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Stockwerkbau des Mischwaldes 05:33 min

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Transkript Stockwerkbau des Mischwaldes

Hallo, ich bin Natascha und ich erkläre euch heute den Stockwerkaufbau des mitteleuropäischen Mischwaldes. Wir schauen uns die verschiedenen Stockwerke mit ihren Vertretern an, die klimatischen Faktoren im Wald und die Tiere, die in ihm leben.  Unser Mischwald ist ein Ökosystem, an dem sich sehr gut erklären lässt, was Schichtung in einem Biotop bedeutet. Dieses Prinzip gibt es in jedem Ökosystem. Und in jedem Ökosystem, das auf dem Festland angesiedelt ist, gibt es zumindest 3 Schichten: Oberirdische Schichten, Bodenoberfläche und Bodenschichten. Sogar die Tierarten im Wald sind mehr oder weniger an die Schichten und damit an die Pflanzen, die darin leben, gebunden. Im Kronenraum der Buchen und Eichen leben die Vögel und deren Fressen, die Insekten. Eichhörnchen, Siebenschläfer und Baummarder sind Säugetiere, die die Kronenschicht beleben. Die hohen Bäume vermehren sich hauptsächlich durch Windbestäubung. Weiter unten, in den Kraut- und Strauchschichten von Haselnuss, Lärchensporn und Scharbockskraut, leben viele Arten blütenbesuchender Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge. Am Boden leben Wildschweine, Hirsch, Reh und Dachs. Und man kann Sternmoos und Widertonmoos finden. Im Boden, wo die Pelze ihre Netze weben und die Kräuter und Baumwurzeln zu finden sind, leben kleine Tiere wie Maulwurf und Wühlmaus, Larven und Würmer. Je reicher ein Wald an Schichten ist, umso mehr verschiedener Arten beherbergt er auch. Vielleicht könnte man eher sagen, die vielen verschiedenen Arten in einem Wald bilden die vielen verschiedenen Schichten. In einem Eichenwald, der üppige Kraut- und Strauchschichten hat, leben viel mehr Tierarten als in einem dunklen Buchenwald, der nur schwach entwickelte untere Stockwerke hat. Die vielen Schichten wirken wie eine Isolationsschicht, die extreme Klimaeinflüsse abmildert. Und zwar immer von oben nach unten. Die Baumkronen nehmen das meiste Licht, sodass unten am Waldboden nur ein kleiner Bruchteil des Tageslichts ankommt und die anderen Pflanzen sich daran anpassen müssen. Auch den Regen halten die Baumkronen zur Hälfte ab. Und wenn die Kraut- und Moosschicht ihren Teil genommen haben, kommt am Boden nur noch ein Viertel des Regens an. Dafür sind die Pflanzen im Waldinneren auch vor starkem Wind geschützt und die Temperaturunterschiede, sowohl zwischen Tag und Nacht als auch zwischen Sommer und Winter, werden von den Bäumen abgemildert. Im Grunde genommen wird der Wald also von den Bäumen bestimmt. Sie wirken als klimatischer Puffer, verteilen Licht und Temperatur, aus ihrer eigenen Streu wird der Waldboden genährt und es entsteht der Humus, ihre Wurzeln trinken das meiste Wasser und was für Pflanzen und Tiere in den anderen Schichten leben, hängt unmittelbar davon ab, was für Bäume im Wald stehen.  Wenn wir uns den Ökofaktor Licht näher ansehen, können wir gut erkennen, wie stark sich die unterschiedlichen Pflanzen an ihre Lebensbedingungen angepasst haben. Jede Pflanze hat einen Toleranzbereich gegenüber dem Faktor Licht, der durch ein Maximum und ein Minimum begrenzt wird. Das Minimum ist der kleinste Wert an Licht, den eine Pflanze zum Leben braucht. Bei dieser Helligkeit kann die Pflanze genau ihren minimalen Energiebedarf kompensieren. Deshalb heißt dieser Punkt Lichtkompensationswert. Aber um zu wachsen und Reserven anzulegen, braucht die Pflanze mehr Energie, die sie aus der Photosynthese gewinnt. Je mehr Licht die Pflanze bekommt, umso mehr Photosynthese betreibt sie, und zwar so lange, bis sie das Optimum erreicht hat, die Lichtsättigung. Das ist der Punkt, an dem keine Steigerung der Photosynthese mehr erfolgt. Ganz unten am Waldboden, wo am wenigsten Licht hinkommt, wachsen die Laubmoose, die einen Kompensationspunkt bei 1/2000 des vollen Tageslichts haben. Die Eiche hingegen braucht wenigstens 1/9. Und die Frühblüher haben ihre aktivste Zeit im Jahr dann, nämlich ihre Blüte, wenn die Bäume noch keine Blätter tragen und durch die Äste viel Licht zum Boden kommen kann.  Wir haben also gesehen, dass Ökosysteme in Schichten aufgeteilt sind, und haben uns den Wald angeschaut mit den verschiedenen Stockwerken und deren Pflanzen und Tieren. Wir haben die Ökofaktoren Licht, Wind, Temperatur und Wasser betrachtet und wie sich verschiedene Pflanzen in ihren ökologischen Nischen eingerichtet haben.  Ich hoffe, es hat euch gefallen und wir sehen uns im nächsten Video. 

