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Der Wald als Ökosystem

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Team Wissenswelt
Der Wald als Ökosystem
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse - 10. Klasse

Beschreibung Der Wald als Ökosystem

Dieses Video beschreibt den Wald im Wandel der Jahreszeiten. Diese so genannte Aspektfolge wird dir dabei ausführlich erklärt. Dabei lernst du auch den Stockwerkbau des Waldes kennen und du siehst, welche Tiere und Pflanzen die einzelnen Stockwerke des Waldes besiedeln. Wusstest du, dass der Kleiber, ein kleiner Vogel, die Höhlen von Spechten nutzt und dabei die Löcher an seine Größe anpasst. Wie er dies macht, erfährst du in diesem Video.

Transkript Der Wald als Ökosystem

Nach der letzten Eiszeit und dem Rückzug der Gletscher breiteten sich vor etwa 12000 Jahren in den Ebenen und hügeligen Gegenden Mitteleuropas Laubmischwälder aus. Wald, das sind nicht nur Bäume, sondern eine dynamische Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren, die alle in einem komplexen Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Sie bilden ein Ökosystem. Es besteht ein Gleichgewicht zwischen den grünen Pflanzen und den Tieren. Ein Netzwerk von Nahrungsbeziehungen verknüpft die Organismen miteinander. Ein typischer Bewohner der Laubmischwälder ist der Schwarzspecht. Seine charakteristischen Rufe und seine Trommelfolgen sind das ganze Jahr zu hören. In den gemäßigten Breiten wechseln warme Sommer mit nicht zu strengen Winter ab, die längere, trockene Frostzeiten haben. Dieser jahreszeitliche Wechsel bedingt eine periodische Unterbrechung der Vegetationszeit. Verschiedene sommergrüne Laubbäume und immergrüne Nadelgehölze sind an diese Verhältnisse angepasst. In Mitteleuropa ist heute der bestandsbildende Baum die Buche, die geringe Ansprüche an die Bodenverhältnisse ihres Standortes stellt. Der Pflanzenbestand eines Waldes ist gemäß den Lichtbedürfnissen der einzelnen Arten in Stockwerken aufgebaut. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Laubbäume noch nicht ausgetrieben haben, liegt in der Krautschicht des Waldbodens das Maximum der Stoffproduktion. Frühjahrsblüher nutzen die kurze Zeit starken Lichteinfalles auf den Waldboden. Bodennahe Pflanzen haben in unterirdischen Organen Energiereserven gespeichert, wie die Zwiebeln der Frühlingsknotenblumen. Sie müssen schnell auf die Bodenerwärmung im März reagieren können. Nur das ist ihre Chance, zu blühen und zu fruchten. Bereits im Mai, wenn sich das Kronendach der Blätter in über 30 Meter Höhe schließt und nur noch ein bis zwei Prozent des Sonnenlichtes den Waldboden erreicht, ist ihre Vegetationszeit abgeschlossen. Auch Lärchensporn und Leberblümchen speichern die in kurzer Zeit in ihren Blättern durch Fotosynthese erzeugten Assimilate in unterirdischen Speicherorgangen und verschwinden dann wieder vom Waldboden. Zahlreiche Tiere nutzen den Lichteinfall im Frühjahr. Der Zaunkönig sammelt Nistmaterial und steckt mit lautem Gesang sein Brutrevier ab. Warme Ruheplätze, wie sonst nur auf Lichtungen, sind im noch kahlen Buchenwald überall zu finden. Das Erscheinungsbild des Waldes, sein sogenannter Aspekt, ändert sich im jahreszeitlichen Entwicklungsgang. Nach über einem halben Jahr treiben die Blätter der Laubbäume wieder aus und damit wechseln die Lichtverhältnisse. Das Maximum der Stoffproduktion liegt nun in den obersten Baumwipfeln. Die anpassungsfähigen Buchen bilden, je nach Lichtintensität, morphologisch spezialisierte Blätter aus. So können ihre chlorophyllreichen Zellen auch noch in Schichten mit geringerer Strahlungsenergie organische Substanzen produzieren. In der Streu- und Krautschicht des Waldbodens gedeihen nach dem Laubaustrieb nur noch Schatten ertragende Pflanzen. Eine zweite Pflanzengesellschaft wächst so im Jahreslauf am selben Standort. Im Schatten des geschlossenen Blätterdaches können verschiedene Moose, Farne und Sauerklee auch bei geringem Lichtgenuss noch Fotosynthese betreiben. Die Tiere, die in