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Édith Piaf 03:56 min

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Transkript Édith Piaf

Am 19.Dezember 1915 kommt auf einem Gehsteig in einem Vorort von Paris Édith Giovanna Gassion zur Welt. Als die weltberühmte Chansonnette Édith Piaf wird sie das Publikum mit ihrer Stimme jahrelang faszinieren. Mit zwei Jahren verliert Édith die Mutter. Mit fünf Jahren wird sie in Folge einer Hirnhautentzündung blind. Mit sechs Jahren erlangt sie ihr Sehvermögen wieder. Angeblich nach einer Wallfahrt. Aus der kurzen Liebe zu einem Soldaten bleibt ihr, selbst erst 16 Jahre alt, ein Kind. Aber dieses Mädchen stirbt mit zwei Jahren. 1935 hört der Impresario Louis Leplée wie Édith auf der Straße singt. Sie ist gerade 20. Und hat nichts faszinierendes außer ihrer Stimme. Er gibt dem schmächtigen Mädchen den Beinamen Piaf. Was so viel heißt wie Spatz. Und bestellt auch eigens für sie geschriebene Lieder. Er lässt sie in einem großen Theater auftreten, ohne Makeup und ohne Strümpfe. Mit dem schwarzen Gewand, das für sie typisch wird, steht Édith Piaf auf der großen leeren Bühne, angeleuchtet von einem einzigen Scheinwerfer. Es ist der Sänger Maurice Chevalier, der das ergriffene Schweigen des Publikums als erster mit Applaus durchbricht. Das Publikum ist fasziniert. An einem einzigen Abend entsteht der Mythos “Piaf”. Ein Mythos auf den niemals ein Schatten fällt. Édith, die nie in der Schule gewesen ist, lernt nun Lesen und Schreiben. Sie zeigt sich intelligent, empfindlich, aufnahmefähig und reich an Instinkt. Ihre Wurzeln bleiben dem Kummer verhaftet. Einem Gefühl der Unzufriedenheit und des Unvermögens, das sie niemals überwinden können wird. Es verhindert, dass sie ihr Gleichgewicht findet. Die Männer ihres Lebens sind viele. Und immer wieder erlebt sie dieselbe Geschichte der jungen Unbekannten, die über sie zu Ruhm gelangen. Sie heißen Yves Montand, Charles Aznavour, Paul Maurice, Eddie Constantine, George Moustaki. Anders ist ihr Zusammentreffen mit Marcel Cerdan. Dem Weltmeister im Mittelgewichtsboxen. Die beiden lernen einander zufällig eines Abends kennen. Und es ist Liebe auf den ersten Blick. Wenige Monate später stirbt Cerdan bei einem Flugzeugunglück. Lange Zeit bleibt die Piaf allein. Seit Jahren nimmt sie Drogen und ihr schmächtiger Körper wird ständig von Krankheiten angegriffen. Mehrere Operationen muss sie über sich ergehen lassen. Sie überlebt auch einige schwere Autounfälle. Ihre letzten Jahre sind ein Leidensweg, der von langen Krankenhausaufenthalten gekennzeichnet ist. Aber immer wieder will sie singen. In ihrem schwarzen Gewand auf der großen Bühne stehen. Und noch am Ende will sie an die Liebe glauben. Dieses letzte Mal verliebt sich die Sängerin in einen zwanzigjährigen Friseurgehilfen. Und heiratet ihn 1962. Sie macht aus ihm sogar einen Chansonnier. Und findet die Kraft noch ein weiteres Jahr zu leben. Édith Piaf, der Spatz von Paris, stirbt im Oktober 1963 im Alter von nur 47 Jahren.