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Die Inquisition

Über Jahrhunderte weg ging die katholische Kirche mit strengen und grausamen Zwangsmethoden gegen Abweichler und Andersdenkende vor. Nicht selten landeten die Angeklagten auf dem Scheiterhaufen.

Was war die Inquisition?

Wörtlich übersetzt bedeutet Inquisition gerichtliche Untersuchung. Dabei handelte es sich um eine Art Behörde im Spätmittelalter und der Frühneuzeit, die Andersgläubige – sogenannte Ketzer – aufspüren, verfolgen und vor Gericht stellen sollte. Als Ketzer galten Personen, die nach Meinung der Kirche die religiösen Überzeugungen und Glaubenssätze anzweifelten, leugneten oder entstellten. Sie wurden als Häretiker bezeichnet. Die Häresie ist die Lehre, die im Gegensatz zum anerkannten Glauben steht. Bereits im frühen Christentum stand Ketzerei unter Strafe. Ketzer wurden aus der Kirche ausgeschlossen, also exkommuniziert. Ursprünglich sollten durch die Inquisition innerkirchliche Missstände beseitigt werden. Mit der Christianisierung im Mittelalter wurde das Christentum Staatsreligion. Dadurch wurde die Inquisition neben der kirchlichen auch ein fester Bestandteil der weltlichen Gerichtsbarkeit. Im Jahr 1231 erließ Papst Gregor IX. den Erlass Excommunicamus, wodurch sich die Bekämpfung der Ketzerei durch die katholische Kirche verschärfte. Inquisitoren und Inquisitionsgerichte suchten gezielt nach Ketzern. Geständnisse wurden unter Folter erpresst und viele Menschen wurden als Ketzer verbrannt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Inquisition als Verkörperung von Ungerechtigkeit, Willkür und abschreckender Grausamkeit abgeschafft.