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Harmonielehre 07:19 min

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Transkript Harmonielehre

Thema dieses Films ist die Harmonielehre. Vertragen sich die Schüler miteinander, ist die Stimmung in der Klasse harmonisch. Eine Fußballmannschaft spielt harmonisch, wenn das Zusammenspiel gut funktioniert. Während es im Alltag bei Harmonie also um die positive Beziehung zwischen Menschen geht, bezeichnet Harmonie in der Musik meistens die Beziehung einzelner Akkorde zueinander und deren musikalische Wirkung. In der Musiktheorie steht der übergeordnete Begriff „Harmonik“ für den Zusammenklang der Töne, die sogenannte vertikale Komponente der Musik. Die enger gefasste Harmonielehre beschäftigt sich mit den Akkorden im Dur-Moll-tonalen System. Die Grundlage dafür sind die Dreiklänge, genauer gesagt, die leitereigenen Dreiklänge. Das hier ist die C-Dur-Tonleiter. Wird zu jedem Ton der C-Dur-Tonleiter nun der jeweilige Terzton und Quintton hinzugefügt, also nur leitereigene Töne, ergeben sich daraus die leitereigenen Dreiklänge der C-Dur-Tonleiter, also genau sieben Akkorde. (Musik spielt) Die leitereigenen Dreiklänge werden mit römischen Ziffern durchnummeriert, den sogenannten Stufen. Betrachtet man den Abstand der einzelnen Dreiklangtöne genauer, erkennt man, dass die verschiedenen Stufen sich im Tongeschlecht unterscheiden. Also, in ihrer Zuordnung zu Dur oder Moll. Bei den leitereigenen Dreiklängen aller Tonleitern bestehen die erste, die vierte und die fünfte Stufe aus Grundton, großer Terz und Quinte. Diese Akkorde sind also Durdreiklänge, sie werden auch als Hauptdreiklänge bezeichnet. Zweite, dritte und sechste Stufe setzen sich aus Grundton, kleiner Terz und Quinte zusammen und sind damit Molldreiklänge. Man bezeichnet diese Stufen auch als Nebendreiklänge. Die siebte Stufe stellt einen Sonderfall dar. Sie besteht aus Grundton, kleiner Terz und verminderter Quinte und entspricht damit einem verminderten Dreiklang. Bei den Hauptdreiklängen wird die erste Stufe als Tonika, die vierte Stufe als Subdominante und die fünfte Stufe als Dominante bezeichnet. Setzt man die Subdominante eine Oktave herunter, erkennt man, dass die drei Hauptdreiklänge quintverwandt sind. Das heißt, die Quinte der Subdominante ist mit dem Grundton der Tonika identisch. Und die Quinte der Tonika ist mit dem Grundton der Dominante identisch. Die Quintverwandtschaft ermöglicht es, mit einem altbewährten Hilfsmittel die verschiedenen Hauptdreiklänge der einzelnen Tonarten zu bestimmen, nämlich mit dem Quintenzirkel. Da in ihm ja die Grundtöne der einzelnen Tonleitern im Quintabstand angeordnet sind, entsprechen jeweils drei unmittelbar aneinander angrenzende Felder den Grundtönen von Subdominante, Tonika und Dominante. In diesem Beispiel werden die Hauptdreiklänge von G-Dur gesucht. Die Tonika zu bestimmen, stellt natürlich keine große Herausforderung dar. Es ist der G-Dur-Dreiklang. Für die Subdominante geht man nun im Quintenzirkel von G ausgehend einfach auf das nächste Feld gegen den Uhrzeigersinn und landet so beim Grundton der Subdominante, dem C. Da es sich bei allen Hauptdreiklängen um Durdreiklänge handelt, entspricht die Subdominante dem C-Dur-Dreiklang. Geht man dann vom G aus zum nächsten Feld im Uhrzeigersinn landet man beim D. Also ist der D-Dur-Dreiklang die Dominante in der G-Dur-Tonleiter. Die auf eine Grundtonart bezogene Abfolge von Akkorden, etwa die Verbindung der Hauptdreiklänge, bezeichnet man als Kadenz. Die bekannteste Kadenzform ist die Grundkadenz. Die einfache Abfolge von Tonika, Subdominante, Dominante und wieder Tonika ist eine Dreiklangfolge, die vom 16. Jahrhundert ausgehend bis in unsere Zeit hinein die harmonische Grundlage vieler Musikstücke bildet. Es gibt auch noch einfachere Kadenzformen, wie die authentische Kadenz. Sie entspricht dem Wechsel von der Tonika auf die Dominante und wieder zurück zur Tonika. Die authentische Kadenz kommt also ohne die Subdominante aus. Trotzdem lassen sich mit ihr ganze Volkslieder begleiten. So wie hier. Um das Ende von Musikstücken spannungsgeladener zu gestalten, wird oftmals anstatt des letzten Dominant- Dreiklangs, ein Dominant-Septakkord gespielt. Dieser besteht neben den eigentlichen Dreiklangtönen aus einer zusätzlichen kleinen Septime zum Grundton. So wird die Auflösung zur abschließenden Tonika verstärkt. Bei einfachen Volksliedern funktioniert die Begleitung von Melodien mit den drei Hauptdreiklängen besonders gut. Aber auch die klassischen Komponisten verwendeten gerne einfache Harmonien, wie die Grundkadenz, um eine pompöse Schlusswirkung zu erzeugen. So baut im Präludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach die Abfolge von Tonika, Subdominante und Dominante in den letzten drei Takten Spannung auf. Diese wird dann, durch den in der Tonika stehenden Schlussakkord, aufgelöst. Das klingt einfach grandios.