dieser Jahreszeit die Krautschicht bewohnen, lieben die Feuchtigkeit. Vegetarier, wie diese Weinbergschnecke, bezeichnet man als Konsumenten erster Ordnung. Ebenso, wie die kleine Schließmundschnecke, die den Algenbewuchs des Mooses abweidet. Zu den Konsumenten zweiter Ordnung gehört der Zaunkönig, der sein kugelförmiges Nest knapp über dem Boden baut. Seine Nahrung sind wirbellose Tiere aus der Kraut- und Strauchschicht des Waldes. Der Sommeraspekt des Buchenmischwaldes ist zwar geprägt vom Schatten, aber der Waldboden ist nicht gleichmäßig belichtet. In Bereichen lichteren Schattens geht eine beinlose Echse, die Blindschleiche, auf die Jagd. Sie hat den Winter in Kältestarre verbracht und jetzt hat sie es auf Bodenbewohner abgesehen. Allerdings mehr auf Nacktschnecken und Würmer, denn auf diese sparrige Tausendfüßlerverwandtschaft, Buntfüßer genannt, oder die zu den Krebstieren gehörenden Asseln. Der frisch gehäutete Asselnachwuchs ist ein Leckerbissen für den Zaunkönig. Rotkehlchen suchen auch gerne am Waldboden nach Kleingetier, aber nehmen auch vegetarische Kost zu sich. Sie brüten häufig in Bodennähe. Kleiber bevölkern alle Stockwerke des Waldes. Stamm auf und stamm ab sind sie auf der Suche nach Fressbarem. Buchenwälder sind hochwüchsige Hallenwälder. Unter ihrem dichten, sommerlichen Kronendach hält sich wenig. Eine Strauchschicht ist nur spärlich entwickelt. Sie wird hier vor allem aus dem Baumnachwuchs gebildet. Die großen, dünnen Blätter der jungen Buchen vertragen viel Schatten. Ein typischer Bewohner dieses Stockwerkes ist der Eichelhäher. In geringer Höhe baut der Krähenvogel ein Nest aus Ästchen von Holundersträuchern oder Heckenkirschen. Schwanzmeisen flechten im Frühjahr in diesem Bereich zwischen Astgabeln Moose, Flechten und allerlei weiches Material mit Hilfe von Spinnenfäden zu kugeligen Nestern. Auf Nahrungssuche gehen die nur etwa zehn Gramm schweren Vögel aber im Kronendach. Die Stämme der großen Bäume nutzen etwa zehn Meter über dem Boden im Bereich der Strauchschicht Spechte als Wohnraum. Das harte Buchenholz können nur die größten Vertreter dieser Familie in Europa mit ihren kräftigen Schnäbeln bearbeiten. Schwarzspechte zimmern ihr Schlaf- und Bruthöhlen bis über einen halben Meter tief in die Stämme. Bei der Auswahl des Wohnortes ist ihnen ein freier Anflug und eine gute Rundumsicht vom Einflugloch wichtig. Spechte erschließen vielen anderen Höhlenbrütern, die das Holz nicht bearbeiten können, den Wald. Nachmieter der verlassenen Spechthöhlen sind häufig Dohlen. In den Städten haben die geselligen Vögel in Mauerritzen von Türmen Ersatz für verlassene Schwarzspechthöhlen gefunden. Dohlen bleiben ihr Leben lang mit ihrem Partner zusammen. Ein wesentlich kleinerer Nachmieter ist der Kleiber, der vor dem Einzug mit einer Art Beton aus Lehm und Speichel den Eingang seiner Größe anpasst. Dieses Verkleben hat ihm seinen Namen verliehen. Das oberste Stockwerk ist ein gestuftes Dach aus den Wipfeln der Bäume verschiedenen Alters. Betrachtet man den Buchenmischwald im Sommer von oben, erscheint das Kronendach lückenlos geschlossen. Es wird deutlich, wie jeder Baum mit dem anderen um das Licht konkurriert. Jedes Blatt hat seinen Platz, um möglichst viel Sonnenenergie einzufangen, den Treibstoff für das Ökosystem Wald. Auch dieses Stockwerk hat seine typischen Bewohner. Kleine Vögel, wie der Waldlaubsänger und der Halsbandschnäpper gehen im Blätterdach auf Nahrungssuche. Lange, bevor das Laub fällt und das Kronendach wieder licht wird, fliegen diese Insektenfresser zurück nach Afrika. Während der Waldlaubsänger am Waldboden brütet, nimmt der Halsbandschnäpper Baumhöhlen als Brutraum. Nur bei schönem Wetter sitzt der kleine Halsbandschnäpper im obersten Stockwerk und schnappt nach Insekten. Bei Regen geht er im unteren Stockwerk auf Jagd. Die Lichtverhältnisse und die Vegetation des Waldes folgen dem Jahreslauf ebenso wie seine Bewohner. Diese jährlich sich wiederholenden Veränderungen in einem Ökosystem nennt man Aspektfolge.

