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Adaptive Radiation 06:28 min

Textversion des Videos

Transkript Adaptive Radiation

Hallo! Was glaubst du passiert, wenn eine bestimmte Vogelpopulation z.B. auf eine einsame Insel kommt, auf der es sonst keine oder kaum andere Tiere gibt? Was würde im Laufe der Evolution geschehen? Wir wollen uns in diesem Video genauer anschauen, wie sich eine Vogelart auf einer unbesiedelten Insel entwickeln würde. Das ist nämlich ein Beispiel für eine stattfindende adaptive Radiation. Und du wirst noch weitere interessante Beispiele kennen lernen, wo auf unserer Erde eine solche adaptive Radiation stattgefunden hat.

Aber zunächst müssen wir uns erstmal anschauen, was adaptive Radiation überhaupt ist. Adaptive Radiation heißt soviel wie „Auffächerung einer Art“ und das bedeutet, dass sich aus einer wenig spezialisierten Art in einem kurzen evolutiven Zeitraum ganz viele neue spezialisierte Arten bilden, die ganz unterschiedliche ökologische Nischen haben. Wenn wir mal bei der Vogelart aus der Einleitung bleiben, die auf eine unbesiedelte oder kaum besiedelte Insel gelangt, dann wird diese Art innerhalb von kurzer Zeit z.B. andere Nahrungsansprüche ausbilden oder andere Lebensräume besiedeln. Das kann auch sehr schnell geschehen, da ja keine große Konkurrenz zu anderen Vogel- oder Tierarten auf der Insel herrscht. Allein die innerartliche Konkurrenz zu den Vögeln der gleichen Art übt einen großen Selektionsdruck aus und führt dazu, dass sich bestimmte spezialisierte Merkmale, die z.b. bei der Futtersuche wichtig sind, ausbilden. Nach und nach entwickeln sich so viele neue spezialisierte Arten, da irgendwann kein Genaustausch mit der ursprünglichen Population mehr besteht. Adaptive Radiation findet aber demnach nur statt, wenn keine oder nur kleine Konkurrenz durch andere Organismen weiterer systematischer Gruppen besteht.

Soviel zur Theorie. Aber wo kann man eine solche adaptive Radiation finden? Sehr anschaulich ist das Beispiel der DARWINfinken auf den Galapagos-Inseln. Durch die Analyse und genauere Beobachtung der verschiedenen Finkenarten auf den Galapagosinseln wurden die Grundlagen der Evolutionstheorie DARWINs gelegt. Die Galapagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs und konnten daher nur durch Organismen besiedelt werden, die durch die Luft oder durch das Wasser verbreitet wurden. Das sind vor allem Pflanzen, Insekten und Vögel. Man kann sich leicht vorstellen, dass z.B. durch einen Sturm einige wenige Finken auf die Inselgruppe kamen. Diese Finkenpopulation nennt man Gründerpopulation. Im Laufe der Evolution entwickelten sich aus dieser Gründerpopulation 14 sehr eng miteinander verwandte Finkenarten, die alle von der Gründerpopulation abstammen. Diese Arten bildeten die unterschiedlichsten ökologischen Nischen. Beispielweise Finken mit breitem Schnabel, die sich hauptsächlich von Samen ernähren, oder Finken mit einem schmalen spitzen Schnabel, die Insekten fressen. Die Entstehung der verschiedenen Darwinfinken ist also ein Beispiel für adaptive Radiation. Ein weiteres Beispiel für adaptive Radiation findest du in Australien. Der australische Kontinent spaltete sich zusammen mit Südamerika von den übrigen Kontinenten durch Kontinentaldrift vor ca. 60 Mio. Jahren ab. Zu dieser Zeit gab es Beuteltiere und moderne Säuger mit Plazenta. In Australien waren zur Zeit der Abspaltung des Kontinents nur Beuteltiere; eine Konkurrenz durch höhere Säugetiere gab es nicht. Die Beuteltiere konnten in Australien also die unterschiedlichsten ökologischen Nischen besetzen. In allen anderen Teilen der Welt wurden die Landflächen von den modernen Säugern erobert und die Beuteltiere wurden dort verdrängt. Das Ergebnis dieser adaptiven Radiation in Australien sind mehr als 175 Beuteltierarten; dazu gehören die Kängurus, die Wombats und auch die Koalas.

Auch für Pflanzen gibt es Beispiele für adaptive Radiation. Beispielsweise besiedelten die verschiedensten Dickblattgewächse der Gattung Aeonium die kanarischen Inseln. Alle Arten haben die unterschiedlichsten Anpassungen an verschiedene Lebensräume und kommen heute fast überwiegend nur auf den kanarischen Inseln vor. Und weißt du, wo es noch zu adaptiver Radiation kam? Als gegen Ende der Kreidezeit die Dinosaurier ausstarben, blieben nur wenige der ursprünglich 34 Reptilienarten übrig. Auf diese Weise waren dann viele ökologischen Nischen nicht mehr durch Reptilien besetzt und es kam zur adaptiven Radiation der Säugetiere. Du siehst also, dass nicht immer ein noch nicht besiedelter Lebensraum für eine adaptive Radiation notwendig ist, auch ein Massensterben z.B. aufgrund einer klimatischen Veränderung kann dazu führen.

Du weißt jetzt, was geschieht, wenn eine Vogelpopulation als Gründerpopulation auf eine einsame Insel kommt. Durch adaptive Radiation kommt es zur Bildung vieler neuer Arten und die unterschiedlichsten ökologischen Nischen werden besetzt. Dies ist nur möglich, weil es in diesem betrachteten Lebensraum keine Konkurrenz durch andere Organismen gibt. Als Beispiele hast du die Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln, die Beuteltiere in Australien und die Aeonium-Arten auf den kanarischen Inseln kennen gelernt. Und auch nach dem Massensterben der Dinosaurier kam es zu adaptiver Radiation der Säugetiere. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

3 Kommentare
  1. Default

    Wieso kann ich das Video nicht ganz sehen?

    Von N Muensterberg, vor mehr als einem Jahr
  2. Serpil

    Hallo Marion,
    die Darwinfinken sind das Lehrbuchbeispiel für die Adaptive Radiation.:) Es gibt aber auch zahlreiche andere Beispiele für diesen Prozess. Ein relativ aktuelles Beispiel sind die Buntbarsche in afrikanischen Seen. Sie zählen zu den artenreichsten Fischfamilien und sind hochspezialisiert und angepasst an unterschiedliche Lebensräume. Die adaptive Radiation wurde mehr als nur einmal belegt und ist also kein Zufall. :)
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 2 Jahren
  3. Default

    kann diese darwinfinken nich mehr sehen, vielleichts wars ja nur zufall, weil dieser einmalige vorfall immer wieder genannt wird

    Von Marion190257, vor mehr als 2 Jahren