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Bachforelle – Lebensraum und Verhalten 06:14 min

Textversion des Videos

Transkript Bachforelle – Lebensraum und Verhalten

Hallo. Hast du schon einmal in einem Bach oder Gebirgsfluss einen Fisch im Wasser stehen sehen? Könnte gut sein, dass du eine Bachforelle beobachtet hast. In diesem Video wollen wir mehr über die Bachforelle erfahren und unter anderem herausfinden, warum sie eine so entscheidende Rolle bei der Verbreitung von Flussmuscheln spielt. Die Bachforelle lebt in Bächen und Gebirgsflüssen. Sie liebt klares, kaltes Wasser. Und zwar deshalb, weil die Bachforelle sehr sauerstoffhaltiges Wasser zum Überleben braucht. Je kälter das Wasser ist, desto mehr Sauerstoff kann es lösen. In Wasser mit mehr als 18 Grad Celsius stirbt die Bachforelle. Wie sieht eine Bachforelle aus? Die Farbe einer Bachforelle spielt vom Braun-Schwarzen ins silbrig Blaue. Auffällig sind rote Punkte mit weißem Rand an der Seite. Der Körper einer Bachforelle gleicht der Form einer Spindel und das hat einen guten Grund. Eine Spindel ist optimal stromlinienförmig. Das heißt, die Form der Forelle bietet dem Wasser sehr wenig Widerstand. Das Wasser gleitet perfekt am Körper der Forelle entlang. Dadurch können Bachforellen auch gut in schnell fließenden Gebirgsbächen stehen. Ein paar leichte Bewegungen mit der Schwanzflosse reichen, um nicht fortgespült zu werden, sondern auf der Stelle zu stehen. Die Schwanzflosse dient also zur Fortbewegung beziehungsweise zum Stehen bleiben in der Strömung. Die Flossen dienen zur Steuerung der Schwimmrichtung. Wenn eine Bachforelle die rechte Flosse wegspreizt, schwimmt sie nach rechts. Wenn sie die linke Flosse wegspreizt, schwimmt sie nach links. Die anderen Flossen helfen der Bachforelle stabil im Wasser zu liegen, ohne auf eine Seite zu kippen. Eine Bachforelle lebt räuberisch. Das erkennt man schon am tief gespaltenen Maul. Gerne steht die Bachforelle im klaren Wasser und lauert. Wenn ein Insekt auf der Wasseroberfläche dahintreibt, schnellt die Bachforelle nach oben und schnappt sich die Beute. Blitzschnell steht sie danach wieder wie regungslos im Wasser und lauert auf ihr nächstes Opfer. Forellen lieben aber auch im Wasser lebende Insektenlarven und jagen gerne nach kleineren Fischen. Zur Fortpflanzung schwimmen die Bachforellen im Winter die Flüsse aufwärts. Die Oberläufe der Bäche sind die Laichgebiete der Bachforelle. Dort ist das Wasser noch kälter und daher noch sauerstoffreicher. Die weibliche Forelle formt mit wenigen Flossenhieben eine Mulde im Untergrund. Dort legt sie hunderte, unbefruchtete Eier ab. Das Männchen gibt anschließend seine Spermienflüssigkeit darüber. Jetzt sind die Eier besamt und mit dem Verschmelzen von Spermien und Eizellen sind sie befruchtet. Es handelt sich also um eine äußere Befruchtung. Das Weibchen deckt die Eier zu und überlässt sie ihrem Schicksal. Die im Frühjahr schlüpfenden Fischlarven ernähren sich erst noch von ihrem Dottersack. Danach jagen die knapp drei Zentimeter kleinen Bachforellen Wasserflöhe und Wasserasseln. Ihr Leben als Jäger beginnt. Bachforellen reagieren sehr empfindlich auf negative Umwelteinflüsse. Begradigt man Flüsse oder Bäche, verschwindet die Bachforelle. Auch die Verschmutzung des Wassers hat dem Bachforellenbestand stark zugesetzt. Der aus Nordamerika stammende Verwandte der Bachforelle, die sogenannte Regenbogenforelle, ist nicht ganz so empfindlich. Sie hält wärmere Wassertemperaturen aus und wird gerne als Zuchtfisch ausgesetzt. Die große Verbreitung von Regenbogenforelle, aber auch von Bachsaibling, verdrängt zusehends die empfindliche Bachforelle. Für die seltener werdenden Flussperlmuscheln ist das gar nicht gut. Die in Süßwasser lebenden Großmuscheln sind nämlich auf die Bachforelle angewiesen, denn sie verbreiten sich durch sogenannte Glochidien. Das sind kaum mehr als 0,1 bis 0,4 Millimeter große Larven, die von den erwachsenen Muscheln freigesetzt werden. Diese winzigen jungen Muscheln treiben durch das Wasser. Sie werden mehr oder weniger zufällig von einer Bachforelle verschluckt. Wenn die Glochidien in die Kieme der Bachforelle gelangen, setzen sie sich dort fest und bleiben für einige Zeit. Hier ernähren sie sich von den Körpersäften der Forelle, um weiter zu wachsen. Die Bachforelle, und nur die Bachforelle, ist der Wirtsfisch der Flussperlmuscheln. Geht der Bestand an Bachforellen zurück, verschwinden auch diese großen Süßwassermuscheln aus unseren Bächen. Wir haben die Anatomie und die Lebensweise der Bachforelle kennengelernt. Die Bachforelle lebt räuberisch und braucht kalte, saubere, wilde Bäche und Flüsse. An die ist sie perfekt angepasst. Außerdem hast du gelernt, dass die Bachforelle auch zum Überleben anderer Tierarten einen wichtigen Beitrag leistet. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

