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Der Ablassbrief

Um ihren Geldbedarf zu sichern, entwickelte die Kirche im 15. Jahrhundert ein gewinnbringendes Finanzierungsmodell: Wer Angst hatte, ins Fegefeuer zu kommen, konnte sich einen Ablassbrief ausstellen lassen und sich so von seinen Sünden freikaufen.

Was ist ein Ablassbrief?

Laut der Lehre der katholischen Kirche können den Menschen ihre Sünden vergeben werden, wenn sie durch eine religiöse Handlung – wie beispielsweise einen Kirchenbesuch, eine Beichte oder eine Wallfahrt – um Gottes Gnade bitten. Diesen Akt der Gnade nennt man Ablass. Der Gläubige erhält im Anschluss daran einen Ablassbrief. Dieser bestätigt, dass der Gläubige Buße getan hat.

In der Zeit zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert kam es zu einem Missbrauch dieser Vorgehensweise. Die Gläubigen konnten sich den Ablass für Geld erkaufen. Überall im Land wurden Ablassbriefe durch Ablassprediger verkauft. Selbst für verstorbene Verwandte konnten Ablassbriefe erworben werden. Die Menschen hofften durch den Kauf der Briefe, ihre Zeit im Fegefeuer verkürzen zu können. Nach dem katholischen Glauben ging man nämlich davon aus, dass der Mensch nach seinem Tod im Fegefeuer für die Sünden seines Lebens büßen müsste. Martin Luther wandte sich in seinen 95 Thesen unter anderem gegen den kirchlichen Ablasshandel. Nach Meinung Luthers konnte nur der wahre Glaube, nicht aber die Zahlung von Geld den Menschen zu ewigem Heil verhelfen.

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