6 Kommentare

6 Kommentare
  1. Jungs die Grafik xD
    Aber hat mir geholfen danke

    Von Stejosa, vor mehr als einem Jahr
  2. war sehr gut

    Von Giosué G., vor mehr als einem Jahr
  3. Danke

    Von Tom Zebug, vor mehr als 2 Jahren
  4. Super 👍🏻 es hat mir wirklich weiter geholfen ich kann schon fasst alles

    Das ist echt cool

    Von Antonia S., vor mehr als 2 Jahren
  5. Ich finde es wie sie es erklären richtig nice man versteht es auch sofort!

    Ich bin eine Schülerin des "von Saldern Gymnasiums" und ich habe es aus der Schule wie sie es dort erklärt haben kaum verstanden dank diesem Video habe ich es viel besser verschtanden

    Von Chri San, vor mehr als 3 Jahren
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Der Wald als Ökosystem Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Der Wald als Ökosystem kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe die Lichtverhältnisse der Stockwerke des Waldes.

    Tipps

    Unter dem dichten Blätterdach der Bäume herrscht viel Schatten.

    Schneeglöckchen treiben aus, wenn der Boden warm ist und noch viel Licht abbekommt.

    Lösung

    Im Frühjahr, wenn die Laubbäume noch keine Blätter tragen, gelangt viel Licht bis zum Waldboden. In dieser Zeit erwärmt sich der Boden und Frühjahrsblüher treiben aus.
    Ab Mai, wenn nur noch wenig Licht durchs Laub dringt, verringert sich die Lichtausbeute auf etwa zwei Prozent.

    Sobald die Bäume austreiben, verändern sich die Lichtverhältnisse im Wald. Die Kronenschicht fängt nun viel Licht ab, bevor es den Boden erreichen kann. Das Maximum der Stoffproduktion liegt von nun an in den Baumwipfeln.

  • Benenne die Tierarten, die die einzelnen Stockwerke des Waldes bewohnen.

    Tipps

    Die Blindschleiche bewegt sich auf dem Boden umher.

    Der Waldlaubsänger geht in den Baumwipfeln auf Futtersuche.

    Lösung

    Der Wald ist in Stockwerke bzw. sogenannten „Schichten“ aufgebaut: Kraut-, Strauch- und Kronenschicht. Je mehr Sonnenlicht durch das Blätterdach der Baumschicht dringt, desto ausgeprägter sind die Kraut- und Strauchschicht. In jeder Schicht leben andere Tiere.

    In der Krautschicht kannst Du die Blindschleiche finden. Sie kriecht auf dem Boden umher, ähnlich wie die Weinbergschnecke. Auch das Rotkehlchen fühlt sich in dieser Schicht wohl, genauso wie der Zaunkönig.

    In der Strauchschicht lebt der Eichelhäher. Die Schwanzmeisen nisten in dieser Schicht und auch Spechte und Dolden gibt es hier.

    In den Baumgipfeln der Kronenschicht sind der Waldlaubsänger und Halsbandschnäpper vorzufinden.

  • Beschreibe die Schichten des Waldes.

    Tipps

    In der Kronenschicht sind Eichhörnchen oft zu sehen.