1 Kommentar
  1. Ich fand das Video hilfreich

    Von Jonas2.0, vor etwa 3 Jahren

Bachforelle – Lebensraum und Verhalten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Bachforelle – Lebensraum und Verhalten kannst du es wiederholen und üben.

  • Erkläre, warum die Bachforelle kaltes Wasser bevorzugt.

    Tipps

    Die Bachforelle benötigt viel Sauerstoff.

    Lösung

    Die Bachforelle benötigt für ihr Überleben kaltes Wasser. In kaltem Wasser ist wesentlich mehr Sauerstoff gelöst, welchen die Bachforelle zum Leben braucht. Ihre Verwandte, die Regenbogenforelle, benötigt nicht ganz so viel Sauerstoff und kann so an Orten überleben, an denen dies der Bachforelle nicht möglich ist.

  • Beschreibe den Fortpflanzungsprozess der Bachforelle.

    Tipps

    Bei den Eiern der Bachforelle findet eine äußere Befruchtung statt.

    Lösung

    Die Bachforellen schwimmen flussaufwärts zu ihren Laichgebieten. Dort gräbt die weibliche Bachforelle mit ihren Flossen eine Mulde und legt die Eier darin ab. Die männliche Bachforelle gibt anschließend seine Samenflüssigkeit darüber. Es findet also eine äußere Befruchtung statt. Die weibliche Forelle deckt die Mulde ab und überlässt die Eier ihrem Schicksal. Im Frühjahr schlüpfen die Fischlarven.

  • Beschreibe die Abhängigkeit der Flussperlmuschel von der Bachforelle.

    Tipps

    Glochidien sind die kleinen Muschellarven.

    Lösung

    Der Bestand der Bachforelle nimmt immer mehr ab. Das ist auch für die Flussperlmuschel fatal. Die Bachforelle ist nämlich der alleinige Wirtsfisch für die Glochidien, die kleinen Muschellarven der Flussperlmuschel. Nimmt also der Bestand an Bachforellen ab, so nimmt automatisch auch der Bestand der Flussperlmuscheln ab.

  • Beschreibe Aufbau und Funktion des Seitenlinienorgans.

    Tipps

    Das einströmende Wasser bewegt am Ende der Kanäle des Seitenlinienorgans viele Sinneshärchen.

    Lösung

    Das Seitenlinienorgan ist an der Seite der Fische als eine gepunktete Linie sichtbar. Diese Punkte sind kleine Öffnungen. Diese Öffnungen gehen in Kanäle über, die bis unter die Schuppen führen. Dort befinden sich viele Sinneshärchen. Durch die Kanäle strömt permanent Wasser ein. Der Fisch kann so sehr schnell Veränderungen der Wasserströmung wahrnehmen und zum Beispiel Feinde erkennen.

  • Benenne die Flossen der Fische.

    Tipps

    Die Rücken- und die Afterflosse stabilisieren den Fisch.

    Lösung

    Aus den Schuppen des Fisches ragen die Flossen heraus. Mithilfe der Flossen kann sich der Fisch fortbewegen. Am hinteren Teil besitzt der Fisch eine starke Schwanzflosse. Mithilfe der Bauch- und der Brustflosse kann der Fisch seine Bewegungen steuern und bremsen. Die Rücken- und die Afterflosse verhindern, dass der Fisch zur Seite kippt.

  • Beurteile zentrale Aussagen zu Wasser und Kiemen.

    Tipps

    Im Sommer kann es dazu kommen, dass Fische in einem zu warmen Teich ersticken.

    Kiemenblättchen müssen stets sauber gehalten werden, damit sie gut funktionieren und nicht beschädigt werden.

    Lösung

    Fische können unter Wasser atmen, denn im Wasser befindet sich auch Sauerstoff, wenn auch sehr viel weniger als in der Luft. 10 ml Sauerstoff findet man in einem Liter Wasser. Je nach Temperatur kann unterschiedlich viel Sauerstoff im Wasser gelöst sein. Kaltes Wasser ist dabei sauerstoffreicher als warmes Wasser. Im Gegenstromprinzip fließt dann das sauerstoffreiche Wasser an den Kiemenblättchen vorbei. Kiemenreusen verhindern, dass die Kiemenblättchen verschmutzen oder durch Dreck verletzt werden.