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Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung

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Tutorin Renate
Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse

Beschreibung Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung

Was ist eine Erörterung?

Als Erörterung wird die schriftliche kritische Auseinandersetzung mit einem Thema oder einem Text bezeichnet. Der Aufbau einer Erörterung lässt sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss einteilen. Wichtige Merkmale einer Erörterung sind:

  • überzeugende Argumente
  • schlüssige (logische) Gedankenführung
  • eigene Beurteilung des Sachverhalts

Erörterungen sind häufig Bestandteil unterschiedlicher Textformen, z. B. von Kommentaren oder Essays. Die Verfasserin oder der Verfasser einer Erörterung kann mithilfe der argumentativen Auseinandersetzung verschiedene Ansichten zu einem Thema beleuchten und zum Schluss die eigene Ansicht argumentativ vertreten. Das Ziel ist es, die Leserinnen und Leser von der Richtigkeit der vorgebrachten Meinung zu überzeugen. In der Schule werden häufig die freie Erörterung und die textgebundene Erörterung unterschieden.

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Was ist eine freie Erörterung?

Man spricht von einer freien Erörterung, wenn es um ein Thema ohne Textvorlage geht. Bei dieser Form der Erörterung wird ein Thema vorgegeben, zu dem selbst Argumente und Beispiele gefunden werden müssen. Aufgabenstellungen für eine freie Erörterung können als Fragen oder als Thesen formuliert sein, zu denen Stellung genommen werden soll:

  • Frage: Warum sollte man sich für mehr Umweltschutz engagieren?
  • These: Für einen engagierten Umweltschutz sind Schulstreiks ungeeignet.

Eine freie Erörterung schreiben

Man unterscheidet folgende Formen der freien Erörterung:

  • die lineare bzw. steigernde Erörterung
  • die dialektische Erörterung

Bei der linearen bzw. steigernden Erörterung werden die Argumente der Reihe nach aufgeführt und dabei vom weniger wichtigen zum wichtigsten Argument geordnet. Die Denkweise ist linear, geht also in eine Richtung. Am Schluss folgt die eigene Beurteilung des Sachverhalts. Wichtig ist dabei immer, alle Argumente mit Beispielen und Belegen zu untermauern. Dafür kannst du dir eine Tabelle anlegen.

Bei der dialektischen Erörterung werden die unterschiedlichen Argumente im Pro- und Kontra-Verfahren bestärkt oder entkräftet. Man kann dabei entweder abwechselnd die Argumente für oder gegen die These darstellen oder zuerst alle Argumente einer Position und dann die der Gegenposition darstellen. Wichtig dabei ist, dass man mit der Position beginnt, die nicht der eigenen Haltung entspricht und das wichtigste Argument zum Schluss nennt. So kann die eigene Stellungnahme auf den letzten Argumenten aufgebaut werden kann.

Wichtig ist, dass der eigene Standpunkt immer schon vor dem Beginn des Schreibens klar sein muss!

unterschied-lineare-und-dialektische-erörterung

Freie Erörterung – Aufbau

Die freie Erörterung ist in Einleitung, Hauptteil und Schluss untergliedert.

Freie Erörterung – Einleitung

In der Einleitung wird der Titel der Erörterung genannt, das Thema kurz beschrieben und die Aktualität des Themas erläutert. Die Einleitung sollte dabei nicht länger als eine Seite sein.

Freie Erörterung – Hauptteil

Im Hauptteil werden dann die Argumente, Beispiele und Belege dargestellt und gegeneinander abgewogen. Dies kann in einer linearen oder dialektischen Vorgehensweise gemacht werden. Tipp: Mit dem stärksten Argument für den eigenen Standpunkt den Text beenden.

Freie Erörterung – Schluss

Im Schluss wird ein Fazit gezogen. Außerdem sollte man seine eigene Meinung betonen. Am Ende des Texte kann man an seine Leserinnen und Leser einen Appell richten.

Was ist eine textgebundene Erörterung?

