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Quintenzirkel 06:49 min

Textversion des Videos

Transkript Quintenzirkel

Thema dieses Films ist der Quintenzirkel. Der Quintenzirkel gibt Auskunft über die Verwandtschaft von Tonarten und ist ein Hilfsmittel zum Bilden von Tonleitern. Die Dur- und Moll-Tonleitern werden, vom Grundton ausgehend, durch eine bestimmte Abfolge unterschiedlicher Tonabstände gebildet. Je nach Tonleiter werden dabei einzelne Stammtöne erhöht oder erniedrigt. Da die jeweiligen Tonarten ihren Tonvorrat aus den dazugehörigen Tonleitern beziehen, besitzt jedes Musikstück eine Generalvorzeichnung am Anfang der Notation. Diese Vorzeichnungen der einzelnen Tonarten lassen sich mit einem ganz einfachen Hilfsmittel einprägen, nämlich dem Quintenzirkel. Dieser sieht aus wie eine Uhr, nur dass anstelle der Ziffern Buchstaben stehen, die wiederum die einzelnen Tonleitern bezeichnen. Die C-Dur-Tonleiter nimmt die Zwölf-Uhr-Position ein. Es folgen im Uhrzeigersinn die G-, D-, A-, E-, H- und Fis-Dur-Tonleitern. Mit dem Merksatz „Geh du alter Esel, hole Fische“ lässt sich diese Abfolge leicht merken. Vom C aus gegen den Uhrzeigersinn stehen die Buchstaben F, B, Es, As, Des und Ges für die Grundtöne der restlichen Tonleitern. Auch hier gibt es eine Merkhilfe: „Frische Brezeln essen Assessoren des Gesangvereins“. Der Quintenzirkel heißt übrigens so, weil der Tonabstand der im Zirkel direkt nebeneinander liegenden Grundtöne jeweils eine Quinte beträgt. Die benachbarten Grundtöne mit den dazugehörigen Tonleitern sind also quintverwandt. Hier sehen wir die C-Dur-Tonleiter. Die quintverwandte G-Dur-Tonleiter besteht fast aus den identischen Tönen, nur der vierte Ton der C-Dur-Tonleiter, das F, ist in der G-Dur-Tonleiter um einen Halbton zum Fis erhöht. Genauso verhält es sich dann im nächsten Schritt bei der G-Dur-Tonleiter und der quintverwandten D-Dur-Tonleiter. Alle Töne sind identisch, nur der vierte Ton der G-Dur-Tonleiter, das C, ist in der D-Dur-Tonleiter um einen Halbton zum Cis erhöht. Im Uhrzeigersinn kommt zur Vorzeichnung jeder neuen Tonleiter nach C-Dur also ein Kreuzzeichen auf dem vierten Ton der vorhergehenden Tonleiter hinzu. Gegen den Uhrzeigersinn erhält jede neue Tonleiter analog dazu ein weiteres b-Zeichen. Hier wird nun jeweils der siebte Ton der vorhergehenden Tonleiter um einen Halbton erniedrigt. So enthält F-Dur ein b, B-Dur ein b und ein Es und Es-Dur ein b, ein Es und ein As. Hat man den Quintenzirkel im Kopf, findet man für jede der zwölf Dur-Tonleitern blitzschnell die entsprechende Vorzeichenkombination. Zum Beispiel so: Wir wollen mithilfe des Quintenzirkels die Töne der E-Dur-Tonleiter herausfinden. Zuerst ruft man sich den Quintenzirkel anhand der Merksätze vor Augen. Jetzt weiß man, dass bei der E-Dur-Tonleiter vier der Stammtöne um jeweils einen Halbton erhöht werden. Man zeichnet die sieben Stammtöne vom E ausgehend ins Notensystem ein und trägt dann die Vorzeichnung nach. Hier muss man anfangs wahrscheinlich überlegen und zählen. Aber mit etwas Übung geht es ganz fix. Fertig ist die E-Dur-Tonleiter. Da der einfache Quintenzirkel nur die Dur-Tonleitern abdeckt, gibt es noch einen erweiterten Quintenzirkel, den Dur-Moll-Quintenzirkel. Hier wird jeder Dur-Tonleiter innerhalb des Zirkels eine Moll-Tonleiter zugeordnet. Diese einander zugeordneten Tonleitern werden Paralleltonleitern genannt. Sie haben den selben Tonvorrat und damit die identische Vorzeichnung, besitzen aber einen anderen Grundton. Die Paralleltonleitern findet man ganz einfach, indem man vom Grundton der jeweiligen Dur-Tonart eine kleine Terz nach unten geht, also drei Halbtonschritte. Auch hier ein Beispiel: Gesucht sind die Töne der e-Moll-Tonleiter. Geht man vom Ton E eine Terz nach oben, landet man beim G. Wir wissen jetzt also, dass e-Moll und G-Dur Paralleltonarten sind und damit den gleichen Tonvorrat besitzen. Bei der G-Dur-Tonleiter gibt es ein Kreuzvorzeichen auf dem Ton F. Wir tragen für unsere e-Moll-Tonleiter daher vom Grundton E ausgehend die sieben Stammtöne ins Notensystem ein und erhöhen den Ton F ebenfalls um ein Kreuzzeichen und fertig ist die e-Moll-Tonleiter. Anhand des Quintenzirkels lässt sich auch ganz einfach die Tonart eines Musikstücks bestimmen. Zuerst schaut man sich dazu die Generalvorzeichnung an. Bei einem Kreuzzeichen weiß man nun, das Stück muss in G-Dur oder eben in der Paralleltonart e-Moll geschrieben sein. Jetzt wirft man noch einen Blick auf den letzten Ton des Stücks, denn der ist, im Normalfall, der Grundton. Findet sich hier also ein G, ist die Sache klar. Das Stück ist in G-Dur geschrieben.