14 Kommentare
  1. Danke das ist sehr lieb von dir, die Videos haben mir weitergeholfen. Liebe Katja

    Von Katjapetarus, vor mehr als 3 Jahren
  2. Hallo Katja,
    hier sind zwei Videos mit Übungen zum Thema "Ökosystem Wald" und "Sukzession im Wald". Wenn du mir schreibst, was die genauen Themen deiner Klassenarbeit sein werden, finden wir bestimmt mehr Videos dazu.
    http://www.sofatutor.com/biologie/videos/oekosystem-wald
    http://www.sofatutor.com/biologie/videos/sukzession-im-wald
    Viele Grüße aus der Biologie Redaktion!

    Von Serpil K., vor mehr als 3 Jahren
  3. Hallo ich schreibe diesen Dienstag eine Klassenarbeit und ich würde gerne noch mal Übungen zum Thema Wald habt ihr eine Idee wo ich die finde ?

    Von Katjapetarus, vor mehr als 3 Jahren
  4. Hallo,
    bei Photosynthese handelt es sich noch um die alte Schreibweise. Beide Schreibungen sind richtig.
    Viele Grüße aus der Redaktion!

    Von Serpil K., vor fast 4 Jahren
  5. Wird es nicht Fotosynthese geschrieben anstatt Photosynthese?

    Von Peter E., vor fast 4 Jahren
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Stockwerkbau des Mischwaldes Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Stockwerkbau des Mischwaldes kannst du es wiederholen und üben.

  • Benenne die Waldarten, die in Europa vorkommen.

    Tipps

    Ein Wald kann aus Nadelbäumen wie Kiefern oder Tannen bestehen.

    Eichen und Buchen sind Laubbäume, die in ihrer Vielzahl Wälder bilden können.

    Lösung

    Es gibt verschiedene Waldarten. In Europa sind vor allem der Mischwald, Nadelwald und Laubwald zu finden.

  • Skizziere einen Wald und beschrifte jene Bestandteile, die namensgebend für die vegetativen Schichten sind.

    Tipps

    Die meisten Sträucher wachsen höher als Kräuter.

    Die Bodenschicht wird, nach ihrem Bewuchs, auch Moosschicht genannt.

    Lösung

    In den oberirdischen Schichten gibt es die Kronenschicht und Strauchschicht. Bei der Bodenoberfläche gibt es die Kraut- und Moosschicht. Die Bodenschicht ist ganz unten.

  • Bestimme die Tiere, die vorwiegend in den jeweiligen Stockwerken des Waldes leben.

    Tipps

    Eichhörnchen sind sehr gute Kletterer.

    Maulwürfe sind sehr gut im Graben von unterirdischen Gängen.

    Einige Insekten ernähren sich vom Pollen und Nektar der Blüten.

    Lösung

    In der Kronenschicht leben verschiedene Vogelarten und Säugetiere, wie Eichhörnchen und Siebenschläfer.
    Weiter unten, in den Strauch- und Krautschichten, leben viele Arten blütenbesuchender Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.
    Am Boden sind unter anderem Wildschweine, Hirsche, Rehe und Dachse zu Hause.
    Im Boden leben kleine Tiere wie Maulwürfe und Regenwürmer.