Eine textgebundene Erörterung bezieht sich im Gegensatz zur freien Erörterung auf eine vorgegebene Textvorlage. Bei dieser Form der Erörterung geht es darum, sich mit der Meinung des Verfassers oder der Verfasserin auseinanderzusetzen und diese kritisch zu überprüfen. Anschließend soll der eigene Standpunkt gegenüber der Fragestellung des Textes geklärt werden.

Eine textgebundene Erörterung schreiben

Um eine textgebundene Erörterung zu schreiben, sollte man zunächst die vorgegebenen Texte gründlich lesen, danach die unterschiedlichen Argumente aus dem Text festhalten und dazu eigene Stellung beziehen. Erst nach dieser Vorarbeit beginnt man die Erörterung zu schreiben.

Textgebundene Erörterung – Aufbau

Die textgebundene Erörterung ist in Einleitung, Hauptteil und Schluss untergliedert.

Textgebundene Erörterung – Einleitung

In der Einleitung werden das Thema, die Autorin/der Autor, der Titel und die Aktualität des Themas genannt und kurz beschrieben.

Textgebundene Erörterung – Hauptteil

Der Aufbau der Erörterung hängt dabei von der Beziehung der eigenen Ansichten zu den Ansichten des Verfassers oder der Verfasserin des Textes ab. Wenn man die Ansichten des Verfassers oder der Verfasserin nicht teilt, versucht man die einzelnen Argumente des Textes zu entkräften, indem man z. B.:

  • die Thesen und Beispiele des Textes überprüft und infrage stellt,
  • ihre Schlüssigkeit überprüft und
  • die Gültigkeit einzelner Thesen einschränkt.

Wenn die eigenen Ansichten und die Ansichten des Verfassers oder der Verfasserin teilweise übereinstimmen, begründet man, warum man mit einigen Argumenten bzw. Thesen übereinstimmt und mit anderen nicht. Bei der kritischen Auseinandersetzung mit einem Text kommt dieser Fall sehr häufig vor. Eine kritische Texterörterung kann sich als schwierig erweisen, wenn die eigenen Ansichten mit den Ansichten des Verfassers oder der Verfasserin übereinstimmen. In diesem Fall sollte man versuchen, die vorgegebene Argumentation mit weiteren Argumenten zu stützen und/oder die Gegenpositionen zu entkräften.

Wichtig beim Schreiben ist, dass zwischen den einzelnen Argumenten ein Absatz gemacht wird. So wird deine Intention für die Lesenden noch deutlicher.

Textgebundene Erörterung – Schluss

Zum Schluss kann man dann seine eigene Meinung zu dem Thema verdeutlichen. Diese Meinung kann entweder der Verfasserin/dem Verfasser zustimmen oder widersprechen. Wichtig ist, dass man auch seine eigene Meinung mit Argumenten und Beispielen belegt.

Textgebundene Erörterung – Formulierungshilfen

Teil der Erörterung Formulierungshilfen
für Pro-Argumente Das/Ein (Haupt-)Argument dafür ist ...
Hinzu kommt, dass ...
Es spricht dafür, dass ...
für Kontra-Argumente Das/Ein weiteres (Haupt-)Argument dagegen ist
Dagegen spricht, dass ...
für Schlussfolgerungen deshalb, darum, folglich, somit
um etwas hervorzuheben Es muss betont werden, dass ...
Besonders wichtig ist auch, ...
Entscheidend ist dabei, ...
Außerdem spielt noch eine wichtige Rolle ...
Allerdings muss man auch sehen/sagen, dass ...
Weitaus wichtiger ist aber noch ...
Man darf nicht vergessen, dass ...
Hauptsächlich/Insbesondere/Besonders ...
für die Aneinanderreihung
von Argumenten
zunächst einmal/an erster Stelle wäre zu nennen
nicht weniger wichtig ist
darüber hinaus
weiterhin
ein weiterer Gesichtspunkt
ebenfalls/ebenso/außerdem noch/hinzu kommt
dabei sollte ebenfalls beachtet werden
nicht anders verhält es sich mit
nicht zuletzt
zu guter Letzt
für Gegensätze nicht nur … sondern auch
auf der einen Hand … auf der anderen Hand
einerseits … andererseits
zwar … aber
Man darf dabei jedoch nicht vergessen ...
Trotz all dieser Gründe darf nicht übersehen werden ...
für den Schluss Ich bin der Meinung, dass …
Meiner Meinung/Beurteilung/Einschätzung nach
Ich vertrete den Standpunkt, dass …

