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Ballade – Überblick 09:14 min

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Transkript Ballade – Überblick

Hallo, wie geht es Dir? Ich erzähle Dir heute in diesem Film etwas über die Ballade. Zunächst zeige ich Dir, wie ich diesen Film gliedere. Punkt eins: Was ist eigentlich eine Ballade? Woher kommt dieser Begriff? Und wann sind Balladen entstanden? Punkt Nummer zwei: Welche Inhalte und Merkmale hat eine Ballade? Punkt Nummer drei: Welche verschiedenen Arten von Balladen gibt es? Und in welche literarische Gattung wird die Ballade eingeordnet? Und Punkt vier: Anhand des Beispiels „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe werde ich euch dann noch einmal am Beispiel erklären, was eine Ballade ausmacht. Kommen wir nun zum Begriff und der Entstehung von Balladen. Das heutige Wort Ballade stammt von dem altprovinzialischen balada ab, welches wiederum dem italienischen ballata entstammt und vom lateinischen Verb ballare abgeleitet ist, was so viel bedeutet wie tanzen. Daher heißt Ballade auch ursprünglich Tanzlied und wandelte sich erst später zu einer Erzählung in Liedform um. Kommen wir nun zu den Inhalten beziehungsweise Merkmalen der Ballade. Eine Ballade behandelt meistens Themen wie Liebe, Treue, Verrat, Macht oder Verzweiflung. Es herrscht meist eine düstere, tragische Grundstimmung. Die Geschehnisse sind meist ungewöhnlich, geheimnisvoll und tragisch. Und es werden oft unheimliche Naturvorgänge beschrieben. Es handelt sich um schicksalhafte Begegnungen, Ereignisse sind meist lebensweisend und lebensverändernd. Der Mensch steht im Mittelpunkt und er befindet sich in Auseinandersetzung mit der Welt um ihn herum. Und es wird ein begrenzter Zeitabschnitt von Anfang bis Ende beschrieben. Nun die Merkmale einer Ballade. Eine Ballade ist meist in Reim- und Strophenform geschrieben. Die bekannteste ist die Chevy-Chase-Strophe, eine alte englische Volksballade und häufigste Strophenform aus vier Versen, die männlich betont werden. Eine Ballade besitzt meist einen Rhythmus, also eine sinnvolle Gliederung des Redeflusses. Wie in der Liedform, daher auch zum Teil mit Refrain. In einer Ballade findet man häufig Ausrufe, wie zum Beispiel Ach! Herrje! Herr im Himmel! Man findet Allegorien, das heißt sinnbildliche Darstellungen, also zum Beispiel der Tod wird als Sensenmann dargestellt. Oder Alliterationen, das heißt mehrere Wörter beginnen mit dem gleichen Anlaut. Aber auch Anaphern, das heißt, Wiederholungen sind häufig zu finden in Balladen. In Punkt drei zeige ich Dir, welche verschiedenen Arten von Balladen es gibt und in welche Gattung die Ballade eingeordnet wird. Grundsätzlich wird zwischen Volksballade und Kunstballade unterschieden. Aber nicht zu vergessen ist auch das Heldenlied, welches schon viel früher als die Volksballade und die Kunstballade ausgeprägt war. Im germanischen Kulturkreis schon im fünften bis achten Jahrhundert. Die Volksballade ist etwa aus dem zwölften bis 13. Jahrhundert. Der Verfasser von Volksballaden ist zum Großteil nicht bekannt und die Texte wurden nur mündlich überliefert. Eine besondere Form der Volksballade ist die Minnesängerballade. Die Kunstballade entstand um 1770. Der Unterschied zum Heldenlied und zur Volksballade wird hier am Autor festgemacht. Während Heldenlied und Volksballade aus dem Volke stammen, ist die Kunstballade von einem einzelnen bekannten Autor verfasst. Die Kunstballade wird noch einmal unterteilt in numinose Ballade, welche wiederum unterteilt wird in naturmagische Ballade, totenmagische Ballade und Schicksalsballade. Zur Kunstballade gehören auch noch die Ideenballade und die historische Ballade. Zum Schluss möchte ich Dir anhand der Beispielballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe das soeben erklärte noch einmal am Beispiel erläutern. Die Ballade „Der Zauberlehrling“ wurde 1797 im sogenannten Balladenjahr von Johann Wolfgang von Goethe verfasst. Diese Ballade erschien in der Zeit des Sturm und Drangs und während der Französischen Revolution. Zeitlich ist es also eine Kunstballade. „Der Zauberlehrling“ ist eine belehrende Ballade. Die Ballade handelt von einem Zauberlehrling, der sich im Zaubern versucht, obwohl er die Zauberei noch nicht beherrscht. Er verwendet mit Hilfe eines Zauberspruchs in Abwesenheit des Meisters den Besen als seinen Knecht, der ihm Wasser holen soll. Was der Besen auch ohne Unterbrechung tut, da der Zauberlehrling das Wort vergessen hat, welches den Zauber rückgängig macht. Das Haus wird schon von Wasser überschwemmt, als der Zauberlehrling in seiner Verzweiflung den Besen in zwei Teile zerschlägt. Doch aus diesen zwei Teilen werden jetzt zwei Knechte, was das Ganze nur noch verschlimmert. Voller Verzweiflung ruft der Lehrling den Meister, der den Zauber beendet. Kommen wir nun zu den typischen Merkmalen, die man auch in dieser Ballade findet. Die Ballade „Der Zauberlehrling“ hat 14 Strophen mit wiederkehrendem Refrain. Hier ist also auch die Liedform wieder zu finden. Auch hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Themen wie Selbstüberschätzung, Macht, Magie aber auch Verzweiflung und Wut werden angesprochen. Es herrscht eine düstere, zeitweise tragische Stimmung. Und nun ein paar Beispiele aus dem Text. Zum Beispiel für die Selbstüberschätzung des Lehrlings, Vers sieben bis acht: „Und mit Geistesstärke tu ich Wunder auch.“ Hier kommt er zur Ernüchterung, Vers 41 bis 42: „Ach, ich merk' es! Wehe! Wehe! Hab' ich doch das Wort vergessen.“ Nun kommt die Angst dazu, Vers 55 bis 56: „Ach, nun wird mir immer bänger! Welche Miene! Welche Blicke!“ Aus der Angst wird nun Wut, Vers 57 bis 58: „O, du Ausgeburt der Hölle! Soll das ganze Haus ersaufen?“ Und zum Schluss seine Hilflosigkeit, Vers 87 bis 92: „Welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! Hör mich rufen! - Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.“ Und die Antwort des Meisters lautet: „In die Ecke, Besen! Besen! Seid's gewesen! Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“ Die Botschaft, die Goethe versucht auf diesem Weg zu vermitteln ist recht offensichtlich: Überschätze dich niemals selbst! Gehe objektiv mit deinen Fähigkeiten um! Gestehe dir Hilflosigkeit rechtzeitig ein! Und zeige Respekt gegenüber den Meistern, den Autoritäten! Diese Botschaft ist sehr universell anwendbar und passt in viele Situationen hinein. Nun sind wir auch schon am Ende. Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Film die Frage beantworten, was eine Ballade ist. Also dann bis bald. Tschüss!

