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Hormone – Bedeutung und Funktion 07:03 min

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Transkript Hormone – Bedeutung und Funktion

Hallo. Sicher hast Du schonmal Schmetterlinge im Bauch gehabt. Aber weißt Du auch, dass es im Grunde nur Hormone sind, die das bewirken!?

Hormone sind Botenstoffe, die vom menschlichen Körper produziert werden und viele Funktionen des Körpers steuern. Sie regulieren Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Sexualität. Obwohl Hormone unterschiedlichster Beschaffenheit sind, ist allen Hormonen ihre Eigenschaft als Botenstoff im menschlichen Körper gleich. Welche vielfältigen Funktionen Hormone haben können, lernst Du in diesem Video kennen.

Arten von Hormonen

Es gibt ganz verschiedene Arten von Hormonen. Einige Hormone sind Aminosäurederivate, d.h. die Synthese erfolgt aus Aminosäuren. Die Struktur dieser Hormone ist demnach den Aminosäuren ähnlich. Zu dieser Hormongruppe gehört zum Beispiel Adrenalin.

Peptidhormone sind aus einer Kette mehrerer Aminosäuren aufgebaut und gehören demnach zu den Eiweißen. Sie sind nicht fettlöslich und können daher nicht die Zellmembran einer Zelle durchqueren. Stattdessen werden sie durch einen Rezeptor an der Zellmembran erkannt. Zu der Gruppe der Peptidhormone gehören Insulin und Glukagon.

Steroidhormone sind Steroide, die aus Cholesterin hergestellt werden und daher fettlöslich sind. Sie werden in speziellen Hormondrüsen wie z.B. im Gehirn oder der Bauspeicheldrüse gebildet. Über die Blutbahn gelangen sie zu ihrem Wirkungsort, wo sie dann aufgrund ihrer Fettlöslichkeit die Zellmembran durchqueren können. Erst innerhalb der Zelle werden sie erkannt und gebunden. Zu den Steroidhormonen gehören die Geschlechtshormone Progesteron oder Testosteron.

Weitere Botenstoffe

Weitere Botenstoffe werden nicht zu den klassischen Hormonen gezählt, da sie sich in ihrer Herstellung, Beschaffenheit oder Wirkungsweise von den klassischen Hormonen unterscheiden.

Gewebshormone werden nicht wie die klassischen Hormone in Hormondrüsen gebildet, sondern in bestimmten Einzelzellen eines Gewebes. Dort wirken sie meist in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Zelle, in der sie hergestellt wurden. Sie gelangen also nicht ins Blut. Zu der Gruppe der Gewebshormone gehört zum Beispiel Histamin, das bei Entzündungen und Allergien eine wichtige Rolle spielt.

Wichtige Botenstoffe im Gehirn sind die Neurotransmitter, die bei der Übertragung von Signalen zwischen einzelnen Nervenzellen eine zentrale Bedeutung haben. Ein bekannter Neurotransmitter ist das Serotonin.

Botenstoffe, die der biochemischen Kommunikation verschiedener Organismen einer Art dienen, werden als Pheromone bezeichnet.

Wirkungsweise von Hormonen

Hormone wirken bereits in kleinsten Mengen. Ein einziges Hormonmolekül reicht aus, um eine Reaktion auszulösen. Werden größere Mengen eines Hormons ausgeschüttet, ist die Wirkung stärker. Die Wirkung hält solange an, bis das Hormon abgebaut wird.

Hormone beeinflussen nahezu alle Organe im menschlichen Körper. So nehmen sie Einfluss auf den Stoffwechsel, die Entwicklung und die Sexualität.

Hypothalamus und Hypophyse

Echte Hormone werden in Hormondrüsen produziert und direkt ins Blut abgegeben. Solche endokrinen Drüsen befinden sich an verschiedenen Stellen im Körper. Beispiele hierfür sind die Schilddrüse, die Nebenniere und die Bauchspeicheldrüse. Eine übergeordnete Funktion kommen dem Hypothalamus und der Hypophyse zu.

Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns. Er reguliert durch ständige Hormonausschüttung die Prozesse im Körper, die automatisch ablaufen. Die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, die Steuerung des Blutdrucks oder die Regulation der Nahrungsaufnahme erfolgen zum Beispiel durch den Hypothalamus.

Die Hypophyse wird auch als Hirnanhangdrüse bezeichnet. Sie produziert und speichert Hormone.

Beispiel Stresshormon Adrenalin

Um die Wirkungsweise von Hormonen besser verstehen zu können, wollen wir uns jetzt einmal das Stresshormon Adrenalin genauer anschauen. Sicher kannst du dich gut an einen Moment erinnern, in dem du dich erschrocken hast. Das Herz schlägt schneller, Schweiß wird produziert und der Blutdruck ist erhöht. Das Hormon Adrenalin ist daran beteiligt, den Körper in einen solchen Alarmzustand zu versetzen, in dem er schnell auf eine anstehende Gefahr antworten kann.

Wird über die Sinnesorgane eine Gefahr wahrgenommen, aktiviert der Hypothalamus den Sympatikus, was dazu führt, dass im Nebennierenmark Adrenalin ausgeschüttet wird. Die Herzfrequenz wird erhöht und der Blutdruck steigt an. In der Leber wird Glykogen zu Glukose abgebaut. So wird schnell Energie bereit gestellt. Der Körper kann schnell auf eine Gefahr reagieren. Die Verdauung wird durch Adrenalin gehemmt, da sie in einer Gefahrensituation nicht von Nutzen ist ist.

Zusammenfassung

Hormone sind also wichtige Botenstoffe des menschlichen Körpers. Sie sind unterschiedlich aufgebaut und werden in verschiedenen Hormondrüsen produziert. Eine übergeordnete Regulationsfunktion kommen dem Hypothalamus und der Hypophyse zu.

Das Zusammenspiel verschiedener Hormone sorgt zum einen dafür, dass die Grundfunktionen des Körpers, wie z.B. die Atmung, aufrechterhalten werden. Zum anderen kann der Körper auf verschiedene Dinge wie zum Beispiel eine Gefahr reagieren.

Hormone beeinflussen nahezu alle Funktionen des Körpers und regulieren Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Sexualität. Als vielfältige Botenstoffe sind sie aus einem funktionierenden Körper nicht wegzudenken.

Tschüss und bis bald!

4 Kommentare
  1. Sehr gut gemacht! Vielen Dank :)

    Von Sylviaellinger01, vor mehr als 3 Jahren
  2. Danke für das nette Feedback! :-)

    Von Green Spirit, vor etwa 6 Jahren
  3. Hey Green Spirit,
    du hast natürlich Recht. Diese im Video verwendete Metapher soll allerdings nur das Interesse wecken und das Video etwas auflockern. Es ist aber schön, dass diese Metapher sogar zu derart philosophischen Gedanken anregt. :-)

    Von Jan Ruppe, vor mehr als 6 Jahren
  4. Klasse Video ... aber die "Schmetterlinge im Bauch" kommen ja aus unserer Seele, unserer Gefühlswelt. Die Hormone sind "nur" die materielle Brücke, über die unsere Gefühle, Impulse und Emotionen durch unseren Körper transportiert werden. So, wie du es gesagt hast ("Schmetterlinge im Bauch sind nur Hormone"), finde ich es zu einseitig, weil zu materialistisch :-). Körper und Seele bilden eine Einheit - man kann sie nicht voneinander trennen.

    Von Green Spirit, vor mehr als 6 Jahren

Hormone – Bedeutung und Funktion Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Hormone – Bedeutung und Funktion kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne die Hormone den passenden Hormongruppen zu.

    Tipps

    Pheromone bezeichnet eine große Obergruppe an Hormonen.

    Lösung

    Es gibt verschiedene Arten von Hormonen, die sich nach verschiedenen Kriterien gliedern lassen. Oft werden Hormone nach ihrer chemischen Struktur eingeteilt. So zählt Adrenalin zu den Aminosäurederivaten, weil seine Struktur denen der Aminosäuren ähnelt. Insulin ist ein Peptidhormon, weil es vom chemischen Aufbau ein Peptid ist. Natürlich gibt es auch Botenstoffe, die in andere Gruppen gezählt werden, weil sie anders wirken als übliche Hormone. Dazu zählen z.B. das Histamin (Gewebshormon) oder das Serotonin (Neurotransmitter).