Transkript Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung

Hallo. Ich bin´s mal wieder: Renate. Heute beschäftigen wir uns mit den Gemeinsamkeiten und dem Unterschied zwischen textgebundener und freier Erörterung.

Aber was ist eine Erörterung eigentlich? In einer Erörterung setzt man sich gedanklich mit einem Thema oder einem Text kritisch auseinander. Dabei werden Thesen aufgestellt und diese dann mit möglichst nachvollziehbaren Argumenten gestützt und durch Beispiele untermalt. Hierbei ist eine sinnvolle Reihenfolge zu beachten. Wir wollen uns jetzt erst einmal die Gemeinsamkeiten von textgebundener und freier Erörterung ansehen und dann den Unterschied zwischen der textgebundenen und der freien Erörterung herausarbeiten.

Viel Spaß dabei! Kommen wir zuerst zu den Gemeinsamkeiten von textgebundener und freier Erörterung. Erörterungen sind allgemein folgendermaßen aufgebaut: Im ersten Schritt sollte man eine Stoffsammlung zum Thema bzw. dem Text machen und schließlich nach Argumenten suchen. Die Stoffsammlung kann man z.B. in einer Mindmap zusammen fassen.

Argumente können sein: Expertenmeinungen belegte Fakten Ergebnisse von statistischen Erhebungen eigene Erfahrungen und Feststellungen von Betroffenen

Der Aufbau einer Erörterung - sowohl von der freien als auch von der textgebundenen besteht aus Einleitung / Hauptteil und Schluss. In der Einleitung führt man in das Thema ein.

Im Hauptteil werden die verschiedenen Standpunkte und Argumente dargestellt. Die Problematik wird herausgearbeitet und Schlüsse werden daraus gezogen. Dabei werden auch Lösungsvorschläge gegeben.

Der Schluss kann bestehen aus aus einer persönlichen Stellungnahme aus einem zusammenfassenden Fazit aus einem Appell aus einem Ausblick für die Zukunft oder einem persönlichen Wunsch. Kommen wir nun zu dem Unterschied zwischen textgebundener und freier Erörterung:

1.) Die textgebundene Erörterung: Wie der Name schon sagt, bezieht sich die textgebundene Erörterung auf eine vorgegebene Textvorlage. Dafür muss der Text natürlich genau analysiert werden. Das heißt die Meinungen, Beispiele und Argumente im Textes müssen genau unter die Lupe genommen werden.

Als Ausgangspunkt für eine textgebundene Erörterung dient uns die Analyse eines Zeitungsartikels, der sich mit der Frage beschäftigt, ob ein Fahrradhelm wirklich den Schutz, den er verspricht, bieten kann. Die darauf aufbauende Aufgabenstellung könnte lauten: „Analysiere den folgenden Zeitungsartikel und erörtere, ob es für Fahrradfahrer eine Helmpflicht geben sollte.“

Aus dieser Aufgabenstellung ergibt sich folgende Einleitung: „In viele Verkehrsunfälle in Deutschland sind auch Fahrradfahrer verwickelt. Das wirft immer wieder die Frage einer Helmpflicht auf, die in den Medien oft diskutiert wird. Herr Heinrich stellt in seinem Artikel die Frage, ob ein Fahrradhelm wirklich den Schutz, den er verspricht, bieten kann. Im Folgenden werde ich mich mit seinem Artikel und dem Thema Fahrradhelm – ja oder nein – auseinandersetzen.“

Im Hauptteil setzt man sich dann kritisch mit den Meinungen, Beispielen und Argumenten aus dem Zeitungsartikels auseinander und legt Argumente für oder gegen eine Helmpflicht dar.