Quintenzirkel Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Quintenzirkel kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne die einzelnen Tonarten den Kreuz- und B-Tonarten zu.

    Tipps

    Alle Tonarten sind Dur-Tonarten.

    Erinnerst du dich an die Merksätze für die Kreuz- und B-Tonarten?

    Du kannst auch versuchen, vom Namen der Töne aus die Vorzeichnung abzuleiten.

    • Ein Kreuz vor einer Note erhöht diese um einen halben Ton. An den Stammton werden die Buchstaben -is gehängt.
    • Ein b vor einer Note erniedrigt diese um einen halben Ton. An den Stammton werden die Buchstaben -es gehängt.

    Läuft man den Quintenzirkel vom C aus eine halbe Runde im Uhrzeigersinn ab, so erhält man die Kreuz-Tonarten.
    Läuft man den Quintenzirkel vom C aus eine halbe Runde entgegen des Uhrzeigersinns ab, so erhält man die B-Tonarten.

    Lösung

    Um herauszufinden, ob eine Tonart zu den Kreuz-Tonarten oder zu den B-Tonarten gehört, musst du den Quintenzirkel kennen. Dieser ist aufgebaut wie eine Uhr. Du fängst immer auf der 12 Uhr-Position an beim Buchstaben C. Gehst du von da aus im Uhrzeigersinn eine halbe Runde, erhältst du die Kreuz-Tonarten: Diese lauten in der richtigen Reihenfolge: G-Dur, D-Dur, A-Dur, E-Dur, H-Dur, Fis-Dur. Dazu gibt es auch einen Merksatz: „Geh Du Alter Esel, Hole Fische!“

    Gehst du nun vom C aus eine halbe Runde entgegen dem Uhrzeigersinn entlang, so erhältst du die B-Tonarten, die in der richtigen Reihenfolge so lauten: F-Dur, B-Dur, Es-Dur, As-Dur, Des-Dur, Ges-Dur. Auch hierfür gibt es einen Merksatz: „Frische Brezeln Essen Assessoren Des Gesangsvereins.“

    Wenn du das im Hinterkopf hast, wird es dir leicht fallen, die Tonarten zuzuordnen.
    Viel Spaß mit den Merksätzen!

  • Gib die richtigen Tonleitern von D-Dur an.

    Tipps

    Schau dir alle Notenausschnitte genau an. Kannst du auf dem ersten Blick eine Tonleiter oder sogar mehrere Tonleitern ausschließen?

    Denk an den Merksatz für die Kreuz-Tonarten. Wie viele Vorzeichen hat D-Dur?

    Eine Tonleiter beginnt und endet mit dem Grundton.

    Anstelle der Vorzeichen vor den einzelnen Noten gibt es auch die Möglichkeit der Generalvorzeichnung. Hierfür stehen alle Vorzeichen, die du für D-Dur brauchst, direkt hinter dem Notenschlüssel.

