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Impfung – aktive und passive Immunisierung 06:46 min

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Transkript Impfung – aktive und passive Immunisierung

Hast du mal in deinen Impfpass geschaut, ob bei dir alle empfohlenen Impfungen durchgeführt wurden? Und weißt du auch, was bei einer Impfung im Körper passiert? Oder welche Impfstoffe es überhaupt gibt? Das alles werde ich dir in diesem Video erklären.

Hast du eine Idee, wie man überhaupt darauf gekommen ist, dass es so etwas wie Immunität gibt, die den Körper vor einer Infektionskrankheit schützt?

Menschen, die im 18. Jahrhundert eine Pockeninfektion überstanden hatten, waren ein Leben lang vor einer erneuten Pockeninfektion geschützt; sie waren also immun geworden. Ein englischer Arzt führte dann im Jahr 1796 die erste Imfpung durch: Er übertrug harmlose Kuhpockenviren in die Haut einiger Menschen. Während einer Pockenepidemie blieben diese Menschen gesund und erkrankten nicht an den gefährlichen echten Pocken.

Heute musst du also nicht mehr jede Infektionskrankheit überstehen, um eine lebenslange Immunität zu bekommen. Dazu gibt es Schutzimpfungen, die dich genauso wie eine überstandene Infektion vor einer Krankheit schützen.

Impfungen führten dazu, dass Infektionskrankheiten, wie die Pocken, inzwischen ausgerottet sind. Auch bei anderen Krankheiten wie Diphtherie oder Kinderlähmung gibt es nur vereinzelte Infektionen, seitdem flächendeckende Impfungen eingeführt wurden.

Beim Impfen unterscheidet man die aktive Immunisierung, bei der deinem Körper Antigene eines abgeschwächten Erregers gespritzt werden und dieser daraufhin Antikörper bildet. Kommt dein Körper dann tatsächlich mit dem Erreger in Kontakt, hast du die Antikörper bereits und die schützen dich vor dem Ausbruch der Krankheit. Du bist also immun geworden. “Aktiv” sagt man deshalb, weil dein Körper hier selbst, also aktiv, Antikörper bildet.

Entsprechend gibt es auch den Begriff passive Immunisierung und passive Immunität. Hier bildet dein Körper nicht selbst die Antikörper gegen einen Erreger. Ich möchte dir nun die aktive und passive Immunisierung genauer erklären.

Die Impfungen, die du in deinem Impfpass findest, sind aktive Immunisierungen. Bei diesen vorbeugenden Impfungen wirst du mit Antigenen des Erregers behandelt. Sie sind meist viele Jahre wirksam, da die von deinem Immunsystem gebildeten Antikörper und Gedächtniszellen sehr langlebig sind.

Man teilt Impfstoffe in verschiedene Gruppen ein. Handelt es sich um vermehrungsfähige Erreger, so spricht man von Lebendimpfstoffen. Die Erreger lösen aber keine Krankheit aus, da die krankmachenden Eigenschaften sozusagen abgezüchtet oder abgeschwächt wurden.

Auch bei der ersten bekannten Impfung gegen die Pocken verwendete der englische Arzt lebende Erreger, die allerdings von Kühen stammten und daher für den Menschen ungefährlich waren. Impfungen mit Lebendimpfstoffen führt man heute z.B. zur Vorbeugung von Masern, Mumps, Röteln oder Tuberkulose durch.

Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger. Mit Todimpfstoffen wird gegen Keuchhusten, Kinderlähmung oder Tetanus geimpft. Zu den Todimpfstoffen gehören aber auch die sogenannten Spaltimpfstoffe, die nur inaktive Teile des Erregers enthalten. Dazu gehören Grippeimpfstoffe oder die Impfung gegen Hepatitis B.

In einigen Fällen werden diese Spaltimpfstoff gar nicht aus den Erregern selbst gewonnen, sondern auf gentechnische Weise hergestellt. Todimpfstoffe sind meist nicht so lange aktiv wie Lebendimpfstoffe, bergen aber natürlich keine Risiken, da es sich um abgetötete Erreger oder nur Teile davon handelt.