Ein möglicher Schluss lautet: „Aufgrund des vielfach belegten Schutzes von schweren Kopfverletzungen, die mit dem Tragen eines Helmes vermieden werden können, bin ich der Meinung, dass eine Helmpflicht eingeführt werden sollte.“ 2.) Die freie Erörterung In der freien Erörterung setzt sich der Autor mit einem Thema auseinander, das nicht an einen vorgegebenen Text gebunden ist.

Eine mögliche Aufgabenstellung für eine freie Erörterung lautet: „Warum sollte man sich im Umweltschutz engagieren?“

Als mögliche Einleitung könntest du schreiben: „Das Thema Umweltschutz ist in aller Munde. Gerade in heutiger Zeit ist das Thema wichtiger denn je. Doch gehen die Handlungsfelder des Klima- Wald- und Gewässerschutzes jeden Einzelnen etwas an? Im Folgenden gehe ich der Frage nach, warum man sich im Umweltschutz engagieren sollte.“

Im Hauptteil werden auch in der freien Erörterung Argumente für oder gegen das Thema gesammelt.

Ein möglicher Schluss lautet: „Wenn wir so weitermachen, wie bisher, werden die nachfolgenden Generationen an den Folgen von Umweltverschmutzung und Klimawandel schwer zu tragen haben. Schon allein deshalb, sollte sich jeder Gedanken machen, welchen Beitrag er / sie leisten kann, damit wir unsere Lebenswelt noch möglichst lange erhalten können.“

Ich hoffe,du kennst nun den Unterschied zwischen freier und textgebundener Erörterung.

Die textgebundene Erörterung bezieht sich - wie gesagt - auf eine vorgegebene Textvorlage. Das heißt, dass hier eine Textanalyse Teil des Hauptteils der Erörterung ist.

In der freien Erörterung setzt sich der Autor mit einem Thema auseinander, das nicht an einen vorgegebenen Text gebunden ist. Es gibt übrigens auch unterschiedliche Formen von Erörterungen: die lineare (bzw. steigernde) und die dialektische (bzw. Pro-Kontra-) Erörterung.

Ich wünsche dir viel Spaß beim selbst erörtern und dem Bilden einer eigenen Meinung!

13 Kommentare

13 Kommentare
  1. Sehr gutes Video. Alles gut verstanden.

    Von Freddy H., vor 4 Monaten
  2. sehr gut ;-;

    Von Dimah1962, vor 8 Monaten
  3. Gut erklärt ;-;

    Von Stanze79, vor etwa einem Jahr
  4. danke gut

    Von Bitawahedi 1, vor fast 2 Jahren
  5. als ich dass video ansehen wollte ist der pc abgeschmirt

    Von Jan Lukas M., vor etwa 2 Jahren
Mehr Kommentare

Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Freie und textgebundene Erörterung – Unterscheidung kannst du es wiederholen und üben.
  • Benenne Eigenschaften einer Erörterung.

    Tipps

    Sprachliche Mittel werden zwar zum Teil auch in der textgebundenen Erörterung bestimmt, aber oftmals werden sie nur in geringem Umfang untersucht.

    Lösung
    1. In einer Erörterung soll ein eigener Standpunkt zu einem bestimmten Thema gefunden und kritisch dargelegt werden. Sie ist neben der Interpretation die wichtigste Form des Schulaufsatzes.
    2. Lyrische Texte werden vor allem in Aufgaben zur Interpretation oder Textanalyse behandelt, wenn es nicht um die Bestimmung von Argumenten oder Thesen, sondern die Analyse von sprachlichen Mitteln geht. Sie können aber auch für die literarische Erörterung eine Rolle spielen, z. B. in der Aufgabe: „Erörtere, warum das Naturmotiv in der romantischen Dichtung eine große Rolle spielt.“ Sprachliche Mittel wie Metaphern, Symbole und Allegorien werden zwar zum Teil auch in der textgebundenen Erörterung bestimmt, oftmals aber nur in geringem Umfang.
    3. In Erörterungen werden zumeist bestimmte Thesen als Ausgangspunkt der Argumentation festgelegt. Meistens gibt es nur eine zentrale These (Behauptung), die in enger Verbindung zum eigentlichen Thema steht. Um die These zu belegen, werden verschiedene Argumente gefunden, die die Richtigkeit bzw. den Anspruch der These stützen sollen. Beispiele dienen der Illustration und Veranschaulichung der Argumente.
    4. Obwohl das Wort erörtern von Ort/Orte abstammt, hat es nichts mit der Raum- oder Ortsanalyse zu tun.
  • Ermittle die richtige Reihenfolge der einzelnen Abschnitte einer (freien) linearen Erörterung.

