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Johann Sebastian Bach 03:49 min

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Transkript Johann Sebastian Bach

Am 21. März 1685 wird in Eisenach in Thüringen Johann Sebastian Bach geboren. Schon einige Generationen vor Johann Sebastian beginnt in seiner Familie die musikalische Tradition. Es finden sich unter seinen Vorfahren Stadtpfeifer, Organisten, Sänger und Hofmusiker. Der Vater, Johann Ambrodius Bach, lehrt dem Kind das Violinenspiel, stirbt aber als Johann Sebastian erst zehn Jahre alt ist. Der Junge erlernt das Spielen auf der Orgel und auf dem Clavichord, singt in Chören und musiziert auf der Violine. Mit 18 Jahren nimmt er seine erste Stelle als Organist in Arnstadt an. Hier entsteht seine erste Kantate, der noch über 200 weitere folgen werden. Nach einjährigem Aufenthalt in Mühlhausen geht Johann Sebastian Bach in den Dienst der Herzöge von Sachsen-Weimar. Er wird Organist und Kammermusiker und nach sechs Jahren Konzertmeister. Von den Einflüssen der italienischen Musik nicht gerade angetan, ist Johann Sebastian Bach der letzte große Vertreter einer musikgeschichtlichen Epoche, die das rein musikalischen Gesetzen verpflichtete Kunstwerk noch nicht kennt. Seine Musik ist an den realen Bedürfnissen beim Gottesdienst, Staatsakt oder Vergnügen orientiert. Jedoch komponiert er in evangelischer Glaubenstradition, alle Werke gleichermaßen als Preisung der göttlichen Schöpfung. Auch in der von den sakralen Werken heute noch häufig aufgeführten Matthäus-Passion, ist Johann Sebastian Bachs Bindung an eine traditionelle Kompositionsauffassung erkennbar, von der sich die neue Strömung der Aufklärung immer weiter entfernt. Während seiner Tätigkeit als Organist in Mühlhausen heiratet Bach 1707 seine Cousine Maria Barbara. Sie schenkt ihm acht Kinder, stirbt aber früh im Jahre 1720. Zu dieser Zeit ist Johann Sebastian Bach Hofkapellmeister in Köthen, wo er im Jahr darauf seine zweite Frau Anna Magdalena Wilcken ehelicht. Aus dieser Ehe gehen noch 13 Kinder hervor. Die brandenburgischen Konzerte, die 48 Präludien und Fugen und der erste Teil des wohltemperierten Klaviers entstehen bevor Bach endgültig sesshaft wird. Die Stelle als Direktor Musikus und Leiter des bedeutenden Knabenchors der Thomasschule tritt Johann Sebastian Bach im Alter von 38 Jahren in Leipzig an. Hier bleibt er bis zu seinem Tod. Bachs an Tradition und Funktion gebundene Musik erscheint den Zeitgenossen überholt. Und selbst seine eigenen Kinder lassen ihn das spüren. Seine allwöchentlich für den Sonntag neu komponierte Kantate lässt sich der Pastor der Pfarre zur Zustimmung vorlegen. Wie Bach unter dieser Geringschätzung leidet, lesen wir in dem Brief an einen Vertreter des russischen Herrscherhauses in Danzig. „Ich muss ständig inmitten von Abneigung, Überdruss und Verfolgungen leben. Ich werde also gezwungen sein, mein Glück anderswo zu suchen.“ Bis zu seinem Tod im Alter von 65 Jahren arbeitet Johann Sebastian Bach unermüdlich. Er komponiert Werke, denen die frühe deutsche Musik nichts Gleichwertiges an die Seite stellen kann und die ihn unter die größten der Musik stellen.