95 Kommentare
  1. cool

    Von Alexander 21, vor 12 Tagen
  2. Häääää

    Von Annette Walz, vor 4 Monaten
  3. Hallo Besler Ufuk,
    mit Metrum (Versmaß) ist die regelmäßige Abfolge von unbetonten und betonten Silben in einem Vers gemeint.
    Wir unterscheiden folgende vier Grundtypen:
    1.) Jambus: Der Jambus ist zweisilbig und die erste Silbe ist unbetont und die zweite Silbe betont.
    2.) Der Trochäus: Ist auch zweisilbig und das Gegenteil vom Jambus, denn die erste Silbe ist betont und die zweite Silbe unbetont.
    3.) Der Daktylus: Der Daktylus ist dreisilbig und das Muster lautet: betont-unbetont-unbetont
    4.) Der Anapäst: Ist ebenfalls dreisilbig mit dem Muster: unbetont-unbetont-betont
    Gerne kannst du dir dazu auch unser Video ansehen: https://www.sofatutor.com/deutsch/videos/versmass-und-versfuss?launchpad=video .
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 5 Monaten
  4. Was für Metrums gib es

    Von Besler Ufuk, vor 5 Monaten
  5. Hallo Daniel,
    es tut uns leid, dass dir dieses Video nicht ausreichend helfen konnte. Wenn du zukünftig noch offene Fragen zu einem Thema hast, kannst du auch unseren Hausaufgaben-Chat besuchen. Dort beantworten dir unsere Lehrerinnen und Lehrer immer montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr deine Fragen.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 5 Monaten
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Ballade – Überblick Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Ballade – Überblick kannst du es wiederholen und üben.