    Tipps

    Versetze dich in die Perspektive des Lesers deiner Erörterung. Was willst du zuerst wissen?

    Die Argumente sind in einer linearen/steigernden Erörterung ihrer Stärke nach, beginnend mit dem schwächsten Argument, geordnet.

    Lösung
    1. Eine freie Erörterung beginnt wie fast jeder Sachtext mit einer Einleitung, in der du das Thema bzw. die Problemfrage erläuterst und bereits eigene Thesen nennen kannst.
    2. Daran anschließend folgt die Argumentation des Textes, in der du Argumente anbringst, mit denen die Thesen gestützt werden können.
    3. Bei der linearen/steigernden Erörterung fängst du mit dem schwächsten Argument an und endest mit dem stärksten. In unserem Beispieltext ist das Ansehen von Umweltschutz schwächer als die begrenzten Ressourcen. Das (Über-)Leben der Menschen in ihrer Umwelt ist das stärkste Argument und wird daher am Ende des Hauptteils angeführt.
    4. Am Ende steht ein Fazit aus der Argumentation mit Bezug zu der eingangs aufgestellten Problemfrage oder These.
  • Entscheide, um welchen Bestandteil einer (oder beider) Erörterungsform(en) es sich handelt.

    Tipps

    Überlege, worauf man sich bei Argumentationen in freien und worauf man sich in textgebundenen Erörterungen bezieht.

    Bei freien Erörterungen bezieht man sich auf eigene Thesen.

    In einer Stellungnahme kann man die eigene Meinung anbringen.

    Lösung

    In einer textgebundenen Erörterung entwickelst du anhand eines Textbeispiels eine begründete Stellungnahme zu einer vorgegebenen Problemfrage. Anders verhält es sich bei der freien Erörterung. Dort musst du dir selbst Argumente und Beispiele suchen, die du in der Erörterung erläuterst.

    1. „Die zweite These ist problematisch“ ist eine Bewertung und deutet darauf hin, dass die These von jemand anderem stammt (Autorin oder Autor eines Textes).
    2. „Meine eingangs aufgestellte These“ bezieht sich auf die eigene These, nicht die eines Textes.
    3. In der Stellungnahme wird die eigene Meinung angeführt. In der freien Erörterung bildet sie den Ausgangspunkt, in der textgebundenen bezieht sie sich auf die Argumentation des Textes.
    4. „Analysiere [...]“ ist eine Befehlsform, wie sie für Aufgaben typisch ist.
    5. „Umweltschutz ist ein Thema, an dem kein Mensch vorbeikommt.“ ist ein These, die oft in der Einleitung einer Erörterung genannt wird.
    6. Bei der Aussage „Die folgende Erklärung ist widersprüchlich.“ wird die Konsistenz der Argumentation einer anderen Person kritisiert.
  • Bestimme, ob es sich um eine textgebundene oder um eine freie Erörterung handelt.

    Tipps

    Bei freien Erörterungen wird nicht auf einen vorgelegten Text eingegangen.

    Wenn sprachliche Mittel analysiert werden, handelt es sich um eine textgebundene Erörterung.

