Metrum auf, sondern stellst auch immer wieder einen Bezug zum Inhalt und zur Aussage des Gedichtes her.

  • Entscheide, welche Sätze der Inhaltsangabe auf das Gedicht von E. Möricke zutreffen.

    Tipps

    Es gibt fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen.

    Blumen, die im Bett liegen und schlafen?
    Das ist keine sachliche Inhaltsangabe!

    Lösung

    Bei der Inhaltsangabe beschreibst du möglichst in eigenen Worten, um was es in den einzelnen Strophen geht. Im Grunde musst du auch hier schon interpretieren, darfst dich aber nicht zu weit von der Textvorlage entfernen.

    Verweise am besten auch hier auf die Textvorlage. Setze dafür die Abkürzung für das Wort vergleiche vor die Versangabe: vgl. Vers 3.

    Quelle: Mörike, Eduard: Er ist's. https://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html [aufgerufen am 08.12.2021].

  • Arbeite die einzelnen Bestandteile der Untersuchung der sprachlichen Mittel heraus.

    Tipps

    Exklamation = Ausruf

    Personifikation = Vermenschlichung von Tieren oder Gegenständen

    Lösung

    Bei der Analyse der sprachlichen Mittel können die drei Bestandteile (Fachbegriff, Textbeleg, Wirkung) in ihrer Reihenfolge auch vertauscht sein. Besondere Aufmerksamkeit solltest du der Erklärung der Wirkung schenken.

    Quelle: Mörike, Eduard: Er ist's. https://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html. [Aufgerufen am 08.12.2021].

  • Bestimme, in welchem Text sprachliche Mittel untersucht werden.

    Tipps

    Zu den sprachlichen Mitteln gehören Wiederholung, Metapher, Vergleich etc.

    Zwei Antwortmöglichkeiten zeigen, wie man Sprache und Stilmittel untersucht.

    Wenn man die Form eines Gedichts untersucht, dann schaut man sich Verse, Reime etc. an. In dieser Aufgabe geht es jedoch um die Sprache des Gedichts.

    Lösung

    Bei der Analyse der sprachlichen Mittel musst du auf folgende Inhalte achten:

    • Fachbegriff des sprachlichen Mittels, z. B. Metapher
    • Textbelege durch Versverweise in Klammern, z. B. Der Vorhang der Pupille (V. 9)
    • Erklärung der Wirkung

  • Erschließe die formalen Aspekte.

    Tipps

    Es gibt verschiedene Reimarten. Welche sind in diesem Gedicht zu finden?

    • Paarreim: aa bb
    • Kreuzreim: ab ab
    • umschließender oder umarmender Reim: a bb a

    Waise = Verszeile, die sich auf keine andere reimt

    Achte auf die Rechtschreibung!

    Lösung

    In der formalen Analyse untersuchst du:

    • Strophen- und Versanzahl
    • Reim
    • Metrum
    • Kadenzen
    Quelle: Mörike, Eduard: Er ist´s. https://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html [aufgerufen am 08.12.2021].

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