  • Bestimme die richtigen Aussagen über den abiotischen Faktor Licht.

    Tipps

    Die hier abgebildeten Schneeglöckchen stehen im Frühling bereits in voller Blüte, während den Bäumen noch die Blätter fehlen.

    Nur zwei der Antworten sind richtig.

    Um Fotosynthese zu betreiben, brauchen Pflanzen Licht, welches sie zu einem Teil absorbieren.

    Jede Pflanze hat einen Toleranzbereich gegenüber dem Faktor Licht – er liegt zwischen dem Minimum und Maximum.

    Lösung

    In einem dicht bewachsenen Eichenwald kommt nur wenig Licht auf den Waldboden, da Bäume, Sträucher und Kräuter Licht absorbieren und zur Fotosynthese nutzen.
    Daran hat sich das Laubmoos so gut angepasst, dass es nur etwa ein Zweitausendstel des vollen Tageslichts benötigt, um zu überleben. Dies ist also sein Lichtkompensationswert.
    Jede Pflanze, die Fotosynthese betreibt, hat einen solchen Wert. Er markiert das Minimum an Licht, welches eine Pflanze zum Überleben benötigt.
    Im besten Fall hat die Pflanze immer so viel Licht zur Verfügung, wie sie zur maximalen Fotosyntheseaktivität benötigt. Dies ist das Optimum, an dem die Lichtsättigung erreicht ist.
    Frühblüher wie Schneeglöckchen wachsen und blühen, wenn die Bäume noch keine Blätter tragen.

  • Beschreibe die Ausprägungen der Stockwerke und ihre Bedeutung für das Klima im Waldesinneren.

    Tipps

    Je mehr Blätter in den oberen Schichten sind, umso weniger Licht dringt in die unteren Schichten

    Lösung

    Je mehr Schichten ein Wald hat, umso mehr Arten leben in ihm. Ein Eichenwald besitzt üppige Kraut- und Strauchschichten. In ihm leben daher mehr Tierarten als in einem dunklen Buchenwald, der nur schwach entwickelte untere Stockwerke hat.
    Die Schichten wirken isolierend.
    Durch dichte Baumkronen kann nur wenig Licht dringen. Die Pflanzen tieferliegender Schichten haben weniger Sonnenlicht zur Fotosynthese zur Verfügung. Am Waldboden kommt nur ein kleiner Bruchteil des Tageslichts an.
    Die Baumkronen halten den Regen etwa zur Hälfte ab. Nachdem die Strauch- und Krautschicht ihren jeweiligen Teil genommen haben, kommt am Boden nur noch ein Viertel des Regens an.
    Bäume wirken als klimatischer Puffer und verteilen Licht und Temperatur.

  • Untersuche die Stratifikation eines tiefen Sees im Sommer durch biotische und abiotische Faktoren.

    Tipps

    In der Gliederung der Schichten nach abiotischen Faktoren nimmt die Temperatur in der Sprungschicht sprunghaft ab.

    Auch die meisten Wasserpflanzen benötigen viel Licht zur Fotosynthese und geben dafür lebenswichtigen Sauerstoff ab.

    Pflanzen sind Nahrungsgrundlage zahlreicher Lebewesen, weshalb eine Schicht auch Nährschicht genannt wird.

    In der Kompensationsschicht herrscht ein Gleichgewicht aus Sauerstoffproduktion und -verbrauch. Das Licht ist hierfür gerade ausreichend.

    Lösung

    Die Schichtung in einem tiefen See im Sommer ist zweierlei gegliedert.
    Nach den abiotischen Faktoren lauten die Schichten von oben nach unten:

    • Deckschicht (Epilimnion)
    • Sprungschicht (Metalimnion)
    • Tiefenschicht (Hypolimnion)

    Nach den biotischen Faktoren lauten die Schichten von oben nach unten:

    • Nährschicht (Tropogene Zone)
    • Kompensationsschicht
    • Zehrschicht (Tropholytische Zone)