Kommen wir nun zur passiven Immunisierung. Hast du eine Idee, wann man eine solche Immunisierung durchführt?

Das macht man, wenn eine Krankheit schon ausgebrochen ist und sich der Erreger bereits im Körper ausgebreitet hat. Der Körper wird also sozusagen beim Kampf gegen den Erreger unterstützt. Deshalb sagt man zur passiven Immunisierung auch Heilimpfung. Dabei wird das Pferd mit dem Erreger infiziert und zur Bildung von Antikörpern angeregt. Das Blutserum des Pferdes enthält dann die Antikörper. Daraus werden Impfstoffe hergestellt, die dann deinem Körper gespritzt werden.

Diese passive Immunisierung sollte aber nur bei gefährlichen Krankheiten eingesetzt werden. Der Körper bildet nämlich auch gegen das Antikörpergemisch des Pferdes zahlreiche Antikörper, da die Serumbestandteile vom menschlichen Immunsystem als fremd erkannt werden.

Wird dann irgendwann ein zweites Mal Pferdeserum injiziert, z.B. bei einer erneuten passiven Immunisierung, dann kommt es zu einer heftigen Immunreaktion. Diese bezeichnet man auch als anaphylaktischen Schock. Vermeiden kann man das, indem man bei den Immunisierungen das Serum einer anderen Tierart wie Rind oder Schaf oder aufgereinigte Antikörper verwendet. Die verabreichten Antikörper der passiven Immunisierung verbleiben nur einige Wochen im Körper, da sie abgebaut werden.

Du weißt jetzt, dass es sich bei den Impfungen in deinem Impfpass um aktive Immunisierungen handelt. Dafür stehen verschiedene Arten von Imfpstoffen zur Verfügung. Passive Immunisierungen werden durchgeführt, wenn man bereits an einer Infektion erkrankt ist. Tschüss!

4 Kommentare
  1. Es hätte mehr Aufgaben geben sollen!

    Von Beaolgun, vor 7 Monaten
  2. gut

    Von Muellerwolfgang, vor 10 Monaten
  3. Sehr hilfreiches Video! :)

    Von Flowerpower, vor mehr als 2 Jahren
  4. Sehr gut, danke :]

    Von Jiyoon, vor mehr als 4 Jahren

Impfung – aktive und passive Immunisierung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Impfung – aktive und passive Immunisierung kannst du es wiederholen und üben.

  • Erkläre den Unterschied zwischen aktiver und passiver Immunisierung.

    Tipps

    Wenn der Körper eines Menschen aktiv ist, arbeitet er.

    Überlege, was passiert, wenn man fremdes Gewebe oder Blut bekommt, zum Beispiel bei einer Transfusion oder Transplantation. Wie reagiert dein Körper?

    Lösung

    Die aktive Immunisierung zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper selbst Antikörper gegen einen Erreger produziert. Da es aber viel zu gefährlich wäre, einen Menschen mit einem krankmachenden Virus zu infizieren, werden die Antigene eines abgeschwächten Erregers verabreicht. Daraufhin beginnt das Immunsystem, Antikörper zu bilden. Dies dauert oft mehrere Wochen, hält aber dafür meist ein Leben lang.

    Bei der passiven Immunisierung werden dem Körper schon fertige Antikörper gegen einen bestimmten Erreger injiziert. Die Antikörper stammen häufig aus dem Serum von Tieren. Um diese Antikörper zu gewinnen, müssen die Tiere jedoch zuvor aktiv immunisiert worden sein. Die passive Immunisierung wird angewandt, wenn ein Mensch bereits erkrankt ist, um den Körper bei dem Kampf gegen den Erreger zu unterstützen. Allerdings erkennt das Immunsystem die fremden Antikörper und baut sie ab, ähnlich einer Abwehrreaktion bei einer Transplantation. Dieser Impfschutz hält daher nur einige Wochen oder Monate.

  • Zeige auf, um welche Impfungsart es sich bei den beschriebenen Impfungen handelt.

    Tipps

    Gedächtniszellen sind Zellen des Immunsystems. Sie „erinnern“ sich an bereits bekämpfte Erreger und können dadurch schneller Antikörper produzieren.