  • Ergänze die inhaltlichen Merkmale der Ballade.

    Tipps

    Die Volksballade hat den Anspruch, etwas Wahres zu erzählen. Das unterscheidet sie vom Volksmärchen. Sie schreibt aber auch über mystische Ereignisse. Was heißt das für die Inhalte der Ballade?

    Lösung

    Die Ballade ist eine literarische Form, die bereits seit Jahrhunderten existiert und in verschiedenen Arten anzutreffen ist:

    Das Heldenlied kann als älteste Form angesehen werden, das, wie die im 12. bis 13. Jahrhundert entstandene Volksballade, ausschließlich mündlich übertragen wurde und keinen konkreten Autor kennt.

    Die Minnesängerballade ist ebenfalls der Volksballade zuzuordnen. Hauptkennzeichen der Kunstballade ist, dass man den Autor kennt und dass sie erst in der Zeit der Aufklärung – also um 1770 entstanden ist. Thematisch ist allen gemeinsam, dass sie immer den Menschen in den Mittelpunkt ihres Werke stellen, und zwar den, der sich in Konfliktsituationen befindet und von seinen Gefühlen belastet wird. Er befindet sich in einer düsteren Gemütslage, die von einer unheimlichen Natur untermalt wird.

  • Vergleiche die Volksballade und die Kunstballade miteinander.

    Tipps

    Goethe schrieb sehr viele Gedichte, ein sehr berühmtes ist „Der Zauberlehrling“. Es zählt zu den Kunstballaden.

    Die Minnesängerballade gehört zu den Volksballaden.

    „Der Zauberlehrling“ ist im Jahr 1797 entstanden.

    Lösung

    Die Kunstballade greift Themen und Formen der anonym überlieferten Volksballade auf. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden ist die unterschiedliche Entstehungszeit: So entsteht die Volksballade etwa im 12. und 13. Jahrhundert, während die Kunstballade erst im 18. Jahrhundert geschaffen wird und vor allem im Sturm und Drang, der Weimarer Klassik und im Realismus eine gern benutzte Form wird. Verbunden mit der Entstehungszeit wurden die Volksballaden vor allem mündlich vorgetragen. Zum einen, weil ein Großteil des Publikums nicht lesen konnte, zum anderen, weil der Buchdruck und damit eine größere Verschriftlichung von Texten erst im 15. Jahrhundert möglich wird. Daraus folgt, dass es keinen eindeutigen Autoren gibt, weil die Ballade von Person zu Person weitergegeben wurde und der Ursprung ohne schriftliche Quellen nicht zu ermitteln ist. Die Kunstballaden entstanden in einer Zeit, in der schon viele Menschen lesen und schreiben konnten. Sie wurde von Dichtern wie Bürger, Goethe oder Schiller geschrieben und liegen als schriftliche Quellen vor. Während in den alten Volksballaden Themen wie die Minne (Liebe) zwischen Sängern und Frauen am Hof im Mittelpunkt standen, werden in der Kunstballade verschiedene Themen aufgegriffen. Die Ideenballade ist eine Variante, in der der Held einen sittlichen Konflikt allein durch sein eigenes edles Wesen löst.

  • Zeige, wo folgende Themen in Goethes „Der Zauberlehrling“ anzutreffen sind.

    Tipps

    Denke darüber nach, was die einzelnen Begriffe genau bedeuten. In dem Begriff Respektlosigkeit steckt z. B., dass man jemandem nicht gehorcht, der älter oder weiser ist.

    Erinnere dich, dass der Zauberlehrling sich arrogant und überheblich verhält – wann und wie geschieht das?

    Lösung

    Der Lehrling wird zunächst in seiner Respektlosigkeit und Selbstüberschätzung dargestellt. Weil er den Meister beobachtet hat, denkt er, dass er den Zauber bereits selbst anwenden kann: „Seine Wort und Werke merkt ich und den Brauch. Und mit Geistesstärke tu ich Wunder auch [...].“

    Schnell kommt die Verzweiflung, als er merkt, dass er den Zauber nicht kontrollieren kann, dass er wichtige Fähigkeiten – nämlich, das richtige Wort zu behalten – noch nicht hat: „Ach das Wort worauf am Ende er das wird, was er gewesen[...]“.

