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Wie finde und bilde ich den Genitiv? 04:38 min

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Transkript Wie finde und bilde ich den Genitiv?

Hallo, schön dich zu sehen. Heute möchte ich dir erzählen, was mir letztens in der Schule passiert ist. Es war ein regnerischer Tag und ich sagte zu meiner Klasse: “Wegen des schlechten Wetters bleibt ihr in der Pause im Klassenraum.” Ich dachte mir nichts dabei, als plötzlich ein Schüler seinen Arm hob und mir folgendes erklärte: “Sie haben da einen Fehler gemacht. Das heißt nicht wegen des schlechten Wetters, sondern wegen dem schlechten Wetter.” Und? Erkennst du, wer Recht hat? Am Ende des Videos kannst du mir bestimmt eine Antwort auf diese Frage geben. Wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast, wollen wir uns heute mit dem Genitiv beschäftigen.

Wie du weißt, handelt es sich dabei um den 2. Fall in der deutschen Sprache. Setzt man ein Substantiv, auch Nomen genannt, in den Genitiv, müssen auch die Begleiter in den Genitiv dekliniert werden. Als Beispiel: Wessen Stift ist das? Das ist der Stift meines Freundes. Das passende Fragewort, um den Genitiv zu ermitteln, heißt also: “wessen”. Im Genitiv wird dann an die Endung ein -s oder -es angehangen. Das Anhängen eines “-s” oder “-es” ist typisch für die Genitivbildung. Die Verwendung des Genitivs bereitet vielen Schülern Probleme, da er häufig mit dem Dativ verwechselt wird. Damit dir dies in Zukunft nicht mehr passiert, üben wir heute, wie man den Genitiv findet und bildet. Also los! Die erste Aufgabe besteht darin, den Genitiv zu bilden. Es sind mehrere Fragen vorgegeben und wir müssen die richtigen Antworten im Genitiv geben.
Die erste Frage lautet: Ist das der Rucksack von Ben? Die Antwort soll mit “Ja” beginnen. Es muss also heißen: Ja, das ist Bens Rucksack. Als Probe stellen wir die Frage: Wessen Rucksack ist das? Bens. Gehen wir nun zur zweiten Frage. Ist das der Schreibtisch vom Bürgermeister? Die Antwort soll mit “nein” beginnen. Es würde also richtig heißen: Nein, das ist nicht der Schreibtisch des Bürgermeisters. Kommen wir zur dritten Frage. Sind das die Autoschlüssel von unserem Vater? Hier soll die Antwort wieder mit “ja” beginnen. Es heißt also: Ja, das sind die Autoschlüssel unseres Vaters. Zur Überprüfung kannst du hier sehr schön, die Frageprobe mit “wessen?” anwenden. Außerdem kannst du in den Beispielsätzen das typische “s” an den Endungen der Wörter erkennen. Das war doch gar nicht so schwer. Prima. Jetzt wollen wir üben, wie man erkennt, ob es sich bei dem Kasus/also dem Fall um den Genitiv handelt. Das macht man am Besten, indem man Fragen stellt.

Der erste Satz lautet: Das ist das Bild meiner Schwester. Wenn wir jetzt nach dem Genitiv fragen heißt es: Wessen Bild ist das? Sehen wir uns den zweiten Satz an: Der neue Rock von Ute gefällt mir gut. Auch hier lautet die Frage nach dem Genitiv: Wessen Rock gefällt ihr gut? Kommen wir zum letzten Satz: Das ist Martins Sonnenbrille. Die Frage dazu lautet: Wessen Sonnenbrille ist das? Toll! Nach dem Genitiv fragen klappt ja auch schon super. Im letzten Teil unserer Übung sollst du den Genitiv in den Sätzen markieren. Der erste Satz lautet: Der Polizist wurde des Dienstes enthoben. Der Genitiv hier ist “des Dienstes”. Zur Probe stellen wir die Frage: Wessen wurde der Polizist enthoben? Die Antwort lautet: Des Dienstes. Der zweite Satz ist: Ich entledige mich nicht meiner Pflichten. Um auf den Genitiv zu kommen stellen wir zunächst die Frage: Wessen entledige ich mich nicht? Antwort: Meiner Pflichten. Also ist “meiner Pflichten” der Genitiv. Kommen wir zum dritten Satz: Die Starken sollten sich der Schwachen annehmen. Die Frage nach dem Genitiv lautet: Wessen sollen sich die Starken annehmen? Die Antwort darauf: Der Schwachen. Der Schwachen ist also der Genitiv.

