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Demoszene – Subkultur oder Kultmusik? 02:26 min

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Transkript Demoszene – Subkultur oder Kultmusik?

Demos sind Kurzfilme, die am Computer entstehen. Sie verbinden anspruchsvolle Grafik mit Musik. Das Besondere dabei: Der zur Verfügung stehende Speicher wird begrenzt auf nur 64 Kilobyte. Martin “Kjay“: Man versucht dadrin so viel unterzubringen, dass es den Zuschauer einfach wegbläst, dass der sagt: “Wow, das ist unmöglich.“ Jérome Muffat-Méridol: Der einzige Grund, warum man so etwas tun würde ist, wenn man auf der Suche nach einer Form von Schönheit ist. Das hat nichts mehr mit Technik zutun. Wir suchen nach Perfektion, gehen an Grenzen. Und das ist es, was man normalerweise von Kunst sagt. Für Außenstehende scheinen auch die Bedingungen, unter denen die Musikvideos entstehen, grenzwertig. “Demoparty“ nennt es sich, wenn Computer-Freaks zusammensitzen, um an einem kunstvollen Film zu arbeiten – jeder an seinem eigenen PC und dennoch in Teamarbeit. Es ist dunkel, laut und ein wüstes Durcheinander. Eine Nerd-Klausur eben, bei der es Schlaf genauso wenig gibt wie Essen oder Tageslicht. Tobias Heim: Demopartys sind absoluter Dreh- und Angelpunkt der Demoszene, denn das sind die Orte, auf denen die Demos erscheinen. Es gibt so gut wie keine Demos mehr, die außerhalb von Demopartys erscheinen. Auf den Demopartys wird gefachsimpelt und programmiert. Die meisten Veranstaltungen dieser Art gibt es in Europa, dem “Mekka der Demoszene“. Aber auch hier sind die glorreichen Zeiten vielleicht bald vorbei, denn der Nachwuchs fehlt. Martin “Kjay“ Fiedler: Der Altersdurchschnitt ist in letzter Zeit sehr gestiegen. Es ist nicht so, dass wir in nächster Zeit direkt aussterben würden, aber... Lars “Ghandy“ Sobiraj: Diese Motivation auf Dauer zu halten ist sehr schwierig. Und die Leute, die jetzt aktiv sind, werden halt immer älter und machen immer weniger. Martin “Kjay“ Fiedler: Dass da jetzt so richtig frisches Blut in großen Mengen zuströmt, sehe ich eigentlich nicht – leider. Die Demoszene ist eine Nischenkultur, die vom Aussterben bedroht ist. Vielleicht liegt das auch daran, dass heute PC-Nutzer nicht mehr programmieren oder Befehle beherrschen müssen. Die Demoszene ist damit ein stückweit auch Opfer des digitalen Wandels.