    Angst und schließlich Wut - seine Antwort auf seine falsche Handlung – münden schließlich in Hilflosigkeit, die allein der Meister angemessen beantworten kann. Er unterwirft sich dem Meister, sobald dieser zurückgekehrt ist: „Herr und Meister hör mich rufen. Ach, da kommt der Meister[...]“.

  • Analysiere das Gedicht „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe.

    Tipps

    Zunächst soll die Balladenform des Gedichts angegeben werden. Handelt es sich um eine Volksballade oder eine Kunstballade?

    In dem Gedicht tauchen am Ende der Verse regelmäßig Reime auf. Häufige Reime sind: Kreuzreime, Paarreime oder umarmende Reime.

    Reimschemata werden in Buchstabenfolgen angegeben: z. B. abba, abab, aabb.

    Die Wiederholung eines Wortes (oder einer Wortgruppe) am Anfang aufeinander folgender Verse bezeichnet man als Anaphern.

    Die Wiederholung des gleichen Anfangslautes (Anlauts) bei aufeinanderfolgenden Wörtern bezeichnet man als Alliterationen.

    Lösung

    „Erlkönig“ ist 1782 von Goethe veröffentlicht worden. Infolgedessen handelt es sich hier um eine Kunstballade.

    • Der Text handelt von einem Vater, der in dunkler Nacht mit seinem todkranken Sohn nach Hause reitet. In Fieberträumen fühlt der Sohn, wie der Tod – der Erlkönig mit seiner ganzen Familie – nach ihm greift, zunächst, indem er ihm eine wunderschöne Zukunft verspricht, dann, indem er ihm ankündigt, dass er ihn auch mit Gewalt zu sich holen würde. Am Ende siegt der Erlkönig. Als der Vater den Hof erreicht, hält er einen toten Sohn in seinem Arm.
    • Da die Ballade von rein äußeren Erscheinungsbild der Lyrik zugeordnet wird, besteht sie in der Regel aus Strophen mit einem festgelegten Reimschema. Hier sind es 8 Strophen mit jeweils 4 Versen und Paarreimen am Ende der Verse. Das Reimschema lautet aabb.
    • Sowohl die Anapher – die Verwendung derselben Worte am Satzanfang – als auch die Alliteration - zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Worte beginnen mit demselben Buchstaben – finden sich sehr häufig in dieser Ballade.

  • Gib an, was der Begriff Ballade ursprünglich bedeutete.

    Tipps

    Der Begriff stammt vom altprovenzialischen Wort balada bzw. italienischen ballata ab. Kennst du dieses Wort aus der lateinischen Sprache?

    Lösung

    Die traditionelle Volksballade entstand in Europa vermutlich im italienischen/spanischen Raum. Der Begriff Ballade meinte zunächst vor allem Tanzlied. Erst später erweiterten sich die Inhalte und Formen der Ballade. Ihr Name stammt wahrscheinlich aus dem Altprovenzalischen, aber auch die lateinische/italienische Sprache verfügt über ähnliche Worte, von denen der Begriff abgeleitet worden sein kann. Allen gemeinsam ist die Bedeutung tanzen.

  • Bestimme die typischen inhaltlichen Merkmale einer Ballade.

    Tipps

    Wie wird in dem Gedicht Macht symbolisch ausgedrückt?

    Angst soll an jenen Stellen markiert werden, bei denen die Figuren der Ballade Angst haben.

    Lösung

    Zunächst geht es in diesem Text um den Mord eines Mannes an seinem Neffen. Bei diesem Mörder handelt es sich um jemanden, der unbedingt König werden will, obwohl der Thron seinem Neffen zusteht. Der Onkel ist so machtgierig, dass er sich schließlich unrechtmäßig, indem er seinen Neffen ermordet, die Krone aneignet.

    Nach vollbrachter Tat scheint er die neue Macht aber nicht wirklich genießen zu können, denn der Thronsaal ist leer, in dem sich der König aufhält. Als dann plötzlich ein unheimlicher Leichenzug mit dem ermordeten Kind in diesen Raum kommt und der tote rechtmäßige Thronerbe dem Herrscher freiwillig die Krone übergibt, macht sich Angst und Schrecken breit. Der selbsternannte König erkennt, dass er für seine Tat bezahlen muss und bekommt so große Angst, dass er stirbt. Seine Überheblichkeit rächt sich am Ende, als ihm vor Augen geführt wird, welches Verbrechen er begangen hat. Als sich sein Sohn schließlich über seine Leiche beugt, überkommt diesen die Verzweiflung.