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Carl von Linné 03:18 min

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Transkript Carl von Linné

„Gott schuf, Linné ordnete.“ Das sind die berühmten Worte des schwedischen Wissenschaftlers Carl von Linné, der im 18. Jahrhundert lebte. Linné war ein selbstbewusster junger Mann, der sich einen Namen machen wollte, und zwar im Bereich der Botanik, der Pflanzenkunde. Besonders fasziniert war er von der überragenden Vielfalt an Pflanzen auf der Erde, und er wollte einen Weg finden, sie alle zu ordnen. Eines Tages, so hoffte er, würde er dann etwas entdecken, was noch niemand zuvor entdeckt hatte. Er war der Meinung, dass man jede Pflanze einer Gruppe zuordnen könne, je nachdem, wie viele männliche oder weibliche Geschlechtsorgane sie habe. Er entdeckte, dass die Blüten einiger Pflanzen zwei männliche Geschlechtsorgane besaßen, andere aber mehr als 20. Also entwickelte Linné ein Klassifizierungssystem, das auf diesen körperlichen Merkmalen beruhte. Er war am Boden zerstört, als andere Wissenschaftler anmerkten, dass seine Methode nicht funktioniere, da verschiedene Blüten der gleichen Pflanze mal mehr, mal weniger Geschlechtsorgane aufwiesen. Er ließ sich jedoch nicht beirren und überarbeitete sein System. Nun sortierte er Pflanzen nach anderen körperlichen Merkmalen, wie zum Beispiel der Blattform und der Samenart. Inzwischen war Linné Professor der Botanik geworden. Oft nahm er seine Kurse mit auf Exkursionen, wie auch diese Studenten hier eine machen, um Pflanzen zu bestimmen. Er fand es allerdings schwierig, seinen Studenten beizubringen, wie die übermäßig langen Namen zusammenzusetzen waren, die Pflanzen zu dieser Zeit gegeben wurden. Diese Pflanze hier war zum Beispiel bekannt als Viola floribus radicalibus corollatis abortientibus caulinis apetalis seminiferis. Übersetzt ergibt das eine Beschreibung der Pflanze: das kurzstielige, freiblühende, fruchttragende Veilchen. Linné vereinfachte deswegen die Pflanzennamen zu zweiteiligen lateinischen Namen, basierend auf seinem neuen Klassifizierungssystem. Der Name dieser Pflanze wurde deswegen stark verkürzt auf Viola mirabilis. Linné benannte jede dokumentierte Pflanze und jedes dokumentierte Tier nach diesem Format um. Zum ersten Mal konnte sich die Welt in einer allgemeingültigen Sprache über die Natur unterhalten - eine Sprache, die noch heute in Gebrauch ist.