    Lösung

    Eine Tonleiter hat einige allgemeine Merkmale:

    • Sie hat immer acht Töne, wobei sie mit dem Grundton beginnt und endet.
    • Sie ist eine festgelegte Folge von Ganztonschritten und Halbtonschritten.
    • Eine Dur-Tonleiter besitzt zwischen dem 3. und dem 4. Ton sowie zwischen dem 7. und dem 8. Ton Halbtonschritte.
    • Eine Moll-Tonleiter hat ihre Halbtonschritte zwischen dem 2. und dem 3. Ton sowie zwischen dem 5. und dem 6. Ton.
    Vor diesem Hintergrundwissen folgt hier ein Vorschlag für das weitere Vorgehen:
    • Um herauszufinden, welche Notenausschnitte die richtige D-Dur-Tonleiter abbildet, musst zu zunächst wissen, ob D-Dur zu den Kreuz-Tonarten oder den B-Tonarten gehört. Geh dazu beide Merksätze durch.
    • Der Merksatz „Geh, Du Alter Esel, ...“ zeigt dir, dass D-Dur zu den Kreuz-Tonarten gehört, demnach also zwei Kreuz-Vorzeichen hat. Diese sind fis und cis.
    • Anstelle der Option, die Vorzeichen direkt vor die Töne der Tonleiter zu schreiben, kannst du auch eine Generalvorzeichnung vornehmen. In diesem Falle stehen die Vorzeichen fis und cis direkt hinter dem Violinschlüssel und gelten für das ganze Musikstück.
    Zwei Optionen sind demzufolge korrekt.

  • Gib an, wie viele Vorzeichen die angegebenen Tonarten haben.

    Tipps

    Denk an die Merksätze für die Kreuz- und B-Tonarten.

    Die Tonarten, die hinter den einzelnen Wörtern der Merksätze stehen, verraten dir die Anzahl der Vorzeichen.

    Auch zwei Moll-Tonarten haben sich darunter gemischt. Eine Moll-Tonart hat genau dieselben Vorzeichen wie ihre parallele Dur-Tonart. Um die parallele Dur-Tonart und damit die Anzahl der Vorzeichen herauszufinden, musst du eine kleine Terz nach oben gehen, das bedeutet drei Halbtonschritte weiter.

    Lösung

    Um herauszufinden, wieviele Vorzeichen eine bestimmte Tonart hat, brauchst du wieder einmal die beiden Merksätze über den Quintenzirkel. Diese benennen die Anzahl der Kreuz- bzw. B-Vorzeichen in der richtigen Reihenfolge. Wort für Wort bzw. Tonart für Tonart tritt ein Vorzeichen hinzu.

    Schauen wir uns das zunächst konkret an den Kreuz-Tonarten an. Der Merksatz lautet: „Geh Du Alter Esel, Hole Fische!“ Das bedeutet:

    • Geh = G-Dur (1 Vorzeichen)
    • du = D-Dur (2 Vorzeichen)
    • alter = A-Dur (3 Vorzeichen)
    • Esel = E-Dur (4 Vorzeichen)
    • hole = H-Dur ( 5 Vorzeichen)
    • Fische = Fis-Dur (6 Vorzeichen)
    Für die B-Tonarten lautet der Merksatz: „Frische Brezeln Essen Assessoren Des Gesangsvereins.“ Das bedeutet analog:
    • Frische = F-Dur (1 Vorzeichen)
    • Brezeln = B-Dur (2 Vorzeichen)
    • essen = Es-Dur (3 Vorzeichen)
    • Assessoren = As-Dur (4 Vorzeichen)
    • des = Des-Dur (5 Vorzeichen)
    • Gesangsvereins = Ges-Dur (6 Vorzeichen)
    Nun tauchen noch zwei Moll-Tonarten auf. Diese sind eine kleine Terz von ihrer parallelen Dur-Tonart getrennt. Die Moll-Tonarten haben genau dieselben Vorzeichen wie ihre parallelen Dur-Tonarten, dementsprechend natürlich auch dieselbe Anzahl. Die dazugehörige Dur-Tonart ermittelst du, indem du eine kleine Terz nach oben gehst, d.h. drei Halbtonschritte bzw. drei Tasten auf dem Klavier. Die parallele Dur-Tonart von e-Moll lautet also G-Dur. Also hat diese Tonart ein Vorzeichen. Bei g-Moll gehst du genauso vor. Die Parallele dazu ist B-Dur, weshalb g-Moll zwei Vorzeichen hat.

  • Ermittle die Vorzeichen der Tonarten.

    Tipps

    Die Lücken verraten dir bereits, wie viele Vorzeichen die entsprechenden Tonarten haben.

    Auch die Vorzeichen sind jeweils eine Quinte voneinander entfernt.

    Lösung

    Mithilfe der beiden Merksätze kannst du zunächst herausfinden, wie viele Vorzeichen die jeweilige Tonart hat. Bei den Moll-Tonarten musst du dafür die parallele Dur-Tonart herausfinden. Setze dafür den Grundton eine kleine Terz nach oben.