  • Benenne Bereiche, die durch Hormone reguliert werden.

    Tipps

    Hormone sind Botenstoffe, die im Vergleich zu anderen Botenstoffen eher langsam wirken.

    Lösung

    Hormone sind Botenstoffe mit vielfältigen Funktionen. So regulieren sie zum Beispiel Wachstum, Sexualität, Entwicklung und viele Stoffwechselprozesse. Für manche Reaktionen ist die Hormonausschüttung jedoch zu langsam. Hier benötigt der Körper schnellere Botenstoffe. Ein gutes Beispiel ist die Reizleitung im Nervensystem. Damit verbunden ist auch die Reizwahrnehmung, die Muskelkontraktion oder Reflexe.

  • Bestimme die Lage der wichtigstens Hormondrüsen.

    Tipps

    Nicht immer sind die Hormondrüsen nach dem Körperteil benannt, in dem sie sich befinden.

    Lösung

    Manche Hormondrüsen sind nach dem Organ benannt, in dem sie sich befinden. Beispiele dafür sind die Nebennierendrüse oder die Bauchspeicheldrüse. Andere wiederum heißen ganz anders. So befindet sich im Hals die Schilddrüse und nicht etwa die Halsdrüse. Im Gehirn befindet sich wiederum die Hypophyse. All diese Organe sind wichtige endokrine Hormondrüsen.

  • Beurteile das Krankheitsbild des Patienten.

    Tipps

    Überlege dir noch einmal, welche Funktion Adrenalin im Körper hat.

    Lösung

    Der Patient leidet wohl unter einer Adrenalin-Überproduktion. Adrenalin hemmt die Verdauung und setzt im Körper Glukose frei. Zudem erhöht es die Herzfrequenz und damit den Blutdruck. Zu viel Adrenalin ist nicht gesund für den Körper, da man ständig unter Anspannung steht und sich nicht erholen kann. Es ist unbedingt wichtig, in solchen Situationen zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen, um den Adrenalinspiegel wieder zu senken.

  • Beschreibe den Mechanismus der Adrenalinausschüttung.

    Tipps

    Adrenalin bewirkt im Körper eine höhere Leistungsfähigkeit.

    Lösung

    Adrenalin ist ein Stresshormon und soll dem Körper in Gefahrensituationen mehr Energie zur Verfügung stellen, um z.B. zu flüchten. Dazu wird im Hypothalamus der aktive Sympathikus stimuliert. Dies führt zur Ausschüttung von Adrenalin. Durch Adrenalin wird die Herzfrequenz erhöht, was zu einem höheren Blutdruck führt. Daraufhin produziert die Leber Glukose, indem gespeicherte Glukose aus dem Speicherstoff Glykogen freigesetzt wird. Dem Körper steht nun mehr Energie zur Verfügung, um sich der Gefahrensituation zu stellen.

  • Beschreibe Eigenschaften und Funktion von Hormonen.

    Tipps

    Überlege dir noch einmal, nach welchen Kriterien Hormone in Gruppen eingeteilt werden.

    Peptidhormone benötigen Rezeptoren auf der Zellmembran, um zu wirken.

    Hormone regulieren Mechanismen viel langsamer als Nervensignale.

    Lösung

    Hormone sind wichtige Botenstoffe im Körper. Da sie aber in einem komplexen Mechanismus relativ langsam reguliert werden, dienen sie nicht im Nervensystem als Signalmolekül. Sie sind unterschiedlich aufgebaut und wirken auf ganz unterschiedliche Weise. Peptidhormone dringen nicht in eine Zelle ein, sondern benötigen einen Rezeptor auf der Zellmembran, um zu wirken. Dann genügen jedoch wenige Moleküle, um eine entsprechende Reaktion zu bewirken.