Du siehst also, dass du den Genitiv wahrscheinlich öfter verwendest, als du denkst. Kannst du dich noch an den Beginn unserer Übung erinnern? Da habe ich dir von einem Gespräch mit einem Schüler erzählt. Ich habe gesagt: “Wegen des schlechten Wetters bleibt ihr in der Pause im Klassenraum.” Der Schüler aber meinte es heißt: “Wegen dem schlechten Wetter.” Kannst du mir jetzt sagen wer Recht hatte? Genau; ich. Richtig heißt es, “wegen des schlechten Wetters”. Ich hoffe, es hat dir heute genauso viel Spaß gemacht wie mir. Ich freue mich, dich bald wiederzusehen. Tschüüüß!

44 Kommentare
  1. Super

    Von Katrin Bergner81, vor 17 Tagen
  2. Der Schüler hat recht

    Von Zahra Bakhouz1983, vor 21 Tagen
  3. Der Schüler hat recht

    Von Zahra Bakhouz1983, vor 21 Tagen
  4. Es war richtig gut

    Von Sonne 2008, vor 4 Monaten
  5. Hallo Jorge H.,
    in der Regel fragt man nach den einzelnen Satzgliedern mit den Fragewörtern wer oder was, wessen, wem und wen oder was. Wenn es dir hilft, die Frage anders zu stellen, dann ist das schön, aber in der Frage 'Ist das der Schreibtisch des Bürgermeisters?' erfragst du im Prinzip nicht das Satzglied, sondern stellst eine Entscheidungsfrage, die mit ja oder nein beantwortet wird.
    Zu deiner zweiten Frage: "Tims" reicht hier, da Tim ein Eigenname ist. Eigennamen haben in der Regel keinen Artikel, sodass es reicht, wenn man daran ein s hängt: Wessen Laptop ist das? - Karls. Sobald du jedoch einen Artikel hast, musst du diesen deklinieren und zusätzlich ein s anhängen: Wessen Laptop ist das? - des Schülers.
    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 11 Monaten
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Wie finde und bilde ich den Genitiv? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Wie finde und bilde ich den Genitiv? kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Aussagen richtig sind.

    Tipps

    Es gibt vier Fälle im Deutschen.

    Der 1. Fall heißt Nominativ.

    Lösung
    • Im Deutschen gibt es vier Fälle. Der Genitiv ist der zweite Fall. Fragt man nach dem Genitiv im Satz, so macht man das mit der Frage Wessen?.
    • Setzt man ein Nomen in den Genitiv, so müssen die Begleiter auch verändert werden. Das nennt man dann Deklination. Hier ein Beispielsatz: Die Blumen des Händlers sind schön. Mit der Frage Wessen Blumen sind schön? kannst du den Genitiv ermitteln. Die Antwort ist: Die des Händlers. Im Antwortsatz kann man erkennen, dass sich der Artikel angepasst hat, deswegen wird „des Händlers“ gesagt.
    • Häufig werden -s oder -es an die Satzteile, die im Genitiv stehen angehängt. Hierzu noch mal ein Beispiel: Die Hose meines Bruders ist kaputt. Aus mein wird meines (-es wird angehängt) und aus Bruder wird Bruders (Ergänzung durch -s).
  • Nenne den Genitiv in den folgenden Sätzen.

    Tipps

    Nach dem Genitiv wird mit Wessen? gefragt.

    Den Genitiv kann man an den Endungen -s oder -es erkennen.

    Lösung

    Mit dem Genitiv wird das Genitivobjekt bestimmt. Das Fragewort zum 2. Fall Genitiv ist Wessen?.

    1. Zur Ermittlung des Genitivs ist die richtige Frage zum ersten Satz: Wessen wurde der Polizist enthoben? Die richtige Antwort ist hier des“ Dienstes. Die Genitivform ist ebenfalls an dem veränderten Artikel des zu erkennen und an dem angepassten Nomen durch Anhängen von -es. So wurde hier Dienst im Genitiv Dienstes.
    2. Im folgenden Satz Ich entledige mich meiner Pflichten. ist der passende Fragesatz Wessen entledige ich mich?. Somit steht meiner Pflichten im Genitiv. Hier wird nicht -s oder -es an die Wörter gehängt. In diesem Fall wird meine zu meiner und Pflichten behält seine ursprüngliche Form.
    3. Auch im dritten Satz wurde nicht das typische -s bzw. -es an die Wörter angefügt. Durch die Frage Wessen sollten sich die Starken annehmen? kann der Genitiv jedoch ermittelt werden. Die Antwort lautet der Schwachen. Eigentlich würde man im Plural die Schwachen sagen, im Genitiv wird dieser Ausdruck zu der Schwachen.
    4. Im vorletzten Satz Das ist das Bild meiner Schwester. wird der Genitiv wie folgt erfragt Wessen Bild ist das?. Die Antwort hier ist Das meiner Schwester. Somit ist meiner Schwester das Genitivobjekt. Die Veränderung im Genitiv ist durch das Possessivpronomen meine zu erkennen, aus meine wird meiner (Ergänzung durch -r).
    5. Martins ist die Genitivform des letzen Satzes. Mit der Wessen Sonnenbrille ist das? kann der Genitiv ermittelt werden. Hier ist wieder das -s an das Nomen angehängt, so wird aus Martin im Genitiv Martins.
  • Vervollständige die Sätze durch das Einsetzen der richtigen Genitivform.