    Lösung

    Bei der Lebendimpfung wird der Körper mit einem abgeschwächten, aber funktionsfähigen Erreger infiziert, woraufhin das Immunsystem beginnt, Antikörper gegen die Antigene des Erregers zu bilden. Im Laufe dieser aktiven Immunisierung werden so genannte „Gedächtniszellen“ angelegt, die auf diesen bestimmten Erreger spezialisiert sind. Im Falle einer erneuten Ansteckung kann das Immunsystem viel schneller reagieren und den Erreger sofort bekämpfen.

    Die Totimpfung erfolgt durch die Injektion abgetöteter, also nicht funktionsfähiger, Erreger. Diese Impfungsart wird bei besonders gefährlichen Krankheiten eingesetzt, da das Risiko einer Erkrankung ausgeschlossen werden soll. Der Schutz einer solchen Impfung hält nicht so lange wie der einer Lebendimpfung.

    Die Spaltimpfung zeichnet sich durch die Injektion inaktiver Teilstücke eines Erregers aus. Diese sind oft gentechnisch, also im Labor hergestellt, und stammen nicht vom eigentlichen Erreger. Ein Beispiel hierfür ist die jährliche Grippeimpfung. Der Grippevirus wird kurz nach seinem Auftreten analysiert und ein entsprechender Impfstoff gegen den Virus entwickelt.

    Die Heilimpfung wird, wie der Name schon verrät, angewandt, um einen bereits erkrankten Menschen beim Kampf gegen den Erreger zu unterstützen. Da das Immunsystem einige Zeit braucht, um Antikörper zu bilden, werden dem Patienten schon fertige Antikörper gegen den Erreger gespritzt. So kann der Körper sich schneller von dem Erreger befreien. Die Antikörper für diese Impfung werden oft aus Tieren gewonnen, die vorher aktiv immunisiert wurden.

  • Ordne die Krankheiten der jeweiligen Impfungsart zu.

    Tipps

    Gegen die gefährlichsten Erreger werden nur Totimpfungen eingesetzt.

    Spaltimpfungen zählen zu den Totimpfungen.

    Lösung

    Lebendimpfstoffe bestehen aus funktionsfähigen Keimen. Ist der Körper dann aber immun, hält diese Immunität ein Leben lang. Impfungen mit Lebendimpfstoffen führt man zur Vorbeugung von Masern, Mumps und Tuberkulose durch.

    Totimpfstoffe hingegen sind nicht funktionsfähig. Sie können also keine Krankheit auslösen. Totimpfstoffe werden bei sehr gefährlichen, unheilbaren Krankheiten eingesetzt. Mit Totimpfstoffen wird gegen Keuchhusten, Kinderlähmung,Tetanus (Wundstarrkrampf) und Hepatitis B geimpft.

    Gegen den Hepatitis-Virus wird eine Spaltimpfung eingesetzt. Spaltimpfungen bestehen aus inaktiven Teilen des Erregers und gehören somit auch zu den Totimpfstoffen.

  • Erkläre, wozu man einen Impfpass benötigt.

    Tipps

    Überlege, wie lange eine aktive beziehungsweise passive Immuniserung anhält.

    Lösung

    Der Impfpass dient in erster Linie der Übersicht über bereits durchgeführte Impfungen und gibt Auskunft über einen verfallenen Impfschutz und somit auch über Termine zur Auffrischung eines bestehenden Impfschutzes.

    Die meisten aktiven Immunisierungen halten viele Jahre. Der Impfschutz gegen Tetanus zum Beispiel hält im Schnitt 10 Jahre. Sind diese 10 Jahre verstrichen oder besteht die Gefahr einer Ansteckung wie vor einer Operation oder bei einer schweren Verletzung, wird ein neuer Schutz aufgebaut.

    Passive Immunisierungen stehen in der Regel nicht im Impfpass, da die Antikörper ohnehin schnell abgebaut werden und passive Immunisierungen bei bereits erkrankten Menschen durchgeführt werden.