    Lösung

    Der Wald besteht aus verschiedenen Schichten, in denen unterschiedliche Pflanzen wachsen. Die Grundlage aller Schichten wird als Bodenschicht bezeichnet. Neben den Wurzeln der Pflanzen höherer Schichten leben hier Tiere, wie Regenwürmer.

    Es folgt die Kraut- und Streuschicht. Gräser und Farne wachsen hier, wobei vor allem Insekten ihren Lebensraum hier haben. Die Pflanzen dienen ihnen gleichzeitig als Schutz und als Nahrungsquelle.

    Die nächsthöhere Schicht wird als Strauchschicht bezeichnet. Diese Schicht ist etwa vier Meter hoch. Jungbäume und Holundersträucher zählen zu den Pflanzen dieser Schicht, in der viele Wildtiere Nahrung und Unterschlupf finden.

    Die oberste Schicht nennt man Kronenschicht. Das Blätterdach der Bäume ist in dieser Schicht vorzufinden. Eichhörnchen und einige Vögel schaffen es bis in die Baumwipfel hinauf.

  • Nenne Beispiele der Flora und Fauna, die zu den jeweiligen Stockwerken passen.

    Tipps

    Insekten, die Nektar mögen, finden in der Krautschicht viel Nahrung.

    Spechte leben in Baumhöhlen, die sie anfertigen.

    Lösung

    Viele heimische Wälder sind in einzelne Stockwerke aufgebaut. Diese entstehen durch die unterschiedlichen Höhen der Pflanzen.

    Die Krautschicht wird aus Gräsern, Farnen, Kräutern und Blütenpflanzen gebildet. Hier können Insekten, wie zum Beispiel Schmetterlinge, Bienen und Käfer, beobachtet werden. Die Pflanzen in der Krautschicht dienen ihnen als Nahrungsquelle.

    Über der Krautschicht befindet sich die Strauchschicht. In der Schicht findet man viele Sträucher wie Weißdorn, Holunder oder Himbeersträucher. Hier finden auch Wildschweine und Rehe Unterschlupf vor ihren Feinden, während Spechte in diesen Höhen ihre Baumhöhlen anlegen.

    Das höchste Stockwerk des Waldes ist die Kronenschicht. Sie bildet das Dach des Waldes. In der Schicht befinden sich Laubbäume wie Eichen, Buchen, Ahorn oder Birken und auch Nadelbäume wie Tannen. Tiere, wie der Laubbäumsänger, suchen hier nach Nahrung.

  • Skizziere die Höhen der einzelnen Stockwerke des Waldes.

    Tipps

    Die Kronenschicht kann in einer Höhe von rund 40 m liegen.

    Lösung

    Die Bodenschicht bildet die Grundlage aller Schichten. In ihr findet man die Wurzeln der Pflanzen und Bodenorganismen, wie Regenwürmer.

    Die Kraut- und Streuchschicht folgt auf die Bodenschicht und ist mit bis zu einem Meter nicht besonders hoch.

    Darauf folgt die Strauchschicht. In ihr findet man Sträucher, wie den Holunder. Die meisten Sträucher wachsen bis zu vier Metern hoch.

    Die oberste Schicht bildet die Baumschicht oder auch Kronenschicht. Sie ist mit etwa 40 Metern die höchste Schicht im Wald.

  • Stelle die Nahrungsbeziehung der jeweiligen Lebewesen als Nahrungskette dar.

    Tipps

    Der Konsument erster Ordnung verspeist gern Blätter.

    Lösung

    Nahrungsbeziehungen im Wald
    Die Buchen sind – als Fotosynthese betreibende Pflanzen – Produzenten. Ihre Blätter, die in der Baumkrone wachsen, werden von den Konsumenten erster Ordnung gefressen. Zu ihnen zählt der Regenwurm, der auf und in dem Boden lebt.
    Konsumenten zweiter Ordnung sind Fleischfresser, wie die Spitzmaus. Sie teilt den Lebensraum mit dem Regenwurm und frisst ihn gern.
    Der Konsument der dritten Ordnung und somit zugleich der Endkonsument in dieser Nahrungskette ist der Fuchs, der Spitzmäuse jagt.

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