    Tipps

    Erinnere dich an die typischen Endungen des Genitivs.

    Nach wegen folgt, in den meisten Fällen, der Genitiv.

    Lösung
    • Der Genitiv ist an seiner Form gut zu erkennen. Die Endungen der Pronomen oder Substantive sind meistens -s, -es oder -r. Außerdem wird der Genitiv im alltäglichen Sprachgebrauch nicht sehr oft angewendet, so dass er durch seine Form auffällt.
    • Nach dem Genitiv wird immer mit Wessen? gefragt. Wenn du so konsequent das Genitivobjekt des Satzes erfragst, kommst du schnell auf die richtige Lösung.
    • Die „falschen“ Formen stehen in anderen Fällen.
  • Analysiere den Text auf seine Genitivformen.

    Tipps

    Frage in jedem Satz nach dem Objekt.

    Das Genitivobjekt findest du mit der Frage Wessen?.

    Lösung

    Der Genitiv ist der 2. Fall und wird mit der Frage Wessen? ermittelt. Das Objekt, das im Genitiv steht, nennt man Genitivobjekt. Nach wegen folgt meistens der Genitiv. So auch im ersten Satz der Kurzgeschichte. Unseres Alters steht demnach zum Beispiel im Genitiv.

    Wenn du konsequent das Genitivobjekt erfragst, kommst du schnell auf die Lösung. Denke daran, auch immer den Artikel oder Pronomen mitzumarkieren.

  • Ordne die Genitivformen richtig zu.

    Tipps

    Die Genitivformen sind öfter vorhanden.

    Den Genitiv erkennt man durch das Anhängen von -s, -es oder -r an die Pronomen oder Substantive.

    Lösung
    • Nach dem Genitiv fragt man immer mit dem Fragewort Wessen?. Kann man nicht mit Wessen nach dem Objekt fragen, so steht das Objekt auch nicht im Genitiv. Ein Beispiel: Wessen Rucksack ist das?, die Antwort lautet: Bens. Hier ist das Genitivobjekt somit Bens Rucksack.
    • Merkmale sind auch das Anhängen von -s oder -es an das Substantiv oder Pronomen. Häufig wird aber auch einfach nur das Pronomen durch das Ergänzen eines -r verändert. Wie zum Beispiel hier: Wessen Jacke ist das?, Antwort: Die meiner Schwester. In diesem Fall wurde das Pronomen meine durch ein -r, zu meiner ergänzt.
    • Kann man nicht mit Wessen? nach dem Objekt im Satz fragen, so steht es im 3. oder 4. Fall.
  • Entscheide, bei welchen Sätzen eine Genitivform zu finden ist.

    Tipps

    Frage nach dem Genitiv mit Wessen?.

    Schaue dir die Substantive genau an!

    Lösung
    • Der erste Satz der Übung enthält einen Genitiv. Diesen kannst du wie folgt erfragen: Wessen Tagebuch liegt unter dem Bett?, die Antwort lautet: Das der Schwester. Der Schwester steht somit im Genitiv.
    • Im zweiten Satz kann man ebenfalls eine Genitivform durch fragen finden, Wessen Mathebücher liegen im Klassenarum?, Die aller Schüler. Die Genitivform ist hier aller Schüler.
    • Der dritte Satz steht nicht im Genitiv. Hier kann man nicht mit Wessen? nach dem Objekt fragen. Das Objekt steht hier im Dativ. Demnach kann man fragen Wem gibt das Kind einen Knochen?, Dem Hund.
    • Schaut man sich den vierten Satz genauer an, so kann man auch hier eine Genitivform entdecken. Wessen Liebe scheint grenzenlos zu sein?, Die der beiden.
    • In dem Satz Aus dem Fenster schaut eine alte Dame., gibt es kein Genitivobjekt zu bestimmen.
    • Im letzten Satz steht des Mannes im Genitiv. Die passende Frage dazu lautet: Wessen Schuhe sind neu und glänzend?.