    Lösung

    In einer textgebundenen Erörterung entwickelst du anhand eines Textbeispiels eine begründete Stellungnahme zu einer vorgegebenen Problemfrage. Dazu analysierst du den Text formal und inhaltlich und bestimmst zum Teil auch sprachliche Mittel. Bei der Argumentation gehst du auf die Thesen ein, die im Text behauptet werden.

    Die ersten drei Abschnitte sind Bestandteil einer textgebundenen Erörterung, weil sie:

    1. auf den Stil eingehen.
    2. auf vorgelegte/dargelegte Thesen eingehen.
    3. sich auf die Autorin beziehen.
    Bei der freien Erörterung gibt es in der Regel eine Problemfrage oder Fragestellung, zu der man ohne Textbeispiele Stellung nehmen soll.

    Die letzten beiden Abschnitte gehören zu freien Erörterungen, weil sie:

    1. sich lediglich auf die Fragestellung beziehen (ohne auf einen Text zu verweisen).
    2. sich in der Zusammenfassung auf die eigene Meinung beziehen.
  • Bestimme, ob die Eigenschaften zu einer freien, textgebundenen oder zu beiden Erörterungen gehören.

    Tipps

    Schau dir nochmal die beiden Begriffe an. Was kannst du bereits aus der Bezeichnung frei und textgebunden ablesen?

    Die beiden Typen von Erörterungen haben viele Gemeinsamkeiten.

    Für die freie Erörterung sind die Gliederungstypen der Argumentation wichtig.

    Lösung
    1. In beiden Erörterungen musst du eine Stoffsammlung anfertigen, d.h. Thesen, Argumente und Beispiele sammeln. Nur beziehst du sie bei der textgebundenen Erörterung direkt auf die vorgegebenen Argumente und Thesen eines Textes. Zu beiden Erörterungen gehört auch die Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Deine eigene Meinung kannst du ebenfalls im Schlussteil beider Erörterungen anbringen.
    2. In einer textgebundenen Erörterung entwickelst du anhand einer Textvorlage eine begründete Stellungnahme zu einer vorgegebenen Fragestellung. Der Text wird inhaltlich und formal analysiert. Zum Teil werden auch die sprachlichen Mittel bestimmt.
    3. Anders verhält es sich bei der freien Erörterung. Dort gibt es eine zentrale Problemfrage, zu der du selbst Argumente und Beispiele suchen musst. Die Gliederung einer freien Erörterung kann linear (Argumente für eine Position in Reihe) oder dialektisch (Pro- und Kontraargumente) sein.
  • Erstelle eine Gliederung für eine dialektische Erörterung.

    Tipps

    Überlege dir, wie du einen Gesprächspartner in einer Debatte von einer These/Behauptung überzeugen könntest.

    Beim Sanduhren-Prinzip werden erst stärkere Argumente aufgeführt, dann schwächere und zum Ende hin wieder stärkere. Mit welchem starken Argument würde man anfangen und mit welchem aufhören? Mit den Pro- oder den Kontra-Argumenten?

    Lösung

    Wenn du bei deiner (freien) dialektischen Erörterung eine Position bzw. These hervorheben willst, weil sie deiner Meinung entspricht oder weil du denkst, sie sei wichtiger in einer Debatte, dann kannst du das Sanduhren-Prinzip anwenden.

    • Dafür beginnst du in deinem Hauptteil mit der These, die du nicht vertrittst (= These Kontra) und führst im Folgenden die Argumente für diese These an (= Kontra-Argument). Dabei beginnst du mit dem stärksten Kontra-Argument und endest mit dem schwächsten.
    • Gegenargumente in einer Argumentation zu nennen, verschafft mehr Glaubwürdigkeit. In dieser Anordnung (stark > schwach) verlieren sie auch an rhetorischer Wirkung.
    • Als Nächstes folgt die Überleitung zu der These, die du vertrittst (= These Pro). Auch hier führst du Argumente an, diesmal aber vom schwächsten Pro-Argument zum stärksten.
    • Durch diese Struktur – vom stärksten Kontra-Argument zum stärksten Pro-Argument – vergrößerst du rhetorisch die Überzeugungskraft deiner These.
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