    Welche Vorzeichen stehen nun ganz genau? Das lässt sich auf mehrere Wege ermitteln:

    • Wenn du Intervalle gut beherrschst, musst du dir nur das erste Vorzeichen merken (fis oder b) und dann bei den Kreuz-Tonarten eine Quinte aufwärts, bei den B-Tonarten eine Quinte abwärts gehen. Eine Quinte ist sieben Halbtonschritte vom Grundton entfernt.
    • Wenn du Tonleitern gut beherrschst, so bilde die Tonleiter von C-Dur: c, d, e, f, g, a, h, c. Willst du das erste Kreuz-Vorzeichen ermitteln, so erhöhe den 4. Ton um einen halben Ton: Du erhältst das Vorzeichen fis. Als nächstes nimmst du dir die Tonleiter von G-Dur und erhöhst wieder den vierten Ton: cis. Die Tonarten D-Dur und h-Moll besitzen also die zwei Vorzeichen fis und cis.
    • Analog kannst du bei den B-Tonarten vorgehen. Ausgangspunkt ist wieder die C-Dur-Tonleiter, wobei du dieses Mal den 7. Ton um einen Halbton erniedrigst (b).
    • Um die Vorzeichen der B-Tonarten zu lernen, kannst du dich auch im Quintenzirkel orientieren. Blickst du zurück, siehst du die Vorzeichen, die du bereits verwenden musst, blickst du eine Tonart weiter, kannst du das neue Vorzeichen für die aktuelle Tonart ableiten. Willst du beispielsweise die Vorzeichen von B-Dur wissen, brauchst du das b und - eine Tonart weiter im Quintenzirkelabschnitt der B-Tonarten - das es.
    Ist dir das alles zu kompliziert? Dann hilft nur noch ein Tipp: Lerne die Vorzeichen-Reihenfolge auswendig.
    • Bei den Kreuz-Tonarten lautet die Reihe: fis, cis, gis, dis, ais, eis.
    • Bei den B-Tonarten merke dir: b, es, as, des, ges, ces

  • Bestimme die Tonart des Lieds „Das Waisenkind“.

    Tipps

    Das Lied ist mit einer Generalvorzeichnung versehen. Was für ein Vorzeichen ist das? Überlege anhand des passenden Merksatzes, welche Tonart dahinter stecken könnte.

    Zu jeder Dur-Tonart gibt es eine parallele Moll-Tonart, die eine kleine Terz tiefer steht.

    Um herauszufinden, ob das Lied in Dur oder Moll steht, solltest du den letzten Ton bestimmen. Dieser ist in den allermeisten Fällen der Grundton.

    Lösung

    In diesem Lied befinden sich relativ viele Vorzeichen, die du erstmal gar nicht weiter beachten musst. Ganz wichtig ist nämlich lediglich die Generalvorzeichnung, also das Vorzeichen hinter dem Violinschlüssel. In diesem Falle handelt es sich um ein fis, das für das gesamte Lied gilt. Immer da, wo der Ton f in den Noten steht, wird ein fis daraus.

    Das eine Vorzeichen fis verrät uns auch, dass wir uns im Bereich der Kreuz-Tonarten befinden. Wenn wir unseren bekannten Merksatz durchgehen, bekommen wir heraus, dass es sich um die Dur-Tonart G-Dur oder die parallele Moll-Tonart e-Moll handeln kann. Ein Blick auf den letzten Ton des Lieds - ein e - gibt uns Aufschluss darüber, dass die Tonart des Lieds e-Moll lautet.

  • Ordne die passenden Paralleltonarten einander zu.

    Tipps

    Der Grundton der Moll-Tonart befindet sich eine kleine Terz unter dem Grundton der parallelen Dur-Tonart.

    Eine kleine Terz ist ein Abstand von drei Halbtonschritten bzw. drei Klaviertasten . Wenn du zum Beispiel von G-Dur die parallele Moll-Tonart suchst, musst du vom Ton g drei Klaviertasten nach links wandern (sowohl weiße als auch schwarze Tasten) und landest dabei auch dem Ton e. Die parallele Moll-Tonart zu G-Dur ist also e-Moll.

    Eine Moll-Tonart kann nicht zugeordnet werden. Sie bleibt ohne Partner.

    Lösung

    Zwischen der Dur-Tonart und der parallelen Moll-Tonart besteht eine Kleinterzverwandtschaft. Das bedeutet, dass die beiden Grundtöne um das Intervall einer kleinen Terz voneinander entfernt sind. Auf dem Klavier entspricht das einem Abstand von drei Tasten. Wenn du dir nun die Dur-Bezeichnungen auf der einen Seite der Aufgabe ansiehst, kannst du dir einen Grundton nach dem anderen nehmen und dann eine kleine Terz ermitteln. So ist der Ton a eine kleine Terz tiefer als der Ton c, weshalb a-Moll die passende Paralleltonart zu C-Dur ist.