    Für Auslandsreisen müssen oft im Voraus Schutzimpfungen durchgeführt werden. Dies dient vor allem dem Schutz der Reisenden. Der Nachweis über Impfungen ist in einigen Ländern aber auch ein Einreisekriterium.

    Eine allgemeine Impfpflicht gibt es in Deutschland derzeit nicht. Die Frage nach einem verpflichtenden Impfschutz wird kontrovers diskutiert.

  • Entscheide, welche Aussagen zur Impfung richtig sind.

    Tipps

    Überlege, was der Impfstoff einer Lebendimpfung enthält.

    Werden dem Körper Fremdantikörper injiziert, baut er diese ab.

    Lösung

    Die aktive Immunisierung dient der Vorbeugung von Krankheiten. Da der Körper für die Produktion von Antikörpern mehrere Wochen benötigt, ist eine aktive Immunisierung im Krankheitsfall nicht mehr möglich. Es würde zu lange dauern, bis der Körper geschützt ist.

    Ein Vorteil der aktiven Immunisierung ist die Ausbildung von Gedächtniszellen. Diese entstehen sowohl bei der Lebend- als auch bei der Totimpfung. Allerdings ist die vermeintliche Gefahr für den Körper bei einer Totimpfung geringer, so dass das Immunsystem etwas schwächer reagiert und auch weniger Gedächtniszellen bildet.

    Heilimpfungen dienen der Unterstützung des Körpers bei der Abwehr gegen einen Erreger, mit dem er bereits infiziert ist. Dafür werden zum Beispiel Antikörper aus dem Serum von Tieren wie dem Pferd gewonnen. Diese Antikörper vom Pferd greift der Körper jedoch an, da er sie als „fremd“ erkennt. Er bildet Antikörper gegen die Antikörper. Im Falle einer erneuten Erkrankung ist es daher äußerst gefährlich, dieselben Antikörper aus dem Pferd wieder zu verwenden, da es zu einer starken allergischen Reaktion kommen kann, dem anaphylaktischen Schock.

    Die Heilimpfung ist ein Beispiel für eine passive Immunisierung. Es werden Antikörper und keine Erreger injiziert. Der Körper baut die Antikörper schon nach kurzer Zeit wieder ab. Der Schutz hält demnach nur einige Wochen.

    Lebendimpfungen werden nur bei gesunden Menschen durchgeführt, da der Körper den injizierten, abgeschwächten Erreger vernichten muss. Er bildet aktiv Antikörper. Das bedeutet, dass das Immunsystem bestmöglich funktionieren sollte. Bei kranken oder immunschwachen Menschen ist dies nicht immer gewährleistet.

  • Zeige auf, wieso Grippeimpfungen jährlich wiederholt werden müssen.

    Tipps

    Überlege, wo die Unterschiede zwischen passiver und aktiver Immunisierung liegen.

    Definiere den Begriff „Antigen“ und überlege, wo Antikörper angreifen können.

    Lösung

    Der Influenza-Virus besitzt eine sehr hohe Variabilität. Das bedeutet, er verändert im Laufe der Zeit seine Oberflächenstrukturen. Durch zufällige, sich ansammelnde Mutationen in den Genen, die für die Oberflächenstrukturen (Antigen) codieren, verändert sich ihre Struktur. Diesen Vorgang nennt man Antigendrift.

    Das Gleiche kann durch den Austausch von Genomsegmenten zwischen Viren geschehen (Antigenshift). Hierzu ist jedoch eine Doppel- oder Mehrfachinfektion eines Wirtes notwendig, da die Viren nur innerhalb eines Wirtes die Möglichkeit haben, Gene auszutauschen.

    Durch die immer neue Zusammensetzung der Oberflächenproteine muss also jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden.

    Da es sich bei der Grippeimpfung um eine aktive Immunisierung handelt, werden keine fertigen Antikörper, sondern Lebend- oder Totimpfstoffe verwendet. Der Körper bildet also gezielt Antikörper gegen die Viren. Die Antikörper zielen auf die Oberflächenproteine der Viren und nicht auf die Gene, da sich diese im Inneren der Virushülle befinden.